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Invincible

GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alexander Mahone Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield OC (Own Character) Paul Kellermann
10.11.2018
24.11.2019
19
44.434
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10.11.2018 3.671
 
Nachdem Ava ausgeschlafen hatte, stand sie auf, putzte sich die Zähne und machte einen frischen Kaffee. Daneben eine Scheibe Toast mit Nutella und das Frühstück war perfekt. Zufrieden setzte sie sich auf die Couch und schaltete den Fernseher ein. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das letzte Mal unter der Woche Fern gesehen hätte und als sie durch die Kanäle zappte, fiel ihr auch ein, warum. Es lief einfach nichts Gutes.

Da klingelte ihr Handy und als sie danach griff, schnaubte sie. „Erica, ich habe seit heute Urlaub.“ „Dir auch einen guten Morgen, Sonnenschein.“ lachte ihre rothaarige Kollegin am anderen Ende der Leitung. „Was gibt’s?“ erkundigte sich Ava lächelnd. „Du weißt, ich würd‘ dich nicht stören, wenn es nicht unbedingt sein muss, aber du hast vergessen deinen Bericht zu unterschreiben und der Chef will den heute noch vom Tisch haben.“ genervt lehnte Ava ihren Kopf nach hinten. „Gut, ich komm dann vorbei.“ „Das wäre super.“ „Bis dann.“

Nachdem sie aufgegessen und sich umzogen hatte, lief sie nach unten zu ihrem blauen Ford Fiesta und fuhr sogleich los.

Es dauerte keine 10 Minuten, bis sie am Tooele Polizeirevier ankam. Dort lief sie rein und steuerte gleich auf Erica zu, die gerade telefonierte. Sie deutete auf die Mappe in der linken Ecke ihres Tisches. Lächelnd griff Ava nach dieser, blätterte zurück und unterschrieb ihren Bericht, über den von ihr gestern festgenommen gewalttätigen Ehemann. Als sie fertig war, winkte sie Erica zum Abschied und machte sich auf den Rückweg.

„Ava?“ fragte jemand von hinten und als sie sich umdrehte, erblickte sie ihren Kollegen, Finn Collins. „Hey.“ „Hast du heute nicht eigentlich frei?“ erkundigte sich der Blondhaarige. „Ja, aber ich hab‘ vergessen meinen Bericht zu unterschreiben.“ erklärte sie. „Alles klar. Aber es ist gut, dass ich dich erwische, ich wollte dich nämlich sowieso anrufen.“ „Ach ja?“ sie runzelte die Stirn.

„Ja, ich wollte fragen, ob du heute Abend schon etwas vor hast.“ Ava überlegte, was sie sagen sollte. „Ich, äh, eigentlich nicht. Warum?“ „Ich würde dich gern zum Essen einladen.“ damit hatte sie nicht gerechnet. „So etwas wie ein Date?“ hackte sie nach. „Man könnte es auch so nennen, ja.“

Sofort überlegte sie. Sie mochte Finn, ja, er war ein netter Kerl, ein guter Kollege. Aber das war es auch schon, mehr wollte sie eigentlich nicht von ihm. Oder? Ja, er sah gut aus: Blond, grüne Augen, groß und durchtrainiert, klug, aber irgendwie … war er eben nur ein netter Kerl, mit dem sie zusammenarbeitete. Verdammt. Was sollte sie tun?

Er sah sie erwartungsvoll an und sie wollte nicht unhöflich sein, immerhin sah sie ihn jeden Tag.

„Ja, das hört sich gut an.“ sie brachte ein gezwungenes Lächeln zustande. „Toll.“ grinste er. „Dann hol ich dich so um sieben ab?“ „Jep.“ nickte sie nervös. „Schön, dann bis heute Abend.“ er zwinkerte ihr zu und ging an ihr vorbei. Ava atmete hörbar aus. Mist.

Sie ging raus und stieg in ihren Wagen. Dabei bekam sie ein komisches Gefühl in der Magengegend. Natürlich war es blöd von ihr, ihm falsche Hoffnungen zu machen, doch in dem Moment wusste sie sich nicht anders zu helfen. Vielleicht wüsste ihre Mutter einen Rat. Klar, sie war nicht unbedingt die beste Ansprechpartnerin, was Dates und Männer anging, weil sie selbst nicht sonderlich wählerisch war. Trotzdem wusste sie sich nicht, an wen sie sich sonst wenden würde. Sie nahm ihr Handy und rief ihre Mutter an.

„Hallo Schätzchen!“ „Hey Mom. Störe ich gerade?“ „Nein. Was gibt’s?“ „Bist du beim Golfen?“ „Ne, ich bin zuhause. Bei mir sind im wahrsten Sinne des Wortes, die Lichter ausgegangen, aber da war schon jemand da, der das repariert.“ erklärte diese „Gut. Kann ich kurz bei dir vorbeischauen? Ich müsste da etwas mit dir besprechen.“ „Natürlich.“ „Okay, dann bis gleich.“ Ava legte auf und startete den Motor.

Unterwegs kam ihr der Gedanke, dass es vielleicht doch nicht so verkehrt war. Finn war eine gute Partie und sie war schon 27. Da war es an der Zeit über etwas Festes nachzudenken.

Kurz darauf bog sie in die Sheep Road ein, stellte ihren Wagen am Straßenrand ab. Sie klopfte an der Tür und wurde kurz darauf von ihrer Mutter empfangen. Fröhlich nahm sie ihre Tochter in den Arm. „Hallo, mein Schatz.“ lächelnd folgte sie ihrer Mutter ins Haus.

„Du kommst gerade recht, ich unterhalte mich gerade mit einem sehr netten Herrn.“ sie zwinkerte ihr zu. Typisch Mom. Das war ja wieder klar. Ava schüttelte vorwurfsvoll den Kopf. „Aha.“ Ihre Mutter führte sie in die Küche, wo Ava einen blonden Mann in einem dunklen Overall, etwa Ende 40, erblickte. Er kam ihr sogleich bekannt vor.

„Na, hallo.“ lächelte er und ließ seinen Blick über Avas Körper schweifen. „Das ist meine Tochter, Ava.“ „Da liegen die guten Gene wohl in der Familie.“ stellte er fest und ihre Mom musste lachen. Ava war sich aber ganz sicher, dass sie ihn kannte und als er ihr die Hand reichte, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.

Theodore Bagwell oder auch T-Bag genannt, einer der Fox River 8, stand vor ihr. Avas Augen weiteten sich und seinem Gesichtsausdruck nach, schien er es wohl ebenso kapiert zu haben, dass sie ihn erkannt hatte.

Augenblicklich griff Ava nach ihrer Waffe. Fast gleichzeitig schnappte er nach ihrer Mutter und einem Messer, das auf der Küchenzeile lag und hielt ihr dieses an den Hals. Ihre Mutter schrie auf.

„Lass sie sofort los!“ brüllte Ava und nahm ihn ins Visier. „Ich denke ja nicht daran.“ grinste er. „Und wie kommst du überhaupt an eine Waffe?“ „Ich bin Polizistin.“ sie bewegte sich nach vorne. „Keinen Schritt weiter, sonst schlitze ich der Alten die Kehle auf!“ drohte er und ihre Mutter begann zu wimmern. Ava entsicherte ihre Waffe. „Ich drücke schneller ab, als du blinzeln kannst.“ warnte sie. „Warum hast du es dann nicht bereits getan?“ erkundigte er sich amüsiert. Er hatte Recht, sie würde nicht schießen. Sie hatte Angst ihre Mutter zu treffen.

Auf einmal kam ein weiterer Mann auf sie zu. Groß, blaue Augen, etwa Anfang 30. Michael Scofield, schoss es Ava durch den Kopf. Er war auch hier?

„Wow, ganz ruhig.“ er hob beschwichtigend die Hände. „Keine Bewegung!“ warnte Ava und er hielt an. „Was ist hier los?“ wollte er wissen, als er T-Bag und ihre Mutter entdeckte. „Stell dir vor, Hübscher, die Tochter der Schlampe hier, ist eine Polizistin.“ verkündete T-Bag. Michael warf ihm einen wütenden Blick zu.

„Und was zum Teufel treibst du da? Lass sie gehen!“ „Oh nein. Solange ich sie hab, wird uns das Puppengesicht nichts tun.“ „Halt die Klappe und lass sie los!“ wiederholte Ava. „Bitte beruhige dich, ich verspreche, dass wir ihr nichts tun werden.“ sagte Michael. „Sprich nur für dich selbst, Süßer.“ zischte T-Bag.

Während die beiden sich ansahen, versuchte Ava nach ihrem Funkgerät zu greifen. Leider war diese Bewegung T-Bag nicht entgangen. „Hey, das lässt du schön bleiben, sonst ist es aus!“ der Griff um ihre Mutter wurde fester und Ava hielt inne.

Fast gleichzeitig registrierte sie eine Bewegung zu ihrer Rechten und schlug demjenigen mit dem Ellbogen nach hinten ins Gesicht. Als sie sich umdrehte, torkelte gerade ein Puertoricaner nach hinten. Fernando Sucre, dachte Ava und zielte nun auf ihn.

„Fuck!“ er hielt sich an der Nase fest. „Du bist so eine Pussy!“ jammerte T-Bag. „Man, was willst du von mir? Im Gegensatz zu dir schlage ich keine Frauen!“ „Darum geht’s doch gar nicht, du konntest dich ja nicht einmal anschleichen!“

„Bitte, hör mir zu. Wir wollen dir nichts tun, aber du musst die Waffe runternehmen.“ sprach Michael erneut. „Ja genau.“ gab Ava ironisch zurück und wurde langsam ungeduldig. „Wenn er meine Mutter nicht in den nächsten fünf Sekunden loslässt, puste ich ihm den Schädel weg.“ drohend machte sie ein paar Schritte nach vorne.
Doch plötzlich griff jemand von hinten nach ihren Armen und drückte so stark auf ihr Handgelenk, dass sie die Waffe fallen ließ. Ava begann herum zu strampeln, weshalb derjenige ihre Arme vor ihrer Brust überkreuzte und sie an sich drückte. Er war so stark, dass ihre Atmung sich erschwerte.

„Ruhig, dann tue ich dir nichts.“ flüsterte eine tiefe Stimme an ihrem Ohr. Wütend versuchte sie dennoch sich zu wehren, gab es aber schon nach wenigen Sekunden wieder auf. Und tatsächlich ließ er etwas locker, sodass sie wieder Luft bekam.

„Es tut mir leid, dass es soweit kommen musste. Das habe ich nicht gewollt.“ erklärte Michael. „Das hättest du dir überlegen müssen, bevor du hier eingebrochen bist.“ presste Ava zwischen den Zähnen hervor. Sucre nahm ihre Waffe an sich und Ava schnaubte wütend.

„Wir müssen sie festbinden.“ kam es von T-Bag, der ihre Mutter auf einen Stuhl setzte. „Nein, bitte.“ flehte sie und er verpasste ihr eine Ohrfeige. „Halts Maul.“ „Hey!“ Ava versuchte sich loszureißen, doch der Griff um ihren Oberkörper wurde stärker. „Ganz ruhig.“

Der Mann führte sie zu dem zweiten Stuhl und als er sie daraufsetzte, blickte sie endlich in sein Gesicht. Kurz geschorene Haare, ähnlich wie bei Michael, groß, durchtrainiert, etwa Mitte 30. Lincoln Burrows. Er band sie am Stuhl fest und klebte ihr den Mund mit einem Klebeband zu.

„Was sollen wir jetzt tun?“ er wandte sich an seinen kleinen Bruder. „Wir müssen einen Zahn zulegen und dann schnell abhauen. Vielleicht würden ihre Kollegen nach ihr suchen.“ Ava fiel ein, dass niemand bis auf Finn, nach ihr suchen würde und dass erst ab 19.00 Uhr. Sie warf einen Blick auf die Uhr und stellte enttäuscht fest, dass es erst kurz nach 14.00 Uhr war.

T-Bag und Lincoln entfernten sich, wobei Michael zu Ava sah. „Es tut mir leid, wir wollen euch wirklich nichts tun. Wir sind auch bald wieder weg, haltet bitte durch.“ es überraschte Ava, dass er immer noch so … einfühlsam war. Anders konnte sie es nicht beschreiben. Sie hätte gedacht, dass es Theater war, um sie ruhigzustellen. „Sucre, pass bitte auf sie auf.“ der Puertoricaner nickte und schließlich verschwand auch Michael. Wohin er ging, konnte sie nicht ausmachen.

Sie musste etwas tun. Sie durfte da nicht so untätig rumsitzen. Schließlich sprach Ava Sucre an, doch aufgrund des Klebebandes hörte sich das eher wie gedämpftes Murmeln an. „Sei ruhig.“ wies er sie an, doch Ava machte unbeirrt weiter. „Ich hab‘ gesagt, du sollst die Klappe halten.“ sie warf ihm einen bösen Blick zu und redete einfach weiter.

„Verdammt, was willst du?“ fauchte er und riss ihr das Klebeband vom Mund. Ava hielt kurz inne, weil es wehgetan hatte, riss sich aber zusammen. „Was wollt ihr hier?“ fragte sie ruhig. „Es geht dich nichts an.“ entgegnete er. „Das tut es sehr wohl, das ist nämlich das Haus meiner Mutter. Wenn ihr Schmuck und Geld haben wollt, dann nimmt es und haut ab. Ich würde euch sogar zeigen, wo es ist.“  ihre Mom sah sie entsetzt an und Ava warf ihr einen vielsagenden Blick zu. Sie sollte sich ruhig halten.

„Darum geht es nicht.“ klärte er sie auf. „Was meinst du damit? Mehr hat sie nicht.“ „War das alles?“ er wollte ihr erneut den Mund zukleben, als Ava schnell schaltete. „Du bist Fernando Sucre.“ stellte sie fest und er hielt inne. „Ich weiß auch, warum du im Gefängnis gelandet bist. Mir ist nur nicht klar, warum jemand, der nur noch eineinhalb Jahre absitzen muss, ausbricht.“

Ava fiel ein, dass einige ihrer Kollegen sie ausgelacht hatten, als sie die Fälle der Fox River 8 studiert hatte. Sie fand aber, dass man auf alles vorbereitet sein sollte. Gott sei Dank, hatte sie noch nie auf jemanden gehört und zog immer ihr eigenes Ding durch.

„Wie schon gesagt, es geht dich nichts an.“ erklärte er sichtlich genervt. „Sind deine Eltern krank? Will dich die Freundin verlassen?“ „Du hast doch keine Ahnung!“

„Sucre?“ sprach ihn auf einmal T-Bag an, der von unten kam. „Scofield braucht dich.“ „Was will er?“ „Keine Ahnung, er hat nur gesagt, ich soll dich holen.“ Sucre schien zu zögern. „Keine Angst, ich pass schon auf die Hübschen auf.“ bei dem Gedanken mit diesem Kerl alleine zu sein, kam bei Ava alles hoch.

„Gib mir die Waffe.“ forderte er. „Damit du die beiden erschießen kannst? Vergiss es.“ widersprach Sucre und sah zu Ava. „Ich bin gleich wieder da.“ und dann zu T-Bag. „Und du reißt dich zusammen.“ „Großes Ehrenwort.“ grinste dieser.

Als Sucre aus dem Raum war, griff T-Bag erneut nach dem Messer, mit dem er ihre Mutter bedroht hatte. Bei Ava läuteten die Alarmglocken und sie richtete sich auf. „Endlich sind wir alleine.“ er ging auf Ava zu. „Es hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen, dass du mich vorhin so angeschrien hast.“ dann beugte er sich vor und betrachtete aufmerksam ihr Gesicht.

„Hat dein Daddy dir nicht beigebracht, dass so etwas unhöflich ist?“ als er ihren Vater erwähnte, spuckte ihm ins Gesicht. Mit seinem Ärmel wusch er sich die Spucke weg. „Oh, das hättest du nicht tun sollen.“

Seine Hand wanderte samt dem Messer zwischen ihre Beine und Ava spannte sich sogleich an. Ihre Mutter begann zu schreien und zu strampeln. „Na, jetzt bist du wohl nicht mehr so mutig?“ er leckte sich über die Lippen, schien ihre Mutter völlig zu ignorieren. Ava schloss angewidert die Augen, presste die Zähne aufeinander.

Plötzlich wurde T-Bag von ihr weggezerrt und Ava öffnete erschrocken die Augen. Lincoln hatte ihm am Hals gepackt und an die Wand geschmettert. „Was zur Hölle tust du da?“ „Ich wollte mich nur mit ihr unterhalten!“ erklärte er scheinheilig. „Nenn mir einen Grund, warum ich dir nicht gleich hier und jetzt den Hals umdrehen sollte!“ brummte Lincoln. „Weil du bestimmt nicht willst, dass dir noch ein richtiger Mord zugeschrieben wird!“ Ava sah ihn fragend an. Richtiger Mord?

Wütend ließ Lincoln von ihm ab. „Hau ab, bevor ich es mir anders überlege.“ T-Bag verdrehte die Augen und entfernte sich, als Sucre wieder nach oben kam. Lincoln und Ava sahen sich an, wobei sie endlich aufatmete. „Alles okay?“ kaum merklich nickte sie, wonach auch er ging.

„Entschuldige bitte.“ sagte Sucre auf einmal. „Ich hätte mir eigentlich denken können, dass der Typ etwas vorhat. Er ist krank und kann sich nicht kontrollieren.“ „Danke für den Hinweis.“ gab Ava sarkastisch zurück. Dennoch war es merkwürdig, dass sich Lincoln und er so verhielten. Sollten sie nicht eigentlich zu Bagwell halten?

Eine halbe Stunde später fiel Ava auf, dass ihre Mutter immer erschöpfter aussah. „Sucre?“ als sie ansprach, stand er sogleich auf. „Kannst du ihr bitte etwas zu trinken geben?“ „Klar.“ er nickte und schenkte ein Glas Wasser ein und half ihrer Mom beim Trinken.

Ava beobachtete das Ganze und stellte fest, dass Sucre anscheinend das wenigste Übel von ihnen war. Er hatte ihr wohl aus Mitleid nicht erneut den Mund zugeklebt. Dennoch war er hier mit ihnen und hielt sie gefangen. Den genauen Grund für das Ganze kannte sie aber immer noch nicht.

Auf einmal wurde stark gegen die Eingangstür gehämmert. Ava und Sucre schreckten auf. Er spähte durch die Jalousien. „Michael?“ rief eine männliche Stimme. Da liefen auch Michael, Lincoln und T-Bag herein. „Was ist da los?“ erkundigte sich Lincoln. „Es ist Apolskis.“ erklärte Sucre und entfernte sich vom Fenster. „Was macht der Trottel da?“

„Michael, es tut mir leid. Ich musste es tun, ich musste ihnen alles verraten. Sie haben mein Mädchen bedroht.“ Ava schaffte es sich umzudrehen und sah durch die Jalousien einen jungen blonden Kerl vor der Haustür. David Apolskis.

Da machte er einige Schritte nach hinten. „Michael ich danke dir für alles, was du für mich getan hast. Auch wenn du es vielleicht nicht so gesehen hast, du warst wie ein Bruder für mich.“ „Wir müssen ihm helfen.“ sagte Michael auf einmal, doch eher er sich bewegen konnte, griff Lincoln nach seinem Arm. „Du kannst da nicht raus, sie sind da draußen und warten auf uns!“ „Weißt du Scofield, für so einen smarten Kerl, bist du eigentlich richtig blöd.“ meinte T-Bag genervt.

Ava schaute hinaus, erblickte einige schwarze Vans am Straßenrand. Es war nicht ihre örtliche Polizei. „Ich weiß, es war falsch von mir, aber wenigstens konnte ich euch vorwarnen.“ lächelte der junge Mann. Plötzlich wurde auf ihn mehrmals geschossen und Ava zuckte zusammen. Was zur Hölle war das?

Ein braunhaariger Kerl im schwarzen Anzug stieg aus einem der Vans und nahm ein Megafon in die Hand. „Ihr seid umstellt. Ergebt euch, sonst ergeht es euch, wie eurem Freund.“

„Wo ist eigentlich Franklin?“ erkundigte sich Sucre. „Scheiße.“ fluchte Lincoln und rannte weg. Ava betrachtete Michael, der sichtlich mitgenommen aussah. Er schien nichts um sich herum wahrzunehmen. Der Junge bedeutete ihm wohl etwas. Sie verstand aber auch nicht, warum der Typ auf ihn geschossen hatte. Das war nicht richtig, es ging nicht nach Protokoll!

„Dieses Arschloch ist mit dem Geld abgehauen!“ schimpfte Lincoln. Aha, es ging also doch ums Geld. „So eine Scheiße!“ fluchte T-Bag und Michael schloss kurz die Augen. „Unfassbar, wir haben nichts mehr und sind jetzt auch umstellt!“ T-Bag spuckte wütend auf den Boden, als sein Blick auf Ava fiel.

„Du!“ er auf sie stürmte zu. „Wenn du nicht aufgetaucht wärst, hätten wir genug Zeit gehabt das Geld zu finden und zu verschwinden.“ da packte ihn aber Lincoln am Arm und zerrte ihn zurück. „Hör auf, wir haben schon genug Probleme!“

„Was machen wir jetzt?“ fragte Sucre an Michael gewandt. „Wir sind umstellt und können nicht weg. Wir müssen uns etwas einfallen lassen.“ dieser war immer noch etwas benommen, antwortete nicht.

„Das ist doch ganz klar.“ sprach T-Bag erneut. „Die zwei Hübschen hier werden uns helfen.“ er deutete auf Ava und ihre Mutter. Diese begann zu weinen. „Ach kommt schon Leute, das ist doch ganz einfach. Sie würden niemals auf Geiseln schießen und wir hätten freie Bahn.“

„Nein.“ widersprach Michael. „Wir werden sie nicht in Gefahr bringen.“ Ava kniff die Augen zusammen. Er hatte … Angst um sie. Aber warum? Er kannte weder Ava noch seine Mutter, zumindest wüsste sie nichts davon und da machte er sich solche Sorgen. Dieser Michael war ihr ein Rätsel. So etwas hatte sie definitiv nicht erwartet. Der Einzige unter ihnen, der sich wie ein richtiger Krimineller benahm, war dieser Bagwell.

„Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber er hat Recht.“ schnaubte Sucre. „Wir haben keine Wahl. Wenn wir hier lebend rauskommen wollen, brauchen wir sie.“ Michael schien zu überlegen, eher er nickte. „Bindet sie los.“
Sucre ging zu ihrer Mutter, während Lincoln begann ihre Fesseln zu lösen. Als er damit fertig war, erhob sich Ava, rieb sich die Handgelenke. T-Bag zwinkerte ihr zu, was sie wieder aufregte. „Du Arschloch.“ fauchte sie und ging auf T-Bag los, doch Lincoln legte seinen Arm um ihren Oberkörper und zog sie nach hinten. „Dafür haben wir gerade leider keine Zeit.“ Ava schnaubte.

„Und wenn du dich nicht endlich zusammenreißt, benutzte ich dich als mein Schutzschild!“ warnte er Bagwell. Dieser verdrehte die Augen.

„Wir machen es so.“ setzte Michael an und bekam die Aufmerksamkeit der Anderen. „Ich führe sie raus und bleibe hinter ihnen. Während ich mit dem Typen rede, lauft ihr zum Wagen und fahrt vor. Dann lasse ich sie frei und wir fahren weg.“

„Michael warte. Lass mich das lieber machen.“ meldete sich Lincoln zu Wort. „Nein. Ich bin an dem Schlamassel Schuld, ich mach das.“ „Das ist zu gefährlich und außerdem fährst du besser als ich.“ schmunzelte Lincoln. „Oh Gott.“ sprach T-Bag angewidert. „Hört auf mit dem Scheiß, wir haben keine Zeit für eure Liebesbekenntnisse.“ „Michael, ich mach das und damit aus.“ bestimmte Lincoln und sein jüngerer Bruder nickte.

„Dann kommt.“ sagte Michael und Sucre griff nach ihrer Mutter. „Halt!“ sprach Ava und alle drehten sich zu ihr. „Bitte lasst meine Mutter daraus. Nehmt nur mich mit.“ sie wandte sich an Michael. Der überlegte nicht lange und nickte. „Danke.“ sie atmete auf. Sie konnte nicht zulassen, dass ihre Mutter in die Schusslinie geriet. Sie war alles, was sie noch hatte.

Im nächsten Moment griff Lincoln nach ihrem Arm, bekam von Sucre die Waffe und führte sie zur Tür. Ava öffnete diese und streckte ihre Arme aus, eher sie losging. „Halt, nicht schießen!“ warnte sie vor und trat mit einer Waffe am Kopf hinaus, Lincoln blieb ihr.

„Niemand rührt sich!“ rief Lincoln und Ava sah, dass mehrere schwarzgekleidete Männer ihre Waffen zückten. Es muss das FBI sein, ging es Ava durch den Kopf. „Ihr werdet meine Leute gehen lassen, ansonsten stirbt die Kleine hier.“ während er das sagte, legte er den Arm um ihren Hals und zog sie zu sich. Sie merkte, dass sein Griff nicht so fest war, wie bei ihrer ersten Begegnung, wehrte sich aber dennoch nicht. Es wäre gleich vorbei, dachte sie sich.

Hinter ihr hörte sie, dass Michael, Sucre und T-Bag rausliefen. Der Kerl im Anzug sah ihnen nach. „Ihr werdet damit nicht durchkommen.“ sprach er angepisst. „Das werden wir noch sehen.“ entgegnete Lincoln.

Ava hörte wie ein Auto näherkam und erblickte deren alten Chevrolet. Der Mann im Anzug spannte sich sichtlich an und begann auf und ab zu gehen. „Verdammte scheiße!“ fluchte er schließlich und zog dennoch seine Waffe. Avas Augen weiteten sich. Das würde er nicht …

Sie konnte ihren Gedanken nicht zu Ende bringen, da richtete er die Waffe auf sie und schoss. Zu ihrer Überraschung zerrte sie Lincoln hinter das Auto und legte seine Arme schützend um sie.

„Lincoln!“ rief Michael. „Steig ein!“ Ava sah etwas entsetzt zu Lincoln, der sie immer noch festhielt. „Lauf ins Haus, ich gebe dir Deckung!“ wies er sie an. Ungläubig darüber, was sie gerade gehört hatte, konnte sie sich erst nicht rühren. „Mach schon!“ brüllte er, stand auf und schoss zurück. Ava lief so schnell sie konnte ins Haus und sprang durch die Tür.

Dabei sah sie, dass Lincoln einstieg und der Wagen davonraste. Die Männer in Schwarz verteilten sich auf die Autos und fuhren ihnen hinterher.  

Fassungslos starrte Ava in die Richtung, in die die Autos geflohen waren. Sie konnte sich gerade keinen Reim darauf machen, was passiert war. Die eigenen Leute hatten versucht sie umzubringen, während ein Ex-Sträfling ihr das Leben gerettet hatte.

Es ergab einfach keinen Sinn.
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