Gillian und Cal

GeschichteAllgemein / P12
Dr. Cal Lightman Dr. Gillian Foster
11.11.2018
11.11.2018
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Ich hoffe diese Geschichte findet noch jemanden, der sie ließt.

XX

Der Himmel über Washington D.C. färbte sich in ein sattes Orange und die ersten Lichter schienen durch die Fenster der Häuser. Der Abend brach an und damit kam auch Ruhe in die Lightman Group. Nur noch Lightman saß in seinem Büro und starte aus seinem Fenster, mit einem Glas Scotch in der Hand. Ein anstrengender Tag lag hinter ihm. Heute wurde endlich der Mann verhaftet, der seit zwei Wochen sein Unwesen in D.C. trieb. Er brach nachts bei Alleinstehenden Frauen ein, beraubte und vergewaltigte diese. Ein Fall der nicht nur an ihm zerrte, sondern auch an Gillian, obwohl sie es nie zugeben würde. Sie ist eine starke Frau, dass wusste Cal, doch auch starke Frauen haben hin und wieder Grenzen. Genauso wie Männer, wenn es um die Gefühle und eine Frau geht. Kopf schüttelnd setzt er sich auf sein Bürostuhl, dreht gedankenverloren das Glas in seiner Hand
„Du bist noch da?“ Cal erschrak als Gillian in der Tür stand. Sie wirkte müde und geschafft.
„Das könnte ich dich auch fragen. Wolltest du nicht schon vor einer halben Stunde gehen?“ er stand auf und deutete auf die Flasche Scotch auf seinem Tisch. „Auch einen?“ Sie winkte ab und setzte sich zögerlich auf die Couch.
„Was ist los, Gillian?“ besorgt ging Cal um seinen Tisch herum und stellte sich vor seine Kollegin. Gillian sah ihn nicht an, sondern verknotete nervöse ihre Finger in einander.
„Gillian, Schatz?“
„Cal -Ich- Kann ich..“ begann sie, bis die Tränen ihr die Sprache raubte. Schnell setzte er sich neben sie und nahm sie in den Arm.
„Schsch..“ er  ließ sich mit ihr in das Couch-polster fallen und strich liebevoll über ihren Rücken bis sie sich einigermaßen beruhigte. „Was ist denn los Liebes?“ Ihre Augen waren rot und ihr Make-up verschmiert, in seinen Armen wirkte sie so zerbrechlich.
„Ich habe Angst“ nuschelte sie gegen seine Brust.
„Wovor?“
„Jim Morgen…“
Bei dem Namen verkrampfte Gillian in seinen Armen und drückte sich noch näher an seine Brust, als würde sie Schutz und Halt suchen.
„ Es waren alles Alleinstehende, Vollzeit arbeitende Frauen, Cal. Frauen wie-“ ihre Stimme versagte wegen einem neuen Schwall Tränen. „Frauen wie ich. Sie waren allein und hatten außer ihrer Arbeit nichts in ihrem Leben.“ Tränen liefen wie Rinnsale über ihre Wangen, sie schluchzte laut und zitterte. Cal brach es das Herz sie so zusehen.  
„Nein Gillian, das stimmt nicht.“ Er richtete sich auf und zwang sie so in seine Augen zu schauen. „Du bist nicht wie sie, du bist nicht allein! Du hast so viele Mensch, denen du so viel Bedeutest und die für dich da sind. Du bist so viel mehr! Emily schaut zu dir auf und sieht in dir eine zweite Mutter.“ Sanft wischte er die Tränen von ihren Wangen.
„Ist das wahr?“
„Du bist die Sprachexpertin, sag du es mir.“ Witzelte Cal und bekam den erwünschten Effekt, auch Gillian lachte wieder.
„Wieso?“ Gillian verstand nicht, warum gerade sie so wichtig für Emily sein könnte. Sie verbrachten hin und wieder ein paar Abende zusammen, gingen shoppen oder redeten über so mach Dinge, eher banale Sache. Mädchen Gespräche eben.
„Weil du da bist. Für Emily und mich bist du einfach immer da gewesen. Weißt du noch, als ich dich panisch angerufen habe, weil Emily zum ersten Mal ihre Periode bekommen hat? Zoe war, wie üblich nicht da und ich wusste nicht was ich tun sollte, außer dich anzurufen.“
„‚Gillian! Em, die hat ihre Tage! Was muss ich tun? Kann Man(n) was tun? Du musst kommen!‘ Ich musste mir das lachen verkneifen, als du mich angerufen hast. Man hätte denken können, es wäre sonst was bei euch zu Hause passiert.“ Beide lachten über die Erinnerung an den vergangenen Tag. Am Ende saßen alle auf der Couch, Gillian und Cal zwischen ihnen Emily, in Cals Wohnzimmer, aßen Schokoladenpudding und schauten einen Disneyfilm. Sie wirkten wie eine kleine glückliche Familie.
„Und dann kam Zoe nach Hause…“ das lächeln verschwand aus Cal Gesichts.
„Ja, dann wurde es unschön.“
Als Zoe nach Hause kam und die Drei au der Couch vorfand, brannten bei ihr jegliche Sicherungen durch. Sie schrie erst Cal an und dann Gillian. Sie warf Gillian vor, an ihrer zerrütteten Ehe schuld zu sein und mit Cal ein Verhältnis zu haben. Cal stellte sich schützen vor sie, nahm sie in Schutz und stellte Zoes als Mutter in Frage. Der Streit eskalierte und Gillian nahm Emily aus der Schusslinie in dem sie mit ihr zu sich fuhr. Ihr war egal, was Zoe ihr in dem Moment hinterher rief, Emily sollte diesen Streit nicht mitbekommen.
„Ich bin dir so dankbar, dass du sie damals mitgenommen hast.“
„Kein Problem“ sie lächelt ihn an und strich mit ihrer Hand über seine rechte Brust, in höhe seines Herzens. Unter ihrer Berührung fing seine Haut Feuer und sein Herz schlug schneller.
„Das mit deinem T-Shirt tut mir leid.“ Verlegen strich sie ihre Haare hinter ihr Ohr. An der Stelle wo ihr Kopf ruhte, war ein kleiner Nasser Fleck zurück geblieben von ihren Tränen.
„Das wird wieder trocken... Geht es dir besser?“ vorsichtig legt er seine Hand auf ihren Oberschenkel.
„Ja“ Gillian nahm seine Hand und strich sanft mit ihrem Daumen darüber. Cal sah sie verwundert an, sagte aber nichts, sondern genoss den Moment, die Stille, die Geborgenheit die zwischen den beiden herrschte.
„Wir sollten gehen, es ist schon spät.“ Gillian hörte auf über seine Hand zufahren, nahm wortlos seine Hand und stand auf. Sie löschte das Licht im Büro und verlies mit ihm die Firma, bis sie auf dem Bürgersteig angekommen waren. Auf dem ganzen Weg hielt sie seine Hand und sagte nichts. Cal blieb stehen, so auch Gillian und sah ihn fragend an.
„Denkst du nicht wir haben genug geschwiegen?“ fragte Cal sie und ging ein schritt auf sie zu.
„Was willst du denn sagen?“ flüstert Gillian, wie waren sich so nah, dass kaum noch etwas zwischen sie passte.
„Du bist einen unglaubliche Frau Gillian. Als wir uns das erste Mal trafen, warst du ein Rätsel für mich, was ich lösen wollte. Doch ich wurde aus dir nicht schlau. Du warst so anders, so schlau und gerissen. Du hast mich mit meinen eigenen Waffen geschlagen, mir meine Grenzen gezeigt und mich scheitern gesehen. Und dennoch warst du für mich da. Und ich? Ich habe viel zu selten Danke gesagt, dich so behandelt, wie Man(n) das eigentlich nicht tun sollte und deine Grenzen nicht akzeptiert… Du hast so viel mehr verdient. Du kannst dir nicht vorstellen, wie glücklich ich jeden Tag aufs Neue bin, wenn ich dich im Büro sehe, weil... weil ich mich...“ er kniff die Augen zusammen, sammelte Mut und wartete auf das was kommt. „weil ich mich in dich verliebt habe.“ Bei jedem Wort wurde seine Stimme leiser und als das letzte Wort raus war, machte er sich darauf gefasst, dass sie entweder ging, ihn schlug oder beides Tat, doch nichts der Gleichen geschah. Sanft legte sie ihre Hand au seine Wange und Cal blickte sie an. Sie lächelte mit Tränen in den Augen. Freudentränen.
„Ich liebe dich, Cal!“ Gillian brach die letzte Distanz zwischen den beiden und legte sanft ihre Lippen auf seine. Die Zeit blieb für einen Moment stehen. Es gab nur sie und dieser Kuss. Bis sie in die Realität wieder fanden. Cal legte seien Hand auf ihre, die immer noch auf seiner Wange lag und verschränkte sie.
„Wir sollten gehen, es ist schon spät.“
Und sie gingen, zusammen, Händchenhalten durch die Stadt zu ihm, nach Hause, zu ihrem zu Hause.
Für immer

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Bis zum nächsten Mal,
WP
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