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a requiem for past relations

von -Takumi-
OneshotDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Camilla Elise Leo Takumi Xander
18.11.2018
18.11.2018
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2.909
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18.11.2018 2.909
 
≫(Kl)eine Anmerkung am Anfang:

Diese Gesichte ist nicht von mir, sondern von Ariannadi auf tumblr. Ich habe sie also lediglich übersetzt.
Und ich habe mir dafür das Einverständnis der Autorin geholt.
Die Gesichte im Original, also auf englisch, ebenso meine Anfrage kann man auf ihrer Seite finden.
Wenn ihr wollt und eure Englisch-Kenntnisse sehr gut sind, lest euch gerne mal das Original durch.
Feedback ist gern gesehen, dann kann ich es auch der Autorin mitteilen, wie die Gesichte hier ankam. Reviews wären super. Denn Ariannadi hat sehr viel Zeit in diesen OneShot gesteckt.

Nun dann, das war’s schon.

Viel Spaß beim Lesen!≪






Prinz Leo wurde auf dem Schlachtfeld verletzt.

Takumi musste nicht einmal in seine Richtung schauen, um zu wissen, dass der junge Lord in einem schlechten Zustand war. Der gellende Schrei und das Kreischen von Prinzessin Elise und Prinzessin Camilla waren Bestätigung genug.

Sofort, als das Feld von vallitischen Soldaten befreit war, stürzten Prinz Leo’s Gefolgsleute an seine Seite, hoben seinen schwachen Körper auf eine Trage für die Reise zurück zur Astralebene.

Ungeachtet dessen, dass Takumi wusste wie stark der jüngere Prinz Nohrs war, auch trotz dem Fakt, dass er niemals, in keiner Art Schwäche oder Mitleid zeigte; er fühlte, wie sich seine Brust zusammenzog, als er endlich wieder aus seiner Starre erwachte.

Leo war verletzt. Schwer. Der dunkle Fleck, der das Stück Grass verfärbte, wo er zuvor lag, deutete dies nur noch mehr an.

Die gesamte Armee, geführt von einem zerstreuten Corrin, gingen weiter zu ihrem Reich der Zuflucht, als Lilith dieses manifestierte und Leo wurde weggetragen zur Hütte der Heiler – ließ Takumi so am Eingang zu dem Gelände ihres Rückzugsortes stehen.

„Lord Takumi?“ Hinata, der neben ihm stand, winkte fragend mit einer Hand vor seinem leeren Gesicht.
„Geht es Ihnen gut?“

„Er freut sich wahrscheinlich nur innerlich, dass dieser nohrische Besserwisser endlich auch mal zu Boden gegangen ist“ brummte Oboro missbilligend. Selbstzufrieden schwang sie ihre Naginata um ihre Schultern und hielt sie hinter diesen fest.
„Mylord, wir sollten in die Gemeinschaftshalle gehen und etwas essen. Ihr hattet heute morgen nur eine Schale der Miso-Suppe bevor wir losmarschiert sind.“

Takumi, komischerweise irritiert aussehend von der Bemerkung Oboro’s über Leo, sah seine Gefolgsleute endlich an.
„Ihr zwei geht ohne mich“, sagte er ihnen, seine Stimme leise. „Ich werde später folgen.“

„Seid Ihr Euch sicher, Mylord?“ fragte Oboro besorgt, aber Hinata trollte schon fröhlich in die Richtung der Halle davon.
Takumi wiederholte seine Bitte nicht, stattdessen wartete er geduldig, bis Oboro sich kapitulierend verbeugte und dem anderen Mann folgte.

Als beide aus seinem Sichtfeld verschwunden waren, machte er sich auf dem kürzesten Weg zur Hütte der Heiler.

Leo und er waren Freunde. Zumindest war dies, worauf sie sich geeinigt hatten, nach vielem Austauschen von Rezepten, Spielen von Schach und Shogi und dem gemeinsamen Wälzen von Büchern über verschiedene Themen. Als Resultat mussten sie dieses Problem konfrontieren.
Natürlich konnten die beiden es ein paar Monate zuvor nicht mal aushalten, im gleichen Raum zu sein, aber jetzt war es einfach überhaupt nicht so.

Über die Monate, hatte Takumi angefangen Leo zu mögen. Er mochte und sorgte sich um ihn, und zwar sehr viel.

Er hatte sich in dieser Welt von Gefühlen versucht, als er noch jünger war, angefangen mit einer ziemlich gewaltsamen Hana im Alter von acht, aber nichts kam so nah zu dem, was er für den nohrischen Prinz fühlte.
Leo – er konnte es nicht besser beschreiben – war seine andere Hälfte. Die beiden verstanden sich in einer Art, wie niemand sonst es tat.
Takumi vertraute Leo seine anhaltenden Albträume und seinen Mangel an Selbstbewusstsein an und Leo im Austausch verriet ihm den Schmerz, den er fühlte dadurch, dass seine Geschwister ihn nicht bemerkten, aber stattdessen Corrin lobpriesen, sowie die Eifersucht, die damit kam.

Takumi war nicht in der Lage zu sagen, wann seine Gefühle der Freundschaft zu Verliebtheit erblühten, aber er konnte auch nicht abstreiten, dass er Leo in dieser Art betrachtete.
Nicht, wenn sein Herz in Angst schlug, bei dem Gedanken, dass Leo von seinen Wunden verbluten würde.

Er war hoffnungslos vernarrt in diesen  Bücherwurm von einem Prinzen.

„Leo?“ fragte er verzweifelt, als er den Bereich betrat, welcher nach Heilkräutern und Magie roch, aber er wurde sofort von Camilla gestoppt.

„Oh, Schätzchen, Ich hatte so ein Gefühl, dass du kommen würdest. Sakura und Elise versorgen ihn gerade. Der Feind hat ihn von hinten von seinem Pferd geworfen. Er… leidet unter einer ziemlich üblen Stichwunde am Unterleib.“

Diese Aussage ließ Takumi’s Blut gefrieren.
„Sie tun alles, was sie können, nicht wahr? Sie werden verhindern, dass er verblutet, oder?“
Er würde nicht zögern, die größere Frau zur Seite zu schubsen und die zwei jüngeren Prinzessin anzuflehen wirklich alles zu geben. Es interessiert ihn zu diesem Zeitpunkt nicht.

Camilla sah komplett geistesabwesend aus. „Bitte, Prinz Takumi. Wir müssen geduldig sein. Xander ist etwas eher ebenfalls mit den gleichen Fragen hier rein gestürmt. Ich weiß, wie viel Leo dir bedeutet, aber auch uns bedeutet er die Welt. Wir können nur Hoffnung haben, dass er heilen wird.“

Takumi hatte nicht bemerkt, dass seine Lippe zitterte und dass aufrichtige Tränen anfingen in seine Augen zu steigen, bis diese über seine Wangen liefen.
Camilla, mit ihrer mütterliche Art, umarmte ihn sofort und strich besänftigend mit ihrer Hand über seinen Kopf.

Und statt sie wegzuschubsen, was er normalerweise getan hätte, schluchzte er mitleidig in ihre Schulter.

Es würde zwei weitere Stunden dauern, bevor die zwei erschöpften Prinzessinnen Sakura und Elise, Leo für den Rest des Tages in einem stabilen Zustand erklärten.
Takumi rannte von seinem Platz neben Camilla los, in genau dem Moment, als die beiden zu ihnen kamen und seiner Bitte einwilligten, den Jungen zu sehen, um welchen die beiden sich gekümmert hatten.

Er war ruhig, als er seinen Weg in den hintersten Raum machte und sein Herz zog sich schmerzhaft in seiner Brust zusammen, als er Leo sah, der bewegungslos auf einem Feldbett in der Ecke lag – sein kompletter Oberkörper in Mullbinden gewickelt.

„Leo…“ brachte er leise raus, versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu bekommen, als der andere Prinz schlaftrunken seine Augen öffnete.

„Takumi?“ antwortete er heiser und fragend.
„Du bist hier?“

Takumi sackte vor Erleichterung zusammen; er fiel auf seine Knie, direkt an Leo’s Seite.

„Du bist wach“ meinte er atemlos, ein zitterndes Lächeln zierte sein Gesicht.
„Du bist tatsächlich wach.“

„Natürlich bin ich das“ antwortete Leo mit etwas Verärgerung in seiner Stimme.
„Ich bin der mächtigste Magier in ganz Nohr. Es braucht mehr, als solch einen erbärmlichen Angriff auf mich, um mich auszuschalten.“
Auch wenn er das sagte, zuckte er doch bei dem Schmerz zusammen, bei der Anstrengung überhaupt zu sprechen.

„Aha, klar…“ Takumi’s Stimme verlor sich. Sture Tränen kamen erneut auf. Leo sah fragend zu ihm, bevor er schwerfällig eine Hand auf Takumi’s Schulter legte.
„Hey“, äußerte sich der Ältere der beiden, brachte Takumi so ihn anzusehen, „Ich verspreche dir, das wird schon wieder. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.“

Takumi nickte kurz, schamvoll beugte er seinen Kopf.
„I-Ich weiß … Nur… Ich hatte solche Angst. Die Art, wie alle reagiert haben, das Blut am Boden… Es sah so aus, als würdest du vielleicht sterben . D-Du bist der erste richtige Freund, den ich jemals hatte, Leo, u-und ich…“
Zu diesem Zeitpunkt bahnten sich Takumi’s Tränen sichtbar ihren Weg über seine Wangen und er presste die Zähne aufeinander, um sein schnelleres Atmen zu stoppen.

Leo’s Hand hob sich von Takumi’s Arm und umfassten stattdessen locker seine Finger.

„Dummer Prinz… dir bringst dir selbst einen zeitigen Tod, wenn du weiter so beunruhigt bist.“
Leo’s Worte waren höhnisch, aber das süffisante Grinsen, dass er Takumi zuwarf sagte alles.
„Ich bin dankbar, dass du dir Sorgen machst, glaub mir, aber ich hasse es dich so zerstreut zu sehen.“

Takumi, mit einem leicht schmollenden Blick, revanchierte sich mit, „Nun, wenn du dich nicht wie ein kompletter Idiot verletzt lassen hättest, vielleicht wär ich es dann nicht!“

Und Leo lachte herzlich, trotz gelegentlichen Zusammenzucken wegen seiner Schmerzen.
Takumi war sich nicht sicher, ob er jemals solch ein Geräusch von dem Prinzen gehört hatte, aber er fand heraus, dass er es schon mochte.

„Ich bin… glücklich, dass du dich sorgst, Takumi“, murmelte Leo endlich, als seinen Blick auf den Jüngeren fokussierte.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen…“ Dann schüttelte er seinen Kopf und seine Aufmerksamkeit wanderte zu den Dachsparren über ihm.

„Du würdest sagen…?“ meinte Takumi fragend, seine Neugier angestachelt. Leo drehte seinen Kopf, um Takumi erneut anzusehen, seine Augen schienen unüblich zärtlich.

„Ich bilde mir das nicht ein …. oder doch?“, fragte er, ein leicht verletzter Ausdruck auf seinem Gesicht.
„Es scheint fast, als … als könntest du möglicherweise etwas mehr in mir sehen.“
An diesem Punkt bohrten Leo’s Augen praktisch Löcher in Takumi’s.

Der Hoshide war sich nicht sicher, wie er drauf antworten sollte. Hier saß er bei einem geschwächten, möglicherweise verwirrten Leo; die Umstände verlangten praktisch, dass er seine Gefühle gestehen sollte.
Er könnte es mit einem Lachen abtun und sich zurückziehen, solange er noch die Chance hatte und behaupteten, dass Leo einfach nur blöd war, um mögliches Schlimmes zu verhindern.

Allerdings… er bemerkte, dass er dies nicht wollte. Nicht konnte.

„Ich…“ begann Takumi und schluckte schwer.
„I-Ich konnte dich zuerst nicht leiden. Ich dachte, du wärst nur ein weiterer egoistischer und aufgeblasener Adliger, welcher seine Nase über alle rümpft, die unter dir standen.“

Leo prustete deswegen vor Lachen, das leichte Schulterzucken bestätigte, dass ihn so die meisten nach dem ersten Blick betrachteten.

„A-Aber“ fuhr Takumi fort, schluckte erneut. „Je mehr ich dich kennenlernte, desto mehr sah ich, wie brillant und verständnisvoll du bist. Wie gütig und anteilnehmend du sein kannst. Ich …. Ich habe niemanden so anziehend, wie dich zuvor in meinem ganzen Leben getroffen.“
Zitternd streckte der jüngere Prinz seine Hand aus, bis sie neben Leo’s Wange schwebte, aber er stoppte bevor er Haut spüren konnte.

Und dann überwand Leo den Abstand; lehnte sich in seine Handfläche mit dem schönsten Lächeln auf seinen Lippen.

„Ich… finde dich ebenfalls anziehend“ murmelte Leo, seine immer lernbegierigen Augen hatten einen leicht betrunkenen Ausdruck.
„Du beinhaltest alle meine Gedanken, weißt du. Heh… wie glücklich muss ich sein, dass es erwidert wird.“

Takumi kicherte verlegen, eine neue Welle von Tränen ließ seine Sicht verschwimmen.
„Natürlich wird es erwidert“ erläuterte er, geistesabwesend strich sein Daumen über Leo’s sanfte Wange.
„Und wenn sich glücklich schätzen kann, dann bin das ich. Die Dinge laufen sonst nie, wie ich es gern hätte. Das jedoch… es macht alles wieder besser.“

Leo’s Augen schlossen sich friedlich. Takumi dachte, er würde vielleicht versuchen zu schlafen, aber es dauerte nicht lange, ehe der Andere erneut sprach.

„Takumi?“ fragte er, die Augen immer noch geschlossen.

„Ja?“

Ein Herzschlag ging vorbei, dann:

„Kann ich dich küssen?“

Takumi erstarrte, augenblicklich fühlte sich sein Mund komplett trocken an.
Er war noch nie geküsst worden, niemals. Er hatte zärtliche, flüchtige Küsse von seiner Mutter erhalten und von ein paar Stadtbewohnerinnen, aber romantisch geküsst werden...

Sein Gesicht war rot, sein Herz raste und er konnte nicht schlucken, nicht atmen – aber, der jüngere Prinz gewährte den Wunsch; nickte schwach als Leo ihn erneut ansah.

Der Nohr, welcher wie gewohnt die Initiative ergriff, legte seine Hand an Takumi’s Ärmel und zog den anderen Jungen zu ihm, mit so viel Kraft, wie er aufbringen konnte.
Takumi, dessen Verstand wie vernebelt, nahm es trotzdem gut genug war, um dabei zu helfen; seine Hand wanderte zu Leo’s Brust und verweilte dort, als der älteren Prinz ihn, ungeachtet seiner Wunden, auf sich zog.

Leo betrachtete ihn zufrieden für ein paar Sekunden, fast als würde er etwas in Takumi’s bernsteingelben Irden suchen. Dann, als er eine Hand an seinem Genick hatte und sanft darüber strich, zog er Takumi allmählich vorwärts, bis ihre Lippen sich zögerlich trafen.

Wärme durchfuhr Takumi’s gesamten Körper bei dieser Empfindung; die Küsse zwischen Leo und ihm wurden mehr gewagt, mit mehr Zeit, die verging. Leo’s Lippen verließen Takumi’s ab und zu, wanderte stattdessen zu seinen Wangen, seinem Kinn, seinem Kiefer, bevor sie wieder zu seinen Lippen zurückkehrten.
Im nächsten Moment fühlte Takumi, wie Leo’s Hand zur Spitze seines Kopfes wanderte; löste den Knoten des Bandes dort und ließ seine Haare frei. Er seufzte, als Leo’s Finger durch die seidigen Strähnen fuhren, seine Nägel kratzten angenehm auf seiner Kopfhaut und verursachten ein Chaos in den Jüngeren.

So muss sich also Glück anfühlen, dachte Takumi, als er Leo’s zärtliche Zuneigung mit eben so viel Enthusiasmus erwiderte. Er könnte ebenso gut den Rest seines Lebens genau so mit Leo verbringen und es wäre perfekt und vollkommen.

Zum ersten Mal in seinem Leben, fühlte er sich wirklich gewollt.



Takumi hatte in Jahren nicht friedlich geschlafen. Normalerweise würden seine Albträume davon abhalten, sich anständig erholen zu können, ihn aufwecken sobald er ein bisschen schlummerte und ihn für den Rest der Nacht wachhalten.

Diese Nacht war das komplette Gegenteil, in mehreren Arten. Statt durch Bilder von Tod und Zerstörung wachgerüttelt zu werden, wurde der Prinz von leichtem Schnarren neben seinem Ohr geweckt und es war genau in diesem Moment, als er seine Augen öffnete, dass er realisierte, wo er eingeschlafen war.

Von allen Plätzen, natürlich direkt auf Leo.

Sein Instinkt sagte ihm sofort dort wegzurennen und aus der Hütte zu fliehen, bevor jemand etwas mitbekommen würde, gerade da der Sonnenaufgang noch ein paar Stunden entfernt war – aber sein Herz mischte sich ein, bevor er sich bewegen konnte; erinnerte ihn daran, was den Tag zuvor passiert war.

Leo und er hatten sich gegenseitig ihre Gefühle gestanden.

Sie hatten sich geküsst.

Takumi konnte fühlen, wie sich ein dämliches Lächeln auf seinem Gesicht breit machte, aber es blieb nur für eine selige Sekunde. Ein stechender Schmerz von vertrauter Angst machte sich bemerkbar, als er anfing alles zu hinterfragen, was zwischen den beiden passiert war.

Leo war nicht in seinem besten Zustand gewesen, war fast auf dem Schlachtfeld getötet worden.
Was, wenn er einfach nur irgendwelchen Unsinn von sich geben hatte? Was, wenn er nicht wirklich das Gleiche fühlte? Würde er Takumi voller Abscheu wegstoßen? Würden sie danach überhaupt noch sprechen?

Er fand seine Antwort, als Leo seine Unruhe scheinbar spüren konnte und etwas grummelte bevor er aufwachte.
Der nohrische Prinz lächelte ihn an, dann drehte sich leicht, sodass er einen sanften Kuss auf Takumi’s Stirn pressen konnte; mit dem Ergebnis, dass dieser dabei fast einen Herzinfarkt bekam.

„L-Leo“, murmelte der Hoshide, „Was war das?“

Ein warmes Kichern kam von Leo, als er noch träge mit einer Hand durch Takumi’s ungekämmtes Haar fuhr.
„Ich hab dich geküsst, ich dachte das war offensichtlich. Du siehst echt niedlich aus, wenn du noch nicht ganz wach bist.“

Takumi seufzte, als der andere Prinz weiterhin mit langsamen, zärtliches Küssen überhäufte. Er schob eine Hand über Leo’s Mund, als er mit seinen, an ihm nagenden Bedenken nicht mehr umgehen konnte.

„D-Du meinst“, meinte er langsam und errötete etwas, „Du hast tatsächlich Gefühle für mich?“

Leo hob ein bisschen genervt eine Augenbraue, derweil entfernte er Takumi’s Handfläche von seinem Gesicht.
„Ja? Ich dachte, wir hätten das gestern geklärt.“

Takumi fühlte sich in diesem Moment ziemlich dämlich, starrte zu Boden und spielte etwas mit seinen Fingern.
„J-Ja, haben wir. Du warst aber nicht wirklich in dem besten Zustand, also dachte ich… vielleicht…“

Er hörte Leo seufzen, bevor sich sanft eine Hand an sein Kinn legte und ihn so dazu brachte den Nohr an seiner Seite anzusehen.
„Versteh mich nicht falsch: Ich liebe dich über alles, Takumi“, murmelte Leo, sein Blick absolut ernst. „Es waren nicht meine Verletzungen, die mich dazu gebracht haben  es dir zu gestehen. In den Moment, in den ich sah, wie du wegen mir Tränen vergossen hattest wusste ich, dass ich dich fragen muss, wie du fühlst. Niemand hatte zuvor mich so betrachtet, verstehst du?“

Takumi nickte und schluckte einmal. Er schloss seine Augen und atmete langsam durch, als Leo sich vorlehnte und seine Stirn gegen Takumi’s schmiegte.

„Ich schätze, neben der vollständigen Erholung, werde ich noch etwas anderes in der Zukunft anstreben“, murmelte der nohrische Prinz in die Stille zwischen den beiden.

Takumi öffnete leicht ein Auge und warf dem Anderen einen fragenden Blick zu. „Was meinst du damit?“ fragte er, als er Leo betrachtete, der in Gedanken versunken schien.

„Ich muss sicherstellen, dass du jeden Tag verstehst, wie sehr ich dich liebe“ erklärte Leo leise. „Du hinterfragst immer die Sorgen der Anderen um dich und denkst, du bist diese nicht wert. Ich möchte, dass du in der Lage bist zu akzeptieren, dass du jemandem wichtig bist, weil du du selbst bist. Nicht als einen Prinzen, nicht als einen Krieger, einfach als Takumi.“

Takumi bemerkte nicht, dass er den Atem angehalten hatte, bis seine Lungen nach Luft schrien. „L-Leo…“ sagte er langsam und Tränen ließen seine Sicht wieder verschwimmen.

„Ruhe jetzt, keine depressive Sachen mehr“ unterbrach Leo ihn sanft, während er es sich wieder auf dem Bett gemütlich machte und sich an den anderen Jungen schmiegte. „Der Morgen ist noch gute fünf Stunden entfernt. Wir sollten uns ausruhen, solange wir können.“

Schmollend und wie immer das letzte Wort wollend, grummelte Takumi. „I-Ich hoffe, du weißt, auch wenn wir jetzt ein Paar sind, das heißt nicht, dass du mir Befehle geben kannst.“
Ein Zischen entfuhr Takumi, als Leo zur Antwort leicht an seinen Haaren zog.

„Sei einfach ruhig und schlafe, Takumi.“
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