Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Hermine Granger Severus Snape
12.11.2018
12.06.2019
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Erleichtert atmete die junge Gryffindor auf, als die Schulleiterin wieder durch den Kamin verschwunden war. Unschlüssig stand der Tränkemeister im Raum und betrachtete die Ecke mit dem Bücherregal. Schließlich zückte er seinen Zauberstab und ehe sie es sichs versah, stand ein einfaches Holzbett, ausgestattet mit unzähligen weichen Kissen und Decken vor den dunklen Regalen. Hermine lächelte und dennoch, es missfiel ihr sehr. Entschlossen stand sie auf und trat neben ihn. Langsam zog sie ihren Zauberstab hervor und sprach einen Reducio über ihr neues Lager. Kichernd bückte sie sich und hob das Bettchen, es war sogar einer Puppe zu klein, auf und stellte es zufrieden in das Bücherregal. Noch immer Grinsend drehte sie sich zu Severus um. Seine hochgezogene Augenbraue brachte sie dazu nun erst recht herzlich zu lachen.
„Dachtest du, ich würde wirklich hier im Wohnzimmer schlafen, wenn du eine Tür weiter bist?“, fragte sie schließlich atemlos, nachdem sie sich wieder ein wenig beruhigt hatte.
„Ich könnte es verstehen wenn du meine Nähe nicht möchtest...“, versuchte er ausweichend zu antworten.
„Severus, ernsthaft?“, erneut umspielte ein Lächeln ihre Lippen. Wie konnte er so etwas nur annehmen? Warum sonst hatte sie Minerva darum gebeten, hier wohnen zu dürfen? Sie genoss seine Nähe, konnte er das nicht verstehen?
„Es gibt niemanden der freiwillig in meinem Bett sein wollte“, brach es darauf rau aus ihm heraus.
Vorsichtig zog sie ihn an sich und schmiegte ihre Wange an seine Brust. Sein Herz schlug sanft und regelmäßig und sie genoss es ihm zu lauschen. Wie sehr musste er darunter gelitten haben, unter den Zurückweisungen. Dem Gefühl nicht gewollt, von niemanden geliebt zu werden.
„Es tut mir leid“, flüsterte sie an seinem dunklen Hemd, „sie kannten dich nicht so wie ich. Du bist ohnegleichen Severus.“
Er antwortete ihr nicht darauf, doch seine Arme legten sich fest um ihre Schultern. Als sie sich wieder von einander lösten, war sein Blick so von Traurigkeit verhangen, dass es ihr in der Seele schmerzte. Am liebsten hätte sie alles ungeschehen gemacht, was ihm widerfahren war.
„All die Zeit dachte ich, Lily wäre die einzige Chance in meinem Leben gewesen“, murmelte er dunkel. Ihr Name versetzte Hermine einen Stich ins Herz, doch sie sagte nichts und wartete darauf dass er weitersprach.
„Ich war blind“, flüsterte er belegt. „Du warst die ganze Zeit vor meinen Augen, doch ich habe dich nicht gesehen. Ich wollte dich nicht sehen. Noch eine Zurückweisung hätte ich nicht überlebt.“
„Du wusstest das ich in dich verliebt war?“, überlegte sie laut und sah ihn verwundert an.
„Ich sah es Anfang der sechsten Klasse, als du beschrieben hast wie Amortentia  für dich riecht...“, antwortete er unangenehm berührt. „Du warst meine Schülerin, besserwisserische Gryffindor“, rechtfertigte er sich nahezu verzweifelt.
„Es ist Okay“, beruhigte sie ihn sogleich. „Jetzt bin ich ja hier. Jetzt sind wie hier. Nur wir beide.“
Seine Hand zitterte als er sie erneut um seinen Zauberstab schloss. Verwirrt folgte ihr Blick seiner Bewegung.
„Expecto Patronum“, verließ seine schmalen Lippen und ein dünner, silberner Faden löste sich von der Spitze. Verwundert beobachtete Hermine wie er sich nach und nach zu einem kleinen Otter wandelte, der geradeso munter durch die Gegend hüpfte, als wäre er ihr eigener Patronus.
„Severus“, wisperte sie ergriffen. „Seit wann ist es keine Hirschkuh mehr?“
„Seit Nagini“, meinte er nachdenklich und sah zu wie sich der Otter langsam auflöste. „Anfangs dachte ich, es sei dem Gift in meinem Körper geschuldet, dass er sich verändert hat. Aber nach unserem Zusammentreffen in dem alten Geheimgang, war mir die wahre Bedeutung klar.“
„Du gehörst nun zu mir“, murmelte sie überwältigt und versank beinahe in den dunklen Augen ihres ehemaligen Professors.
„Du bist mehr, als ich jemals vom Leben erwarten durfte“, flüsterte sie und begriff, dass all die schlimmen Dinge letztendlich doch etwas gutes gehabt hatten. Sie liebte einen Mann, der intelligent, talentiert, belesen und tief im inneren unglaublich liebevoll war. Und dieser Mann schien sie, die unscheinbare, besserwisserische Gryffindor ebenfalls zu lieben. Er wollte sie, nicht mehr Lily. Erfreut begann ihr Herz schneller zu schlagen. Severus Snape liebte sie.
„Wenn ich..., falls ich gesund werde“, ergriff er nun gedankenversunken das Wort, „würdest du noch weiter bei mir bleiben? Wenn ich vom Ministerium verurteilt werde und meiner gerechte Strafe zugeführt...was wird dann aus dir?“
Sie nahm die Sorge in seiner Stimme wahr und ihr war schmerzlich bewusst, dass er sich keine Gedanken um sein eigenes Wohlergehen machte, sondern darüber nachsann ihr nicht zu schaden.
„Ich werde immer bei dir bleiben“, meinte sie eifrig. „Und das Ministerium wird dir nichts böses wollen. Dafür wird Harry sorgen...“
„Wird er dass, wenn er von uns erfährt?“, fiel er ihr schnarrend ins Wort. Seine Miene verhärtete sich zu einer Maske und Hermine erkannte, dass dies ein Punkt war, vor dem er furchtbare Angst haben musste: Was andere über ihrer Beziehung dachten.
„Er muss es noch nicht wissen, wenn dir das lieber ist“, sagte sie deswegen diplomatisch. „Aber wenn du Gesund bist...und alles gut wird... und ich mit der Schule fertig bin...“, sie brach ab, da er ihr bereits den Rücken zuwandte und sich anschickte in sein Büro zu gehen.
Als sie verstummte, hielt er jedoch in seinem Vorhaben inne, ganz so als würde er darauf warten dass sie weitersprach.
„Nach der Schule, was ist dann?“, fragte er schließlich kühl.
„Dann möchte ich mein Leben mit dir verbringen“, murmelte sie kaum hörbar, gekränkt von seinem neuerlichen Rückzug.
Zögernd drehte er sich zu ihr um und musterte sie stumm.
„Ein Leben mit der Fledermaus, also“, stellte er schließlich ölig fest.
„Ein Leben mit meiner Liebe“, erwiderte sie ihm fest. „Mit einem brillanten Mann an meiner Seite.“
„Also doch Potter“, spottete er, „Weasley fällt da augenscheinlich weg.“
„Severus Snape“, antwortete sie mit einem Anflog von Wut in ihrer Stimme. Seine Launen brachten sie zur Weißglut. Warum musste er ständig alles kaputt machen?
„Ich liebe die Fledermaus aus den Kerkern!“, spie sie ihm zornig entgegen. „Ich liebe dich!“
„Obwohl die Fledermaus das nicht verstehen kann?“, fragte er skeptisch.
„Vielleicht gerade deswegen“, brummte sie versöhnlich und überwand die Distanz zwischen ihnen.
„Ich weiß was ich möchte“, erklärte sie nachdrücklich. „Und ich verbiete es dir, das in Frage zu stellen.“
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