Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
12.11.2018
12.01.2019
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Unverständlich? Warum sollte es unverständlich sein, wie er es so schön nannte, nach allem was sie geteilt hatten? Nach allem was sie über ihn wusste. Sie hatte die Wahl zwischen ihrem Einzelzimmer im Turm und seiner Nähe hier in den Kerkern. Sie mochte seine Räume, sie hatten etwas geheimnisvolles, ganz so wie ihr Eigentümer. Solange er in ihrer Nähe war, schwiegen die Erinnerungen an all die Grausamkeiten in ihrem kurzen Leben. Die Einsamkeit wich einem Gefühl der Geborgenheit, seine seltsame Magie umwob sie und es war, als würde ihr nichts und niemand mehr etwas anhaben können. Sie fühlte sich bei Severus sicher.
„Seit ich dir im Geheimgang begegnet bin, ist es, als würde mich eine unsichtbare Macht zu dir ziehen“, versuchte sie ihm verlegen ihre Befindlichkeiten zu schildern.
„Ich fühle mich bei dir...sicher. Aufgehoben.“
Er sah sie lange mit einem unergründlichen Blick aus seinen tiefschwarzen Augen an. Sie dachte schon es wäre ihm unangenehm, was sie ihm soeben eröffnet hatte. Aber schließlich ergriff er doch das Wort:
„Ich habe dich nicht aus einer Laune heraus gebeten zu bleiben, falls du das denkst. Meine Worte gestern waren ernst gemeint. Ich brauche dich um mich nicht vollständig zu verlieren....“
„Ich werde bei dir sein, wenn du mich brauchst“, meinte sie schnell und strich ihm mit ihrer freien Hand zärtlich über seine blasse Wange.
„Am liebsten wäre ich immer bei dir“, setzte sie nachdenklicher nach.
„Du weißt dass das nicht geht“, brummte er leise. „Aber auch der Geheimgang ist keine dauerhafte Lösung. Du könntest gesehen werden, wenn du ihn betrittst oder verlässt.“
„Wie soll ich dann zu dir gelangen?“, fragte sie etwas verwirrt und sah ihn verständnislos an.
„Minerva“, murmelte er mehr zu sich selbst, „würde nie erlauben, dass eine Gryffindor in die Kerker zieht.“ Er legte seine Stirn in Falten und dachte offensichtlich einen Augenblick nach.
„Auch nicht, wenn sie dort das Labor eines verstorbenen Professors nützen soll um für Mrs. Pomfrey Heiltränke herzustellen“, setzte er seinen Monolog fort.
Hermines Züge erhellten sich als sie seine Idee durchschaute. Er wollte tatsächlich ,dass sie zu ihm zog. Und das nach drei Tagen...,ja was eigentlich? Beziehung?
„Wir sollten sie fragen“,meinte sie aufgeregt und kaute aus Gewohnheit nervös auf ihrer Unterlippe.
„Sollten wir das?“, fragte er unschlüssig und starrte in die züngelnden Flammen im Kamin.
„Ja, sollten wir!“, wiederholte die Gryffindor fest. Sie wollte diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Zurück in den Turm würde sie vermutlich jederzeit wieder können, falls ihr das Leben an der Seite des Slytherin doch nicht so behagen sollte.
Zögernd löste er seine Hand aus der ihren und erhob sich um erneut zum Kamin zu gehen. Wieder kam das Flohpulver zum Einsatz. Doch dieses mal war es die Schulleiterin selbst, deren Gesicht in den grünen Flammen auftauchte und die sehr verwundert darüber wirkte, dass Severus sie gerufen hatte.
„Severus?“, fragte sie angespannt. „Was gibt es so wichtiges das du so unbedacht handelst?“
„Nun, das ist eine langwierige Angelegenheit“, schnarrte er merklich unfreundlich. „Wie wäre es, wenn du herkommst, dann könnte ich sie dir vielleicht erläutern.“
Die alte Professorin schien genervt von seiner durchaus typischen Unfreundlichkeit. Dennoch nickte sie kurz und verschwand. Sekunden später drang ein unverkennbares Rauschen aus dem alten Gemäuer und Mrs. McGonagall trat aus den Flammen. Sorgfältig klopfte sie sich die Reste des Flohpulvers aus der Kleidung und blickte schließlich auf. Ungläubig blieb ihr Blick bei Hermine hängen.
„Severus“, entfuhr es ihr sogleich aufbrausend. „Was hast du mit ihr gemacht?“
„Nichts“, knurrte er abweisend. „Dein besserwisserisches Löwenkind hat sich von ganz alleine zu mir verirrt. Und anscheinend möchte es bleiben..“, setzt er bissig nach.
„Bei Merlin“, murmelte die alte Lehrerin und ging rasch auf Hermine zu. Besorgt lies sie sich neben ihr nieder, genau da wo vor wenigen Minuten noch der Tränkemeister gesessen hatte.
„Geht es dir gut, Kind?“, fragte sie mütterlich und betrachtete sie von allen Seiten.
„Mir geht es sehr gut Minerva“, antwortete sie sanft. „Besser als in den ganzen letzten Monaten.“
„Warum möchtest du bei Severus bleiben?“, fragte die Schulleiterin direkt nach.
„Ich möchte nicht alleine sein“, murmelte sie und senkte den Blick.
„Du kannst doch jederzeit zu mir kommen, wenn du etwas brauchst“, meinte die Ältere ein wenig gekränkt.
„Ich weiß“, besänftigte Hermine sofort, „Und dafür bin ich auch sehr dankbar.“ Sie machte eine kurze Pause, ehe sie fortfuhr:
„Ich möchte Professor Snape...Severus bei der Suche nach Genesung unterstützen. Ich kann hier viel besser Lernen als im Gryffindorturm. Und ich habe einen guten Lehrer, wenn ich nicht weiterweiß.“
Noch immer skeptisch legte Professor McGonagall den Kopf ein wenig schief und ihr Blick wanderte zu dem Schwarzhaarigen.
„Möchtest du das denn auch Severus?“, fragte sie unschlüssig.
„Es wäre vermutlich für Miss Granger als auch für mich vorteilhaft von dieser Gemeinschaft zu profitieren“, umschrieb er seinen Wunsch ölig.
„Sie wird nicht in deinem Bett schlafen?!“, warf die alte Professorin rasch ein und blickte streng in das angespannte Gesicht ihrer Schülerin.
„Sie sind zwar inzwischen beide Volljährig, aber dennoch hast du dich nicht an dem Mädchen zu vergreifen Severus“, sprach sie mit scharfer Stimme auf den Slytherin ein.
„Was denkst du von mir“, entgegnete dieser schroff und bedachte die Schulleiterin mit einem kalten, bösen Blick.
„Du wirst ihr hier im Wohnzimmer eine Ecke herrichten. Mit eigenem Bett!“, forderte sie energisch.
„Wie soll ich den anderen Schülern und Lehrern diesen Umzug erklären?“, kam sie ohne Umschweife zu dem nächsten Punkt ihrer Liste, die sie sich, wie Hermine vermutete, bereits in ihrem Kopf zurechtgelegt hatte.
„Nun“, begann Severus überraschend diplomatisch. „Miss Granger bekommt meine Räume zur Verfügung gestellt um für Mrs. Pomfrey Tränke zu brauen. In den letzten Monaten gab es einige Engpässe auf diesem Gebiet. Und da es viel Zeit in Anspruch nimmt, steht ihr hier auch ein Raum zur Nächtigung zur Verfügung. Selbstverständlich behält sie auch ihr Zimmer bei der Löwenmutter“, führte er seine Erklärung aus.
Nachdenklich nickte Minerva und musterte Hermine erneut argwöhnisch.
„Wenn du nicht mehr hier sein willst, kommst du sofort zurück in den Turm“, forderte sie schlussendlich. Eilig nickte sie und versprach natürlich sofort zu gehen, wenn es bei dem Tränkemeister unangenehm werden würde.
„Gut. Ich werde allen, die es wissen müssen, morgen Bescheid geben. Falls du tatsächlich heute hier bleiben willst“, sie fasste sie ungläubig an die Stirn und fuhr dann zweifelnd fort, „so kannst du dir nach dem Abendessen ja einige Sachen aus deinem Zimmer holen. Ich werde dich dann Persönlich herbringen.“
Dankbar lächelte Hermine und drückte die Hand der Schulleiterin.
„Danke Minerva“, flüsterte sie glücklich und spürte wie sich eine wohlige Wärme in ihr ausbreitete.
Sie konnte es noch immer nicht ganz fassen. Sie würde zu Severus ziehen. Ihn jeden Tag sehen können, mit ihm arbeiten, mit ihm lernen und nicht zu vergessen, mit ihm schlafen. Ein rosa Hauch schlich sich auf ihre Wangen und etwas ertappt blickte sie schnell zu Seite.
Ihr Bett in der Ecke des Wohnzimmers würde mit Sicherheit gänzlich unberührt bleiben.
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