Fight like a girl!

GeschichteRomanze, Familie / P16
17.11.2018
08.12.2018
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"Er taucht nicht auf, weil er nicht mehr lebt", sagte Sam etwas zu begeistert, Dean zog eine Augenbraue hoch.
"Ich habe erfahren, dass der Junge  bloß knapp vier Jahre alt wurde. Und nach seinem Tod wurde sein Vater, ihr Mann, depressiv.."
"Und brachte sich schließlich um", beendete Dean den Satz.
Sam nickte.
"Das ist fantastisch!"
Dean klopfte ihr kumpelhaft auf die Schulter, was sie gleichzeitig erfreute und verärgerte.
"Mel, du freust dich ein bisschen zu sehr über Tod und Elend dieser Leute."
Sie blinzelte verwirrt.
"Also haben wir es mit einer wütenden Person zu tun..ein Geist? Kann ein Geist Vampire anheuern?"
Sie zog die Stirn kraus und sah Dean fragend an. Er zuckte die Schultern.
"Irgendwas haben wur übersehen. Fahren wir!"
Sam stimmte ihm zu "Wir hören uns um. Rätselhafte Ereignisse, Merkwürdigkeiten im Verhalten, wir finden es schon heraus."
"Gut, Mel und du, ihr nehmt euch die Nachbarn vor, ich fahre nochmal aufs Revier und gehe sämtliche Aussagen durch, auch die, die als irrelevant eingestuft wurdem."

Sie war unzufrieden. Weshalb die Aufteilung? Und dann- warum wollte nicht er  mit ihr die Nachbarschaft befragen? Seit wann war Recherche sein Ding, bisher schien das eher an Sam hängen zu bleiben.
Vorhin, eine Sekunde lang, hatte es zwischen ihnen gefunkt. Oder auch nicht. Sie hatte sich wohl geirrt und war die einzige die glühte. Sie hatte wirklich gedacht, er wäre interessiert. Sexuell. Aber vermutlich war das nur sie, die seit Jahren alleine herum zog. Dean vermochte sich sicher die Nächte zu vertreiben. Und so wie er aussah...weshalb war ihr das eigentlich vorher nicht aufgefallen? Er sah tatsächlich sehr gut aus. Verflixt.
Sie dachte an die Poster, die in der Dean Höhle hingen. Giselle Bündchen, pah!
Sie war schweigsam und überließ es Sam mit seinem Charme die Leute zu befragen.

Bei der dritten Nachbarin hatten sie Glück.
"Oh ja, glauben Sie mir, da war einiegs im Argen. Wenn Sie mich fragen, hat sie den Kleinen geschlagen. Ich hab viel gehört und noch mehr gesehen. Ich hab damals das Jugendamt angerufen, immer wieder. Zweimal auch die Polizei, Aber die haben mir nicht geglaubt. Eigentlich haben sie gar nicht zugehört.  Der kleine Ben starb schließlich. Angeblich ist er die Treppe hinunter gefallen, aber das habe ich nie geglaubt. Ihr Liebhaber, dieser Arzt, hat doch die Todesursache festgestellt. Ich schwöre Ihnen, da wurde gelogen und vertuscht!"
"Und außer Ihnen hat niemand versucht einzugreifen?", fragte Sam teilnahmsvoll.
"Es gab mal eine Anzeige die nicht von mir war. Aber wie auch bei meinen Beschwerden, mehrere Leute sagten dann für sie aus, man behauptete es seien alles Lügen gewesen. Verleumdung. EInige haben sich für sie verbürgt,"


Auf dem Weg zum Wagen klopfte Sam auf seinen Block "Ich wette wir wissen genau wer diese Zeugen waren"
"Damit haben wir zwar ein Motiv, aber wer ist der Täter?", fragte Melody
Sie zog Milchshake durch den Strohhalm in ihrem Mund.
Sam sah sie verärgert an.
"Was?"
"Das Geräusch"
"Was ist damit?"
"Es nervt!"
"Ich hab aber Durst!"
"Es nervt und stört meine Konzentration!"
Sie seufzte und warf den Shake in eine Mülltonne.
"Gut, dann lass uns fahren. Ich bin müde und mir tun die Füße weh, Sam!"

Sie trafen vor Dean ein.
"Ich muss nochmal unter die Dusche, ich komme mir vor wie.."
"Keine Details, Mel, mach nur!"
Sie stieg unter den herrlich warmen Strahl und ließ sich die Verspannungen wegspülen.
"Nicht umdrehen! Ich will ins Bett"
Sam gehorchte und wandte sich ihr erst zu, als sie unter er Decke lag.
"Ob die Decken hier sauber sind? Es ist Sommer und da benutze ich kein Nachtzeug"
Sam starrte sie an "Und mit Nachtzeug meinst du Schlafanzug?"
"Naja, eher Unterwäsche und Shirt, richtige Schlafanzüge benutz ich nie, im Winter Jogginghosen..was ist?"
"Bist du irre?"
Sie setzte sich auf, die Decke festhaltend. "Wieso?"
"Du willst mir erzählen dass du nackt schlafen gehst? Wir teilen uns ein Bett, das ist..das ist echt unangebracht.."
"Oh", sie spürte wie sie errötete "Tut mir leid. Ich bin schon ewig alleine, ich hab nicht dran gedacht, dass es jemandem unangenehm sein könnte."
"Melody, wenn du mich fragst, bist du mir in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen. Aber auf die Weise wie eine gute Freundin, eine kleine Schwester oder so. Also bitte bitte erzähl mir sowas nicht. Das nicht und nichts über Männer oder.."
"Sam, ich hab nicht versucht dich anzumachen"; sie war peinlich berührt,
"Nein, ich weiß, nein nein, ich.." er seufzte, "Belassen wir es dabei dass du für mich einfach das Mädchen mit dem Einhornbeutel bist."
"Trifft sich gut, Junge mit Laptop", sie lachte.
"Ist in Ordnung, Licht aus und umdrehen bitte."
Hastig schlüpfte sie in Unterhose und T-Shirt und schaltete dann das Licht ein.
Sam verschwand im Bad und kam in Boxershorts und Shirt zurück, um das Licht auszuschalten.

"Was ist mit Dean?", fragte sie in die Dunkelheit des Zimmers. Sam bewegte sich neben ihr.
"Er hat seinen eigenen Schlüssel", sagte er schläfrig.
"Das weiß ich. Ich mache mir nur ein bisschen Sorgen, weil er immer noch nicht zurück ist."
"Unsinn", er drehte sich zu ihr um und sie roch Zahnpasta, "Dean ist erwachsen. Wenn was los wäre, hätte er sich gemeldet oder Cas wäre aufgetaucht.."
"Cas?"
"Ach richtig, du kennst ihn noch nicht", er gähnte, "das kommt noch . Jedenfalls, mach dir keine Gedanken, Dean schläft einfach wenig. Er hockt wahrscheinlich an der Hotelbar oder so."

Nach einer Weile atmete  Sam regelmäßig.
Leise glitt sie aus dem Bett und zog sich ihre Jeans an.
Ihre Schuhe lagen zu nahe bei Sam, also griff sie sich nur den Schlüssel und schlich barfuß los.

Die Hotelbar war hell erleuchtet und es herrschte anscheinend noch Betrieb.
Und tatsächlich. Da saß Dean. An der Bar und vertieft in ein Gespräch, wohl eher einen Flirt, mit einer wasserstoffblonden Frau, die es nicht  geschafft hatte ihr Geburtsgewicht zu halten, aber die wenigen Kilo die sie zugenommen hatte an exakt den richtigen Stellen zuzulegen.
Sie griff sich dauernd in ihr langes glänzendes Haar und lachte.
Als ob Dean SO lustig wäre!
Neben ihr fühlte Melody sich plump und fehl am Platze, zumal barfuß und mit noch immer nassem Haar im Gesicht.
Sie hörte Dean lachen. Es war ein fremdes Lachen. Er lachte auf eine Art auf die sie ihn nie hatte lachen sehen und legte den Kopf schief.
Melody spürte einen glühenden Stich und einen Kloß in ihrem plötzlich völlig trockenen Hals.
Jetzt hatte Blondie sie entdeckt. Sie musterte sie herablassend und flüsterte Dean lachend etwas zu.
Dean wandte sich zu ihr um und sein Lachen erstarb.
Hastig machte sie kehrt und lief zurück in Richtung des Zimmers.
Wie musste das gewirkt haben? Sie stand da im Halbdunkel, in Jeans und Shirt, Haar das im Gesicht und unter dem Shirt klebte und starrte zu ihnen hinüber.
"Mel?" Sie lief schneller "Mel!"






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Ich habe seit ein paar Wochen einen üblen Schub und bis heute war an abtippen nicht zu denken. Ich hoffe es wird langsam besser.
Über jedes noch so kleine Review würde ich mich sehr freuen!
;)
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