Viel zu kurz war unser Glück

GeschichteDrama, Romanze / P16
16.11.2018
11.12.2018
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Nach dem Konzert kam Lasterbalk zu mir, "sowas darf nicht nochmal passieren. Sprich mit Nadine, noch so ein Auftritt von ihr und ich werde ihr persönlich verbieten auf ein Konzert zu uns zu kommen. Das schadet der Band wenn sie sich so aufführt."
"Das wird auch nicht wieder passieren, ich werde sie nicht mehr mitbringen und sollte sie doch auftauchen kann sie wieder nach Hause fahren."
"Gut so", antwortete Lasterbalk, "und jetzt raus zu den Fans, die warten schon. Und ich glaube jemand bestimmtes wartet auch auf dich da draußen."
Ich musste grinsen, zog mich um und ging Richtung Merchstand.
Lasterbalk hielt mich noch kurz zurück, "bring sie doch nachher mit zur Schenke, ich würde sie auch gern näher kennenlernen. Ich hoffe doch mal nicht das sie eine zweite Nadine ist."
"Nein das ist sie bestimmt nicht,"sagte ich.
"Okay, das werden wir ja jetzt gleich feststellen. Benimm dich einfach mal so wie wenn Nadine nicht dabei ist. Ich werde sie mal ein bisschen beobachten" wenn du dich wirklich für sie entscheiden solltest, will ich nicht gleich die nächste Dramaqueen in unserer Runde haben."
"Okay, auch wenn ich nicht begeistert davon bin."
Wir gingen gemeinsam zu den Fans. Wie immer war ich schnell von den Fans umringt. Ich sah Sina etwas abseits stehen und grinsen. Natürlich wollten viele mich umarmen, eine wollte sogar unbedingt ein Autogramm aufs Dekolleté. Aber Sina bekam das schon gar nicht mehr mit. Sie war beim Merchstand, quatschte mit Jule und ließ sich ein Shirt zeigen. Sie kaufte es auch und noch ein paar Kleinigkeiten. Mit dem Shirt ging sie zu Falk ließ es sich unterschreiben und machte ein Foto mit ihm. Sie drehte ihre Runde bei den Jungs und als sie dann endlich bei mir war, standen fast keine Fans mehr da. Sie wartete auch noch die letzten ab und kam zu mir.
"Na alles wieder gut Großer",fragte sie lächelnd und hielt mir das Shirt zum unterschreiben hin.
"Ja geht wieder. Sorry das du das mitbekommen hast."
"Alles gut, ich kann was ab."
Fürs Foto legte ich den Arm um sie und zog sie etwas näher an mich ran. Wir grinsten beide in die Kamera.
"Magst du noch was trinken mit mir?"
"Klar mit meinem Lieblingstrommler doch immer", kam es grinsend von ihr.
Seite an Seite gingen wir zur Schenke, ich nahm sie mit in den VIP Bereich.
"Setz dich doch schon mal zu Falk und Lasterbalk. Was möchtest du trinken?"
Sunny sah auf, erkannte Sina.
"Zitronen-Minz-Tonicwasser?"
"Jap und bitte schön kalt."
"Woher weißt du was sie gern trinkt", fragte ich"
"Sie kommt schon ein paar Jahre auf den Markt und da merkt Frau sich das", antwortete Sunny grinsend.
Sina setzte sich zu Lasterbalk und Falk.
"Na wie hat dir die Show gefallen", fragte Falk sie.
"Was für eine Frage", antwortete ich lächelnd,"sie war richtig gut. Ich würde nur gerne mal wieder ein paar meiner Lieblingststücke hören."
"Welche denn zum Beispiel", fragte Lasterbalk.
"Hmmmmmm........ Le Corsaire, die Galgenbalade,La Jument de Michao, den Merseburger Zauberspruch. Und Erinnerung würde ich gern mal in der Akkustikversion hören. Aber das in einer speziellen Version."
"Die da wäre?"
"Nur die Gitarren und von Alea und Jean gesungen. Ich glaube das würde richtig gut klingen."
Lasterbalk schaute mich erstaunt an.
"Ich glaube das ist wirklich eine gute Idee. Jungs das müssen wir mal im Proberaum ausprobieren."
Sina sah mich an, ich lächelte sie an. Es tat gut sie neben mir zu wissen. Lasterbalk fragte sie noch so einiges, sie beantwortete seine Fragen geduldig und als sie beim Thema Beruf angekommen waren und Sina erzählte das sie biß zu ihrem Unfall Rettungssanitäterin gewesen war, merkte ich das sie leicht angespannt war. Unser Bandpsychologe merkte das auch und ließ das Thema ruhen. Bis zum nächsten Auftritt waren es noch ca. 2,5 Stunden und ich hatte langsam Hunger.
"Ich will was essen gehen, magst du mitkommen ", fragte ich Sina.
"Gerne, ich hab nämlich auch Hunger."
Sie stand auf, verabschiedete sich von Timo und Falk und ging mit mir Richtung Flammkuchenstand.
"Wir können auch was anderes essen wenn du magst."
"Nein alles gut, ich mag die Dinger. Aber nur die Originalversion mit Speck und Zwiebeln."
Er grinste mich an' "geht mir auch so."


Sina

Während wir anstanden wurde er natürlich noch nach Fotos gefragt. Und wie er nun mal ist, konnte er nicht nein sagen.
Als wir unsere Flammkuchen hatten' suchten wir uns eine ruhige Ecke.
"Sorry wegen den Fans",sagte er.
"Hey alles gut, das lässt sich nicht verhindern und ist auch nicht schlimm ", antwortete ich, "du bist nun mal beliebt bei den Mädels und ich kann sie gut verstehen."
Er grinste und wir fingen an zu essen.
"Wollen wir noch ein bisschen über den Markt laufen", fragte er als wir fertig waren.
"Gerne", antwortete ich. Wir standen auf und liefen los, innerlich hoffte ich das wir eine Ecke fanden die richtig ruhig war. Zum einen wollte ich mit ihm sprechen, aber auch gegen ein bisschen kuscheln hätte ich nichts einzuwenden gehabt.
Mich erreichte eine Nachricht von Denny.
"Hey alles gut bei dir? Wo bist du?"
"Hi, alles bestens. Bin mit Jean auf dem Markt unterwegs."
"Okay, sehen uns später an der Bühne oder am Zelt. Pass auf dich auf."
"Ja bis dann und ja mach ich."
Ich verdrehte leicht genervt die Augen und packte mein Handy wieder weg.
"Wer war das", fragte Jean.
"Mein bester Freund, der etwas besorgt um mich ist nach den Ereignissen der letzten Woche."
Inzwischen waren wir bei einem Heuhaufen angekommen, er war verlassen. Wir setzten uns in die Mitte so das wir etwas vom Geschehen rundherum abgeschirmt waren.
"Sina es tut mir leid das es dir so schlecht geht wegen mir. Ich hab dich wirklich sehr gern und du hast mich total berührt. Ich weiß das du meine Anfrage wegen Nadine nicht angenommen hast, aber können wir nicht anderweitig in Verbindung bleiben? Ich hätte dich so gern in meinem Leben als Freundin. Als jemand mit dem ich sprechen kann wenn es mir nicht gut geht. Aber auch mal über Gott und die Welt quatschen kann. Ich hab dich in kurzer Zeit echt lieb gewonnen."
Ich sah ihn an.
"Ach Jean, du bist wirklich lieb. Und ich habe dich auch wirklich lieb, aber ich habe vorhin deine Freundin ja miterleben dürfen. Die geht ja ab wie ein Zäpfchen. Was glaubst du was passiert wenn sie dahinter kommt das wir Freunde sind und das wir miteinander geschlafen haben. Das gibt ne Katastrophe und ich möchte nicht das sie dir irgendwie Schäden zufügt. Dafür liebe ich dich zu sehr. Wenn wir uns auf dem Markt oder Konzerten treffen und sie nicht gerade dabei ist, freue ich mich Zeit mit dir zu verbringen, aber mehr darf nicht sein."
Jean sah mich an und ich sah wie ihm die Augen wässrig wurden. Ich setzte mich näher zu ihm und nahm ihn in den Arm.
"Nicht weinen mein Großer, ich werde versuchen so oft wie möglich zu kommen. Versprochen."
Ich tröstete ihn und dabei hatte ich selbst schwer mit den Tränen zu kämpfen.
Er sah mich an,"darf ich dich küssen? Nur ein Kuss, bitte Sina"
Ich sah ihm in die Augen und konnte nur nicken, auch wenn ich wüsste das es nicht schlau war das zuzulassen.
Langsam näherten sich seine Lippen meinen und scheu hauchte er mir einen Kuss auf die Lippen und kuschelte sich an mich. Ich legte meine Hand an seine Wange und streichelte ihn sanft. Ich spürte das er wieder weinte, ich fasste ihn sanft an sein Kinn und bat ihn mich anzusehen. Ich sah ihm in die Augen, "ich liebe dich Jean", dann senkte ich meinen Kopf ein bisschen und küsste ihn. Im ersten Moment war verwirrt, aber dann erwiderte er meinen Kuss innig. Wir lehnten uns ins Stroh und kuschelten bis sein Handy piepste und Alea ihn daran erinnerte das sie in einer halben Stunde eine Show spielen mussten. Wir standen auf und gingen Richtung Bühne, am Eingang zum Backstage umarmte er mich nochmal kurz.
"Sehe ich dich nach dem Konzert nochmal?"
"Ich warte an der Schenke auf dich."
Jean verschwand im Backstage und ich suchte mir einen Platz von dem aus wir uns gut sehen konnten.
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