Love you out of the shadows

von Ronna
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Hermine Granger Severus Snape
12.11.2018
12.06.2019
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Nachdem der Trank kurz über dem Feuer gerührt worden war, deckte ihn der Tränkemeister wieder  sorgfältig zu und schloss auch das dicke Buch, ließ es jedoch am Tisch liegen. Hermine folgte ihm stumm in das Wohnzimmer wo ihr sogleich ihre magische Tasche wieder ins Auge fiel. Sie musste lernen.Und sie hatte Hunger. Ihr Magen knurrte unüberhörbar.
„Bringen dir die Hauselfen Essen?“, fragte sie den Schwarzhaarigen möglichst beiläufig.
„Das tun sie“, gab dieser spärlich zur Antwort. „Ich flohe ihnen die Bestellung über den Kamin.“
Sie setzte sich auf das Sofa und nahm ihr Buch aus der Tasche. Früher oder später musste sie ja ohnehin lernen, was nützte es also das Unvermeidbare noch länger hinauszuzögern.
„Möchtest du auch etwas essen?“, fragte er unvermittelt, während er schon am Weg zum Kamin war.
„Ja, wenn es nichts ausmacht...“, antwortete sie leise und ein wenig beschämt. Fragend hoben sich seine Augenbrauen, er sagte aber nichts weiter und setzte seinen Weg zum Kamin fort.
Murmelnd warf er etwas Flohpulver hinein und Hermine starrte wie gebannt in die grün aufflackernden Flammen. Als er sich wider umdrehte, begegneten sich ihre Blicke. Die Andeutung eines Lächelns umspielte seine Lippen und sie begann ebenfalls zu lächeln.
Wie selbstverständlich nahm er anschließend neben ihr auf dem Sofa platz und nahm ihr interessiert das Buch aus den Händen.
„Zauberkunst also“, schnurrte sein dunkler Bariton an ihrem Ohr. Sie nickte kaum merklich und schloss die Augen. Eine seltsame Vertrautheit hatte sich zwischen ihnen breit gemacht. Ein Gefühl das sie verzweifelt versuchte auszukosten, fest zu halten. Seine langen, schlanken Finger strichen vorsichtig eine Strähne hinter ihr Ohr. Sie spürte seinen Atem wie einen weichen Windhauch an ihrer Schläfe. Sein Duft benebelte sie zum wiederholten Male.
„Severus“, wisperte sie heiser. Sie liebte es seinen Namen auszusprechen. Es machte ihn zu etwas sehr privaten, intimen. Kaum jemand sonst nannte ihn Severus.
„Entspann dich“, erklang seine dunkle Stimme in ihrem Kopf. „Ich möchte etwas versuchen...“
Wie machte er das? War es Legilimens, das er bei ihr anwandte?
„Ja“, sagte er dicht an ihrem Ohr. „Ich kann dir alles Wissen vermitteln, das du für den Unterricht brauchst.“
Überrascht schlug sie die Augen auf. Er war ihr so nahe, das sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten. Sein dunkler Blick war forschend und gleichsam neugierig. Unruhe spiegelte sich in seinem blassen Gesicht. Hermine wusste nicht, warum er sie an all seinem Wissen teilhaben lassen wollte. Warum er in ihren Geist eindrang. Was glaubte er zu finden? Dachte er wirklich ihr Liebe zu ihm wäre eine Lüge gewesen?
„Du bist eine brillante Hexe“, flüsterte es in ihren Gedanken. „Die erste nach Lily, mit der ich mein Wissen freiwillig teile“, fügten seine Lippen beinahe tonlos hinzu. Die erste nach Lily.
Hermine war sich immer noch nicht sicher ob sie es als Kompliment oder eher als Beleidigung auffassen sollte oder konnte. Aber sie wollte ihnen Zeit geben. Zeit die er mit Lily nicht gehabt hatte.
„Ich mag es lieber wenn du es mir erzählst, so hier vor mir und nicht in meinen Gedanken“, meinte sie schließlich zögernd.
„Ach ja?“, schnaubte er beleidigt und wandte sich abrupt von ihr ab. „Ich denke nicht das ich bei
den UTZs neben dir stehen werde und dir die Antworten von Angesicht zu Angesicht ins Ohr flüstern!“, setzte er merklich aufgebracht nach. Ungläubig starrte sie auf sein versteinertes Gesicht das er zornig halb von ihr weggedreht hatte. Er wollte ihr bei den Prüfungen helfen? Ihr mit Legilimens oder ähnlichem einen Vorteil verschaffen?
„Es wäre nicht fair“, versuchte sie beschwichtigend einzuwerfen und legte ihre Hand vorsichtig an seine Schulter.
„Nichts im Leben ist fair“, knurrte er mit zusammen gebissenen Zähnen bitter. „Das müsstest du doch schon wissen!“
Sie wusste sehr wohl, dass er damit auf die unfreundliche und demütigende Behandlung seinerseits in den vielen Unterrichtsstunden Zaubertränke anspielte, tat aber so als hätte sie es nicht gehört.
„Es ist sehr... freundlich von dir mir das anzubieten“, flüsterte sie sanft.
„Freundlich?“ Seine Stimme wurde lauter und von Wut gepackt fuhr er zu ihr herum und starrte sie aus hasserfüllten schwarzen Augen an.
„Ich bin nicht freundlich, merk dir das. Ich bin die hässliche Feldermaus aus den Kerkern, schon vergessen. Ich bin nicht dein Freund. Ich bin ein Todesser, abscheuliches....“
Weiter kam er nicht. Hermine hatte energisch seine Schultern gepackt und presste sich mit ganzer Kraft gegen seinen Körper. Heiß und innig verschossen ihre Lippen die seinen. Salzige Tränen fanden den Weg über ihre Wange, vermischten sich mit dem Kuss und gaben ihm eine wehmütige Note. Sie wollte nicht, dass er so von sich dachte! Sie wollte ihn nicht zurückweisen, ihm nicht das Gefühl geben, etwas falsch zu machen, wenn er ihr doch nur helfen wollte. Und es war durchaus verlockend ihn als Hilfe bei den Prüfungen zu haben. Er war klug, gebildet und in allem nahezu ohnegleichen. Es war eine Ehre ihn als Mentor zu haben, seine Hilfe war mehr als sie sich erwarten konnte. Am liebsten hätte sie sich im Nachhinein für ihre Reaktion auf sein selbstloses Angebot geohrfeigt.
Atemlos löste sie schließlich den Kuss und lehnte ihre Stirn gegen die seine.
„Es tut mir leid“, meinte sie aufrichtig und hauchte ihm noch einen sanften Kuss auf seinen Mund.
„Du kennst nun mein Angebot“, kam es leise von ihm. Hermine küsste seine Wange und murmelte ein „Danke“ in sein Ohr, ehe sie die Arme um ihn schlang und sich wieder gegen die weiche Lehne des Sofas sinken ließ.
Einige Augenblicke verweilten sie in der Umarmung, dann jedoch ertönte ein Ploppen und die Gryffindor erschreckte sich so dermaßen, dass sie den Tränkemeister beinahe von sich gestoßen hätte.  
Offensichtlich schien der Hauself ebenso erschrocken, denn das Tablett in seinen Händen wackelte verdächtig. Eilig stellte das kleine Wesen es auf den Tisch und verschwand dann wieder, nachdem Severus keine weiteren Wünsche geäußert hatte.
Nachdenklich nahm dieser nun seinen Zauberstab zu Hand und verwandelte den Couchtisch in einen Esstisch, gerade hoch genug das man vom Sofa aus bequem daran sitzen konnte.
„Für gewöhnlich esse ich an meinem Schreibtisch“, kommentierte er sein Handeln knapp.
Sie starrte in das Gericht aus magischen Teigwaren. Es war ihr plötzlich unangenehm so neben ihm zu essen. Sicherlich war er in all den Jahren in der großen Halle zu den Mahlzeiten anwesend gewesen. Sie hatte von ihrem Platz aus das eine oder andere mal einen Blick auf ihn erhaschen können. Jedoch jetzt so zweisam, ja beinahe intim neben ihm zu sitzen und zu speisen fühlte sich seltsam ungewohnt an.
Den Slytherin schien das nicht weiter zu bekümmern. Ohne ein weiters Wort begann er langsam und bedächtig zu essen. Verlegen schob sich auch Hermine einen Bissen in den Mund. Fasziniert beobachtete sie wie elegant, ja beinahe anmutig er aß, es kam ihr beinahe wie etwas magisches, unglaublich wertvolles vor, ihn so zu sehen. Seine schönen Hände hielten Messer und Gabel als wären sie aus zerbrechlichem Glas. Ähnliches hatte sie beobachtet wenn er eine Feder führte und seine unverwechselbare Handschrift zu Papier brachte.
Lange kaute sie auf dem einen Bissen herum, versunken in dem Anblick seiner Schönheit. Seiner Art sich zu bewegen, einfach zu sein.
Wie konnten die anderen nur alle so blind sein, gegenüber seiner Einzigartigkeit? Er war so besonders.
„Keinen Hunger besserwissende Gryffindor?“, unterbrach er irgendwann ihre Beobachtungen und holte sie mit seiner schnarrenden Stimme zurück in die Realität.
Hastig begann sie weiter zu essen und richtete ihren Blick krampfhaft auf das sich leerende Teller.
„Kein romantisches Dinner wie du erwartet hast?“, zog er sie weiter ölig auf.
„Es war schön“, brummte sie zwischen zwei Bissen, „bis gerade eben“.
Daraufhin schwiegen sie beide. Als sie aufgegessen hatte, reichte ihr der Schwarzhaarige ihr Buch und ihre Tasche.
„Du solltest zurück zu deiner Löwenmutter“, presste er kurz angebunden hervor. Sie sah das er wieder Schmerzen hatte. Der Trank, den er im selben Moment zügig trank, bestätigten ihre Theorie.
„Ich kann noch bleiben, dir helfen....“
„Minerva wird misstrauisch werden“, meinte er, als er sich ein wenig entspannte und die Schmerzen offensichtlich ein wenig nachgelassen hatten.
„Wir sollten es ihr sagen“, entgegnete sie ruhig. Seine Augenbraue wanderte erneut nach oben. Anscheinend hielt er sie nun für vollkommen übergeschnappt. Wieder blieb er ihr eine Antwort schuldig. Stattdessen fasste seine Hand nach der ihren und er drückte sie kurz.
„Hermine“, drang sein Bariton weich an ihr Gehör. „Unverständlich dass du wirklich bleibst.“
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