Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wie die Nacht in den Tag verliebt

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Tidus Yuna
13.11.2018
13.12.2018
4
13.143
4
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
13.11.2018 2.409
 
Hey Ho Leute!

Zum erneuten Bestehen der wunderbaren Spiele Final Fantasy X und Final Fantasy X-2 (meine Lieblingsteile aus dieser fantastischen Serie) auf der PS4 gibt es hier nun eine kleine Fanfic. Darüber, wie es nach dem Ende weitergehen könnte.
Das perfekte Ende wird hierbei berücksichtigt und erweitert. Also könnte es für manche zu einem kleinen Spoiler werden!
Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß ^^



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Final Fantasy X - 2 1000 Words Ending
https://www.youtube.com/watch?v=PQpRwLdibm0



Kapitel 1 - Eine zweite Chance



Es war Wirklichkeit.
Yuna spürte seine Hand in ihrer, tröstend und stark.
Sie sah sein Grinsen im Gesicht, welches heller strahlte als die Sonne, welche auf dieses Schauspiel herab schien. Und es war ansteckend. Egal, wen sie ansah, Yuna konnte nur lächelnde Gesichter sehen. Jeder, der in diesem Moment am Strand von Besaid stand, lächelte. Erstaunt, froh, ungläubig. Jeder Anwesende wusste, wer er war. Ob sie ihn selbst damals kennen gelernt oder von dem jungen Mann gehört hatten, der es erst möglich gemacht hatte, dass Sin auf ewig verschwand. Sie alle wussten, wer er war.  
Sie hörte sein Lachen, dass über den Strand hallte und bis in die Tiefen ihrer Seele vordrang und sie erbeben ließ. Es klang warm und echt. Sie drückte seine Hand fester. Und er erwiderte. Sein Strahlen überstieg das der Sonne bei weitem.
Es war für Yuna beinahe unwirklich. Noch vor kurzer Zeit hatte sie die Hoffnung beinahe begraben, dass sie ihn jemals würde wieder sehen können. Sie wollte Spira ein zweites Mal den Frieden und die Ewige Stille bringen, welche gefährlich ins Wanken geraten waren. Was ihr und ihren Freunden auch gelungen war.

Danach...
Yuna wusste es nicht. Nach ihrem Abenteuer hätte sie sich wahrscheinlich erst einmal ein wenig Ruhe gegönnt, bevor sie mit Rikku und Paine weitergezogen wäre. Sie würde ihren eigenen Weg im Leben gehen und sich allem stellen, was kam.
Diese Entscheidung erschien ihr plötzlich so weit entfernt. Beinahe unwichtig.
Wichtig war nur eines.
Es war Wirklichkeit.
Tidus war wieder da.


Wakka riss ihn halb an sich und nahm ihn in den Schwitzkasten. Riss ihn von Yunas Hand. Für einen kurzen Moment verspürte Yuna einen stechenden Schmerz in ihrem Herzen und leichte Panik stieg in ihr auf. Die Angst, ihn wieder zu verlieren. Das er wieder verschwand, wenn sie nicht bei ihm war. Sie war kurz davor, seine Hand wieder an sich zu nehmen, doch sie hielt sich zurück.
Sie konnte ihn berühren und sie sah ihn. Das reichte Yuna für diesen Moment.

Wakka meckerte nun Tidus an, wo er sich so lange herum getrieben hatte.
Natürlich wusste Wakka Bescheid. Im Groben und Ganzen. Doch die Freude, den Kleinen wiederzusehen, war schlichtweg zu groß, als das Wakka den Blonden nicht ärgern würde.
Tidus ächzte und jammerte in dessen Griff.
„Aua! Wakka, lass los! Ahhh!“
Wakka lachte laut und schubste ihn leicht von sich. Tidus jammerte weiter. Er hockte sich hin, seinen Kopf zwischen den Händen und fluchte leise vor sich hin.

Wieder kam es Yuna wie ein Traum vor. Wie eine Erinnerung. Damals, als Wakka ihn ebenso packte und Tidus sich danach wie ein kleiner Junge auf den Boden hockte und über seine schmerzenden Ohren jammerte...
Dieses Mal war es das gleiche Bild.
Wie eine Erinnerung... die gleich wieder verschwindet...

Kälte erfüllte Yuna. Ihr Körper erzitterte.
Es war, als würde jeder dem Retter Spiras nahe sein wollen, als würde jeder den Helden an Yunas Seite berühren wollen. Ihn immer weiter zu sich zogen und weg von Yuna. Sie konnte ihn zwischen den Menschen kaum noch ausmachen. Und das machte Yuna mehr Angst, als jedes Monster es vermocht hätte.
Sie trat vor, ihr Körper handelte von selbst, zwischen die Menschen hindurch, die ihn immer weiter weg von ihr zogen.
Yuna bahnte sich ihren, wenn auch sehr kurzen, Weg durch die Massen und schnappte nach seiner Hand. Zog ihn zu sich, schlang ihre Arme um ihn. Wollte ihm nahe sein, ihn spüren. Das Wissen endlich ankommen lassen, dass Tidus zurück war und nicht mehr gehen würde.
In diesem Moment waren ihr auch die Wünsche der anderen Anwesenden egal. Oft genug hat Yuna zurück gesteckt. Nun hatte sie ihr Glück wieder und würde es mit allem verteidigen, was sie hatte. Doch noch war das Gefühl zu frisch, dass er fort war. Noch war die Angst da, dass alles nur zu Träumen. Deswegen wollte sie ihm nahe sein und die Augen nicht von ihm lassen.

Kurz verharrte Yuna so. Blendete alles außer ihm aus.
Als sie aufschaute blickte sie in seine erstaunten Augen. Das Blau erinnerte Yuna an das reine Meer, aus welchem er zu ihr kam. Gleich zweimal. Und beide Male war es zu ihrer Rettung. Vor dem Tod, den sie damals freiwillig entgegentrat und vor der Einsamkeit, die sein Verschwinden in ihr ausgelöst hatte.  
Seine blauen Augen funkelten. Voller Wärme betrachtete Tidus Yuna. Seine Gesichtszüge wurden weich und sein sanftes Lächeln kehrte zurück. All das ließ Yunas Herz beben.
Auch Tidus schlang nun seine Arme um sie. Drückte sie an sich und atmete ein paar Mal tief durch. Als ob auch er erst einmal in der Wirklichkeit ankommen musste.

Es war ruhig geworden. Keiner schien mehr einen Ton zu sagen. Sogar Wakka und die Besaid Aurochs, die normalerweise niemals die Klappe hielten, waren verstummt.
Sogar Rikku, die zusammen mit Paine am Strand angekommen war, hielt den Mund und war still wie eine Maus. Ihr breites Grinsen allerdings sagte genug.
Vielleicht lag es an Yunas recht grober Art (aus ihrer Sicht), welche sie gerade zur Schau gestellt hatte.
Vielleicht mussten die Leute dieses Ereignis selber erst einmal vollständig verstehen. Ein Totgeglaubter (Yuna hatte es nie übers Herz gebracht, jemandem die Wahrheit zu erzählen) war plötzlich wieder aufgetaucht.
Vielleicht lag es aber auch an der Aura des Glücks, welche die beiden umgab.
Was auch immer es war, niemand wagte in diesem Moment das Paar zu stören.



Es schien eine Ewigkeit zu vergehen.
Yuna nahm ein wenig Abstand. Allerdings nur so viel, um ihrem gegenüber ins Gesicht sehen zu können. Der Kontakt sollte möglichst ungebrochen bleiben. Yuna wollte weiterhin seine Wärme und vor allem... seine Lebendigkeit spüren. Doch noch mehr...
Sie sah wieder in seine Augen. Darin hoffte sie ein bestimmtes Gefühl zu finden, eines, welches sich schon vor einer gefühlten Ewigkeit in ihr Herz geschlichen hatte.

Yuna konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, wann es passiert war. Wann genau sie ihr Herz an Tidus verloren hatte.
Als sie endlich begriffen hatte, dass es wirklich passiert war, da war es längst zu spät, um es noch aufzuhalten oder gar zu ändern.
Es war schleichend passiert, für Yuna gab es keinen Moment des plötzlichen Verstehens. Zumal ihr solche Gefühle als Medium nicht gestattet waren. Sie hatte sich damals auf ihre Aufgabe konzentrieren müssen. Da war kein Platz für solche Dinge.
Aber Yuna konnte sich nicht dagegen wehren.

Sie wusste nicht, ob es sein Lachen gewesen war. Nicht das künstliche, welches sie zusammen in Luca geübt hatten. Sein ehrliches, richtiges Lachen, welches so selten war und von dem Yuna unbedingt mehr hören wollte.
Vielleicht lag es an dem Schmerz oder das Mitleid in seinem Gesicht, als sie mit angesehen haben, wie die Insel Kilika von Sin zerstört wurde und Yuna die Toten besänftigen musste. Das stumme Versprechen in seinen Augen, dass er so etwas niemals wieder zulassen wollte.
Yuna wusste nicht, ob das Funkeln und der Schalk in seinen blauen Augen ihr Herz berührt hatte. Diese Augen, die ihr jegliche Gefühle vermittelten und sie sich einfach geborgen fühlte.
Oder doch eher sein friedliches Gesicht, wenn er nach einem langen Tag der Pilgerreise in einem Gasthaus oder auch neben dem Lagerfeuer eingeschlafen war. Nicht ohne sich vorher bei ihr zu erkundigen, ob alles in Ordnung war.
Oder der Moment im Wald Macalania, wo Yuna Tidus als Einziges ihre Gedanken anvertraut hatte. Nicht ihren beiden `Geschwistern´ Wakka oder Lulu. Nicht ihrem jahrelangen Begleiter Kimahri. Nicht ihrer kleinen verrückten Cousine Rikku oder dem so schweigsamen Sir Auron. Niemandem hat sie von ihren Wünschen und Träumen erzählt. Von ihren Sorgen und ihrer Furcht.
Niemandem außer ihm.
Nur ihm.
Die Erinnerung daran war glasklar.
Wie Tidus ihr wieder Mut gemacht hatte. Sie neugierig auf eine mögliche Zukunft gemacht hatte. Wie er ihr versprach, an ihrer Seite zu bleiben. Für immer.
Und... wie er sie geküsst hatte. In diesem wunderschönen See. Es war wie ein Tanz, den sie beide tanzten und der so wundervoll und perfekt war.
Es war eine Erinnerung, die Yuna niemals verlieren wollte, die sie mit niemandem außer Tidus selbst teilen wollte.

Vielleicht war es auch die Tatsache gewesen, dass Tidus sie nicht sterben lassen wollte.
Yuna war nichts weiter als ein Opfer, um Spira die Stille Zeit zu bringen. Ein Opfer, welches sie gerne gebracht hätte, wofür sie sich entschieden hatte.
Doch Tidus...
Bevor er in ihr Leben getreten war, handelte Yuna nach den Wünschen und Anweisungen von anderen. Allen voran dem Orden Yevon.
Ihr Leben war ein goldener Käfig. Geliebt von allen, solange sie ihre Pflicht erfüllte. Sie befand sich ihre gesamte Pilgerreise über in einem Gefängnis. Ein Gefängnis, nur mit dem Gang zum Galgen, den sie selber bestreiten durfte. Sie hatte diesen Gang selber gewählt, doch es verursachte einen gewissen Schmerz in ihr, dass es so sein sollte. Yuna hatte sich entschieden zu sterben, um der Welt Frieden zu bringen. Auch wenn er nicht von Dauer war.
So war es immer. Und so würde es auch immer bleiben.
Bis dieser leicht seltsame, junge Bursche aus dem Meer kam und mit solch einer Leichtigkeit diese scheinbar unüberwindbare Tatsache einfach zerschlug und somit nicht nur ihr das Leben rettete. Und sein Leben dafür aufgab...

Im Nachhinein hatte Yuna verstanden, dass sie und Tidus sich ähnlicher waren, als ihr und vielleicht auch ihm bewusst war.
So, wie Yuna bereit war, ihr Leben zu opfern, um die Welt zu retten, so war Tidus bereit, sein Leben zu geben, alleine, um sie zu retten. Und es schlussendlich auch tat.
Wie hätte Yuna ihm dann jemals einen Vorwurf machen können?

Yuna hätte wahrscheinlich noch hunderte von Beispielen in Gedanken durchgehen können. Sie wäre nie zu einem Ereignis gekommen.
Yuna wusste nur Eines.
Sie hatte sich in Tidus verliebt.
Von ganzem Herzen, mit Leib und Seele.
Sie liebte ihn.

Sie hatte es ihm gesagt. Nur ein einziges Mal waren ihr diese Worte über die Lippen gekommen. Zum Abschied.
Yuna hatte niemals eine Erwiderung von Tidus erhalten.
Denn als sie sich ihrer Gefühle endlich bewusst geworden war, war es beinahe zu spät...
Es waren Yunas letzten Worte zu ihm, bevor er verschwand.

Als sie gedacht hat, Tidus für immer verloren zu haben, war es so, als sei auch ein Teil von ihr gestorben. So glücklich und vor allem dankbar ganz Spira ihr, dem Hohen Medium, war, so melancholisch war Yuna.
Es war nicht so, dass Yuna nicht ohne Tidus leben konnte.
Das konnte Yuna, das hat sie in der Zeit unter Beweis gestellt, in der er verschwunden war, erloschen durch die fehlenden Träume der Astrah.
Yuna hat gelebt und Ratschläge gegeben. Das Volk hatte zu ihr aufgesehen und sie geliebt. Yuna blieb in ihrer kleinen Welt auf Besaid und lebte ihr Leben.
Doch etwas hat gefehlt und jeder, der sie kannte, wusste davon.
Bis Rikku mit diesem gewissen Sphäroiden zu ihr kam und sich Yunas Leben beinahe um 180° drehte.
Sie aus ihrer beinahe Lethargie herausriss und Yuna ein neues Ziel gab. Und weitere Abenteuer.
Und wieder war der Auslöser er.

Yuna war voller Hoffnung und doch leiser Zweifel mit Rikku und Paine losgezogen, um das Geheimnis dieses einen Sphäroiden zu lüften. Es war das zweite große Abenteuer von allen drei Ladys des Möwenpacks.
Am Ende retteten sie die Welt. Und Yuna war mit der stillen Enttäuschung in ihrem Herzen lächelnd zurück gekehrt, um ihren Weg zu gehen. Ohne ihn.
Bis die Astrah erschien.
Yuna hatte nicht zu hoffen gewagt, das es nun doch wirklich möglich sein sollte. Dass ihre Träume Gestalt annehmen sollten. Seine Gestalt.
Aber es war wahr.
Entgegen aller Wahrscheinlichkeit war Tidus zu ihr zurückgekehrt.
Heil und wohlbehalten und so unglaublich schön und strahlend wie die Sonne selbst. Sein goldenes Haar wehte ihm Wind, seine blauen Augen strahlten und Tidus schenkte ihr dieses Lächeln, das Yuna immer wieder den Atem raubt.

Tidus war eine Konstante in ihrem Leben. Die Wichtigste. Er war derjenige, der sie in ein Loch fallen lassen konnte oder in die höchsten Höhen beförderte. Er war die Sonne, um welche Yuna kreisen wollte. Denn ohne sein Licht konnte sie nicht leuchten, konnte sie nicht aus vollem Herzen lachen. Yuna konnte einfach nicht die sein, die sie wirklich war.
Das war ihr nur mit Tidus an ihrer Seite möglich.

Yuna hatte gar nicht bemerkt, wie sehr sie in Gedanken versunken gewesen war, bis eine Hand an ihrem Kinn ihr Gesicht anhob. Verwundert blickte sie in dieses Augenpaar, blau und strahlend wie das Meer in ihrem Rücken.
Sie bemerkte plötzlich die Blicke, die auf ihnen beiden lagen. Ein wenig Unbehagen kam in Yuna auf, doch genauso schnell verschwand es wieder.
Denn es war unwichtig.
Alles war unwichtig, bis auf eines.
Tidus war wieder da.
Und er würde nicht mehr gehen müssen.
Da war sich Yuna sicher.
So sicher wie sie war, dass ihr Herz kurz aussetzte, als er endlich, nach solch langer Zeit seine Lippen wieder auf ihre legte...

Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn dichter zu sich heran. Wollte ihn niemals wieder gehen lassen. Und das würde sie auch nicht.
Der Kuss dauerte nur wenige Sekunden, doch es kam Yuna so vor, als wenn in diesem einen Kuss der Schmerz, das Verlangen und die Sehnsucht von ihnen beiden widergespiegelt wurden. All die Gefühle, die sie beide in den letzten zwei Jahren in sich versiegelt hatten. Yuna hätte ewig seine Lippen berühren können. Alleine nur, um diese Gefühle, welche über die Zeit in ihr tobten, endlich ein Ventil zu geben. Und Yuna war sich sicher, dass es Tidus ebenso ging.

Als sie sich wieder voneinander getrennt hatten sahen sie sich an.
Mit einem Funkeln in den Augen.
Und da sah sie es.
Das Gefühl, welches Yuna sich so sehr gewünscht hatte.

Sie hätte nicht in seine Augen sehen und sich erneut darin verlieren müssen, um ihre Antwort zu bekommen. Denn nur Sekunden nach ihre Rückkehr in die Wirklichkeit, bildete sich ein Grinsen auf Tidus Gesicht und er sagte die Worte, die er damals nicht sagen konnte, ohne sie vor Schmerzen zergehen zu lassen.
Worte, die Yuna die Welt bedeuteten.

„Ich liebe dich.“
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast