Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
16.05.2019
32
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In der Stadt war viel los. Langsam ging es über zum Winter. Die Tage wurden kälter, die Röcke immer länger und die Tage immer kürzer. Selbst ein Weihnachtsbaum in Lametta wurde schon aufgebaut. Auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für mich, gingen ich und Naomi den Hauptplatz mit einem warmen Kakao entlang. Tsuki wusste nichts davon. Irgendwie wollte ich meinen Geburtstag nicht mit ihm verbringen, sondern mit meinen Freunden also verschwieg ich es ihm, in der Hoffnung er würde nicht sauer auf mich sein.
Frustriert seufzte ich auf.
„Alles okay?“, Naomi sah mich etwas besorgt an.
„Ach, keine Ahnung“, ich nahm einen Schluck von meinem Kakao, leckte mir den Schaum von der Lippe.
„Willst du drüber reden?“, fragend beobachtete sie mich.
„Wenn du es nicht wieder weiter erzählst.“, skeptisch sah ich nun auch sie an.
„Hm, okay. Ich verspreche nichts weiter zu erzählen.“, sie hob den kleinen Finger, um einen Schwur abzulegen.
„Okay.“, ich verhakte unsere Finger in einander. „Versprochen ist versprochen und darf nicht gebrochen werden.“ Wir enthakten unsere Finger wieder.
„Also“, sang sie. „Erzähl“
Einen Moment sah ich auf meinen Kakao. Der heiße Dampf stieg zum Himmel auf.
„Ich und Tsuki hatten Trockensex. Mehr oder weniger.“, gestand ich.
„Ich wollte ja nichts sagen, aber daher deine Knutschflecke.“
„Ja. Aber“, setzte ich an, „Ich weiß nicht, in letzter Zeit ging es nur darum und ich frage mich langsam, ob er nicht nur das Eine will.“ Betrübt sah ich zu Boden, der ein wenig gefroren war.
„Hm.“, summte sie. „Männer sind doch alle gleich. Solche Idioten.“
„Es ist nur- Keine Ahnung. Ich mag ihn wirklich sehr und er meinte auch, dass er warten würde. Nur, kommt das ganz anders rüber. Ich finde, es geht viel zu schnell.“, seufzend nahm ich einen weiteren Schluck. Er war so schön warm, meine Nase und Hände waren schon eingefroren.
„Willst du es denn?“, neugierig betrachtete sie mich und nahm gleichzeitig einen Schluck von ihrem Getränk. Ja, wollte ich denn? Irgendwie ja, aber irgendwie nein. Ich hatte Angst, dass er mich nur benutzte. Seine Handlungen waren immer ziemlich egoistisch gewesen, was war, wenn er mich nach dem ersten Mal, einfach liegen lassen würde? Abhauen würde? Mich sitzen lassen?
„Ich weiß nicht. Zum Teil, ja zum anderen nein.“
„Hm, ich meine, wenn du es wollen würdest, hätte ich jetzt gesagt: Wieso nicht. Aber wenn du dir unsicher bist, dann lass es erstmal. Auch mit dem Trockensex. Und wenn er wieder das Arschloch markiert, dann säg‘ ihn ab. Er ist dann nicht der Richtige.“, sie nahm ihre Waffel, die sie vorhin gekauft hatte aus der Papiertüte. „Und tus nicht einfach nur, weil er es will. Tut es, wenn du es wirklich möchtest. Fühl dich nicht gezwungen.“, sie bis von der Waffel ab.
Gott, sie hatte ja Recht. Aber ich wollte auch nicht, dass er sich von mir trennt, weil ich nicht wollte. Ich fühlte mich schlecht. Nicht nur das, mir war auch übel. Ich fühlte mich miserable. Ich wollte es wirklich aber es gab einfach so viele Dinge, die dagegen sprachen. Besonders die Angst hemmte mich. Ich hatte nicht mal richtig Angst vor dem Akt, vor den Schmerzen, nur Angst davor, dass er einfach verschwinden würde. Und bei ihm konnte man nie sicher sein.
„Du hast Recht“, nachdenklich sah ich gerade aus. Die Leute, die an uns vorbei gingen, nahm ich gar nicht mehr wahr. Ich war nur auf das Einkaufszentrum fixiert.
„Lass uns über etwas anderes reden, dass nicht so deprimierend ist“, Naomi schmiss die Tüte weg, in der ihre Waffel war.
„Was hast du dir davorgestellt?“, etwas aufgemuntert, legte ich den Kopf schief.
„Dein Geburtstag, wie willst du ihn feiern?“, fragend legte sie ebenfalls den Kopf schief.
„Mit Freunden.“, meinte ich.
„Ohne Brillenschlang?“
Belustigend sah ich sie an. „Ja, ohne Brillenschlange.“
„Wieso?“
„Ich will erstmal etwas Abstand, um darüber nachzudenken. Er weiß auch nicht, dass ich Geburtstag habe.“, wir blieben vor dem Einkaufszentrum stehen, um unseren Kakao auszutrinken und die Becher wegzuwerfen.
„Hm“, meinte sie und nahm ihren letzten Schluck. „Karaokebar? Wir vier?“, fragend musterte sie mich.
„Hört sich gut an.“, bestätigte ich ihr.
„Brauchen wir dafür noch was?“, nachdenklich legte sie einen Finger an die Lippe und schaute nach oben. „Hm.“ Sie tippte sich im Rhythmus den Finger gegen die Lippe. „Den Kuchen mach ich, Dekoration besorgt Toshi, Tendou besorgt Sekt.“
„Klaut ihn eher von seinen Eltern“, wenn man sich vorstellte, wie der Riese sich aus seinem Elternhaus davonstiel, konnte man sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ich weiß nicht, ob es richtig ist, wenn wir trinken“, ich war auf jeden Fall besorgt deswegen, was wenn einem von uns etwas passierte.
„Es ist nur eine Flasche, die wir uns zu viert teilen, das wird schon.“, sie verdrehte die Augen.
„Wenn du das sagst.“

Morgens wachte ich durch ein Klingeln auf. Als ich etwas wacher wurde, nahm ich mein Handy in die Hand und hob ab. Einen Moment sagte ich nichts. Noch viel zu verpeilt von dem Wachruf.
„H..:“ ich räusperte mich kurz. „Hallo?“, meine kratzige Stimme am Morgen war ätzend. Ich hatte immer das Gefühl, wie ein Kerl zu klingen.
„Hey.“; Tsuki war am Telefon. „Habe ich dich geweckt?“
„Alles gut. Ich sollte eh bald aufstehen“, ich fuhr mir mit der Hand übers Gesicht. „Was gibt’s denn?“, fragte ich müde. Ich gähnte kurz.
„Hast du heute Zeit?“, durchs Telefon konnte man erkennen das er lächelte.
Ich fühlte mich ertappt. Wusste er was von meinem Geburtstag? Und wenn ja. was hatte er vor?
„Wieso? Was hast du denn vor?“, misstrauisch zogen meine Augenbrauen sich zusammen.
„Nichts Besonderes. Ich dachte nur, da wir uns eine Weile nicht gesehen haben, das wir was zusammen machen sollten.“, er pausierte kurz. „Wir können ja irgendwo hingehen?“
„Tut mir leid, Tsuki“, ich kratzte mich am Kopf. „Ich habe leider schon was vor?“, meine Stimme wurde gegen Ende immer höher.
„Was denn?“, er wirkt vorsichtig, beinahe schon misstrauisch.
„Wir wollen in die Karaokebar. Ich denke nicht, dass das was für dich wäre.“
„Nicht wirklich. Ich singe nicht. Mit wem gehst du dahin?“ fragte er mich gerade aus?
Etwas verwirrt nannte ich ihm die Namen. Er schien allerdings nicht besonders begeistert zu sein.
„Tendou, ist das nicht der Typ, der auf dich steht?“, Musste er das jetzt ansprechen?
„Er ist nur ein Freund“, bestimmt versuchte ich auf ihn einzureden.
Er schnaubte kurz verärgert auf. „Du triffst dich also lieber mit ihm als mit mir?“
„Was?“, etwas entsetzt über seine Frage, schüttelte ich den Kopf. „So ist das nicht. Wir sind doch nicht allein, Naomi und Toshi kommen mit.“, verteidigte ich mich.
„Du meinst deine Beste Freundin, die nichts von mir hält und dein Bruder, der dich am liebsten mit ihm verkuppeln will.“
Ja, darauf hatte ich jetzt auch nichts sagen können. Er hatte ja Recht aber wir waren Freunde und wir wollten meinen Geburtstag zusammen feiern, das ließ ich mir sicherlich nicht von ihm kaputt machen.
„Du willst doch sowieso nicht mit. Also was erwartest du von mir? Das ich dich mitnehme?“, aufgebracht fuhr ich ihn an.
„Dann komm ich eben mit! Mir bleibt ja keine andere Wahl!“
„Ich will dich aber nicht dabei haben“, so jetzt war es raus.
„Wegen ihm?“, er wirkte extrem wütend.
„Nein!“, stieß ich aus „Ich will einfach das meine Freunde meine bleiben und deine Freunde deine.“
„Ähe, Viel Spaß mit Tendou.“ Er hatte aufgelegt. Stumm sah ich das Handy an. Ich verstand, wieso er wütend war aber Tendou war eben nur ein Freund. Da würde nichts passieren, Tendou war nicht so einer. Tendou war wahrscheinlich viel zu tendouhaft, um einen Schritt nach vorne zu machen. Und das würde ich ihm beweisen!

Müde schleppte ich mich ins Wohnzimmer, an dem meine Familie schon saß. Mum hatte Misosuppe gemacht. Ich setzte mich an den Kotatsu und kuschelte mich unter die Decke. Mum brachte mir eine Schale mit Suppe. Schlürfend aß ich sie.
„Wie fühlt sich das Geburtstagskind?“, lächelnd schlug mein Vater seine Zeitung auf. Der Sportteil schien es ihm besonders an getan zu haben.
„Müde.“, ich schluckte mein Essen runter.
„Man spricht nicht mit vollem Mund“, erwiderte Toshi. Müde sah ich die Person an, die neben ihm saß. Es dauerte einige Minuten bis ich realisierte, dass es Tendou war. Überrascht weiteten sich meine Augen. Ich hatte ganz vergessen, dass er hier war.
„Morgen“, sagte ich zögernd zu ihm.
„Morgen“, er schien wohl auch so ein Morgenmuffel, wie ich zu sein.
Erschöpft aß ich meine Suppe weiter.
„Was habt ihr heute vor, meinen Schatz?“, meine Mum setzte sich neben mich und rieb mir sanft den Rücken.
„Wir wollen in eine Karaokebar und ein bisschen feiern“, gähnend nahm ich die Hand vor den Mund.
„Soll ich euch vielleicht einen Kuchen machen?“, fragend sah mich Mum an.
„Nein, Naomi backt einen.“, müde stellte ich die Misosuppe von mir weg.
„Hmmm“, summend legte  ich den Kopf auf den Kotatsu. „Ich will schlafen!“, murmelte ich.
„Ich auch“, gab Tendou von sich, der ebenfalls den Kopf auf dem Kotatsu gelegt hatte.
„Wieso seid ihr, dann überhaupt aufgestanden?“, Toshi sah uns fragend an.
„Weil ich Geburtstag habe“-„Weil sie Geburtstag hat.“, sagten wir gleichzeitig, mussten dann über uns Schmunzeln.
„Hier, mein Schatz. Ein Geschenk von deinem Vater und mir“, meine Mum hielt mir einen Umschlag entgegen.
Dankend nahm ich ihn an und setzte mich wieder aufrecht hin. Neugierig betrachtete ich ihn. War da Geld drin? Jedenfalls war der Umschlag leicht. Ich machte ihn auf und zog den Inhalt raus. Perplex betrachtete ich die Karten für ein Onsen. Es waren zwei.
„Wir dachten, du und Naomi oder Tsukishima könnten, da ja zusammen hinfahren und ein bisschen entspannen.“, meinte mein Vater daraufhin.
Verlegen betrachtete ich die Karten. Ich und Tsuki also? Ich würde gerne mit ihm irgendwo hinfahren, auch wenn er zur Zeit wütend auf mich war.
„Danke, ich überleg mir, wen ich mitnehme.“, nachdenklich sah ich sie noch mal an. Da stand, dass es ein ganzes Wochenende sein würde. Ein Wochenende mit Tsuki. Ich spürte, wie die Wärme in mein Gesicht floss.
„Olaolaola, wer wird denn da rot.“, Tendou sah mich musternd an.
„Ich bin nicht rot!“, verteidigte ich mich.
„Und, wie rot du bist.“, murmelte dieser.

Gegen 18 Uhr kam Naomi an und wir fuhren zusammen zu der Karaokebar. Toshi, Tendou und Naomi trugen alle einen Rucksack mit den ganzen Vorbereitungen, die sie getroffen hatten. Ich freute mich schon darauf. Machte mir jedoch noch Gedanken um die Karten. Würde Tsuki mitkommen? Vielleicht würden wir ja nächste Woche fahren? Und vielleicht würde dann etwas passieren. Kein Sex aber ich war schon bereit, so was, wie das letzte Mal zu tun. Ich mochte Tsuki und ich wollte ihn auch anfassen, berühren, so wie er es bei mir getan hatte. Aber jetzt war nicht die Zeit, um über Tsuki nachzudenken, ich sollte mich auf den Moment konzentrieren und meinen Geburtstag genießen.
„Endlich da“, Naomi rieb sich die Hände vor Kälte, hauchte sie dann an.
Meine Hände waren in meiner Jackentasche.
„Zum Glück haben wir reserviert“, gab ich zu.
Wir gingen rein und wurden zu unserem Privatraum gebracht.

„So meine Lieben“, grinste Tendou. „Kuckt mal was ich uns Schönes mitgebracht habe.“, er öffnete seinen Rucksack und zog verschiedene Flaschen heraus.
„Ich dachte, wir wollten nur einen Sekt trinken.“, fragend sah ich ihn an.
„Was ist denn ein Geburtstag ohne Alkohol?“, er zog weitere Falschen heraus. Insgesamt waren es sechs.
Erstaunt nahm ich Eine und betrachtete sie. Vodka? Was hatte Tendou denn vor?
„Ich werde nicht mittrinken.“, Toshi war schon immer sehr anständig und würde so etwas niemals tun, bevor er volljährig war.
„Ach, Wakatoshi, zieh dir mal den Stock aus dem Arsch.“, Tendou verdrehte die Augen. „Naja gut, mehr für uns.“
Naomi öffnete auch ihren Rucksack und holte den Kuchen raus.  Es war ein Schokoladenkuchen, der schön dekoriert war, mit vielen Blumen und Herzen und meinem Namen.
„Naomi“, quietschte ich und umarmte sie. Sie war so süß.
Während wir auf der Couch saßen, dekorierte Toshi den Raum.  Nach einer Weile war er fertig. Es war richtig süß von Denen, das Jeder sich Mühe gegeben hatte, mir eine Freude zu machen.
„Hier Saya“, Tendou überreichte mir ein Glas mit Sekt, in der anderen Hand, hatte er ein Geschenk für mich.
„Danke“, neugierig zog ich ihm das Geschenk aus der Hand und schüttelte es. Was da wohl drin war?
Auch Naomi legte ihr Geschenk neben das Sektglas, was Tendou da abgestellt hatte. Toshi hatte mir meins schon übergeben. Es war eins seiner alten Trikots, die ich so mochte und meistens zum Schlafen benutzte.
Lächelnd öffnete ich Tendous Geschenk. Überrascht zog ich das Plüschtier aus dem Karton. Es war ein Pinguin. Er trug das gleiche Trikot, wie ich und hatte eine Kette um. Ich nahm sie in die Hand uns betrachtete sie genauer. Es war ein Volleyballanhänger. Lächelnd stand ich auf und umarmte Tendou, der etwas überrascht schien von meiner überschwänglichen Reaktion.
„Danke“, ich gab ihm einen Kuss auf die Wange, ohne darüber nachzudenken, was ich da eigentlich tat.
Tendou erwiderte die Umarmung, etwas zu lange für meinen Geschmack.
Als nächstes war Naomis Geschenk an der Reihe. Sie hatte mir eine DVD von meinem Lieblingsfilm geschenkt. Auch sie umarmte ich überschwänglich, was sie etwas verlegen machte.
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