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Invincible

GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alexander Mahone Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield OC (Own Character) Paul Kellermann
10.11.2018
24.11.2019
19
44.434
5
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12.01.2019 3.229
 
Gerade als Ava glaubte, es wäre vorbei, erhellte das Licht von Scheinwerfern die Straße. Ein Auto fuhr auf sie zu. „Scheiße.“ Mahone steckte seine Waffe wieder ein und Ava atmete erleichtert aus. Der Wagen hielt vor ihnen an und weil es so mit seinen Scheinwerfern blendete, hielt Mahone sich die Hand vors Gesicht.

„Ist alles in Ordnung bei euch?“ fragte eine männliche Stimmte und eine Tür ging auf. „Ja, es ist alles okay. Danke.“ sprach der Agent. „Sie können ruhig weiterfahren.“ Nein, dachte sich Ava, traute sich aber nicht es laut auszusprechen. Nicht, dass er diese Menschen auch noch umbrachte. Das konnte sie nicht zulassen. Eine weitere Tür ging auf.

„Bitte, fahren sie ruhig weiter, ich bin vom FBI.“ wiederholte Mahone, zeigte seines Ausweis vor. Ava biss sich auf die Lippen und kämpfte gegen den Drang einfach loszuschreien. „Das machen wir bestimmt nicht.“ sagte der Mann auf einmal und trat aus dem Schatten hervor.

Avas Augen weiteten sich, als sie Michael Scofield vor sich erblickte. Was? Wie? Warum? Woher? All diese Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum.

„Was zum?“ entsetzt wollte Mahone nach seiner Waffe greifen, als plötzlich Lincoln hinter dem Van hervorkam und ihm eine Pistole an den Kopf hielt. „Das würde ich an deiner Stelle nicht tun.“ warnte er und Michael durchsuchte ihn. Er fand die Schlüssel und befreite Ava von ihren Handschellen. Sie sah ihn erschrocken an. „Komm mit.“ er deutete Richtung ihres Autos.

„Ihr könnt nicht …“ weiter kam Mahone nicht, denn Lincoln schlug ihm auf den Hinterkopf, sodass er bewusstlos zu Boden fiel. Ava war viel zu geschockt, um etwas zu sagen. Sie glaubte einfach nicht, was da passierte und sie hatte es mit ihren eigenen Augen gesehen.

„Ava?“ sprach Michael ruhig. „Ist alles in Ordnung?“ „Hat er dir etwas getan?“ wunderte sich Lincoln. Sie sah beide an, schüttelte den Kopf. „Ich, ich verstehe nicht. Woher … Seid ihr etwa meinetwegen zurückgekommen?“ „Ja.“ gestand Michael. „Als wir dieses Interview von Mahone gesehen haben, wussten wir, dass du in der Klemme steckst. Das war unsere Schuld, wir mussten etwas tun.“

Ava sah zu Lincoln, der ihr zunickte. „Genauer gesagt, war es meine Schuld. Ich habe dich gerettet und ihnen den Anlass dazugegeben, dich zu verdächtigen.“ Ava überlegte was sie tun sollte, doch ihr fiel nichts ein, also blickte sie erneut die beiden Brüder an. „Danke.“

Dennoch wusste sie nicht, was sie tun sollte. Wenn sie nun zu ihnen ins Auto stieg, würde sie endgültig als Kriminelle abgestempelt werden. Aber wenn sie es nicht tat, landete sie im Gefängnis. Mit Mahones Einfluss vermutlich für immer. Sie hatte keine Wahl.

„Gehen wir.“ „Gut.“ nickte Michael. Ava blickte noch einmal zum bewusstlosen Mahone, bevor sie, Michael und Lincoln in das Auto stiegen und davonfuhren.

„Wie habt ihr mich überhaupt gefunden?“ interessierte es Ava. „Nachdem Interview habe ich vermutet, dass du noch auf dem Revier festgehalten wirst. Wir sind dorthin gefahren und haben gesehen, dass Mahone dich mitnimmt. Dann sind wir euch hinterher, mussten aber etwas Abstand halten, damit er nichts merkt.“  erzählte Michael. Ava nickte. Klang einleuchtend.

Dennoch konnte sie es immer noch nicht fassen, dass sie ihretwegen zurückkamen. Sie hatten doch überhaupt keinen Grund dazu, sie waren frei und konnten nun sonst wo sein, aber sie waren wieder hier bei ihr.

„Hast du Hunger?“ erkundigte sich Michael und holte sie aus ihren Gedanken. „Äh.“ sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sein freundliches, mitfühlendes Verhalten irritierte sie immer noch. „Das heißt dann wohl, ja.“ deutete Lincoln und fuhr zum Drive-In eines McDonalds, wo er für sie alle das Essen bestellte.

Natürlich hatte Ava Hunger, weil sie seit heute Morgen nichts gegessen hatte und so schlang sie ihren Burger sofort herunter. Sie gestand, dass dies das einzig Gute an dem Tag war. Bei dem Wort ‚Tag‘ fiel ihr auf, dass ihr Leben innerhalb von 24 Stunden auf den Kopf gestellt wurde. Sie verlor ihren Job, ihr zuhause und ihre Mutter, zu der sie nun nicht mehr zurückkonnte, weil sie sie dadurch auch in Gefahr bringen würde.

Eine dreiviertel Stunde später kamen sie beim Motel an, das sich außerhalb der Stadt befand. Bereits beim Aussteigen wurden die drei von Sucre in Empfang genommen. „Hallo Leute. Es hat also alles geklappt.“ er sah Ava an. „Ja. Wir waren noch rechtzeitig da. Das Arschloch hat versucht sie umzubringen.“ erzählte Lincoln. „Schon wieder?“ hackte er nach und Ava musste lächeln. Selbst er hatte es also mitbekommen.

„Na wen haben wir denn da.“ diese Stimme hätte Ava am liebsten nie wieder gehört, doch da war sie nun. Bagwell kam auf sie zu. Wäre Ava nicht so müde, hätte sie ihm augenblicklich seine Visage poliert. „Und was machen wir jetzt mit ihr? Sollen wir die kleine Schlampe mit uns mitschleppen?“ „Was hast du gesagt?“ hackte Ava nach und ging auf ihn zu, wurde aber wieder von Lincoln aufgehalten. „Wir dürfen nicht auffallen.“ erinnerte er sie und sie hielt inne. „Sprich nicht so mit ihr. Unseretwegen ist sie in Schwierigkeiten, wir werden ihr helfen.“ Ava entspannte sich bei seinen Worten.

„Und jetzt sollten wir alle erstmal eine Runde schlafen. Das war ein langer Tag.“ schlug Michael vor. „Aufgrund unseren kleinen Budgets müssen wir uns auf zwei Zimmer aufteilen. Ich gehe mit Ava und Lincoln, ihr zwei teilt euch das andere Zimmer.“ „Spinnst du?“ widersprach Sucre. „Ich teile mir doch kein Zimmer mit diesem Psychopathen!“ „Hey!“ entgegnete T-Bag gespielt beleidigt.

„Ich persönlich würde mir ja gerne das Zimmer mit unserer neuen Freundin teilen.“ er zwinkerte ihr zu, wobei sie ihn böse anfunkelte. „Ich meine, jemand müsste doch aufpassen, dass sie keine Dummheiten macht.“

„Ich werde schon auf sie aufpassen.“ entgegnete Lincoln. „Also ich denke, ich kann sie viel besser händeln.“ er zwinkerte ihr zu und Ava verdrehte die Augen. „Michael, geh mit ihnen ins Zimmer.“ im nächsten Moment spürte sie Lincolns Hand auf ihrem Rücken. „Komm, sonst verpasse ich ihm eine.“ schmunzelnd gehorchte sie und ließ sich von ihm auf ihr Zimmer bringen.

Nachdem sie sich kurz umgesehen hatte, ging sie gleich ins Bad. Dort stellte sie sich vor den Spiegel und als sie hineinblickte, bekam sie einen Schrecken. Sie sah genauso aus, wie sie sich fühlte: Furchtbar. Zerzauste Haare, dunkle Augenringe. Sie wusch sich das Gesicht, den Hals und die Hände. Das tat gut. Am liebsten hätte sie nun heiß geduscht, doch dafür hatte sie keine Kraft mehr. Morgen war auch noch ein Tag.

Hoffentlich.

Als sie fertig war, stellte sie fest, dass Lincoln auf dem anderen Bett lag und bereits schlief. Ava zog sich ihre Jacke aus und legte sich ebenfalls hin.

Wie sollte es nun weitergehen? Was sollte sie tun? Würde sie bei ihnen bleiben? Konnte sie ihnen vertrauen? Sie hatte keine Ahnung, was sie erwartete oder was auf sie zukam.

Sie drehte sich auf die Seite, wobei sie den schlafenden Lincoln entdeckte. Vielleicht war er gar kein so übler Kerl. Klar, er hatte den Bruder der Präsidentin umgebracht, aber … da fielen ihr T-Bags Worte in ihrem Haus ein. „ein richtiger Mord.“ war das kein richtiger Mord gewesen? Sie verstand es nicht.

Dennoch fragte sie sich, wie schlecht jemand sein konnte, der für jemanden, den er nicht kannte, sein Leben riskierte? Er kam ihretwegen mit Michael sogar wieder zurück. Das mussten sie nicht, aber sie taten es dennoch.

Michael war sowieso ein Sonderfall. Seitdem sie ihm das erste Mal begegnet war, hatte er keine Anzeichen von Aggression, Wut oder Gewalttätigkeit gezeigt. Er war stets bemüht allen zu helfen, sogar ihr. Er nahm es sogar in Kauf erwischt zu werden, um sie zu befreien.

Sie nahm an, dass sie wohl alle irgendwie ein Gewissen hatten. Aber damit meinte sie natürlich nur Lincoln, Michael und Sucre. Beim letzteren hatte sie schon im Haus kapiert, dass er kein so schlechter Kerl war.
Der einzige unter ihnen, den sie am liebsten gleich in Stücke reißen würde, war Bagwell. Nachdem was es ihrer Mutter und ihr im Haus beinahe angetan hätte, war das aber auch kein Wunder.

Verdammt, sie durfte nicht so naiv sein! Sie war eine Polizistin und musste es eigentlich besser wissen. Vielleicht hatten die etwas vor und brauchten sie ganz einfach! Aber was? Ihr fiel nichts ein. Außerdem würden sie sie bestimmt nicht so frei und unbeaufsichtigt lassen. Sie könnte sich nun einfach rausschleichen und er würde nichts mitkriegen.

Wieder kam die Frage auf, wo sie sonst hinsollte. Sie hatte niemanden außer ihrer Mutter. Sie entschloss sich etwas zu schlafen, um einen freien Kopf zu bekommen. Morgen würde ihr sicherlich etwas einfallen. Weil sie so erledigt war, schlief sie beinahe im selben Moment ein.

Als Ava am nächsten Morgen erwachte, schien bereits kräftig die Sonne.

Müde richtete sie sich auf, rieb sich die Augen. Dabei fiel ihr auf, dass ihr Zimmergenosse weg war. „Lincoln?“ rief sie deshalb, bekam aber keine Antwort. Schnaubend richtete sie sich auf und ging ins Bad.

Dort machte sie sich frisch und überlegte kurz, ob sie es wagen sollte und dann fiel ihr ein, dass sie ja nicht wusste, wann sie das nächste Mal die Gelegenheit dazu bekam. Sie streifte sich die Kleidung vom Körper und sprang unter die Dusche. Sie drehte das Wasser auf und wartete ab, bis es endlich warm wurde, eher sie sich darunter stellte. Das tat vielleicht gut. Nach dem gestrigen Tag lernte sie so etwas richtig zu schätzen.

Nach einigen Minuten stellte sie das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Kaum hatte sie sich abgetrocknet, hörte sie auf einmal die Tür aufgehen. Ihr Herz machte einen Sprung. Das konnte jeder sein! Eilig bat sie sich das Handtuch um den Körper.

Natürlich hätte sie auch fragen können, ob es Lincoln war, doch sie traute sich nicht einen Laut von sich zu geben. Wenn sie einfach nur kurz rausspähte. Vorsichtig öffnete sie die Tür, als Lincoln mit erhobener Hand davorstand.

Erleichtert atmete sie auf, öffnete die Tür ganz. Lincoln, der einen Blick über ihren Körper schweifen ließ, wandte sich schließlich nervös ab. „Ähm.“ er räusperte sich und trat vom Badezimmer weg. „Wir haben dir neue Kleidung und Frühstück besorgt.“

Sie verstand auch warum. Man würde nach ihnen in der Kleidung fahnden, in der sie zuletzt gesehen wurden. „Danke.“ „Zieh dich um und iss etwas. Dann treffen wir uns zusammen mit den Anderen in deren Zimmer.“ „Was machen wir da?“ wunderte sie sich. Er drehte sich um, hielt den Augenkontakt. „Wir müssen besprechen, wie es weitergeht.“ Ava nickte. „Okay.“

Dafür hatte sie vollstes Verständnis. Sie kannten sie gar nicht und wollten bestimmt auf Nummer sichergehen. Außerdem brauchte sie selbst einige Infos, also traf sich das gut.

Lincoln ließ sie alleine. Ava sah ihm nach und begann ihre neuen Klamotten zu inspizieren. Es war ein dunkelrotes Langarmshirt, eine schwarze Jeans und ein paar Socken. Gar nicht mal so schlecht, dachte sie sich. Nachdem sie es angezogen hatte, passte es sogar perfekt. Irgendjemand, und sie tippte auf Michael, war ein guter Beobachter.

Dann machte sie sich ans Frühstück ran. Dieses bestand aus einem Putensandwich und einem schwarzen Kaffee. Es war nicht viel, aber es reichte.

Dabei bestätigte sich ihre Theorie, dass sie eigentlich frei war. Sie bewachten sie nicht, warteten nicht auf sie. Sie hielten sie also nicht fest. Das beruhigte sie etwas.

Hiernach griff sie nach ihrer Jacke und verließ das Zimmer. Gestern hatte sie noch gesehen, wo sich der Rest der Truppe einquartiert hatte und das war das Zimmer am Ende des Ganges. Dort klopfte sie an und wurde und von Lincoln reingelassen.

„Hey.“ sagte sie knapp und betrat den Raum. Dort saßen Sucre und T-Bag hinter einem Tisch mit Tüten und Bechern drauf. Sie hatten wohl gerade ebenfalls gegessen. Michael kam aus dem Bad „Morgen.“ begrüßte er sie lächelnd. „Morgen.“ „Die Sachen passen wie ich sehe.“ stellte er fest. „Ja, danke. Und danke noch einmal für gestern.“ Michael lächelte sie an.

„Also.“ sprach nun T-Bag und erhob sich. „Erzähl uns etwas von dir.“ Ava warf ihm einen genervten Blick zu. „Was denn?“ „Was unser Kollege sagen will …“ sprach Michael dazwischen. „ist, dass wir nichts von dir wissen und keine Ahnung haben, ob wir dir vertrauen können.“ komisch, das von einem ehemaligen Häftling zu hören.

„Das Gleiche könnte ich euch auch sagen.“ Ava zuckte mit den Schultern. „Das glaube ich nicht.“ wandte T-Bag ein. „Im Haus, da wusstest du ganz genau, wer ich bin und du hast auch die Geschichte unseres Mexikaners gekannt.“ „Ich bin Puertoricaner.“ widersprach Sucre genervt. „Ist doch egal.“

„Ich habe eure Akten gelesen.“ gestand die junge Frau. „Deshalb wusste ich auch, wer ihr wart und was ihr angestellt habt. Ich wusste nur nicht warum ihr bei meiner Mutter eingebrochen seid.“ sie schaute rüber zu Michael, der den Blick senkte.

„Das ist schon mehr, als wir über dich wissen.“ kam es auf einmal von Sucre, der sie erwartungsvoll ansah. „Es ist nur fair.“ bei dem Satz fiel Ava auf, dass sie ja eigentlich nur ihretwegen noch am Leben war. Irgendwo war es also das Mindeste. „Na gut.“

„Ich heiße Ava Pierce, bin 27, komme aus Tooele und war mal eine Polizistin. Meine Mom Melanie habt ihr ja bereits kennengelernt.“ „Ja. Ein scharfes Stück.“ grinste T-Bag anerkennend. „Hey. Halt dich mal zurück ja, sonst sage ich gar nichts.“ warnte sie ihn.

„Hast du sonst noch Familie?“ erkundigte sich Sucre. Ava schüttelte den Kopf. „Mein Vater starb vor 3 Jahren bei einem Überfall.“ „Entschuldige.“ er glaubte wohl etwas Falsches gesagt zu haben, doch Ava empfand es nicht so. Es war eine berechtigte Frage. „Schon gut.“

„Ist das alles?“ hackte T-Bag nach. „Mehr ist da nicht.“ „Freunde? Ehemann? Liebhaber? Irgendjemand, der dir hinterherfahren würde?“ Ava runzelte die Stirn. „Nein. Freunde habe ich keine mehr, bin nicht verheiratet und hab auch einen Freund. Die einzige, die mir hinterherfahren würde, wäre meine Mom, aber die hat doch keine Ahnung wo sie suchen würde.“ „Gut. Danke dir für deine Offenheit.“ lächelte Michael. Ava erwiderte sein Lächeln.

„Und das wars?“ T-Bag trat genervt nach vorne und wandte sich an Michael. „Das reicht uns? Wir kennen die Tusse doch erst seit einem Tag, sie sagt uns ihren auswendigelernten Lebenslauf auf und wir sind die besten Freunde?“ Ava verdrehte die Augen. Der Kerl gab einfach nicht auf.

„Mehr brauchen wir ja auch nicht in dem Moment.“ Michael steckte seine Hände in die Hosentaschen. „Wirklich nicht? Meinst du nicht, dass wir erst überprüfen müssen, ob sie mit der Polizei nicht unter einer Decke steckt? Habt ihr sie wenigstens nach Wanzen abgesucht?“ „Wenn sie verwanzt wäre, wären die schon längst hier.“ sprach nun Lincoln dazwischen.

„Bist du sicher? Vielleicht wollten sie uns erst abhören und dann loslegen.“ er trat an Ava heran. „Ich melde mich freiwillig, um die Kleine abzutasten.“ Lincoln stellte sich dazwischen und schubste ihn nach hinten. „Du hältst dich zurück, bevor ich dir noch etwas Anderes außer deiner Hand abhacke.“ in dem Moment blickte Ava auf Bagwells Hände und entdeckte tatsächlich, dass seine linke Hand unnatürlich aussah. „Michael, er könnte Recht haben.“ überlegte Sucre. „Danke!“ schnaubte T-Bag.

„Die hätten unmöglich wissen können, dass ihr mir folgen würdet. Dass ich eure Komplizin bin, hat sich dieser Mahone nur ausgedacht, damit ich im Gefängnis lande!“ auch Ava wandte sich an Michael. „Und das lässt du gelten?“ fauchte T-Bag. „Seit wann bist du so vertrauensselig? Bist du sicher, dass wir nicht gerade in diesem Moment umstellt sind?“

„Weil da draußen keiner ist. Es ist doch offensichtlich, dass keiner weiß, dass wir hier sind. Sie ist das Opfer hier!“ antwortete Michael in einem etwas schrofferen Ton. „Ein Scheiß ist sie! Sie ist ein Cop und die sind alle gleich!“

Ava wunderte es nicht, dass Verbrecher über sie das Gleiche dachten, wie Polizisten über Verbrecher. Dennoch ging ihr dieses Gerede allmählich auf die Nerven. Natürlich war es unlogisch, aber wenn sie diese Diskussion beenden wollte, müsste sie sich darauf einlassen.  

„Herrgott nochmal, dann durchsucht mich halt.“ forderte sie genervt auf und alle Blicke ruhten nun auf ihr. „Wenn du dann endlich die Klappe hältst, wäre es das wert.“

„Gut, die Einladung nehme ich an.“ T-Bag trat hinter Lincoln hervor, doch dieser stellte sich ihm sogleich in den Weg. „Du fasst sie nicht an.“ „Warum nicht? Ich bin ein Experte, was versteckte Sachen am Körper angeht und ich werde gründlich sein.“ bei seinen Worten lief es ihr eiskalt den Rücken runter.

Ava überlegte und stellte fest, dass sie in diesem Zimmer nur zwei Menschen an sich ranlassen würde und einer von ihnen, würde es vermutlich nicht tun wollen, weil er sich nicht trauen würde, also blieb nur einer.

„Lincoln soll es machen.“ bat sie und dieser drehte sich verwundert zu ihr. „Na schau dir das an.“ lachte T-Bag. „Was für eine Überraschung. Zuerst teilen sie sich ein Zimmer und jetzt will sie, dass er sie durchsucht. Wie die Mutter so die Tochter, würde ich sagen.“ er bekam sich kaum ein.

„Wovon redest du da überhaupt?“ Ava blickte ihn verständnislos an. „Na, als ich deine Mutter im Haus ablenken sollte, habe ich auf eine schnelle Nummer gehofft, doch stell dir vor, sie wollte gar nicht mich.“ er sprach gespielt überrascht und entsetzt. „Stattdessen wollte sie den großen, starken, schweigsamen Typen.“

Lincoln sah ihn angewidert an und da reichte es Ava. Er hatte es übertrieben. Sie stürmte auf ihn zu und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht, sodass er nach hinten torkelte.

„Wenn du noch etwas über meine Mutter sagst, bring ich dich um.“ drohte sie und merkte, dass keiner sie zurückhielt. Hier hatten wohl alle gedacht, dass es nötig war. „Du kleines Miststück.“ diesmal ging Sucre dazwischen. „Das reicht jetzt. Wir haben uns alle ausgesprochen und nun sollten wir nachsehen, ob sie wirklich nichts versteckt.“ er drehte sich zu Ava und sah sie entschuldigend an, aber sie konnte seinen Gedankengang nachvollziehen.

„Okay.“ sie stellte sich hin und breitete die Arme rechts und links von ihr aus. „Lincoln?“ etwas verloren blickte dieser zu seinem kleinen Bruder, der ihm zunickte.

Dann ging er auf sie zu und tastete zuerst ihre Arme ab. Sie merkte, dass er sehr vorsichtig vorging. Entweder wollte er ihr nicht wehtun oder wollte ihr nicht zu nahetreten. Beide Möglichkeiten bestätigten ihr, dass sie die richtige Wahl getroffen hatte. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke, bevor seine Hände sich auf ihren Bauch, dann ihre Seiten legten und runter zu ihren Beinen wanderten.

Ava hätte niemals gedacht, dass sie sich mal vom meistgesuchten Mann der USA abtasten lassen würde.  

„Sauber.“ bestätigte Lincoln und erhob sich. „Oh bitte, was war das denn? Sind wir hier im Kindergarten? Sie ist eine Frau und die können so einiges tiefer verstecken. Ich zeig’s dir.“ er ging auf sie zu und Ava wurde wütend. Er gab also immer noch nicht auf. Da packte ihn Lincoln am Hals und zog ihn zu sich. „Da ist nichts und wenn du nicht sofort aufhörst …“ „Das reicht jetzt.“ sprach nun Michael in einem festen Ton.

„Wir haben mit ihr geredet, sie überprüft und da ist nichts.“ er wandte sich an alle. „Natürlich können wir nicht mit 100-%er Wahrscheinlichkeit sagen, ob wir ihr vertrauen können, aber das ist nichts Ungewöhnliches. Außerdem vertrauen wir dir überhaupt nicht.“ er drehte sich zu T-Bag. „Und im Moment stecken wir alle im selben Schlamassel und müssen das Beste daraus machen.“ Ava atmete auf. Scheinbar war es das fürs Erste.  

„Leute?“ sprach Sucre. „Hört euch das mal an.“ er schaltete den Fernseher auf laut. Dort sah Ava die Fotos der Fox River 8.
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