Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Hermine Granger Severus Snape
12.11.2018
12.06.2019
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In Erwartung seiner nun folgenden Beleidigungen schloss sie ergeben die Augen. Was war nur in sie gefahren diese Sache so vor ihm preis zu geben? Als wäre die Ereignisse dieser Nacht nicht schon schlimm genug. Es war so still um sie. Nur das Feuer knisterte leise im Kamin und seine tiefen Atemzüge streiften nach wie vor ihre Wange. Seine Bösartigkeiten blieben aus. Stattdessen spürte sie erneut eine Nasenspitze an ihrer eigenen. Er würde sie doch nicht etwa noch einmal...?
Weiter kamen ihre Gedanken nicht, denn seine Lippen pressten sich plötzlich wieder auf ihren Mund und ihr entkam ein leichtes Seufzen. Vielleicht war es Erleichterung, dass er ihr offenbar nicht böse war oder aber sie hatte diese Art von Berührung erneut herbeigesehnt. Dieses mal war es seine Zunge, die sich forschend an ihren Lippen bewegte und so wurde dieser Kuss ebenso berauschend wie der Erste in dem dunklen, nassen Flur. Wieder spürte sie das verräterische Ziehen in ihrem Unterleib, ihr Herz, das ihr beinahe aus dem Laib zu springen drohte. Ihre Teetasse entglitt ihren Fingern und zerbarst klirrend auf dem Boden. Hermine merkte es kaum. Ihre Hände wanderten in seine dunkeln Haare, so weich und seidig, süß und herb wie Amortentia.
Die Zeit schien still zu stehen während sie sich küssten und als sie sich schließlich atemlos von ihm entfernte, hatte sie das Gefühl als wäre die Welt um sie herum zu einem undeutlichen, bedeutungslosen Raum verschmolzen. Sie sah nur ihn. Seine vom Küssen leicht geschwollenen Lippen, seine dunklen Augen, so geheimnisvoll und tiefgründig. Einige Strähnen waren ihm in die Stirn gefallen und gaben ihm im Schein der Flammen ein verwegenes Aussehen. Zögernd legte sie ihre Hand an seine Wange und fühlte sie samtige, warme Haut unter ihren Fingerspitzen. Er war so sanft, so zart, auf eine seltsame und unerwartete Art und Weise.
„Und sind Sie immer noch verliebt?“, flüsterte sein Mund mit einem leicht spöttischem Ton.
Hermine konnte nichts antworten. Zu überwältigt war sie von ihren Gefühlen. Sie glaubte so etwas wie Enttäuschung in seinem Blick aufflammen zu sehen, bevor er sich mit starrer Miene von ihr abwandte. Mit einem Reparo fügte sich die zerborstene Tasse wieder zusammen und er begann sie nachdenklich in seinen langen, schlanken Fingern zu drehen.
Hermine überlegt wie sie am besten wieder zurück in den Griffindorturm kommen sollte. Irgendetwas in ihr wollte weg von ihrem ehemaligen Professor, etwas anders hielt sie jedoch davon ab, einfach aufzustehen und zu gehen.
„Warum glauben alle Sie seien Tod?“, fragte sie ihn irgendwann in das drückende Schweigen hinein. Seine Schulter deuteten ein Zucken an, er blieb jedoch still. Schließlich erhob er sich und stellte die Tasse auf dem kleinen runden Tisch ab.
„Wollen Sie etwa mit mir in meinem Bett nächtigen?“ fuhr er sie anschließend schnarrend an.
„Was... nein...“, entsetzt starrte sie ihn an und ihr wurde im selben Moment bewusst, dass ihre erschrockene Ablehnung ihn vielleicht verletzte.
„Ich meine, ich muss zurück in den Griffindorturm“, setzte sie erklärend nach. Offensichtlich belustigt zog er seine Augenbraue hoch und musterte sie noch einmal eingehend.
„Gehen Sie zu Ihrer Löwenmutter“, brummte er abfällig und wandte sich ohne ein weiteres Wort zu einer der beiden Türen im hinteren Teil des Zimmers.
„Warten Sie“, hielt sie ihn etwas verzweifelt zurück. „Kann ich nicht wieder durch den Geheimgang gehen?“ Die Vorstellung, dass die Aufsicht sie in den Kerkern zu dieser Zeit herumstreifen sah, behagte ihr ganz und gar nicht.
„Sonst sind Sie auch nicht so ängstlich“, antwortete er ölig ohne sich noch einmal zu ihr umzudrehen. Aus einem Impuls heraus folgte sie ihm, bis sie dicht hinter ihm vor der noch verschlossenen Tür stand. Sie musste dem unerklärlichem Drang widerstehen ihre Arme von hinten um seine Taille zu legen. Die dunkle Robe ließ ihn noch schlanker erscheinen als er ohnehin war.
„Also doch hier schlafen“, stellte er trocken fest und öffnete ohne Umschweife die Tür. Etwas peinlich berührt folge sie ihm, in sein Schlafzimmer, wie sie leicht unbehaglich feststellte. Mit einem Schlenker seines Zauberstabs entfachte er die Kerzen an den Wänden.
Zaghaft schloss sie die Tür hinter sich und sah sich verstohlen um. Ein riesiges Himmelbett aus dunklen Holz und mit schweren schwarzen Samtvorhängen füllte beinahe den ganzen Raum aus.
Eine Kommode und ein Schrank aus ebenso dunklem Holz ergänzte den düsteren Eindruck.
Sie wollte nicht hier schlafen, in diesem Raum, diesem Bett, mit diesem Mann. Unbehaglich trat sie von einem Fuß auf den anderen. Sie hatte noch nie mit einem Mann so in einem Bett geschlafen.
Sie hatte eine dunkle Vorahnung was Snape mit ihr hier vielleicht machen würde. Angst schloss sich wie eiskalte Fingern um ihr Herz. Sie hatte keine Erfahrung mit diesen Dingen. Nach dem Krieg hatte sie versucht Ron näher zu kommen. Immerhin hatte sie auch für ihn einmal geschwärmt. Damals war er ihr erreichbarer erschienen, praktischer vielleicht auch. Aber dem war nicht so gewesen. Hermine hatte sich einfach nicht in ihn verliebt, nicht so richtig. Und als sie ihn erneut mit Lavender gesehen hatte, war sie schließlich einfach nur erleichtert gewesen, dass kaum mehr als ein paar Küsse zwischen ihnen passiert war.
Ein Rascheln riss sie aus den Gedanken und ihre Augen weiteten sich als er ungeniert seine Robe auf der Kommode ablegte. Er hatte ihr den Rücken zugewandt und öffnete langsam die Knöpfe seines dunklen Hemdes. Ihr schoss die Röte in die Wangen. Er würde sich doch nicht einfach jetzt, hier, vor ihr ausziehen. Sie rief sich jedoch ins Gedächtnis, dass es schließlich sein Schlafzimmer war und er sicherlich nicht vollständig bekleidet die Nacht verbrachte.
Sein nackter Oberkörper rief in ihr Gefühle hervor, die sie noch verlegener und verwirrter machten.
Seine schwarze Hose glitt beinahe lautlos auf den Boden, nur mit einer grauen Boxershorts bekleidet, lies er sich auf das weiche Bett sinken. Hermine hatte sich keinen Millimeter vom Fleck gerührt und starrte ihn wie hypnotisiert an.
Seine langen schwarzen Haare flossen wie Seide auf seine blassen Schultern, sein Körper war durchzogen von fein definierten Muskeln und sie musste sich eingestehen noch nie einen erregenderen Anblick genossen zu haben. Was sollte sie nur machen? Sich wirklich zu ihm in das Bett legen? Nur mit Pullover und Rock bekleidet und abwarten was passieren würde?
„Ich werde Sie nicht anrühren, wenn Sie das nicht wollen“, durchbrach plötzlich sein dunkler Bariton die Stille. „Kommen Sie her und genießen Sie ein paar Stunden Schlaf!“ Kurz fühlte sie sich ob seines Befehlstones zurückversetzt in eine seiner Unterrichtsstunden. Aber sie löste sich aus ihrer Starre und trat langsam an das Bett heran. Unbeholfen legte sie sich an das äußere Ende und zog sich die Decke bis zum Hals. Die dunkle Bettwäsche roch so wie ihr Besitzer. Süß und herb, nasses Laub, Rasierwasser. Unwillkürlich sog sie genießerisch den Duft ein.
Ein leises Murmeln seinerseits löschte die Kerzen und hüllte den Raum in geborgene Dunkelheit.
„Wie konnten Sie sich in die Fledermaus verlieben?“ fragte er nach einer Weile in die schlaflose Nacht. „Sie waren mir zu wieder, wussten immer alles besser. Sie waren einfach nur eine anstrengende Griffindor Plage“, stellte er mehr an sich gewandt fest.
„Warum haben Sich mich dann vorhin geküsst?“, stellte sie, gekränkt von seinen eben aufgezählten Beleidigungen, die Gegenfrage.
„Ich bin nicht mehr Ihr Professor“, sagte er einfach. „Sie müssen mir nicht mehr zuwider sein.“
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