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Invincible

GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alexander Mahone Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield OC (Own Character) Paul Kellermann
10.11.2018
24.11.2019
19
44.434
5
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.05.2019 2.316
 
Hallo zusammen :)

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen für die lieben Reviews bedanken! Bin immer noch fasziniert, wie gut die Story ankommt! Ein besonderer Dank auch an Nightsky01 für die liebe Mail!

Ich kann in letzter Zeit nicht immer gleich auf alle Reviews und Mails antworten, was ich zu entschuldigen bitte und deshalb mache ich es auf diesem Wege!

Hier kommt ein neues Kapitel und ich hoffe es gefällt euch :)
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Am nächsten Tag fühlte sich Ava wie gerädert. Nach dem Vorfall mit Lincoln und Kellermann hatte sie kaum geschlafen. Obwohl sie nichts falsch gemacht hatte, fühlte sie sich dennoch schuldig. Sie hatte mit demjenigen, der Lincoln das Leben ruiniert hatte, zu Abend gegessen.

Mist. Sie hätte ihn gleich rauswerfen sollen, als er dort reingegangen war. Warum war er überhaupt bei ihr? Wollte er sich an sie ranmachen? Brauchte er irgendwelche Infos? Ava strich sich übers Gesicht. Sie hatte keine Ahnung, aber noch einmal würde sie den Fehler nicht machen.

Sie ging raus zu dem Zimmer ihrer Jungs. Sie wusste nicht, ob diese schon gefrühstückt hatten und so wollte sie sich zuerst erkundigen, bevor sie unnötig Geld verschwendete. Dort klopfte sie an und Michael öffnete ihr die Tür. „Guten Morgen.“ lächelte er und ging zur Seite, damit sie eintreten konnte. „Morgen.“

Steadman saß gekränkt auf seinem Bett, während Kellermann die Waffen säuberte. Der ältere Bruder war nirgends zu sehen. „Wo ist Lincoln?“ erkundigte sie sich, als auch schon wieder die Tür aufging und dieser mit braunen Papiertüten eintrat. Damit hatte sich wohl ihr Vorhaben mit dem Essen erledigt.

Lincoln und Ava sahen sich kurz in die Augen und sie konnte immer noch sehen, dass er beleidigt war. Schnell wandte er den Blick ab und stellte die Papiertüten auf den Tisch. „Greift zu.“ das ließen sich alle, außer Steadman, nicht zwei Mal sagen. Auch Ava schnappte sich ein Sandwich und setzte sich zu Michael.

„Alles okay bei euch?“ fragte er leise an sie gewandt. „Nein.“ die ehemalige Polizistin schüttelte den Kopf. „Und obwohl ich nichts gemacht hab, geht’s mir scheiße.“ Michael schien es nicht zu verstehen, aber er hackte nicht weiter nach. Für Ava war es umso besser, weil sie nicht wirklich darüber reden wollte. Vor allem nicht mit ihm. Er war sein Bruder, seine Familie, er würde natürlich zu ihm halten.

„Habt ihr euch schon was überlegt?“ wechselte sie stattdessen das Thema. „Ich hätte da was.“ Ava sah ihn fragend an, doch er schien noch in Gedanken. Egal, was es sein würde, sie wäre dabei. Immerhin war es Michael.

Nach dem Frühstück sammelte die junge Frau den Müll auf. Dabei ging sie an Kellermann vorbei, der sie anlächelte. Verdammt, was war nur los mit diesem Kerl?

Dann hielt sie vor Lincoln. „Bist du fertig?“ „Ja.“ er räusperte sich und gab ihr seine leeren Verpackungen. Ava griff nach diesen, bewegte sich jedoch nicht von der Stelle. Sie musste etwas sagen, alles aufklären oder sich entschuldigen. Irgendetwas. Sie konnte es nicht ertragen, dass er sauer auf sie war.

Andererseits hatte es ihm ja auch nichts ausgemacht, als sie sauer auf ihn war. Als er sie von sich ferngehalten hatte. Vielleicht war es nur die logische Konsequenz, dass sie ihn mit dieser Aktion strafte.

Gott, was dachte sie da nur? Natürlich würde sie dies nicht lange durchhalten können. Sie liebte diesen Trottel und wollte nur das Beste für ihn. Selbst dann, wenn er sich dagegen wehrte.

„Hör zu, wegen gestern …“ setzte sie an, doch er unterbrach sie sogleich. „Ist schon gut. Du musst mir nichts erklären.“ Ava sah ihn fragend an. „Du hattest Recht. Du bist frei und kannst tun und lassen, was du willst.“ Fuck, er hatte es also doch so verstanden. „Nein, Lincoln, so war das nicht. Er wollte nur in Ruhe etwas essen und da ist er zu mir rein, wir haben nicht …“ „Das ist mir egal.“ sagte er schließlich schroff. „Es geht mich nichts an.“ das hatte sie vermutlich verdient. Traurig nickte Ava und machte sich auf den Weg nach draußen.

Dort entsorgte sie den Müll, hielt für einen Moment inne. Dabei merkte sie, wie sich Tränen in ihren Augen sammelten. So ein verdammter Mist. Wie konnte sie es soweit kommen lassen? Dieser blöde Kellermann!

Sie erblickte eine Telefonzelle in der Ferne. Dabei fiel ihr ein, dass sie schon seit einer gefüllten Ewigkeit nicht mehr mit ihrer Mutter gesprochen hatte. Vielleicht könnte sie ihr einen Rat geben oder sie beruhigen. In solchen Momenten fehlte sie ihr unheimlich und sie wünschte sich, einfach nach Hause gehen zu können.  

„Was zum Teufel machst du da?“ hörte sie Kellermann brüllen und drehte sich um. Dabei sah sie durch die Fenster, dass dieser Michael mit einer Waffe bedrohte. „Scheiße.“ eilig lief sie wieder zurück in ihr Zimmer.

Dort bekam sie noch mit, dass Michael den Telefonhörer auflegte. Lincoln stand wiederum mit erhobener Pistole in Richtung Kellermann. „Was zur Hölle treibt ihr da? Nimmt die Waffe runter!“ brüllte sie und stellte sich zu Michael.

„Dieser Idiot hatte gerade die Medien herbestellt.“ erklärte Kellermann. „Was?“ hackte Ava nach und blickte zum jüngeren Bruder. „Wir werden das Ganze hier und jetzt beenden. Die ganze Wahrheit wird im Live-Fernsehen aufgedeckt.“ das war also sein Plan. Das hörte sich gar nicht mal so schlecht an. So konnte man nicht sagen, dass sie es gefälscht hatten und alle würden es auf einmal erfahren.

„Das ist eine gute Idee.“ pflichtete Ava ihm bei. „Ich bin dafür.“ Kellermann sah sie intensiv an, bis er und nach ihm Lincoln die Waffe runternahm. „Und jetzt beruhigt ihr euch alle, denn wir können es nicht gebrauchen, dass hier alle ausrasten.“ sie sah zu Lincoln ihren Blick erwiderte.

„Ich bin mir da nicht so sicher.“ widersprach Kellermann. „Ihr kennt doch die Medien. Mit dem nötigen Druck wird das alles als eine Lüge oder verzweifelter Versuch, unsere Haut zu retten, dargestellt.“ „Oder sie fälschen es, so wie du das Video von Steadmans Ermordung gefälscht hast?“ sprach Lincoln dazwischen. Er und Kellermann sahen sich wütend an. „Auch möglich.“ „Dafür sollte ich dir eigentlich sofort eine Kugel in den Kopf jagen.“
Die junge Frau sah, dass die Situation zu eskalieren drohte und so stellte sie sich zwischen die beiden, mit dem Rücken zu Kellermann. „Leute, ganz ruhig.“ Lincoln fixierte immer noch sein Gegenüber. „Schaut euch an, wie weit wir gekommen sind. Jetzt, wo wir unserem Ziel so nahe sind, müssen wir uns zusammenreißen. Wir müssen nur noch ein bisschen durchhalten.“

Lincoln sah zu ihr runter. „Bitte.“ Avas Blick wurde weicher und sie lächelte ihn an. Er atmete hörbar aus und nickte ihr zu.

„Das ist nicht euer Ernst.“ Steadman begann auf und ab zu gehen. „Ich, ich kann nicht ins Fernsehen. Das geht nicht. Das wird niemals funktionieren.“ seiner Reaktion nach zu urteilen würde es das, dachte die junge Frau. Wenn es ihn so nervös machte, waren sie auf dem richtigen Weg.

„Doch das wird es.“ entgegnete Michael. Steadman schüttelte den Kopf. „Nein. Weil ich nichts sagen werde. Ich werde alles abstreiten.“ wandte er ein. „Oh doch, das wirst du. Dafür werde ich höchstpersönlich sorgen.“ brummte Lincoln.

Aufgeregt strich sich Steadman über das Gesicht und begann zu lachen. Ava sah ihn verdutzt an und vermutete, dass er nun durchdrehte. „Sie haben mir versprochen, dass es bald aufhört. Dass ich freikomme und ein normales Leben führen kann und stattdessen … bin ich hier mit einem Haufen …“ „Hey.“ warnte ihn Kellermann. „Schön höflich bleiben.“

„Und du.“ Steadman ging auf ihn zu. „Du widerst mich am meisten an. Ich habe dich noch nie gemocht.“ „Wow. Ich bin entsetzt.“ schnaubte der Ex-Agent. „Und das Gute an der ganzen Sache ist, dass du genauso untergehen wirst wie ich. Nein, sogar besser. Du hast so viele Menschen umgebracht, dass du auf dem elektrischen Stuhl landen wirst.“ „Das Risiko gehe ich ein, wenn ihr dafür alle in der Hölle schmort.“

Steadman sah ihn an und erneut breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus. Schließlich begann er lauthals zu lachen. „Du bist so jämmerlich.“ Ava runzelte die Stirn. „Ihr glaubt wohl, dass er das alles aus reiner Herzensgüte macht, aber das stimmt nicht.“ Michael sah zwischen ihnen hin und her. „Das macht er nur, weil Caroline ihm eine Abfuhr verpasst hat.“ Kellermanns Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. „Stell dir das mal vor, der Typ wollte sie doch tatsächlich mal heiraten.“

„Du Arschloch.“ fluchte Lincoln, griff nach seiner Waffe und ging auf Steadman zu. „Wow!“ er hob beschwichtigend die Hände, wobei Lincoln ihn mit seiner freien Hand am Hals packte und an die Wand schmetterte. „Lincoln!“ riefen Ava und Michael fast gleichzeitig und Kellermann zog seine Waffe.

„Wie kannst du es wagen, dich hier so aufzuführen?“ presste der ältere Bruder zwischen den Zähnen hervor. „Du hast Veronica beim Sterben zugesehen und du hast nichts getan.“ Ava erinnerte sich an die Freundin, von der er ihr damals erzählt hatte. Seiner Reaktion nach, hatte sie ihm sehr viel bedeutet. „Du hast es nicht verdient zu leben.“


„Burrows, lass die Waffe fallen.“ Kellermann visierte ihn an. „Wenn du dich nicht auf der Stelle zusammenreißt, war das alles umsonst. Dann haben wir nichts mehr.“ Ava blickte panisch hin und her. „Bitte hört auf, lass das. Nur noch ein bisschen, dann ist es vorbei. Das hier bringt doch nichts.“ erst Sekunden später fiel ihr auf, dass niemand auf sie zu hören schien.  

Wütend stellte sie sich zwischen Lincoln und Kellermann, wobei seine Waffe nun auf ihren Kopf zielte. „Was machst du da? Hau ab!“ befahl dieser außer sich, doch Ava tat genau das Gegenteil. Sie machte ein paar Schritte nach vorne, sodass Kellermann nach hinten auswich.

„Paul, lass das. Du wirst ihm nichts tun.“ „Sieh ihn dir doch an! Er dreht durch!“ entgegnete er wütend. „Ava!“ rief Lincoln. „Geh weg von ihm!“ Angst schwang in seiner Stimme mit. „Ihr werdet euch jetzt alle sofort beruhigen und die Waffen runternehmen.“ sprach sie bestimmt.

„Sonst kriegt der Mistkerl nur das, was er will. Er möchte uns auseinanderbringen und diesen Triumph gönnen wir ihm nicht. Wir bringen die Sache zu Ende, sowie wir es geplant haben.“ Kellermann sah sie an und nahm schließlich seine Waffe runter. „Fuck.“ fluchend nahm auch Lincoln die Pistole weg.

Hiernach gingen sie auseinander. Ava setzte sich im Nebenzimmer aufs Bett. Dort folgte ihr aber der aufgebrachte Lincoln. „Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht?“ „Wie bitte?“ sie verstand nicht. „Der Typ ist ein Killer. Er ist zu allem fähig und da stellst du einfach so vor ihn?“

„Er hätte mir nichts getan.“ erklärte sie ruhig. „Wie kannst du dir so sicher sein? Er hat davor auch nie gezögert. Warum sollte er das jetzt tun?“ „Er ist auf unserer Seite.“ eigentlich war da noch der Grund, dass sie glaubte Kellermann würde etwas von ihr wollen. Der Blick mit dem er sie ansah, verriet ihr, dass er sich für sie interessierte und das war definitiv von Vorteil.

„Wenn du das noch einmal tust …“ setzte er an. „Was willst du dann machen?“ fragte sie herausfordernd und erhob sich, stellte sich nah an ihn heran. „Dann lass ich dich zurück. Du wirst deinen eigenen Weg gehen.“ „Das ist nicht dein Ernst. Das wirst du nicht tun.“ widersprach sie. „Lass es nur drauf ankommen.“ knurrte er.

Gleich danach hörten sie auch schon einen oder mehrere Streifenwagen und die Reporter vorfahren. Alle versammelten sich in dem gleichen Raum.

„Oh Gott. Sie sind da.“ kam es panisch von Steadman. „Ich kann das nicht, das geht nicht.“ „Du tust das Richtige.“ versicherte ihm Michael. „Bitte zwingt mich nicht.“ bat er verzweifelt. „Steadman, ganz ruhig.“ sprach Ava auf ihn ein. Sie hoffte, dass er so etwas runterkommen würde.

Doch stattdessen begann er schneller zu atmen. Lincoln erhob sich, drehte sich kurz mit seinem Rücken zu ihm. Da griff er plötzlich nach dessen Waffe. „Hey!“ rief Ava, doch da packte er sie schon am Hals und presste sie an sich, hielt ihr die Waffe an den Kopf.



Lincoln und Kellermann hoben sofort ihre Pistolen, Michael schaute erschrocken zu ihr. „Sofort stehen bleiben, sonst töte ich das Mädchen!“ Ava hob beschwichtigend die Hände. „Alles gut, ich habe es im Griff.“ flüsterte sie leise. Sie könnte sich locker befreien, ihn zu Boden werfen, doch das wollte sie nicht. Das war die falsche Herangehensweise.

„Terrence.“ sprach sie ruhig. „Ich verstehe dich. Du hast Angst und das ist normal. Aber deine Schwester und ihre Organisation müssen aufgehalten werden, bevor noch mehr Menschenleben ruiniert werden. Du musst es doch am besten wissen.“  sie holte tief Luft, bevor sie weitersprach.

„Du musst jetzt das richtige tun. Und ich bin mir sicher, dass du gut wegkommst, wenn du erklärst, dass du dazu gezwungen wurdest. Dich trifft ja auch so gesehen, keine Schuld, du bist auch ein Opfer.“ natürlich stimmte das nicht, doch Ava wusste, dass es mehr bringen würde, als eine Drohung. „Lass mich bitte gehen. Du willst mich doch gar nicht töten.“

Steadman rührte sich für einen kurzen Moment nicht. Doch dann merkte sie, dass sich der Griff um ihren Hals lockerte.

Die ehemalige Polizistin trat langsam von ihm weg, wobei auf einmal Lincoln nach ihrer Hand griff und sie zu sich zog. Etwas überrascht darüber, ließ sie sich von ihm in seine Arme ziehen.

„Nein, das geht nicht.“ seufzte Steadman. „Das werden sie nicht verstehen, niemand wird mir glauben. Es gibt nur einen Ausweg.“ alle blickten zu ihm, als er sich die Waffe an den Kopf führte und sich selbst in den Kopf schoss.

Ava erstarrte, in ihrem Kopf vermischten sich die Schreie und Schimpfwörter der Anderen. Sie konnte nicht glauben, dass es so endete. Ihr erster Reflex war es, ihre Arme um Lincoln zu legen, ihren Kopf an seine Brust zu drücken. Er erwiderte die Umarmung.

Nun war es endgültig vorbei, sie hatten nichts mehr. Steadman war tot und draußen warteten die Polizei und die Reporter auf sie. Es gab kein Entkommen. „Es tut mir leid, es tut mir so leid.“ schluchzte sie und Lincoln drückte sie stärker an sich.
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