Rebellen und Dämonen

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
12.11.2018
19.02.2019
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„Wir haben keine Zeit, um auf deine Freunde zu warten, Thor …“, bat Frigga ihn inständig und bleich wie selten.
„Schnell, Odin ist auf dem Weg zu dir und er sucht auch mich. Also los!“ Thor schnappte sich seine Axt und folgte seiner Mutter. Wachen mussten sie diesmal zum Glück nicht umgehen, denn Frigga hatte sie klugerweise vorher weggeschickt. Sie öffnete die Luke ebenso wie Loki mit Magie.
„Du musst hier bleiben, falls meine Freunde doch noch kommen, Mutter!“
„Aber Thor, ich kann dich doch nicht allein …“
„Die Tür muss hinter mir geschlossen werden, das weißt du selbst. Ehe noch mehr von diesen ekelhaften Schattenmonstern entweichen können.“ Frigga sah ihn bekümmert an. Natürlich hatte er recht, doch sie wollte mit ihm gehen, um ihre Kinder zu beschützen.
„Aber …“
„Kein Aber, Mutter!“ Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und stieg dann die Treppe in die Finsternis hinab.
„Pass gut auf dich auf und bringe deinen Bruder wieder zurück!“ rief sie ihm noch mit leiser und brechender Stimme nach, die von ihren Tränen der Angst um ihre Kinder zeugten.


Loki hatte zum ersten Mal in seinem Leben Todesangst. Das Gift des Skorpions hatte ihn gelähmt. Während er bewusstlos war, hatte ihn Thors Schattendämon irgendwo hin geschleppt, wo er noch nie war. Jetzt saß diese schreckliche Kreatur vor ihm, die Zangen seiner Arme hielten Lokis Handgelenke fest und das Ding starrte ihn ununterbrochen an. Da er nun sowieso schon entdeckt und gefangen war, brauchte er auch nicht mehr schweigen.
„Was … willst du von mir!“, fragte er mit rauer Stimme. Ein so heftiges Echo seiner eigenen Worte flog ihm um die Ohren, sodass Loki die Augen zusammen kniff, weil seine Ohren davon schmerzten. Er konzentrierte sich auf den Schmerz in seiner Schulter und den Armen, die von den scharfen Zangen fixiert wurden und öffnete die Augen wieder mühsam.
‚Thor‘ starrte ihn an und Loki dachte schon, dass diese Kreaturen vielleicht gar nicht zu einer Kommunikation in der Lage sind, als es doch sprach:
„Dich!“ dröhnte es wieder und Loki stöhnte erneut vor Schmerz auf.
„Hier … bin ich …“, brachte er mühsam und um einiges leiser hervor.
„Ich! Will! Alles!“, dröhnte das Monster wieder und Loki beschloss, dass er keine Information mehr brauchte, denn nur noch wenige Worte und sein Kopf würde vielleicht einfach platzen, wie eine überreife Frucht. Deswegen war es hier unten so still, begriff er. Nur ein Hauch eines Echos war so laut wie ein Donnerschlag. Selbst das Blut in seinen Adern wirbelte durcheinander und verursachte eine unbekannte Qual.
Hatte sein Bruder seinen Hilferuf vernommen? Wieder versuchte es Loki mit Magie, doch nichts geschah. Hatte Mutter unrecht gehabt? War er nur in Momenten von tödlicher Angst in der Lage Magie zu wirken, wo Magie eigentlich nicht möglich war? Was stimmte mit ihm denn nicht?
‚Thor‘ hatte ihn betrachtet und lachte jetzt dröhnend, als würde er seine selbstzweiflerischen Gedanken lesen können. Loki liefen unwillkürlich vor Schmerz die Tränen nur so aus den Augen.
„Ich bin … doch hier …“, keuchte Loki unter heftiger Übelkeit und sah hoch. Durch seinen Tränenschleier sah er, wie der Stachel des riesigen Skorpionwesens mit Thors Gesicht wieder näher kam. Ob er nochmal diesem immensen Schmerz gewachsen wäre, war mehr als fraglich.
„DAS! REICHT NICHT!“ dröhnte das Wesen wieder so laut, dass Loki vor Schmerz aufschrie und kurz davor war sein Bewusstsein zu verlieren. Heftig bohrte sich der Stachel dann in seine andere Schulter und ließ ihn zusammensacken. Es war diesmal nicht das Gift, welches ihn lähmt, sondern der unerträgliche Schmerz.


Thor, der möglichst leise und doch auch schnell durch die finsteren Steingänge schlich, hörte zwar Lokis Schrei nicht. Dafür spürte er den Schmerz in seiner anderen Schulter. Er bekam vor lauter Pein keine Luft, fiel nach vorn auf seine Knie und biss sich auf seine Lippe, bis sie heftig blutete, damit er keine Laut der Qual von sich gab, denn das würde ihn womöglich verraten. Hufgetrappel war zu hören und weil er sofort an Odins schrecklichen Schattendämon denken musste, kroch er keuchend und blutend in eine der leeren Kammern. Ihm war so elend vor Schmerz, dass er sich nun am liebsten ein paar Momente ausgeruht hätte. Wenn er nur die Hälfte von Lokis Schmerzen spürte, was musste sein armer Bruder dann ertragen? Auch aus dieser Wunde floss nun Blut. Nicht viel, doch stetig. Er musste sich beeilen, sonst würden sie beide hier unten sterben. Er hörte ein lautes Wiehern und mehrere Hufgeräusche, als wären nun mehrere Pferde in den Gängen unterwegs. Vor seinem inneren Auge sah Thor eine Odin-Pferdwesen-Armee und er würgte entsetzt.
Aber was auch in den Gängen unterwegs war, es donnerte erst einmal an seinem Versteck vorbei. Als sich sein Herzschlag so einigermaßen beruhigt hatte, lief er weiter, dem Lärm  der Hufe hinterher und hoffte, dass sie ihm die Richtung wiesen.


Loki kam indes wieder zu sich. Alles in ihm und an ihm schien aus purem Schmerz zu bestehen. Schlimmer aber war, er hatte keinen Ausweg. Für mächtige Magie, selbst wenn sie funktionieren würde, war er zu schwach, körperlich war er diesem Riesendämon nie im Leben gewachsen und es schien weder besonders intelligent oder  wortgewandt zu sein und hatte offenbar auch wenig Lust mit ihm zu diskutieren. Aber er war Loki und würde sicher nicht einfach aufgeben.
„Was willst du dann?“, flüsterte er so leise wie es ihm überhaupt möglich war. Das Thor-Ding schien zu grinsen und wedelte mit seinem Stachel, vor seinem Gesicht herum. Loki drehte mühsam seinen Kopf zur Seite, auch wenn er ahnte, dass es sinnlos war.
„DEIN SCHATTEN-ICH!“ kreischte die Kreatur und lachte wieder höllisch, so dass sich die Schwingungen wieder in Lokis Blut fortsetzten. Wieder übergab er sich, obwohl er längst nichts mehr im Magen hatte. Er schluchzte vor Schmerz und in seinem Mund war ein widerwärtiger Blutgeschmack. Was sollte das bedeuten? Sein Schatten-Ich. Soll der Mistkerl es doch suchen. Hier unten kannte sich das Ding sicherlich besser aus als er. Konnte es sein, dass Lokis Schatten nicht hier unten war? War er in Asgard oder hatte er vielleicht gar keinen? Er war so verstört, dass er einfach eine Weile gepeinigt vor sich hin schluchzte und versuchte die Schmerzen irgendwie zu ertragen.
„Dann … nimm ihn dir doch …“, hauchte er und zuckte zusammen, als der Stachel sich unmissverständlich an seine Stirn legte, jederzeit bereit zuzustoßen.


‚Du hast keinen Schatten hier unten!‘ hörte Loki wie aus weiter Ferne eine sanfte aber tiefe Stimme in seinen Gedanken.

Das große, blau leuchtende Pferd mit den roten Augen kam im selben Moment um die Ecke. Es stieg in die Höhe, wieherte dabei wieder so laut, dass Loki das Blut nur so aus der Nase schoss und hieb seine starken Vorderhufe dem Thor-Monster auf das Hinterteil. Dessen Stachel verließ Lokis Stirn, doch er merkte es kaum, weil er jetzt aus Schmerz nun doch nur noch schrie. Der Skorpion ließ seine Arme los, weil er sich gegen das Pferd wehren musste und Loki rutschte einfach benommen an der Wand nach unten. Eine tiefe Schwärze kam immer näher und er konnte sich vor Schwäche kaum noch wehren.
‚Wie ist dein Name?‘
Die Frage dachte er nur noch, weil er nicht mehr in der Lage war zu sprechen. Er bekam erstaunlicherweise eine Antwort, die er wieder direkt in seinem Kopf hörte.
‚Svadilfari.‘
Dann hörte er eine Weile nur Kampfgeräusche. Schließlich entfernte sich einer der beiden Kämpfer, während Loki sich immer noch am Rande der Ohnmacht entlang hangelte. Inzwischen war ihm fast egal, wer gewonnen hatte, denn er war so schwach und müde, dass er sich einfach nur noch liebend gern in die schwarze Umarmung fallen lassen wollte. Reglos lag er auf dem Rücken, hatte die Augen geschlossen und versuchte bei Bewusstsein zu bleiben. Dann war es einen Moment sehr still. Hufe kamen näher und ein sanftes aber eisiges Schnauben erreichte sein Gesicht. Schwerfällig öffnete Loki die Augen. Der Kopf des bläulichen Pferdes hing über ihm und es schnüffelte ihn ab, während kühles Blut aus einer Kopfwunde auf ihn herunter tropfte.
„Was … bist du?“
‚Ich bin kein Schatten, so wie du auch nicht! Du kommst mir irgendwie bekannt vor … Sag mir deinen Namen!“, hörte es Loki wieder in seinen Gedanken. Aber er verstand die Bedeutung nicht.
‚Loki!‘, dachte er mühselig und verlor dann doch für Momente seine Sinne. Als er wieder zu sich kam, hing der Pferdekopf immer noch über ihm.
‚Befreie mich, Loki!‘ bat die tiefe Pferdestimme in seinem Kopf und Loki konnte als Antwort nur stöhnen. Dann war wieder Lärm zu hören und Svadilfari schnaubte ihn ein letztes Mal an und trabte dann von ihm weg.
„Warte!“ rief Loki unbedacht und laut, wollte sich aufrichten und das Pferd aufhalten. Aber dabei schoss der Schmerz von all seinen Wunden und dem Lärm seines eigenen Wortes so heftig in seinen Kopf, dass er nun doch sein Bewusstsein verlor und es auch nicht mehr wiedererlangte.


Thor hingegen war leider auf Odins monströsen Schatten getroffen, der ihn unverzüglich angegriffen hatte. Erst hatte er Skrupel seine Axt gegen das Gesicht seines Vaters zu wenden, auch wenn es um einiges wilder und bösartiger erschien. Doch als ihn die vier vorderen Hufe fast am Kopf erwischt hatten, kämpfte er um sein Leben. Der Kampf war hart und es kostete ihn einiges an Geschick den Hufen zu entkommen. Interessanterweise half ihm dabei die Dunkelheit mehr, als das sie ihn behinderte. Sie ließ ihn ausweichen und wenn seine Schulterwunden nicht so weh tun und bluten würden, wäre es ein Kampf geworden, den er vielleicht sogar gewonnen hätte. Trotz seiner verletzungsbedingten Behinderung brachte er den hinteren vier Beinen dann aber einen so schrecklichen Schlag bei, dass ‚Odin‘ aufbrüllte. Der Schmerz in Thors Kopf und Körper ließ ihn auf die Knie fallen und er spie sich gefühlte Ewigkeiten die Seele vor lauter Qual aus seinem Leib. Tränen liefen auch über sein Gesicht und als er wieder zu Atem kam, spürte er eher, als das er es sah, dass sich ‚Odin‘ hinkend davon stahl. Der Kampf wäre also vorerst gewonnen. Jetzt musste er nur noch Loki finden und …
Im selben Augenblick sah er von Weitem das blaue Leuchten und lief darauf zu, wobei er kaum noch auf seine Lautstärke achte. Dabei zog er eine Blutspur hinter sich her, denn seine Verletzungen bluteten stärker. An der Stelle, an der das blaue Pferd gewesen war, war reine Schwärze als er ankam. Allerdings hatte er die Kreatur auch nicht mehr gesehen und blieb verwirrt stehen. Sein Blick ging nach rechts und er glaubte etwas zu sehen. Beim Näherkommen, sah er Loki reglos dort liegen. Thor zögerte keine Sekunde. Er packte sich seinen Bruder, der kaum atmete und leicht wie eine Feder war. Loki erwachte nicht und hätte sicher nichts dagegen, wenn er ihn nun wie einen Sack Getreide über die Schulter warf, um schneller von diesem grausamen Ort wegzukommen. Mit einer Hand hielt er seinen Bruder fest, mit der anderen Hand hielt er seine Axt. Dann rannte Thor los und hoffte inständig, dass er sich den Weg zurück gut eingeprägt hatte, denn bisher hatte er sich in dieser Hinsicht allein auf Loki verlassen.

Leider verlief er sich dann doch. Hilflos und weil er einen Moment verschnaufen musste, nahm er Loki behutsam von seiner Schulter. Soweit er das im schlechten Licht sehen konnte, sah sein Bruder aus, als wenn er schlafen würde. Aber überall war Blut, so wie bei ihm. Vorsichtig klopfte Thor ihm auf die Wange und flüsterte rau:
„Wach auf, Loki!“
„Bitte … wach auf! Ich habe mich verlaufen …“ Loki zuckte nicht mal mit einer Wimper. Aber sein Herz schlug, wenn auch langsam und sehr schwach.
Ein bedrohliches Rattern hallte von den Wänden wider und Thor ahnte, dass es nichts Gutes bedeuten mochte. Schon wollte er sich seinen Bruder wieder über die Schulter werfen, als sich dieses riesige, grün schimmernde Schlangengewirr um ihn schob. Zuerst sah Thor gar keinen Kopf, denn alles schien aus grünem Schlangenleib zu bestehen. Die Kreatur mit dem Leib einer riesigen Drachenschlange kreiste ihn ein, ohne, dass er hätte darüber springen können. Überall war Schlangenleib. Besorgt sah er zu Loki und griff dann nach einer Axt. Er müsste sich eben den Weg frei schlagen und wollte es eben tun, als der Kopf des Wesens doch noch erschien. Er sah in Sifs boshafte rote Augen und war wie gelähmt. Auch wenn der Augenblick alles anderes als passend war, fragte er sich, ob die Gestalt der Schattendämonen eine tiefere Bedeutung hatte oder ob es nur Zufall war, was in alle den Jahrhunderten aus ihnen geworden war. Vermutlich würde nie jemand eine Antwort auf diese Frage geben können. Die Sif-Schlange zischelte etwas und anfangs verstand es Thor gar nicht, weil ihm sofort wieder die Ohren schmerzten. ‚Sifs‘ Gesicht schob sich näher an ihn heran, sodass ihre gespaltene Zunge über sein Gesicht züngeln konnte. Er musste würgen, gab jedoch seinem Reflex nicht nach und hörte dann wieder das Zischeln, welches er endlich verstand:
„Lüüüüüüüügner!“, zischelte das Ding ihm zu, wieder und wieder, bis es Thor schaffte die Axt zu heben. Lady Sif war seine beste Freundin und eine seiner ältesten Vertrauten. Was auch immer diese Kreatur war, mit ihr hatte es nichts mehr zu tun, auch wenn er vielleicht einen Zusammenhang hätte herstellen können, so war sich Thor sicher, dass er Sif niemals mehr versprochen hatte, als er ihr gegeben hatte. Dieses Monster hier, bestand nur aus Hass und Tod und tot würde er auch sein, wenn er jetzt keinen Ausweg fand.
Trotz aller Schmerzen hieb er nun kraftvoll in Richtung des Kopfes, verfehlte das Monster aber. ‚Sif‘ schlängelte um ihn herum und schien dabei zu grinsen. Thor versuchte Lokis Körper vor ihr zu beschützen und stellte sich breitbeinig über ihn. Jäh schoss der Kopf der Schlangenkreatur herum und auch Thor lauschte den leisen Geräuschen, die sich näherten.


Als er seine Freunde näher kommen sah, bzw. eigentlich nur ihre Silhouetten erkannte, war er niemals froher gewesen sie zu sehen. Fandral, Volstagg und Hogun verschwendeten keine Zeit damit zu sprechen, vermutlich auch, weil sie selbst schon schmerzhafte Bekanntschaft mit dem unnatürlichen Hall der Örtlichkeit gemacht hatten und begannen zielstrebig auf die Schlange einzuschlagen. Nur Sif fehlte und Thor fragte sich, ob er sich doch in ihr so getäuscht hatte. Die Schlangen-‚Sif‘ wurde nun von allen Seiten attackiert und zischelte empört in alle Richtungen. Thor traf mit der Axt mehrere Male ihren Körper. Eigentlich hätte man Blut erwarten können, doch es war, als wenn er auf eine unbelebte Masse einschlug. Weder zeiget das Ding Schmerz, noch Überraschung. Inzwischen balancierte Fandral auf dem Körper der Schlange und versuchte zum Kopf zu kommen, um vielleicht ihren wunden Punkt zu finden, während Volstagg und Hogun von links und rechts auf sie einschlugen. Auch sie mussten Sifs Gesicht erkannt haben und doch waren sie professionell genug, um das zu tun, was sie am besten konnten: Kämpfen.
„Bring ihn raus!“, zischte Fandral im Vorbeilaufen zu Thor und der verstand. Er musste Loki hier rausbringen, dann konnte er zurückkommen, und seinen Freunden helfen. Eilig warf er sich seinen Bruder über die Schulter und plötzlich wusste er auch den verfluchten Rückweg wieder. Wie durch Magie war er plötzlich vor seinem inneren Auge und er rannte los.
Schnell war er an der Treppe und Sif, die oben wartete, half ihm mit Loki. Auch Frigga half mit und sobald sein Bruder in Sicherheit war, stieg er wieder nach unten, obwohl seine Mutter ihn abhalten wollte. Da war Sif doch zu seiner Hilfe geeilt. Nichts anderes hatte er von ihr erwartet. Wie es aussah, hatte seine Freundin zusammen mit Frigga den Zugang bewacht, um nichts entkommen zu lassen. Mit Tränen der Rührung in den Augen rannte Thor wieder zurück, um den Grimmigen Dreien beizustehen, doch die kamen ihm schon entgegen gelaufen.
„Raus!“, keuchte Volstagg und zog Thor einfach mit sich. Sie stürmten die Treppe nach oben und Frigga versiegelte sie mit Magie, während die Kämpfer nach Luft japsend auf dem Boden knieten.
„Habt ihr es … getötet?“ fragte Thor heiser und sah dem Blut nach, was aus seiner einen Schulterwunde tropfte.
Fandral sah käseweiß zu Sif und schüttelte den Kopf.
„Es ist leider feige abhauen …“, murmelte Hogun ein wenig empört und Thor musste schmunzeln, weil er wusste wie ehrgeizig sein Freund war.
„Was war es?“ wollte Sif nun wissen.
„Nur ein … Monster, wie ein Schlange, doch größer, fetter und … gefährlicher!“, brummte Fandral und sah ihr dabei nicht in die Augen. Aber Sif gab sich damit zufrieden.
„Hält die Tür?“ fragte Thor seine Mutter nun, die sich besorgt über Loki beugte.
„Vorerst. Doch wir müssen sie wieder richtig schließen, bevor ganz Asgard und vor allem Odin davon erfährt. Doch dafür muss dein Bruder wieder zu Kräften kommen. Er sieht schrecklich aus.“
Auch Thor sah Loki nun bekümmert an und hob ihn dann vorsichtig hoch.
„Er wird schon wieder. Du weißt doch, dass Loki zäher als Hallaleder ist …“
Frigga nickte zwar, sah jedoch alles andere als überzeugt aus.
„Sollten nicht Wachen hier bleiben?“ fragte nun Sif und Volstagg nickte sofort. Dabei musterte er sie aus dem Augenwinkel neugierig als je zuvor.
„Ja, Sif und ich bleiben hier. Vielleicht löst ihr uns in ein paar Stunden ab?“
Thor einigte sich mit seinen Freunden darauf, dass die Tür in der Tat bewacht werden müsste. Frigga sorgte dafür, dass die Wachen diese Ecke des Palastes vorerst mieden. Aber erst wenn Loki wieder in der Lage war Magie zu wirken, könnte Bjame kommen und gemeinsam mit Frigga und Loki einen neuen Zauber wirken, der Skyggenruh für immer schließen würde, auf das der Schatten aus Asgard verbannt sei.


Sie schafften es unbemerkt Loki in sein Zimmer zu bringen. Frigga würde sich um alles kümmern, während sich Thor ausruhen sollte. Fandral brachte ihn noch bis zu seinem Zimmer und wollte ihm helfen seine Wunden zu verbinden, die zum Glück aufgehört hatten zu bluten.
„Ich danke dir, mein Freund!“ sagte Thor leise und stöhnte einmal auf, als er eine ungeschickte Bewegung beim Anziehen seines Hemdes machte.
„Gern geschehen.“
„Wie hast du sie überreden können?“
„Das war nicht schwer. Sie alle hatten schon ein unterirdisch schlechtes Gewissen, weil sie dich im Stich gelassen haben, außer vielleicht Sif. Ich glaube, sie liebt dich wirklich und vielleicht solltest du ihr sagen, dass du sie niemals so lieben wirst, wie … Loki …“
Fandral wich verlegen seinem Blick aus und errötete sogar ein wenig.
„Sie hasst ihn doch jetzt schon.“
„Na, dann ändert sich doch nichts. Letztlich kämpfen wir für dich, Thor. Für dich und deine Ansichten. Was du für wichtig hältst, ist auch für uns wichtig. Denn wir vertrauen dir in jeder Hinsicht. Doch Sif stehen leider ihre Gefühle im Weg und es hat seinen Grund, dass wir alle uns nie fest binden, sondern immer nur amüsante Liebeleien eingehen. Gut, Volstagg übertreibt es hin und wieder mit dem Essen, doch letztlich fühlen wir uns unabhängig und frei. Jederzeit bereit für den zukünftigen König zu sterben. Wenn Sif weiß, dass du sie nie lieben wirst, machst du es allen einfacher. Denke darüber nach aber jetzt ruhe dich aus. Ich lasse dir etwas zu Essen kommen, ja?“
Thor nickte nur dankbar. Ihm fehlten gerade die Worte, um seinem treuen Freund zu sagen, wie sehr ihn seine Worte berührten. Womit hatte er nur solch tolle Freunde verdient? Er tat doch nichts Besonderes und war nur der, der er war. Ein Narr, der Odin gefallen wollte und so dämlich war alles aufs Spiel zu setzen, weil er seinen eigenen Bruder liebte, dem er nicht mal über den Weg trauen sollte, geschweige denn je wissen würde, ob Loki seine aufrichtige Zuneigung auf die gleiche Weise erwidern würde.
Unerwartet schnell schlief Thor dann ein und merkte nicht mal mehr, wie ihm jemand das Essen vor die Tür stellte.
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