Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
12.11.2018
18.02.2019
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Vertrauensvoll ergriff sie die Hand der älteren Professorin und stieg mit ihr in den Kamin ihres Büros. Kurz darauf befanden sie sich tatsächlich in der Winkelgasse.
„Sieh dich in ruhe um, bis du alle Geschenke gefunden hast“, meinte die Schulleiterin freundlich.
„Treffen wir uns später wieder hier?“, fragte Hermine schnell.
„Wie wäre es mit Florean Fortescues Eissalon? Ich lade dich gerne ein.“, entgegnete Mrs. McGonagall. Erfreut nickte sie und so trennten sich ihre Wege. Hermine ging zielstrebig die Gasse hinunter bis sie vor dem Laden stand, der der hauptsächliche Grund ihres Ausflugs war:
Flourish und Blotts. Freudig betrat sie den, ihr nur zu gut bekannten, Laden. Der Geruch nach Pergament, Leder und Tinte schlug ihr entgegen und sie sog genüsslich den Duft in sich auf. Sie liebte Bücher, daran hatte in all den Jahren nichts und niemand etwas ändern können. Das wusste inzwischen wohl auch der sonst so leicht genervte Verkäufer, da er Hermine äußerst freundlich, wenn auch mit vollem Mund, begrüßte. Sie erwiderte den Gruß ebenso Freundlich und besann sich sofort auf ihre Frage:
„Haben sie zufällig alte, seltene Bücher über Zaubertränke hier?“
„Da ist heute ihr Glückstag“, brummte er gemächlich, während er sich das nächste Keks in den Mund schob.
„Es wurden alte Bücher abgegeben. Vielleicht ist etwas für Sie dabei“, setzte er schmatzend nach.
Aufgeregt folgte sie dem rundlichen Mann in den hinteren Teil des Ladens, wo die gebrauchten Bücher gelagert waren. Schon nach wenigen Minuten wurde sie fündig.
„Seltene Tränke, außergewöhnliche Zutaten und wo sie zu finden sind.“, las sie leise die beinahe vollständig verblasste Schrift. Es war schwer und in schon sprödes Leder gewickelt. Mit Sicherheit war es sehr alt und lange ungenutzt in einer Ecke gelegen. Genau das richtige Geschenk für Severus. Sie hatte so ein Buch noch nie gesehen, weder in der Bibliothek in Hogwarts, noch bei seinen privaten Büchern.
„Das nehme ich“, meinte sie kurzentschlossen und wollte schon bezahlen, als ihr Blick auf die aktuellen Angebote fiel. Ein kleines rotes Kalenderbuch für das kommende Jahr, zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Der Einband war aus Samt und goldene Stickereien zierten ihn beiderseits. Sie musste ihn einfach kaufen. Minerva würde sich bestimmt freuen. Darin konnte sie alle Termine und Notizen unterbringen. Und es war in den Farben Gryffindors.
Zufrieden nahm der Verkäufer das Geld entgegen und Hermine schrumpfte, noch zufriedener, die Bücher um sie in der magischen Tasche zu verstauen.
Als nächstes ging sie zu Weasleys Zauberhafte Zauberscherze. Kaum das sie den Laden betreten hatte, kam George auch schon grinsend auf sie zu.
„Hermine“, rief er freudig aus. „Dass man dich auch wieder einmal zu Gesicht bekommt. Wie geht es dir denn?“
„Gut, George, danke. Und dir?“ Er lächelte weiter und nickte, doch sie erkannte, das der Schmerz und die Trauer um Fred noch immer allgegenwärtig waren. Wohl war er ein Meister darin es zu überspielen, doch wenn man ihn genauer kannte, blickte man schnell hinter diese Maske.
„Wie kann ich dir denn helfen?, fragte er weiter und musterte sie neugierig von oben bis unten.
„Ich suche einige Kleinigkeiten“, entgegnete sie ausweichend. Sie wusste nicht genau, ob sie Harry und Ginny, vielleicht auch Ron etwas kaufen sollte. Sie hatten kaum Kontakt, es fühlte sich jedoch auch seltsam an, ihnen gar nichts zu schenken.
Schließlich entschied sie sich für Verzauberte Schreibfedern in verschiedenen Sorten. Harry würde die Selbstauffüllende Schreibfeder bekommen, so etwas praktisches konnte man auch als Auror immer mal brauchen, besonders da der Effekt nur begrenzt hielt. Selbst wenn er also schon eine hatte, eine zusätzliche konnte nicht schaden. Für Ginny nahm sie den Rechtschreibchecker, mit Sicherheit eine Entlastung bei den vielen Prüfungen. Ein kleines böses Lächeln schlich um ihre Lippen als sie noch etwas für Ron aussuchte: eine Schlaue-Antwort-Feder. Es war nicht ihre Art ihn als dumm zu bezeichnen, doch die Feder würde ihm vielleicht beim Ausfüllen der Aurorenberichte helfen, wenn das nicht ohnehin Harry tat.  
„Was machst du eigentlich zu Weihnachten?“, ergriff der Rothaarige erneut das Wort. „Du kommst uns doch im Fuchsbau besuchen?“
Völlig überrumpelt starrte sie ihn perplex an. Sie hatte nicht damit gerechnet, eingeladen zu werden.
In all den Monaten hatte es keinen interessiert was sie in Hogwarts machte, wie es ihr ging. Aber vielleicht würde es Vorteile für Severus Verhandlung im Zauberministerium haben, wenn sie sich ein wenig um ihre früheren Freunde bemühte. Sie schämte sich zwar für ihre Gedanken und fragte sich, ob die Mitschüler vielleicht recht hatten, wenn sie meinten sie wäre am besten Weg eine neue Fledermaus zu werden. In der tat ertappte sie sich des öfteren bei mehr oder weniger eigennützigen und rücksichtslosen Plänen. Aber es ging immerhin um Severus. Was hatte er alles für sie getan?
„Ich komme gerne, wenn das für alle in Ordnung ist“, meinte sie schließlich zögerlich. George erkannte sofort, dass sie auf Ron und Lavender anspielte und schüttelte grinsend den Kopf.
„Mach dir da mal keine Gedanken. Meine Mutter freut sich auf alle Fälle. Harry, Ginny und ich natürlich auch. Ron wird es schon überleben!“
„Gut, also am ersten Weihnachtstag im Fuchsbau?“, fragte sie noch einmal nach.
„Genau. Ich hoffe du kommst wirklich“, sagte er in ernstem Ton und drückte sie zum Abschied kurz an sich.
Erleichtert atmete sie auf, als sie wieder auf die Straße trat. George, so nett er auch war, erinnerte sie viel zu unangenehm an Ron.
Langsam schlenderte sie weiter, bis sie irgendwann vor dem Kramladen zu stehen kam. Dieses Geschäfte mochte sie ganz besonders, so viele verstaubte Schätze waren darin zu finden.
Der Geruch von altem Holz, Bienenwachs, vertrockneten Rosen und Staub umhüllte sie, als sie in den schäbigen Regalen nach einer Besonderheit Ausschau hielt. Und da sah sie ihn.
Auf den ersten Blich war es ein ganz normaler, schlichter Silberring. Lieblos lag er da, auf einem kleinen Beutel aus schwarzem Samt. Hermine drehte ihn vorsichtig in ihren Fingern und probierte ihn, er passte gerade auf ihren Daumen. Kaum hatte sie ihn angesteckt, ging ein Leuchten durch den Ring. Ein kleiner Diamant begann sich auf der Oberfläche abzuzeichnen, gefolgt von je einem Smaragd links und rechts davon. Entzückt von dem Schauspiel, betrachtete sie den verzauberten Schmuck. Als sie ihn wieder abzog, war er sogleich wieder unscheinbar und matt glänzend.
Er war Zeitlos schön und die verzauberten Steine so klein und dezent, das er auch einem Zauberer wunderbar stehen würde.
Entschlossen begab sie sich zur Theke um ihn zu bezahlen. Die alte Dame dahinter sah sie wissend über ihre dicke Brille hinweg an.
„Er ist für deinen Freund, nicht war“, krächzte sie heiser und ein verzogenes Grinsen umspielte den faltigen Mund.
„Ja“, antwortete Hermine schlicht.
„Ein besonderer Ring für einen besonderen Mann“, raunte die Alte weiter. „Ich schenke ihn dir.“
Ungläubig starrte sie das alte Weiblein an. Warum wollte sie ihr diesen Ring schenken?
„Ach die Liebe“, setzte diese nun mit ihrer unangenehmen Stimme erneut an. „die Liebe ist so viel mehr wert als dieser Ring.Werdet glücklich, dann bin ich vollständig entlohnt.“
„Vielen Dank“, flüsterte sie ergriffen. „Aber ich weiß nicht ob ich das annehmen kann.“
„Natürlich kannst du.“ Glücklich packte sie den wunderbaren Ring in ihre magische Tasche und bedankte sich noch mehrmals bei der schrulligen Alten.
Beschwingt machte sie sich auf den Weg ins Florean Fortescues um mit Minerva den erfolgreichen Einkaufsbummel bei einer Tasse Kaffee zu feiern.
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