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Invincible

GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alexander Mahone Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield OC (Own Character) Paul Kellermann
10.11.2018
24.11.2019
19
44.434
5
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Dieses Kapitel
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03.11.2019 1.494
 
„Das glaube ich jetzt einfach nicht.“

Ava hatte ja mit allem gerechnet, nur nicht mit dem, was auf diesem USB-Stick war. Nicht nur, dass die Präsidentin und ihr Bruder über Lincoln gesprochen hatten, als wäre er eine Sache und kein Mensch, sie wusste nun auch, warum Caroline Reynolds Paul eine Abfuhr erteilt hatte. Sie hatte es nämlich lieber mit ihrem eigenen Bruder getrieben. Was für ein kranker Haufen.

Anschließend wurde darüber diskutiert, wie es weitergehen sollte.

„Unser Vater hat doch erzählt, dass es noch andere Menschen gibt, die gegen die Company arbeiten. Wir müssen jemanden finden, dem wir vertrauen können und derjenige würde dann mit der Aufnahme an die Öffentlichkeit gehen.“ überlegte Michael.

„Du willst also den einzigen Beweis meiner Schuld an jemanden weitergeben, der vielleicht oder vielleicht auch nicht für die Company arbeitet!“ brüllte Lincoln auf einmal und stand auf. Ava verstand, dass ihm das Ganze allmählich zu viel wurde.

„Beruhige dich.“ bat sie und hatte bereits gleichzeitig eine Idee. „Er hat gar nicht so Unrecht.“ „Ach ja, jetzt bist du auch schon dafür?“ „Ja, aber nur zu einem Teil.“ „Wie meinst du das?“ hackte Michael nach.

„Na, ihr habt doch die Aufnahme genauso gehört wie ich oder? Wir haben genug Beweise, um uns an die Präsidentin selbst zu wenden. Es ist genug darauf um sie dranzukriegen und damit können wir sie erpressen. Sie als Präsidentin könnte Lincoln begnadigen.“ alle verharrten auf der Stelle. „Sie hatte es angefangen und sie könnte es auch wieder beenden.“ stellte Lincoln erschrocken fest. „Genau.“

Während Michael und Sara losgingen, um ihnen Kleidung und Essen zu besorgen, blieben Ava und Lincoln zurück.

Die ehemalige Polizistin duschte, zog sich um, während Lincoln mit LJ telefonierte.

„Wie gefällt es dir dort drüben?“ fragte er. „Schön und wie ist die Schule?“ er wartete ab und lächelte. „Super.“ scheinbar ging es dem Kleinen gut. „Ich kann noch nichts mit Sicherheit sagen, aber ich glaube, dass wir uns bald wiedersehen werden.“

Er hatte sich zu der jungen Frau gedreht, die ihm signalisierte, dass er LJ einen Gruß ausrichten sollte. „Einen Gruß an dich von Ava. Ja, es geht ihr auch gut.“ „Gruß zurück.“ er nickte. „Bye.“ Lincoln legte auf, während die junge Frau sich ein Glas Wasser einschenkte. Ihr Geliebter näherte sich ihr.

„Schein wohl alles okay zu sein.“ stellte sie fest und trank ein Schluck Wasser. „Ja und er ist sogar begeistert von der Schule, stell dir das mal vor.“ „Das hört man auch nicht jeden Tag.“ gab sie zu und bemerkte, dass Lincoln sie von oben bis unten betrachtete.

„Was ist?“ lachte sie. „Es ist nur … vielleicht sind wir bald frei und können ein normales Leben führen.“ „Das wäre wirklich schön.“ pflichtete sie ihm bei und stellte ihr Glas ab. Danach ging sie auf ihn zu, schlang ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn auf den Mund.

Später, als Michael und Sara wieder da waren, zogen sich alle um und setzten sich zum Essen hin.

„Ich weiß, es war meine Idee, aber wie wollen wir eigentlich an Caroline Reynolds rankommen?“ nuschelte Ava mit vollem Mund. „Das dürfte nicht das Hauptproblem werden.“ antwortete Michael.

Die ehemalige Polizistin war fasziniert. Er klang so entspannt, als würde er versuchen einem Kind den Lolli zu klauen und nicht die Präsidentin der vereinigten Staaten erpressen zu wollen.

„Reynolds hält heute Nachmittag eine Rede hier in Chicago, wir müssen also nicht tausende von Kilometern reisen, um sie zu treffen.“ das klang einleuchtend. „Aber sie wird doch die ganze Zeit bewacht, sie ist nie alleine, wie willst du sie da erwischen?“ interessierte er es Sara, die einen Schluck Cola trank.

„Bei ihrer Ankunft werden viele Menschen da sein und ich werde mich unter die Menge mischen. Dabei werde ich sie angreifen und mich festnehmen lassen. Ich werde verlangen mit ihr alleine zu sprechen und ihr von dem Band erzählen. Wenn sie mir nicht glaubt, gebe ich ihr unsere Nummer und wir werden ihr die Aufnahme am Telefon vorspielen.“

Das war absolut genial. Dennoch war es sehr riskant diesen Plan umzusetzen. Käme Michael überhaupt an sie ran? Er könnte auch auf der Stelle erschossen werden! Würde sie sich überhaupt darauf einlassen? Vielleicht ließe sie ja überhaupt nicht mit sich reden oder sich unter Druck setzen lassen.

„Wir werden es schaffen.“ sagte Michael noch anschließend. „Ich bin mir sicher, dass es klappen wird.“ Sara pflichtete ihm lächelnd bei.

„Wenn das doch aus irgendeinem Grund schiefgehen sollte, greifen wir unseren ursprünglichen Plan wieder auf. Wir fliehen nach Panama.“ überlegte Lincoln und wandte sich an Michael. „Du kennst doch noch unseren alten Kumpel, Derek? Er arbeitet hier am Hafen und weil er mir noch einen Gefallen schuldet, wird er für uns Tickets für ein Schiff besorgen.“ Ava hoffte, dass es soweit nicht kommen musste.

„Bevor das ganze losgeht, würde ich gerne noch das Grab meines Vaters besuchen.“ meinte Sara. „Das ist kein Problem.“ sagte Michael. „Ich begleite dich.“ meldete sich Ava. „Es ist nicht gut, wenn wir uns jetzt alle auf einmal trennen.“ „Da hast du recht.“ stimmte die Ärztin zu.  

Zusammen fuhren die beiden Frauen zum Friedhof. Dort parkte Ava etwas abseits und ließ Sara aussteigen. Sie wollte ihr etwas Zeit für sich geben.

Nachdem diese sich entfernt hatte, stieg auch die Braunhaarige aus und vertrat sich etwas die Beine. In diesem Moment fiel ihr ein, dass auch sie schon seit einer Ewigkeit nicht am Grab ihres Vaters war.

Plötzlich knackste hinter ihr ein Ast und fast automatisch zog sie ihre Waffe. Eilig drehte sie sich um und erblickte Kellermann, der mit erhobenen Händen vor ihr stand.

„Paul!“ stellte sie erschrocken fest und steckte die Pistole sogleich weg. „Wo kommst du denn her?“ sie sah sich um, um sicherzugehen, dass Sara das nicht mitbekam.

„Weil wir uns letztes Mal nicht richtig verabschiedet hatten, habe ich gedacht …“ „Entschuldige bitte.“ unterbrach sie ihn, als ihr einfiel, dass er zurückgelassen wurde. „Das war … Ich hatte nichts damit zu tun.“ „Ich weiß.“ nickte er. „Deshalb bin ich auch nicht hier.“ „Warum dann?“

„Was habt ihr jetzt vor?“ interessierte es ihn. „Wir wollen uns an die Präsidentin direkt wenden. Wir werden ihr von der Aufnahme erzählen und sie naja … erpressen. Sie soll Lincoln und hoffentlich uns begnadigen.“ sie sah keinen Grund es ihm nicht zu sagen. „Klingt gar nicht mal so schlecht.“ er nickte anerkennend.

Danach hielt er kurz inne, schien zu überlegen. Er wirkte irgendwie verloren, unsicher und das sah ihm gar nicht ähnlich.

„Wie geht es dir?“ fragte sie traurig, weil er sich irgendwie seltsam verhielt. „Ich habe nachgedacht.“ gestand er. „Ich bin kein guter Mensch, das weiß ich. Ich habe unbeschreiblich schreckliche Dinge getan, die ich nie wiedergutmachen kann. Dann traf ich dich und du hast mich so hingenommen wie ich war, hast mir vertraut.“ Ava runzelte die Stirn. „Worauf willst du hinaus?“

„Ich wollte dich sehen und Danke sagen … für alles, was du für mich getan hat. Dass du zu mir gehalten hast, egal was war.“ Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus, weil sie ihn noch nie so reden gehört hatte. „Was meinst du damit?“

„Ich habe da etwas vor.“ nun verstand sie, was er meinte und ihr wurde augenblicklich schlecht. „Paul, was auch immer es ist, tue es bitte nicht. Jeder von uns hat eine zweite Chance verdient und wenn man sie ergreift, kann man sich noch zum Guten ändern.“ erklärte sie. „Ich meine, sieh dir dich an. Du hast dich auf unsere Seite geschlagen und uns so weit gebracht. Ohne dich wären wir nicht hier, wären wir nicht am Leben.“

„Ohne mich, wärt ihr erst gar nicht in dieser Situation.“ „Dann wären wir wegen jemand anderem in der Situation und der hätte uns vielleicht nicht geholfen.“ sie ging näher an ihn ran, griff nach seiner Hand. „Bitte, lass es sein. Du hast dich schon verändert, du musst es nur noch durchhalten. Bitte.“ sie sah ihn eindringlich an. „Für mich.“ er blickte zu ihr hinab.

Es dauerte eine Weile, bis er endlich nickte. „Gut.“ sie atmete auf und nahm ihn in den Arm. „Denk daran, dass es da jemanden gibt, der dich gerne hat.“ er legte seine Arme um sie, legte seinen Kopf auf ihrem Haar ab. „Danke. Danke für alles.“

Auf einmal waren Polizeisirenen zu hören. Die beiden lösten sich voneinander, schauten sich um. „Was ist los?“ wollte sie wissen und traten nach vorne.

Ihr Herz setzte aus, als sie sah, dass Sara festgenommen wurde. „Nein!“ sie wollte ihr zu Hilfe eilen, doch Paul packte sie am Arm und zerrte sie zurück. „Hör auf, lass das. Du kannst ihr nicht mehr helfen!“ „Ich muss!“ sie versuchte sich loszureißen, doch er war stärker.

„Hey!“ er drehte sie zu sich, zwang sie ihn anzusehen. „Wenn du jetzt losrennst, erwischen sie dich auch. So wirst du garantiert nichts mehr machen können. Fahr zurück, erzähl Scofield davon. Ich werde mich darum kümmern.“ stirnrunzelnd sah sie ihn an. „Du?“ „Ja und jetzt hau ab.“ befahl er. Schweren Herzens setzte sich Ava hinter das Steuer des Autos und fuhr weg.
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