Eine Party - Und alles ist anders!

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
12.11.2018
10.12.2018
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Dieses Kapitel
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Marinettes POV
Schon zum dreiundvierzigsten Mal schaute ich an diesem Abend auf das Display meines Smartphones. Wieder einmal drückte ich den kleinen Knopf an der Seite, doch mein Messanger hatte wider meiner Hoffnung, erneut keine Nachricht für mich. Warum schrieb er nicht? Warum erklärte er nicht, wo er blieb? Warum schrieb er nicht, dass er sich verspätete oder dass ihn etwas aufgehalten hatte. Zum gefühlt hundertsten Mal öffnete ich meine Kontakte und tippte auf die Nummer, neben der das Bild eines blonden Engels zu sehen war. Meinem Engel.
Noch genau wusste ich wie dieses Bild zustande gekommen war. Es zeigte Adrien, der ein wenig verlegen dreinschaute. Zumindest war das ein Teil des Bildes. Das Foto hatte Alya zu Weihnachten vor 2 Jahren geschossen, die natürlich genau darauf hingearbeitet hatte. Unter einem Vorwand hatte sie es geschafft, dass wir beide, also Adrien und ich, gleichzeitig vor dem Kamin bei ihr zuhause standen. Was wir im ersten Moment aber nicht bemerkt hatten, war der Mistelzweig, der genau über uns hing. Genau der Augenblick, in dem wir beide realisierten, was nun von uns erwartet wurde, war auf dem Bild festhalten worden. Wir standen uns beide unsicher gegenüber und ich glühte in meinem üblichen Rot-Ton, wenn in Adriens Nähe etwas Peinliches passierte. Adrien selbst war aber auch ein wenig rot auf den Wangen. Er sah so süß aus. Zu gern erinnerte ich mich daran, wie ich ihm zugeflüstert hatte, dass er das nicht tun müsste, wenn er es nicht wollte. Im Grunde hatte er mich damals aber zum ersten Mal geküsst. Es war zwar nur ein ganz schneller, flüchtiger Kuss der, der Berührung einer Feder gleichkam, doch er hatte meinen ganzen Körper elektrisiert. Es war ein wunder, dass ich danach noch in der Lage war zu atmen.
Besorgt hielt ich den Hörer an mein Ohr und wartete, doch es tutete, bis die Mailbox anging. Am liebsten wollte ich mein Handy gegen eine Wand schlagen, doch ich hielt mich zurück. Wenn mein Smartphone kaputt war, würde mich seine Nachricht nicht erreichen, wenn er mir denn endlich mal eine schicken würde. Seufzend rollte ich mich in meinem Bett ein, nachdem ich meinen Schlafanzug anhatte. Obwohl ich ihm gesagt hatte, er solle als Adrien kommen, hätte ich jetzt nichts dagegen gehabt, ihm an der Luke über mir zu sehen. Doch auch da tat sich nichts. Ich lag fast die ganze Nacht wach, bis ich am Morgen den nervtötenden Lärm meines Weckers bemerkte. Brummend rollte ich mich auf die Seite, da ich kaum eine ruhige Minute gehabt hatte.
Das erste was ich machte, war mein Handy zu greifen. Ich schaute auf das Display, doch wieder nichts. Warum meldete er sich nicht? Hatte er sich vielleicht umentschieden? Wollte er nicht mehr vorbeikommen? War ihm etwas dazwischengekommen? Oder… wollte er ich doch sitzen lassen? Nein! Das würde er nie tun, dachte ich und stand auf. Ich tigerte durch mein Zimmer und ein weiterer schrecklicher Gedanke, schlich sich in meinen Kopf. Was wenn Adrien etwas passiert war? Geschockt lief ich zu meinem Schrank. Ich zog schnell Klamotten heraus und lief runter in die Wohnung. Tikki folgte mir uns sah mich verwundert an, während sie in meine Tasche verschwand. „Oh. Guten Morgen Liebes, könntest du uns kurz in der Bäckerei helfen?“ fragte Maman und ich schüttelte den Kopf. „Ich muss schnell weg.“ Überrascht blickte sie mich an und legte ihre Hände auf meine Schultern. „Was ist denn los Marinette?“ Zappelnd stand ich vor ihr, wollte doch nur los und wissen ob es Adrien gut ging und warum er sich nicht gemeldet hatte.
Auch meine Eltern waren verwundert gewesen, da ich ihnen natürlich erzählt hatte, wie sich die Beziehung zu Adrien entwickelt hatte. Gut ich hatte ein paar pikante Details weggelassen, aber sie wussten, dass wir nun seit knapp einer Woche ein Paar waren. „Ich muss herausfinden, warum er gestern nicht kam und warum er nicht geschrieben hat und warum er meine Anrufe ignoriert!“ plapperte ich los. „Marinette, er wird sich schon melden.“ Plötzlich schluchzte ich uns sah sie an. „Was ist, wenn ihm etwas passiert ist?“ Beruhigend streichelte Maman über meine Arme um zog mich kurz an sich. „Es geht ihm bestimmt gut.“ meinte sie nur und ich erwiderte: „Ich muss trotzdem zu ihm. Ich muss wissen was los ist.“ Maman nickte kurz und ich verabschiedete mich schnell, bevor ich aus dem Haus rannte. Sofort lief ich in Richtung der Villa der Agrestes. Atemlos kam ich vor dem großen eisernen Tor an und betätigte die Klingel. Quälend lange stand ich da und wartete, doch niemand reagierte. Kein Adrien, keine Nathalie und kein Gorilla. Das Haus schien verwaist. Was war hier nur los???

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Montagmorgen
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Auch den ganzen Sonntag hatte ich vergeblich gewartet und lag die ganze Zeit traurig in meinem Bett. Nachdem ich mit Maman alle Krankenhäuser durchgeklingelt hatte und mich erkundigte, ob Adrien irgendwo aufgetaucht war, versank ich immer tiefer in dem Loch. Ich wusste nicht was los war und hoffte sehr darauf, dass ich ihn in der Schule wiedersehen würde.
Seufzend war ich aus meinem Bett gekrochen und stand vor meinem Spiegel. Nur in Unterwäsche bekleidet, sah ich meine kleine Babykugel an. Es war nun Anfang der 18. Woche und langsam ließ sich mein Bauch wirklich nicht mehr verstecken. Schnell zog ich mich an und warf mir wieder den Hoodie über, den Adrien mir letzte Woche gegeben hatte. Ganz leicht sah man eine kleine Delle, doch die würde keinem groß auffallen, wenn ich mit meinen Händen in den Taschen herumspielte.
Mit meiner Schultasche bewaffnet, lief ich in die Schule und begrüßte meine Freunde. Alya und Nino standen schon vor der Schule und sahen mich fragend an. Natürlich hatte ich sie eingeweiht, dass ich nun seit Freitag nichts von Adrien gehört hatte und scheinbar ging es ihnen nicht anders. Wir warteten bis kurz vor dem Klingeln, doch er kam nicht. Seufzend ging ich mit Nino und Alya nach drinnen und setzte mich an meinen Platz. „Oh… hat da jemand seinen Liebsten schon vergrault, oder warum kommt Adrien nicht zur Schule?“ lachte Chloé höhnisch, doch ich ignorierte sie. Wenige Minuten später trat Madame Bustier in den Raum und begrüßte die Klasse. Sie erledigte wie jeden Tag die Anwesenheit und sah zu mir, als sie vermerkte, dass Adrien nicht da war. „Seine Sekretärin hat nur gemeint er käme nicht. Sie sagte nicht warum und wie lange. Weißt du etwas, Marinette?“ Unsere Lehrerin lächelte mich an, doch ich sah auf die Tischplatte und kämpfte mit den Tränen. „Nein Madame, ich weiß leider auch nichts.“ murmelte ich. Natürlich nahm Chloé dies wieder als Vorwand und lachte wieder einmal wie eine Hyäne los: „Haha. Es war mir so klar, dass er es nicht länger als diese eine Woche bei dir aushält…. Bestimmt kommt er nicht, weil er dich einfach nicht mehr sehen kann.“
Wütend schlug ich die Hände auf den Tisch und sah Chloé wutentbrannt an. „Es liegt mit Sicherheit NICHT an mir, dass er nicht hier ist!“ brüllte ich fast schon. „Hör endlich auf die Hoffnungen zu machen. Adrien hat und wird mich nicht verlassen! Erstens weil er mich liebt und zweitens…“ knurrte ich, und zog den Hoodie über meinem Shirt aus. „… bin ich schwanger von ihm! Er lässt mich mit UNSEREM Kind nicht allein, denn er freut sich darauf.“ Geschockt sah Chloé zu mir auf und ich spürte auch die Blicke der anderen auf mir. Tief durchatmend sah ich zu Madame Bustier, die mich besorgt musterte. „Könnte ich bitte für einen Moment an die frische Luft?“ Sofort nickte sie und ich ging nach draußen. Im Hof angekommen setzte ich mich auf eine Bank und zog schnell Adriens Hoodie wieder über, da es draußen doch noch zu frisch für ein einfaches Shirt war. Meine Nase in dem Stoff vergrabend, der noch leicht nach meinem Geliebten roch, fing ich wieder an mir Gedanken zu machen. Was war passiert? Wo war Adrien? Ich war so in Sorge um ihn, dass ich im Moment nicht darüber nachdachte, wie unpassend ich meine Schwangerschaft veröffentlich hatte. Seufzend lehnte ich meinen Kopf in den Nacken und sah in den Himmel, bis ich mich irgendwann aufraffte und wieder in die Klasse ging. Natürlich wurde ich direkt von allen angesehen. Sie wirkten sehr überrascht, doch Chloés Blick konnte ich nicht deuten. In der Pause musste ich all meinen Freunden natürlich Rede und Antwort stehen. Sie wollten alles wissen und natürlich erklärte ich ihnen alles aus den Letzten 16 Wochen. Somit verstanden sie auch alle, warum es zwischen Adrien und mir zwischenzeitlich so ruhig gewesen war. Im Grunde freuten sich unsere Freunde sich über unser gemeinsames Glück, doch dieses wurde getrübt von der Ungewissheit über Adriens verbleib.

Nach einem langen Schultag hatte ich mich wieder zuhause eingerollt und lag in meinem Bett. Wieso spielte mir mein Schicksal jetzt schon wieder so einen Streich? Hatte ich nicht genug Negatives durchgemacht. Sorgten meine Kämpfe für Paris Sicherheit nicht für ein gutes Karma, oder so? Ich rollte mich zur Seite und sah zu meinem Handy. Ich sah ein kleines Licht aufblinken, dass eine Nachricht ankündigte und schnappte es mir voller Hoffnung. Doch verwirrt schaute ich auf die Lettern. Es war keine erhoffte Antwort meines Freundes. Alya hatte mir geschrieben. Genau in dem Moment klingelte mein Handy und ich sah Alyas Bild vor mir. Sofort ging ich ran und fragte: „Was ist los?“ Am anderen Ende der Leitung war ein Seufzen zu hören. „Hast du noch keine Nachrichten gesehen?“

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Bam Bam Bam …. und ich tue es schon wieder :D *nicht töten*
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