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Invincible

GeschichteThriller, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alexander Mahone Fernando Sucre Lincoln Borrows Michael Scofield OC (Own Character) Paul Kellermann
10.11.2018
24.11.2019
19
44.434
5
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Dieses Kapitel
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06.05.2019 2.295
 
„Wer bist du und warum hilfst du uns?“ wollte Michael wissen, als sie die Polizisten endlich abgeschüttelt hatten. „Mein Name ist Paul Kellermann und ich habe mal für die Company oder genauer gesagt für die Präsidentin gearbeitet.“ Avas Nackenhaare stellten sich auf. Er war einer von denen? So wie Aldo oder so wie Mahone?

„Nach allem was ich für sie getan habe, haben sie versucht mich loszuwerden.“ erzählte Kellermann weiter. „Ich habe beschlossen die Seiten zu wechseln.“ „Du hast nicht auf meine Frage geantwortet.“ erinnerte ihn Michael. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ erklärte er knapp. „Wir können einander helfen.“

Ava fragte sich, ob man ihm wirklich vertrauen konnte. Er hatte ihnen das Leben gerettet und sie dort rausgeholt. Aber was ist, wenn er vor seiner Organisation gut dastehen wollte und sie gerade in dem Moment zu ihnen brachte? Leider hatten sie nicht viel Auswahl im Moment und so waren sie auf ihn angewiesen.

Sie blickte zu Lincoln, der nachzudenken schien. Er war sich wohl ebenfalls nicht sicher, wie es weitergehen sollte. Seinem Gesichtsausdruck nach fiel ihm auf einmal etwas Schlechtes ein, denn er spannte sich an und seine Augen weiteten sich.

„Lincoln?“ sie sprach ihn an, als der auf einmal ausrastete und nach Kellermann griff. „Du Arschloch!“ der Schwarzhaarige verlor die Kontrolle über das Auto. „Lincoln!“ schreiend versuchte sie sich festhalten, um nicht gegen die Scheibe zu knallen. Der Wagen kam von der Straße ab, wo Kellermann ihn schließlich anhielt.

Wütend stürmte Lincoln aus. Ava und Michael sahen sich an, eher sie es ihm gleichmachten. Kellermann hustete, als Lincoln nach dessen Waffe griff, ihn an das Auto presste und ihm die Pistole ins Gesicht hielt.

„Ich weiß wer du bist.“ presste er zwischen den Zähnen hervor. „Ich habe mich an dich erinnert.“ Ava blickte verwirrt zwischen den beiden hin und her. „Du hast damals versucht, mich und meinen Vater umzubringen.“ „Damals habe ich …“ „Nenn mir einen Grund, warum ich dir nicht gleich hier das Hirn rauspusten soll.“ Kellermann überlegte kurz, eher er antwortete. „Ich weiß wo Terrence Steadman ist.“ Ava erstarrte.

„Woher weißt du das?“ wunderte sich Michael. „Ich hab das alles eingefädelt.“ gestand er. „Ich habe die Beweise gefälscht, Steadmans Tod inszeniert und ...“ „Du hast mich reingelegt?“ brüllte Lincoln und schlug ihm ins Gesicht. „Deinetwegen sterben Menschen, die mir nahestehen!“ ein weiterer Schlag ins Gesicht. Ava blickte auf Kellermanns Hände, die kurz hinter seinen Rücken zuckten.

„Ich habe es nicht angeordnet. Ich habe nur Befehle ausgeführt.“ Kellermann hielt sich an der Nase fest, nahm seine Sonnenbrille ab. „Jetzt bin ich genauso eine Zielscheibe, wie ihr.“ „Dann beenden wir das Ganze doch gleich hier.“ Lincoln löste die Sicherung. „Warte!“ augenblicklich griff Ava nach seinem Arm. „Wir brauchen ihn. Er kann uns helfen. Er weiß, wo Steadman ist.“ versuchte sie ihn zu beruhigen. „Er kann uns zu ihm bringen.“ der ältere Bruder presste die Lippen aufeinander.

„Außerdem hätte er uns längst töten können, wenn er wollte.“ fügte sie noch hinzu. Ihr war nämlich seine zweite Waffe aufgefallen. „Das Mädchen hat Recht.“ lächelte Kellermann und zog demonstrativ seine Waffe heraus. „Ihr habt die Wahl: Entweder ihr lauft alleine weg oder ihr kommt mit mir mit und helft mir die Company zu stürzen.“

Ava senkte Lincolns Arm und stellte sich zwischen die beiden, damit es sich einer der beiden doch nicht anders überlegte. „Das ist unsere Chance, wir müssen sie ergreifen. Es ist alles, was wir im Moment haben.“ wütend starrte Lincoln zu Kellermann. „Linc.“ sprach sie sanft und er sah zu ihr runter „Bitte.“ sie wollte ihn retten und wenn es bedeutete, denjenigen, der für das Ganze verantwortlich war, am Leben zu lassen, würde sie es tun. „Okay.“ er steckte die Waffe ein, stieg in den Wagen. Michael machte es ihm nach.

„Danke.“ sagte Kellermann auf einmal. „Wenigstens jemand ist hier clever genug, um den Ernst der Lage zu erkennen.“ „Treib es nicht auf die Spitze.“ warnte sie ihn. „Ich vertraue dir genauso wenig, doch du kannst uns von Nutzen sein. Wenn aber ich feststelle, dass das nicht so ist, jage ich dir eine Kugel in den Kopf.“ „Du kannst es ja gerne versuchen.“ forderte er sie heraus.

„Wollt ihr dort Wurzeln schlagen?“ rief Lincoln und auch Ava kletterte zu ihm auf den Rücksitz. Kellermann stieg ein und fuhr los.

Der ehemalige Agent fuhr sie zu einem kleinen Flughafen, wo er sie in seinen Privatjet einlud. „Und wir wollen da einfach so einsteigen?“ fragte Lincoln. „Das müssen wir. Wenn wir dem allen endlich ein Ende setzen wollen. Wir müssen es riskieren.“ erklärte Michael. Lincoln nickte und sie stiegen alle ins Flugzeug.

Im Jet selbst starrte Lincoln wortlos aus dem Fenster. Michael schien endlich eingeschlafen zu sein. Kellermann goss sich einen Drink ein, während er Ava beobachtete. Sie hielt seinen Blick nicht mehr aus und so setzte sie sich zu Lincoln.

„Ich fasse es nicht, dass wir mit dem Kerl, der für das alles verantwortlich war, zusammen im Flieger sitzen. Ich würde ihn am liebsten sofort in Stücke reißen.“ „Er ist auch derjenige, der das beenden kann.“ entgegnete Ava. „Außerdem war er nicht direkt dafür verantwortlich. Es ist so, als würdest du eine Waffe beschuldigen, jemanden erschossen zu haben und nicht denjenigen, der abgedrückt hat. Wenn Kellermann es nicht getan hätte, wäre es jemand anders. Es kam wie es kommen musste. Eigentlich müssten wir froh sein, dass er sich überhaupt um entschieden hatte.“ Lincoln schien das tatsächlich zum Nachdenken gebracht zu haben.

„Warum bist du so scheiße zu mir?“ nun wo sie schon mal in Ruhe miteinander sprachen, war es der perfekte Moment um dieses Thema aufzugreifen. „Ich habe euch nicht verlassen, ja, aber ich bedränge dich auch nicht. Ich zwinge dich zu nichts, du hast mir gegenüber keine Verpflichtungen. Ich bin nur hier, um dir und Michael zu helfen. Nach allem, was ihr für mich getan habt, schulde ich es euch.“

Dann sah er sie längere Zeit an und atmete hörbar aus. „Entschuldige. Ich wollte, dass du gehst, dass du in Sicherheit bist und was machst du?“ er hielt kurz inne. „Du willst nicht gehen, möchtest bei uns bleiben. Das hat mich wütend gemacht.“ endlich sagte er die Wahrheit.

„Vielleicht hätte ich es anders angehen sollen, ja, aber ich habe überreagiert. Dass ich dich nur wollte, weil ich schon lange keinen Sex mehr hatte, war auch gelogen. Ich wollte dich verletzen, um dich von mir fernzuhalten.“ „Tja, das hat nicht wirklich funktioniert.“ schnaufte sie.

„Du kapierst es einfach nicht, oder?“ fragte er und sie sah ihn irritiert an. „LJ lebt nur, weil er mit Jane weggefahren ist. Mein Vater hatte nicht so viel Glück. Und du bist nur knapp dem Gefängnis und dem Tod entkommen.“

„Lincoln, ich habe es dir schon einmal gesagt und ich sage es gerne wieder: Ich stecke in der Sache viel zu tief drin. Ich werde nirgendwo hingehen und wenn ich dabei draufgehe, dann ist es so. Wenigstens bin ich dann dort, wo ich sein möchte. Bei dir.“ wieder trafen sich ihre Blicke, bis sie ihre Augen schließlich abwandte.

Nachdem sie gelandet waren, stiegen sie aus und machten sich auf den Weg. „Wenn das eine Falle ist, bring ich dich um.“ warnte Lincoln. „Dann stellt dich hinten an, weil die Kleine mir zuerst gedroht hat.“ Kellermann schien total unbeeindruckt.

Sie setzten sich in einen Mustang und fuhren los. Ava nahm vorne neben Kellermann Platz, während Lincoln und Michael hinten saßen. Schließlich fuhren sie zu dem Haus, wo Steadman festgehalten wurde.

„Sie sind bestimmt schon informiert und werden versuchen ihn woanders hinzubringen.“ erklärte der ehemalige Agent. „Und genau da kommen wir ins Spiel. Wir fangen ihn ab.“

Je näher sie kamen, desto nervöser wurde Ava. Hoffentlich klappte es, denn sie glaubte nicht, dass sie noch einen Versuch bekommen würden.

„Keine Sorge Schätzchen, es wird alles gutgehen. Ich meine, es kann nur klappen, ihr habt ja mich dabei.“ lächelte er und Ava sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Also an Selbstbewusstsein fehlt es dir nicht.“ stellte sie fest. „Ich tue mein Bestes.“ „Konzentrier dich aufs Fahren.“ unterbrach Lincoln genervt.

Schließlich hielten sie vor einer großen Villa und die junge Frau sah, dass ein Wachmann einen Mann rausführte. Das musste dieser Steadman sein. Sie konnte sich nicht genau an ihn erinnern, er sah aber auch irgendwie anders aus. Nicht so, wie sie ihn aus den Zeitungsberichten kannte. Handelte es sich dabei wirklich um ihn?

Kellermann stieg aus. „Das übernehmen wir jetzt, danke.“ als Steadman ihn erblickte, schien er verwundert. „Was machst du denn hier?“ „Er ist es!“ rief auf einmal ein weiterer Wachmann aus dem Haus und zog seine Waffe. Doch Kellermann war schneller. Er zückte seine Pistole und erschoss die beiden Wachmänner. Ava erschrak. Steadman schaute sich panisch um, als Lincoln aus dem Auto stürmte.

„Hallo, Terrence. Erinnerst du dich an mich? Ich habe dich umgebracht.“ fauchte er. „Was? Nein! Gott, bitte nicht!“ flehte er, doch Lincoln zerrte ihn mit Gewalt in den Wagen. Mit quietschenden Reifen machten sich die fünf davon.

Kellermann brachte sie zu dem nächstgelegenen Motel, bezahlte zwei Zimmer nebeneinander. Unauffällig führten sie Steadman in eines davon und sperrten die Tür ab.

„Ich schlage vor, dass wir ihn nach Washington bringen. Dort arbeiten Leute, wie euer Vater, die die Company stürzen wollen. Sie werden uns helfen.“ erzählte der ehemalige Agent von seinem Plan.

„Das ist doch viel zu umständlich.“ warf Michael ein. „Wir können doch ein Foto von ihm und einer aktuellen Zeitung machen, ein Video drehen und es in Netz stellen.“ Kellermann schüttelte lächelnd den Kopf. „So einfach ist das nicht. Die Company ist sehr vorsichtig. Sie haben ihn einer plastischen Operation unterzogen, Falten entfernt, Augen geliftet und so weiter. Alle würden ihn nur für einen Doppelgänger halten.“ Ava wurde endlich klar, warum sie ihn nicht auf Anhieb erkannt hatte.

„Wenn ich dazu auch etwas sagen dürfte …“ meldete sich der sichtlich nervöse Steadman. „Bitte lasst mich frei. Ich habe doch nichts getan.“ „Genau das ist es ja.“ bestätigte Lincoln. „Du hast gar nichts getan. Deinetwegen sind eine Menge Menschen gestorben, ich war im Knast. Das wird sich ab sofort ändern.“ „Aber dann lande ich im Gefängnis oder schlimmer!“ entgegnete er panisch. „Dann wirst du ja endlich sehen wie das ist.“ hauchte Lincoln und Steadman fasste sich an den Kopf.

Ava wurde zunehmend müder, sie wollte sich hinlegen, aber sie brauchte etwas Zeit für sich. Sie stand auf und ging auf Kellermann zu. „Kannst du mir die Schlüssel zu dem zweiten Zimmer geben? Ich bin fertig für heute.“ „Hier.“ er reichte ihr den Schlüssel und sie verzog sich.

Sie war so müde, dass sie am liebsten sofort einschlafen würde, doch dann fiel ihr ein, dass sie seit einer Ewigkeit nicht mehr geduscht hatte. Sie begab sie sich ins Bad. Dort streifte sie sich die Kleidung vom Körper, hüpfte unter die Dusche. Es tat so gut, das heiße Wasser auf ihrer Haut zu spüren und endlich den ganzen Schweiß und Dreck von sich zu wischen.

Nachdem sie fertig war, zog sie sich wieder an und begab sich zu ihrem Bett. Doch gleich darauf klopfte es auf einmal an der Tür. Erschrocken hielt sie inne.

Lincoln? Aufgeregt sprang sie vom Bett.

Sie öffnete die Tür, doch da stand Kellermann vor ihr. „Hey.“ „Was machst du denn hier?“ als Antwort darauf hielt er eine braune Papiertüte hoch. „Ich dachte, dass du etwas zum Essen gebrauchen kannst.“ „Ich, ähm, ja, danke.“ sie hatte tatsächlich Hunger. „Schön.“ er betrat ihr Zimmer, ging an ihr vorbei. „Okay.“ sie nickte und schloss die Tür.

Kellermann setzte sich auf ihr Bett, packte Burger und Pommes aus. „Ich wollte eigentlich alleine sein.“ sie stemmte die Hände in die Hüften. „Oh, das macht nichts.“ nuschelte er mit vollem Mund und reichte ihr einen Burger. Schnaubend nahm sie diesen an und setzte sich dazu. Sie hatte keine Lust auf eine Diskussion.

Nachdem er ihnen mit Steadman geholfen hatte, war sie einigermaßen von seiner Glaubwürdigkeit überzeugt. Sonst würde er nicht durch dieses ganze Theater gehen. „Danke für deine Hilfe.“ sagte sie deshalb. Wahrscheinlich hatte er das nicht verdient, aber sie bedankte sich dennoch. Vielleicht würde es ihn motivieren.

Er sah sie überrascht an, hatte anscheinend nicht damit gerechnet. „Halb so wild.“ er zuckte mit den Schultern. „Ich habe nur das getan, was getan werden musste.“ ein erneutes Klopfen folgten und kaum hatte sie sich erhoben, betrat Lincoln das Zimmer.

„Ava, hast du Kellermann …“ er hielt mitten im Satz inne, als er sie und ihn im Zimmer sah. „Du Hurensohn!“ brüllte er und stürmte auf ihn zu. „Lincoln!“ schrie Ava und versuchte ihn aufzuhalten, doch er schubste sie weg. „Hey!“ Kellermann stand auf und blockierte Lincolns Schlag. „Ganz ruhig!“ „Lincoln, hör auf!“ rief Ava und Lincoln packte ihn am Kragen. „Was willst du hier?“

„Lincoln, verdammt.“ die junge Frau griff nach seinen Armen, versuchte ihn wegzuziehen. „Was zum Teufel ist dein Problem?“ schrie Ava. „Was macht er in deinem Zimmer?“ „Er hat mir etwas zu Essen gebracht.“ erklärte sie. „Aha und dann sitzt er auf deinem Bett und isst mit?“

Es machte sie wütend, dass er so reagierte. Er war doch derjenige, der keine Beziehung wollte, sie wegstieß und sogar versuchte sie zu verjagen. Er hatte kein Recht so zu reagieren und sie war ihm keine Erklärung schuldig.

„Was interessiert es dich? Wir sind nicht zusammen und wenn ich einen Kerl in meinem Zimmer haben will, dann ist es meine Sache.“ brüllte sie wütend und Lincoln sah sie erschrocken an. „Und jetzt hau ab.“

Als hätte sie ihm gerade einen Schlag ins Gesicht verpasst, hielt er inne. Dann schien er endlich zu realisieren, was sie gerade gesagt hatte und machte ein paar Schritte zurück. „Ja, da hast du wohl recht.“ kurz darauf entfernte er sich aus dem Zimmer.  

Atemlos strich sich Ava übers Gesicht. „Ich glaube, ich gehe jetzt dann.“ verkündete Kellermann und sie nickte. „Das wäre wohl besser so.“
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