Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Hermine Granger Severus Snape
12.11.2018
12.06.2019
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Zitternd hob sie ihren Zauberstab, kurz geblendet von dem plötzlich schimmerndem Licht das sich in seinen dunklen Augen spiegelte. Schwarz und undurchdringlich starrten sie in die ihren. Es dauerte eine Weile bis sie sich von diesem beinahe zwanghaftem Blickkontakt losreißen konnte und sein restliches Gesicht zur Kenntnis nahm. Es war starr und emotionslos, so wie sie ihn aus den ersten Jahren hier in Hogwarts in Erinnerung hatte. Nichts schien darauf hinzudeuten, dass er sie vor wenigen Augenblicken noch mit einer solchen Intensität geküsst hatte, sodass sie förmlich Schmetterlinge im Bauch verspürte. Seine weichen Lippen waren zu einem schmalen Strich gepresst und er wirkte abgekämpft und noch viel blasser als er ohnehin immer gewesen war. Sein Haar war länger geworden, schien nun jedoch nicht mehr so strähnig sondern beinahe gepflegt.
Kurz spielte sie mit dem Gedanken, den Lumos wieder zum erlöschen zu bringen. Ein Teil in ihr sehnte sich zurück nach der Geborgenheit und Nähe die sie bis vor kurzem geteilt hatten.
Sie entschied sich schließlich jedoch für die Flucht nach vorne. Unsicher räusperte sie sich.
„Professor“, flüsterte sie beinahe tonlos. „Sie leben. Wie...?“ Verwirrt schüttelte sie den Kopf.
Doch ihr Gegenüber blieb stumm und bedachte sie weiterhin mit seinem kalten Blick.
Ratlos schlang sie die Arme um ihren Körper, sie fror nun schon gewaltig. Unvermittelt machte der totgeglaubte Tränkemeister einen Schritt auf sie zu. In einem Anflug von Überraschung drückte sie sich noch fester gegen die Wand in ihrem Rücken. Er machte jedoch keine Anstalten wieder Abstand zwischen sie zu bringen. Zögernd hob sie erneut den Blick und suchte in seinen Augen irgendeine Regung, eine Antwort auf sein mehr als ungewöhnliches Verhalten. Zu ihrer Verwunderung waren seine Lieder geschlossen und sein Atem streifte ihre Stirn, so nah war er ihr.
Hermine wusste nicht was sie tun sollte. Sie war gefangen zwischen ihrem ehemaligem Professor, von dem sie nicht sicher war, ob er ein Mensch oder nur ein Geist war, und der eisigen, harten Wand in ihrem Rücken.
„Miss Granger“, durchbrach sein tiefer Bariton die Stille des Geheimganges und versetzte ihr eine Gänsehaut.  
„Haben Sie keine Angst mehr vor der hässlichen Fledermaus?“, setzte er schnarrend nach.
Beim Klang seines früheren, zugegeben gemeinen, Spitznamen fuhr sie unvermittelt zusammen.
Stumm schüttelte sie erneut den Kopf. Sie hatte keine Angst vor ihm. Nicht mehr, nicht seit sie seine Erinnerungen im Denkarium gesehen hatte.
„Griffindorscher Löwenmut“, murmelte er undeutlich und stützte seine langen Fingern links und rechts von ihrem Kopf an der Wand ab. Ihr Zauberstab befand sich immer noch in ihrer Hand, die sie fest an die Brust gepresst hielt und die das einzige war, das sich noch zwischen ihr und Snape befand.
„Wenn Sie schon hier mitten in der Nacht herumirren müssen, tun Sie mir den gefallen und kommen Sie mit!" , erhob er schließlich wieder seine nun ölig klingende Stimme.
Diesmal nickte sie leicht und sein Körper entfernte sich ein Stück von dem ihren. Bebend von Aufregung und Kälte folge sie seinen schnellen, langen Schritten in die Dunkelheit. Sie hatte das Gefühl der Lumos würde mit jedem Schritt an Stärke verlieren. Hastig eilte sie hinter ihm her und stolperte dabei einige male beinahe über ihre Füße.
Plötzlich hielt der Schwarzhaarige abrupt an und murmelte einen unverständlichen Zauber. Langsam erschien eine Tür in dem alten Gemäuer. Unverzüglich öffnete Snape eben diese und deutete Hermine mit einer unwirschen Handbewegung einzutreten. Mit einer Mischung aus Überraschung und Unglaube betrat sie den Raum der sich vor ihr auftat. Sie spürte weiche Felle unter ihren eiskalten Füßen. Ein warmes Feuer brannte in einem Kamin vor dem ein großer bequemer, wenn auch ziemlich abgewetzter Sessel stand. Seine Hand legte sich zwischen ihre Schulterblätter und schob sie einfach weiter in den Raum. Als sie sich fragend umblickte war die Tür, durch die sie eben geschritten war, verschwunden und nur der schwarzhaarige Slytherin bedachte sie mit einem abschätzenden Blick. So wie eine Schlange ihre Beute betrachtet, schoss es Hermine durch den Kopf. Der Druck seiner Hand in ihrem Rücken verstärkte sich und sie machte einige Schritte in Richtung des Kamins. Er deutete ihr, sich zu setzen und zögernd folgte sie dieser Aufforderung. Erstaunt starrte sie ihn an, als er schließlich mit einer dicken grünen Wolldecke neben ihr auftauchte und sie ihr etwas ungeschickt um die Schultern zu legen versuchte.
„Danke“, murmelte sie verlegen und kuschelte sich ein wenig in den wärmenden Stoff. Sie war wirklich durchfroren nach der halben Nacht in dem nasskalten Geheimgang. Es musste inzwischen weit nach Mitternacht sein. Der Tränkemeister nickte kurz und ließ mit einem Schlenker seines Zauberstabes zwei Tassen Tee erscheinen. Zittrig umklammerte sie das heiße Getränk und starrte in die Flammen. Aus den Augenwinkeln heraus nahm wie wahr, wie ihr ehemaliger Professor einen zweiten, um vieles weniger bequemen Stuhl ans Feuer zog und sich müde darauf sinken ließ. Eine Zeit lang blicken beide schweigend in die helle Glut und tranken bedächtig den Tee, eine Mischung aus Rose und Hibiskus, wie Hermine freudig feststellte. Woher wusste er, welchen Tee sie so gerne trank? Und warum war er noch am Leben, sie hatte ihn sterben gesehen, in der heulenden Hütte.
Warum versteckte er sich hier und schlich durch geheime Gänge?
Als hätte er ihre Gedanken gelesen, und sie wusste, er könnte es wenn er denn wollte, begann er plötzlich zu sprechen.
„Narzissa Malfoy. Sie gab mir das Gegenmittel das ich in meiner Tasche bei mir trug. Ich wusste wie es enden würde.“
Sie schluckte bei diesen Worten. Vor ihren Augen erschien das Bild von Snape, wie Harry ihm die Erinnerungen abgenommen hatte. Sie war sich sicher, sie hatte ihn sterben sehen. Sie hatten ihn einfach zurück gelassen, aber er hatte noch gelebt. Ihr Herz zog sich schmerzlich zusammen, zum Teil aus Schuldgefühl und Scham, zum Teil waren es vergangene Gefühle die noch immer irgendwo verborgen in ihr schlummerten. Amortentia im sechsten Jahr.
„Es tut mir leid“, presste sie schließlich mühsam hervor. „Ich wusste nicht... Ich dachte Sie seien....“
„Schon gut“, er unterbrach ihr Gestammel mit einer hastigen Handbewegung.
„Ich weiß, dass ich in euren Augen ein Scheusal bin. Ein Todesser, Spion, Fledermaus...“
„Das stimmt nicht“, unterbrach sie ihn rasch. „Nachdem Harry und Ron die Erinnerungen gesehen haben, waren sie Ihnen sehr dankbar. Sie wussten doch nicht....“ Nach kurzer Pause fuhr sie fort:
„Und für mich“, sie räusperte sich unsicher, „waren Sie immer schon... nun ja...“ Nach Worten ringend brach sie ab und ihr fehlte der Mut das Unaussprechliche auszusprechen.
„Nun sagen Sie schon Granger!“, fuhr er sie daraufhin scharf an. „Was war ich für Sie, besser wissende Griffindor Göre?“ Die letzten Worte spie er ihr nur so entgegen und bedachte sie mit einem böse funkelnden Blick aus seinen dunklen Augen.
Erschrocken drückte sie sich tiefer in den Stuhl und starrte wie hypnotisiert in sein Gesicht das ihr unbemerkt näher gekommen war.
„Sagen Sie es mir jetzt oder soll ich Legilimens anwenden?“, schnarrte er dicht an ihrem Ohr.
„Professor...ich....wie soll ich sagen...es war....“ Verzweifelt stotterte sie herum und dachte fieberhaft darüber nach, was denn nun klüger wäre, ihm die Wahrheit zu sagen oder so glaubhaft wie möglich zu lügen. Schließlich entschied sie sich für ersteres.
„Ich fand Sie waren, sind, ein brillanter Tränkemeister, sehr gebildet... belesen. Und...“, sie nahm all ihren verbliebenen Mut zusammen, „ich war in der sechsten Klasse.....nun ja ein wenig in sie....verliebt.“
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