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For heaven's sake

von Diane
GeschichteFamilie / P16 / Gen
Chuck Shurley / Gott Meg Masters OC (Own Character)
17.11.2018
13.04.2021
18
42.421
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17.11.2018 2.549
 
„Hells Gate“ pt 1

Songs: For Whats It's Worth - Buffalo Springfield [Cover von Jason Manns]
              Hallelujah - Leonard Cohen [Cover von Brittin Lane]

Chuck lächelte, als er die ersten Akkorde hörte. Er kannte das Lied, welches gerade angespielt wurde. Und er bewunderte die Person für diese Musik Wahl, wer auch immer gerade auf der Bühne stand. Er selbst saß am hintersten Stuhl der Theke und wegen einem Schild, welches von der Decke hing, hatte er keine freie Sicht zur kleinen Erhöhung, auf der gespielt wurde. Morgen würde er auch hier spielen.
Es klang paradox – doch er genoss gerade sein Leben.
„There is something happening here. What it is ain’t exactly clear.”
Es war eine Frau, welche nun sang. Doch seine Gedanken fixierten sich viel mehr an den Verszeilen selbst. Ja, es passierte hier wirklich gerade etwas.
Die Apokalypse war abgewandt worden – die Welt war frei von jenem vorgegebenen Schicksal, welches er noch zum Anbeginn in seiner Rage festgelegt hatte. Festgelegt, in jenen Moment als er den größten Fehler seines Lebens begangen hatte. Er hatte Lucifer verstoßen. Etwas was er wohl bis ans Ende der Zeit bereuen würde. Weniger wegen den Konsequenzen für die Menschen, sondern viel eher wegen sich selbst.
Er ging nun schon so lange seine Wege unter den Menschen, dass er jedes Gefühl verstand, welches sie spürten. Genoss das Leben auf der Erde.
„There's battle lines being drawn. Nobody's right if everybody's wrong.”
Chuck senkte seinen Blick. Er war froh, dass die Apokalypse hat abgewendet werden können. Er hätte es nicht gerne gesehen, wenn seine Schöpfung zu Grunde gerichtet wird. Auch wenn er mittlerweile einsah, dass sie nicht lernbereit waren.
Die Apokalypse wäre wie Sodom und Gomorra gewesen – nur eben die gesamte Welt. Und ehrlich gesagt störte es ihm nicht. Denn sie wollten einfach nicht lernen.
Wenn er wollte, könnte er die Gedanken jedes einzelnen hier in diesem Raum lesen und er wusste ganz genau – keine einzige Person wäre perfekt. Adam und Eva wären es auch nie gewesen. Das wusste er jetzt.
Denn niemand konnte perfekt sein. Am wenigsten er. Immerhin hätte er sich mit all den Dingen beschäftigen können, aber nein. Er saß lieber hier und machte sich ein schönes Leben. Mit dem Wissen, dass die Welt untergehen hätte können.
Im Hintergedanken immer die eigene Stimme, die ihm sagte, dass er nur einige Milliarden Jahre warten müsste und dann könnte er all das noch einmal erschaffen. Besser; Doch er wusste es besser. Es würde in demselben Chaos wie jetzt ausarten. Weil er selbst nicht perfekt war. Und immerhin sollten ja Menschen seine Abbildung sein. Und wie voller Fehler er doch war…
„We better stop, hey, what's that sound. Everybody look what's going down.”
Er gab den Barmann ein dankendes Lächeln, als er ihm sein Bier vor ihn hinstellte und die zwei leeren Flaschen weggenommen hatte. So würde er also sein Leben verbringen? Irgendwie kam ihm das Gefühl auf, dass ihm etwas fehlte.
Er hatte die verschiedensten Beziehungen gehabt – Mann, Frau. Für ihn Jacke wie Hose. Und es amüsierte ihn, dass es immer noch welche glaubten, dass ihn das störte. Es war lächerlich. Dachten die Menschen nicht mit? Es gab so viele Menschen auf diesen Planeten und da glaubten manche doch wirklich, dass ihn so etwas interessieren würde.
Lautes Klatschen ging durch die Runde. Er hörte einige Stimmen durcheinanderrufen, bevor es auf einmal ruhig wurde. Etwas das Chuck komisch fand. Normalerweise wurden weiterhin Gespräche geführt, doch nicht jetzt. Ging sogar soweit, dass der Typ hinter der Bar einen Gast ihm schräg gegenüber ermahnte jetzt seine Klappe zu halten.
Zu Chucks Überraschung, hatte der stämmige Kerl an der Theke daraufhin nur entschuldigend seine Hand gehoben und sich mit samt seines Stuhls umgedreht.
„I’ve heard there was a secret chord, that David played to please the lord. But you don’t really care for music, do you?”
Chuck spürte wie ihm ein Schaue über den Rücken rannte. Es war…eigenartig. Die Stimme, welche er vorher noch als angenehmen Hintergrund empfunden hatte, drängte sich nun so leise und sanft in den Vordergrund, dass er nicht anders konnte als aufzustehen.
Sein Bier ließ er vergessen am Tresen zurück und trat die wenigen Schritte nach vorne um einen Blick auf die Frau auf der kleinen Bühne zu werfen.
„Well, it goes like this: The fourth, the fifth. The minor fall and the major lift. The baffled King composing Hallelujah!”
Doch es war nicht ihr Anblick allein, der ihm auf einmal das Herz wärmte. Oder das Lied an sich. Es war die Atmosphäre. Die Menschen. Alles.
Das Laute von zuvor – gar Chaotische – hatte sich gelegt. Stattdessen sah er in jedem Gesicht ein liebevolles Lächeln liegen.
Die Wenigsten hatten ihren Blick auf sie gerichtet. Im Gegenteil. Er konnte ganz genau spüren, dass sie in sich selbst hineinhorchten. Es genossen zu ihrem Ruhepol geführt zu werden. Und er selbst war nicht anders.
„Hallelujah…“
Sie hatte ihre Augen geöffnet und blickte direkt in seine. Und selbst in dem gedämpften Licht sah er ihre Augen in einem solchen Ton leuchten, dass er an Bernstein hat denken müssen.
Und dann lächelte sie, bevor sie ihre Augen wieder schloss und sich der Musik zur Gänze hingab. Doch er selbst blickte sie so viel länger an. Sah so viel mehr.
Sah die Narbe an ihrem Knie und wusste, dass sie als Kind einmal eine Operation hatte. Sie deswegen nicht lange stehen kann oder hohe Schuhe anziehen sollte.
Sah, die Risse in der Jeansjacke, welche sie lachend mit ihrer besten Freundin zerschnitten gehabt hatte, bevor sie von ihrer Mutter ausgeschimpft worden war – sie passte immer noch hinein, auch wenn sie an den Armen bereits hochgerutscht war und ihren untern Rücken frei ließ.
Sah, dass sie unter dem Hut den Ansatz von braunen Haaren zu verbergen versuchte, nachdem das Blond dabei war rauszuwachsen.
Sah, dass sie ganz leichte Sommersprossen um ihre Nase herum hatte. Nur dort.
Er sah so viel mehr, als er eigentlich sollte. Wusste, dass sie sich mit 18 ein kleines Tattoo hinter ihr linkes Ohr stechen hat lassen – als Tribut an ihre verstorbene Freundin. Tinkerbell.
Er war mehr als nur fasziniert von ihr…Regelrecht von ihr eingenommen. Mit jeder Note die sie sang mehr.
Und seit langem genoss er dieses Lied wieder.
„Maybe there's a God above. But all I've ever learned from love, was how to shoot somebody who outdrew you.”
Und auf einmal blickte sie ihn an. Für einen Moment verwundert, doch dann so breit lächelnd –ihre Augen strahlten – dass Chuck schluckte. Er wusste nur zu gut, was er gleich tuen würde. Er würde sie um jeden Preis ansprechen. Etwas das ihn nie besonders viel Überwindung gekostet hatte und doch spürte er in diesem Moment so etwas wie Aufregung in sich aufwallen.
Für einen Augenblick schwang ihr letztes Hallelujah im Raum umher, bevor es von dem lauten Klatschen verschluckt wurde. Und er sah wie verlegen sie war. Bescheidenheit.
Chuck sah ihr dabei zu wie sie die Stiege von der kleinen Bühne nahm und zum Barkeeper hinging. Er klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter, bevor sie von ihm etwas zu trinken bekam. Kurz schien sie sich noch mit ihm zu unterhalten, bevor sie sich ihren Weg durch die Menge bahnte. Direkt auf ihn zu.
Chuck wollte sofort etwas sagen, als sie vor ihm stand. Gut einen halben Kopf kleiner als er und sie roch nach Motoröl. Gemischt mit dem Duft des Meeres. Eine Kombination, die er so noch nie gerochen hatte, doch nie wieder missen würde.
„Hey“, kam es von ihr und sie hielt ihm ihre Hand hin. „Ich bin Rachel.“


Vorsichtig nahm er meine Hand entgegen und schüttelte. „Hey. Ich bin Chuck.“
„Freut mich“, sagte ich und lächelte ihn an. „Setzen wir uns?“
Ich wusste nicht warum – normalerweise war ich eher der schüchterne Typ Mädchen – aber er zog mich an. Sein Blick als ich gesungen hatte…Ich hatte ihn den gesamten Abend über noch kein einziges Mal gesehen und ich ließ meinen Blick gerne über die Menschen schweifen und versuchte herauszufinden was sie bereits erlebt haben.
Doch bei meinem letzten Lied war er auf einmal da. Blickte mich so unverhofft und direkt an, dass ich immer noch den Schauer spürte den es mir den Rücken hinab gejagt hatte, als ich ihn in die Augen geblickt hatte.
„Ich hab gehört du spielst morgen hier?“, fragte ich und schien ihn damit aus seiner Trance geholt zu haben.
„Ah, ja. Ist nur etwas kurzfristiges.“ Und ich konnte sehen wie er sein Gesicht verzog. Das wollte er definitiv nicht so sagen.
Ich wusste nicht warum, aber ich musste kichern. Er hatte etwas Unbeholfenes an sich. Als wollte er alles auf anhieb richtig machen. Doch das ging nun mal nicht. Aber es war süß, dass er es versuchte.
„Was treibt dich in diese kleine Stadt, Chuck?“ Und sofort schien er sich zu entspannen. Erzählte davon, dass er durch die verschiedensten Städte reiste und sein Leben genoss. Etwas das ich beneidete. „Und du?“
Ich? Oh, das war kompliziert. Aber wann war es das denn nicht. „Ich hab eigentlich einen Abschluss als Lehrerin“, fing ich an und er blickte mich erstaunt an. „Ja, wirklich“, lachte ich und schüttelte dabei leicht meinen Kopf. „Aber momentan helfe ich meinem Vater dabei seine Werkstadt am Laufen zu halten. Seine Mitarbeiter sind ihm abgesprungen, also bin ich aufgesprungen.“ Außerdem war meine Mutter verstorben und mein Vater hatte sonst niemanden.
Anscheinend hatte ich aufgehört zu lächeln, denn Chuck legte seine linke Hand über meine und drückte sie leicht, während er mir aufmunternd zulächelte. Ich konnte nicht anders und musste auch lächeln.
„Und das hier?“, fragte er nach. „Als Lehrerin in Bars auftreten? Ist das nicht etwas paradox?“ Nun musste ich wieder lachen. „Ich habe früher auch in der Kirche gesungen, aber das war nichts für mich. Hier ist es viel wärmer und geborgener. Hier macht es Sinn zu singen.“
Ich konnte es nicht besser in Worte fassen, doch ich hatte irgendwie das Gefühl, als würde er mich verstehen. Vielleicht lag es in seinem Lächeln oder in seinen Augen. Aber ich wusste einfach, dass er mich verstand.
„Wie lange hast du als Lehrerin gearbeitet?“ Ich schüttelte meinen Kopf. „Nicht so lange. Drei Jahre? Vier Jahre? Ich hab die Stadt verlassen und bin jetzt wieder hier. Die Schule hier benötigt momentan keine neuen Lehrer.“
Er nickte verstehend, bevor er seinen Blick kurz aus dem Fenster schweifen ließ. Ich wusste nicht genau was er sah – es war draußen bereits zu dunkel. Erst im zweiten Moment bemerkte ich seine Reflexion im Glas der Scheibe und wusste was er da anstarrte. Mich.
„Ah, also…Bist du für heute fertig, oder…?“ Ich schüttelte meinen Kopf. „Ein paar Lieder noch. Dann geht es für mich nachhause.“
„Soll ich dich heim begleiten?“ Wie vor den Kopf gestoßen blickte ich ihn an. Ich sah ihm an, dass ihn das ganze recht unangenehm war. Er es jedoch trotzdem versuchte.
„Ich bin leider mit meinem Auto hier, aber ich komm morgen wieder her.“ Und ich konnte ihm im nächsten Moment wieder direkt in seine Augen schauen. Überraschenderweise hielt er den Blick und ich war es die meinen Kopf beschämt senken musste.
„Warum? Morgen trittst du doch nicht auf, oder?“
Ein Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, bevor ich ihn wieder anblickte. „Aber du.“


Okay, wow. Er spürte sein Herz bis zum Hals schlagen. Sie flirtete mit ihm so wie er mit ihr flirtete. Das war doch schon mal ein Anfang.
Und sie würde morgen wieder hier sein um ihm zuzuhören. Alleine dabei hatte er Probleme beim Schlucken. Er hatte noch nie wirklich Lampenfieber gehabt, aber anscheinend gab es da wohl für alles ein erstes Mal.
Seine Augen verfolgten sie noch den restlichen Abend über. Und er bemerkte, dass auch Rachel immer wieder zu ihm hinüber blickte.
Dieses Lächeln. Er wusste, dass er ein riesen Problem hatte. Ohne Zweifel hatte er sich in sie verliebt. Gefühle – Für einen Menschen. Sie würde irgendwann sterben, während er alleine weiterleben würde. Das könnte er nicht. Aber ihr ein Leben in alle Ewigkeit antuen? Konnte er das?
Und wieso dachte er überhaupt schon so weit!?
Er raufte sich die Haare. Es war doch zum verrückt werden!


„Ich glaube du hast da jemanden ganz schön den Kopf verdreht, Rachel“, drang Toms Stimme an mein Ohr, als ich ihm das leere Glas reichte. Ich warf einen Blick auf Chuck, bevor ich lächelnd Tom anblickte. „Ich fass es nicht. Du bist verknallt!“
Ich spürte die Hitze in meinen Wangen und wollte es eigentlich abstreiten, doch ich konnte nicht. Stattdessen suchte ich abermals mit meinem Blick nach Chuck, welche nun direkt in meine Richtung schaute. Und ich spürte die Hitze direkt in meiner Brust.
„Ja“, sagte ich schließlich an Tom gewandt, der mich aus geweiteten Augen anblickte. „Ja, ich hab mich wohl wirklich verliebt.“
Tom lächelte mich an und legte mir eine Hand auf die Schulter. „Das ist gut. Christie hätte es so gewollt.“ Ich ließ meinen Blick senken. „Ja, wahrscheinlich.“
„Nicht nur wahrscheinlich! Die feiert da oben ne Party, dass du endlich wieder jemanden gefunden hast!“ Ich musste schmunzeln. Hoffentlich hatte Tom recht. Hoffentlich war mir Christie nicht böse, dass ich nun doch jemanden gefunden hatte, obwohl ich ihr doch versprochen hatte nur sie zu lieben.
„Also…langsam angehen oder gleich ins Bett?“
Fassungslos blickte ich Tom an, welcher mir nur zuzwinkerte. Ich wusste jedoch eine Antwort auf seine Frage. „Langsam“, sagte ich und lächelte Chuck direkt an. „Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, dass ich nichts überstürzen brauche.“ „Weil er dir so verfallen ist?“ Doch ich schüttelte meinen Kopf, bevor ich Tom anblickte. „Nein…Eher weil ich das Gefühl habe, als würde ich für immer mit ihm zusammen sein.“
Tom fasste sich an seine Brust und ich schaute ihn nur verwirrt an, während er sich etwas von seiner Vitrine hinter sich einschenkte und gegen Decke prostete. „So viel Zucker hält mein Herz nicht aus“, murmelte er, bevor er das Getränk exte und ich konnte nur grinsend meine Augen verdrehen. So ein Theatraliker.
„Wie auch immer“, sagte ich und hob kurz meinen Hut. „Ich werde mich für heute verabschieden. Wir sehen uns morgen wieder.“
Toms Lachen verfolgte mich, bis ich bei Chuck wieder angekommen war, welcher aufstand, kaum dass ich wieder bei ihm war. Und sein Lächeln…
„Wir sehen uns morgen wieder“, kam es lächelnd von mir, bevor ich meine Hand an seine Wange legte und auf die andere einen Kuss hauchte. „Gute Nacht.“
Den Blick, den ich von Chuck über meine Schulter erhaschte, war mehr wert als ich es mir hätte vorstellen könne. Wärmte er mich doch von Innen heraus.
Ja, ich war doch wahrlich verliebt.


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Und damit Hallo zu meiner ersten Supernatural FF.
Diese FF wird wahrscheinlich unregelmäßig geupdated, aber ich musste sie einfach hochladen, auch wenn ich noch keinen genaueren Plan habe wie lange das gute Mädchen hier wird.
Vielleicht werde ich für euch hier unten auch die ein oder andere FF verlinken die ich auf Tumblr oder Ao3 gelesen habe. Falls ihr auch was auf englisch lesen wollt.
Ansonsten wünsche ich euch noch viel Spaß mit dem ersten Kapitel.
BB
Dia

Ps.: Es stecken bereits drei andere SPN FF's und ein OS in den Kinderschuhen. Also falls euch diese FF gefällt - es kommt noch mehr ^^
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