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Vergessen und Vergangen

KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
16.11.2018
16.11.2018
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Ein kleiner, schnell zusammen geschriebener OS, kein Betaleser, ihr kennt das ;)

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Fast alle dem Bahnhof zugehörigen Züge standen an den Gleisen, stellte Caboose fest, wärend er den Blick über die Anwesenden gleiten ließ. Mit verschränkten Armen lehnte er an einem Prellbock, welcher das Schienenende markierte.
Der Frachtzug war vollständig da, ebenso die Personenzüge, Pearl hatte Rusty im Schlepptau. Papa war da, auch einige der anderen internationalen Loks, sowie Greaseballs Gang. Der Diesel selbst war nicht zu sehen, auch von Electra und den Components fehlte jede Spur.
Zwar tauchten Krupp und Purse kurz aus dem Bahnhofsinneren auf, sahen sich fragend an und wechselten wenige Worte mit Dinah und Pearl, rollten dann jedoch eilig richtung Depot der E-Lok.
Augenscheinlich, so dachte der Bremswagen, waren sich die beiden streitsüchtigen Loks zu fein und wo Electra nicht war da durften die Components auch nicht sein, außer er befahl anderes. Caboose selbst war nur anwesend, um unbemerkt auszuloten, wer mit wem sprach und in welchem Ton. Solche noch so kleine Informationen konnten sehr nützlich sein.

Als die Schienen auf denen CB stand anfingen zu vibrieren, war das ein deutliches Zeichen für die Ankunft eines Zuges. Der Bremser verließ nun sicherheitshalber seinen Platz. Lässig lehnen konnte er auch an der Wand unter der Bahnhofsuhr.
"Weißt du, ich habe noch nie einen Zirkus gesehen...", meldete sich Dustin schüchtern.
Flat Top zuckte mit den Schultern: "Wen juckt's?"
"Da kommen sie!", rief Dinah aufgeregt.
"Was meinst du, wie so ein Zug aussieht?", fragte Pearl und reckte den Hals.
Caboose verdrehte die Augen: "Wie jeder andere Zug auch." Was Pearl mit einem strafendem Blick abtat.
Rusty indes freute sich. "Eine Dampflok!"
Hinter einer Reihe aus dichten Bäumen und Büschen quollen dichte, schwarze Rauchschwaden in den Himmel.
"Wie armseelig!", lachte die Gruppe Dieselloks.
Pearl verteidigte ihren Freund: "Nicht so armseelig wie Dieselloks, die nur durch Betrug die Weltmeisterschaft gewinnen können! Und selbst das habt ihr vermasselt.", giftete der Personenzug.
"Warum ne'men die einen Dampför?", fragte Bobo trotzdem noch einmal.
"Nostalgie.", beantwortete Caboose die Frage, stieß sich von der Wand ab und rollte zu den Anderen, "Und Menschenkinder stehen unglaublich auf sowas."
"Der Rote hat ja richtig Ahnung.", stellte Ruhrgold überracht fest.

Einige Minuten später hielt der Zug in maschineller Form quietschend. Hinter der Dampflok reihten sich ein Kohletender, einige Personenwagen, ein Speisewagen, diverse Waggons aus denen eindeutig tierische Laute schallten, sowie eine ganze Reihe voll beladener Frachtzüge.
Es dauerte eine ganze Weile, ehr alle Zirkusleute ausgestiegen waren und nochmal doppelt so lang, bis alle Tiere- vorwiegend normale Bauernhof und Haustiere, aber auch einige Elefanten, Zebras, Kamele und Tiere mit denen viele der Züge nichts anfangen konnten- die Wagen verlassen hatten und teilweise beim ausladen der Frachtwaggons halfen.
Die Züge des Bahnhofs beobachteten das Treiben interessiert, vor allem Pearl und Dustin drehten beim Anblick der vielen bunt gekleideten Menschen und Tiere auf. Caboose indes hatte sich wieder in den Schatten unter die Bahnhofsuhr verzogen.

Der Platz, wo man den Zirkus aufbauen wollte, lag gute 800 Meter nördlich vom Bahnhof. Und wärend beladene Pferde, Kamele und Elefanten gemeinsam mit Karren schiebenden Zirkusleuten in diese Richtung abzogen, transvormierten die einzelnen Waggons sowie die Lok in ihre humanoide Form.
Sofort wurden die Neuankömmlinge begrüßt. Und wie Caboose prophezeit hatte, sahen alle Züge wie jeder andere Zug aus. Der einzige Unterschied bestand in teils interessanten Farbwahlen für die Lackieren. Aber das betraf nichtmal die Hälfte.
Die Personenzüge griffen sich die Wohnwagen der Zirkusleute ab, schnatterten aufgeregt durcheinander, wärend Papa und Rusty mit dem Dampfer etwas abseits sprachen, die Hopper, Dustin und Flat Top standen unschlüssig mitten im Geschehen. Durch den großen Tumult hatten sich mitlerweile auch Greaseball und der E-Zug eingefunden.
Caboose zeigte keinerlei Interesse, sich aus seinem schattigen Plätzchen zu bewegen. Schweigend beobachtete er das Treiben durch die Wimpern und wirkte dabei so, als würde er dösen. Eine gute Taktik um zu vermeiden, angesprochen zu werden. Doch diesmal half es Nichts, als ein Zirkusfrachter mit großen Augen auf ihn zugerollt kam: "Caboose? Red Caboose?", fragte er ungläubig.
Der Kopf des Bremsers drehte sich ruckartig zu dem dunkelgrünen Kastenwagen.
"Du bist es wirklich! Oh man! Wie viele Jahre müssen das sein?!"
"14.", kam es knapp als Antwort.
Durch die laute Stimme des Frachtwaggons wurde einige Aufmerksamkeit auf die beiden gelenkt, als er weiter sprach: "Ich habe nicht gedacht, dass ich dich jemals wiedersehe! Vor allem nicht nach dem, was du zur Weltmeisterschaft angestellt hast! Heiliger Starlight, war das spannend!"
"Unverhoft kommt oft."
"Du kennst den?", fragte Flat Top.
Ehe CB ansetzen konnte antwortete der Andere: "Wir waren gute Freunde, bevor der Zirkus ihn verkauft hat!"
"Halt den Rand!", zischte der Bremswagen.
Interessiert rollte Dinah näher: "Caboose war beim Zirkus? Unser Caboose?". Auch die meisten Anderen hatten ihre Gespräche eingestellt.
Greaseball lachte: "Deswegen sieht der aus wie ein Clown!"
"Halt dein Maul, oder du überlebst deine nächste Fahrt nicht!", bellte der Bremser den Diesel an.
Doch Greaseball dachte nicht daran und lachte nur noch lauter: "Ich hab mich schon immer gefragt, warum man dir diese dämliche Zeichnung ins Gesicht geklatscht hat!"
Knurrend ballte Caboose die Hände zu Fäusten. Dinah rollte beschwichtigend zu ihrem Freund und legte eine schmale Hand auf Greaseballs muskolösen Arm. "Lass ihn in Ruhe, Greaseball, bitte..."
Schnaubend willigte der Diesel ein.
"Du hast nie erzählt, dass du beim Zirkus warst.", stellte Buffy fest, "Warum?"
"Das geht niemanden etwas an."
"Du hättest uns zu Festen so schöne Clownsnummern vorführen können!", platzte es aus Greaseball heraus, der die ganze Situation im Gegensatz zu dem Bremser unglaublich witzig fand.
"Wie bist du beim Zirkus gelandet?", wollte Rusty wissen.
"Wie wohl? Ich wurde an die verkauft."
"Achso..."

Caboose fand sich zwischen Bahnhofswand und mehreren Dutzend Zügen eingekesselt wieder, ohne Chance zu entkommen, was dem Bremser missfiel. Es gefiel ihm gar nicht, dass man ihn nun ausfragte. Niemanden ging seine Vergangenheit etwas an.
Dustin meldete sich interessiert: "Was... was hast du den beim Zirkus gemacht?"
CB stöhnte entnervt auf. Konnte jemand diesem Tender Hirn schenken? "Das, was ich auch hier tu. Die Lok beim Bremsvorgang unterstützen.". Bevor Dustin wieder zu sprechen ansetzen konnte, fühgte Caboose "Nein, ich habe nicht bei irgendwelchen Zirkusnummern mit gemacht." hinzu. Eingeschüchtert zog Dustin den Kopf ein und überließ das Reden den Anderen.
"Er wurde damals ganz neu von unserem Zirkus angekauft. Also nicht dieser Zirkus hier, ein anderer, mitlerweile wurde ich auch weiter verkauft.", erklärte der Zirkusfrachter.
"Ganz neu?", echote Greaseball, "Wann war das?"
"Caboose war nur 8 Jahre bei uns."
"Dann wäre dieser unbrauchbare Waggon jünger als ich! Das ist unmöglich.", stellte Electra nach einem kurzen Überschlagen der Jahresangaben fest.
"Kann ja sein, dass ich zuvor noch woanders gearbeitet habe, oder?"
Greaseball verschränkte die Arme: "Der Kerl meinte "ganz neu"."
"Wie soll das den gehen, wenn du davor noch woanders warst?", wollte Electra wissen.
CB tötete den Dunkelgrünen mit Blicken, als dieser erzählte: "Er kam als ganz neuer Bremswagen zu uns, hatte davor aber schon ein paar Jahre auf dem Buckel!"
"Du warst nicht immer ein Bremswagen?", fragte Dinah irritiert.
"Nein.", knirschte der Angesprochene.
"Was warst du davor?"
"Weiß ich nicht."
"Du musst doch wissen, was du davor warst!", Electra wurde einstimmig nickend von seinen Components unterstützt.
"Ich weiß es aber nicht."
"Warum nicht?", meldete sich nun Papa, der bis jetzt nur geschwiegen hatte. Aber das interessierte nun auch ihn.
"Beim Umbau ging einiges schief, dadurch hab ich mein Gedächtnis verloren...", gab der Bremser grummelnd zu.
"Oh du Armer!", rief Dinah, "Das muss ja schrecklich für dich sein!"
"Wieso? Ich kann nicht vermissen, was ich nicht weiß. Und jetzt lasst mich in Ruhe.", sagte CB tonlos, drängte sich durch die Mauer aus Zügen durch und fuhr ziellos erst einmal weit genug von dem Haufen weg. Hoffentlich.
Nach einiger Zeit führte ihn sein Weg zurück zum Frachterdepot, wo auch er untergebracht war. Die Frachtwaggons waren weit und breit nicht zu sehen. Der Bremser nahm an, dass sie noch mit den Anderen rumhingen. Froh darüber verschaffte er sich Eintritt und verzog sich in den Teil des Depots, welchen er sein eigen nennen konnte.
Der Tag war nicht so verlaufen, wie er wollte. Nun wusste der ganze Bahnhof mehr als er sollte. Schnaufend zog sich Caboose seine Kappe vom Kopf. Warum musste auch gerade DIESER Wagen zu DIESEM Zirkus gehören? Hätte der Bremser das gewusst, er hätte sich freiwillig für eine 14 Tägige Frachtfahrt gemeldet! Und bei Starlight, zwei Wochen am Stück in seiner maschinellen Form gefangen zu sein, weil das Zugpersonal in einem hauste, war alles andere als angenehm. Aber sicherlich besser, als das jetzt!
Immerhin hatte Caboose einen kleinen Teil geheim halten können. Es stimmte, als man ihn gegen seinen Willen zu einem Bremswaggon umbaute, gab es Komplikationen, die zum Verlust fast aller Erinnerungen an die ersten 15 Jahre seines Lebens führten. Aber eben nur fast aller. Niemals hätte er zugegeben, ein einfacher Frachtwaggon, ein Kastenwagen, gewesen zu sein. Das wäre nun wirklich zu viel des Guten, immerhin grenzte Caboose sich ganz offen von den Frachtern ab. Er lebte zwar mit ihnen, arbeitete aber auch oft bei den Personenzügen und er transportierte keine dreckigen Güter (mehr), er beherbergte die Crew des jeweiligen Zuges, sicherte dessen Ende mit glühenden Laternen und unterstützte die Lok bei Bremsmanövern aller Art. Er war so viel mehr als ein einfacher Frachtwagen.
Aber niemand, wirklich niemand sollte diesen Teil seiner Geschichte erfahren. Und Greaseball würde auch noch sein blaues Wunder erleben. Niemand nannte ihn "Clownsfresse". Ob es nun stimmte oder nicht, sei dahin gestellt.
Caboose lachte auf. Endlich hatte er wieder einen vernünftigen Grund, einem Zug die Schienen unter den Rädern weg zuziehen!

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Soooo, das war jetzt vill nicht sonderlich ausgereift oder wortgewandt geschrieben, aber hey, egal xD das ganze basiert auf dem neuen Dumbo-Trailer, wo einfach mal ein roter Bremser zu sehen ist und es passt einfach soooo gut zu CBs Aussehen! ^^'
Den letzten Teil wiederum hab ich mir aus dem englischen Fandom geklaut, wo man davon ausgeht, dass CB nicht immer ein Bremser war, sondern eben ein Kastenwagen und beim Umbau sein Gedächtnis verloren hat :( (basiert wohl auf CBs Boxenaufbau... er hat(te) ja vorn und hinten zwei große Klappen auf dem Brustteil, was man im englischen Fandom als Überbleibsel großer Frachtzugtüren interpretiert, fand ich mega interessant!!)
Hätte gern ne komplette Origins-Story draus gebastelt, aber mir fehlt momentan Zeit und Lust ganze FanFics zu verfassen... na dann, man sieht sich! ~
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