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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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Dieses Kapitel
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29.12.2019 2.294
 
Kapitel 29


Die kommende Zeit sollte auf jeden Fall spannend weitergehen und für Sylvie endlich wieder ein glückliches Leben bereithalten.


Sylvie und Antonio hatten sich in den letzten Monaten immer häufiger getroffen, doch noch immer hatte keiner der beiden den ersten Schritt gemacht. Sylvie befand sie mittlerweile im Mutterschutz. Anfangs war es ihr sichtlich schwergefallen, nicht mehr morgens zur Arbeit zu fahren, aber mittlerweile war sie im neunten Monat und der verbat es ihr, weiterhin zu arbeiten. Ihr Bauch war noch einmal deutlich gewesen und Sylvie trug hauptsächlich nur noch offene Hosen mit Hosenträgern, denn nichts Anderes passte ihr mehr. So klein ihr Bauch auch am Anfang der Schwangerschaft gewesen war, umso größer war es derzeit.

Nachdem sie all ihren Kollegen sowohl von der Schwangerschaft als auch von dem Vater erzählt hatte, bekam sie von allen Seiten Hilfe. Als sie bei Gabby und Matt ausgezogen war, hatte Hermann ihr angeboten, ihr beim Kinderzimmer zu helfen. Schnell sagten auch die anderen Kollegen ihre Hilfe zu und so musste Sylvie sich kein Stück um das Kinderzimmer kümmern, denn die komplette Gestaltung übernahmen die Freunde von ihr. Am Ende hatte sie nichts für ihr Kinderzimmer bezahlen müssen und es war trotzdem wunderschön. Die Möbel waren alles Reste von Freunden. Die letzten Monate ihrer Schwangerschaft hatte Sylvie auf jeden Fall in vollen Zügen genossen und auch wenn sie wusste, dass die Zeit nach der Geburt schwierig werden würde, freute sie sich drauf.


An diesem Tag war wieder so einmal ein Tag, an dem Sylvie gegen Mittag beschloss, ihre Freunde auf der 51 zu besuchen. Sie machte sich gegen kurz vor zwölf auf den Weg und hoffte, dass sie noch etwas auf der Wache zu essen bekommen würde. Ihr Kind verlangte wieder einmal nach etwas zu essen; das ging in den letzten Wochen immer öfters so. Dennoch hatte ihre Frauenärztin bei der letzten großen Untersuchung gesagt, dass alles in Ordnung war, und dass sie sich über den gesteigerten Appetit keine Sorgen machen sollte.
Draußen war es noch immer ziemlich warm. Mittlerweile hatten sie zwar schon Ende September, aber Sylvie machte sich nur in einem Sweatshirt auf den Weg. Sie hatte momentan immer wieder aufsteigende Hitze, aber dennoch war es ohnehin noch verhältnismäßig warm für diese Jahreszeit.


„Hallo Sylvie, was machst du denn schon wieder hier? Du warst doch vorgestern erst hier“, begrüßte Stella sie und umarmte ihre Freundin zur Begrüßung. Stella war gerade dabei, mit den anderen von der Drehleiter, die mittlerweile endlich wieder vollständig war, diese zu waschen und auf Vollständigkeit zu überprüfen.
„Mir fällt Zuhause die Decke auf den Kopf und außerdem haben wir einen ziemlichen Hunger und hatten Hoffnung, hier noch etwas Leckeres zu bekommen. Es lohnt sich immer so wenig, Zuhause für mich alleine zu kochen“, erwiderte Sylvie lachend und strich sich amüsiert über ihren wirklich großen Bauch.
„Dann geht doch mal nach drinnen. Hermann hat sehr lecker gekocht. Der hat das Kochen im Urlaub auf jeden Fall nicht verlernt“, sagte Stella lachend und begab sich dann wieder an die Arbeit.

Sylvie folgte dem Geruch nach drinnen und wurde im Aufenthaltsraum herzlich von Hermann empfangen.
„Sylvie! Mensch, dich habe ich jetzt ja wirklich lange nicht gesehen. Toll siehst du aus. Du hast ja wirklich zugelegt“, begrüßte Hermann sie und zog sie in seine Arme. Hermann war einfach sowas wie der Vater der 51.
„Jetzt übertreibe aber mal nicht. Ich war immer hier, aber du warst ja einfach zweieinhalb Wochen im Urlaub. Ich hoffe doch, dass er schön war“, entgegnete Sylvie lachend und fügte gespielt eingeschnappt hinzu: „Ach ja, so dick bin ich gar nicht. Mein Kind hat einfach immer nur Hunger.“
„Ach, das kenne ich doch alles nur zu gut von Cindy und lass mich raten, du möchtest auch jetzt etwas von dem Essen haben.“
„Klar, genau deshalb bin ich doch gekommen. Die Kleine verlangt einfach schon wieder nach etwas zu essen“, sagte Sylvie lachend und Hermann freute sich so sehr, Sylvie endlich wieder glücklich und voller Lebensfreude zu sehen.

„Ich freue mich einfach so für dich“, sagte Hermann und konnte nicht anders, als Sylvie noch einmal zu umarmen, doch dabei passierte es. Sylvie spürte, wie etwas ihre Beine hinunterlief. Augenblicklich löste sie sich langsam aus der Umarmung und schaute an sich herunter. Auf dem Boden hatte sich bereits eine Pfütze gebildet.
„Hermann, ich glaube, meine Fruchtblase ist gerade geplatzt“, stammelte Sylvie panisch und wusste von einem auf den anderen Moment nicht mehr, was sie machen sollte.
„Setze dich bitte mal kurz hin. Ich hole schnell Gabby und Courtney“, rief Hermann erschrocken und schob Sylvie förmlich auf den Stuhl. Sylvie realisierte kaum, was geschah, aber sie merkte langsam, wie die Wehen einsetzten. Sie hatte schon den ganzen Tag über ein Ziehen in ihrem Bauch verspürt, aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass dies bereits die Wehen waren, die die Geburt ankündigten. Die Geburt würde definitiv nicht mehr lange auf sich warten.


„Gabby, Courtney, ihr müsst sofort reinkommen. Sylvies Fruchtblase ist geplatzt und ich glaube, die Wehen haben eingesetzt“, rief Hermann noch während er auf den Rettungswagen 61 zu steuerte. Augenblicklich erhoben die beiden Rettungssanitäterinnen sich und liefen bewaffnet mit der Tasche für den Notfall in den Aufenthaltsraum.

„Sylvie, ist alles gut?“, fragte Gabby besorgt.
„Meine Fruchtblase ist geplatzt und die Wehen kommen in regelmäßigen Abständen“, stöhnte Sylvie und verspürte erneut Schmerzen.
„Kamen die Wehen vorher oder haben sie erst danach eingesetzt?“, mischte Courtney sich ein.
„Ich habe heute schon den ganzen Tag so ein Ziehen im Bauch verspürt, aber ich habe nicht daran gedacht, dass es Wehen sind.“

Während Courtney Sylvie sämtliche Fragen stellte, machte Gabby sich an die Untersuchung.
„Wir werden jetzt auf direktem Weg ins Krankenhaus fahren. Dein Kind möchte nun auf die Welt“, teilte Gabby ihrer Freundin mit und dann ging alles ganz schnell. Die Trage wurde geholt und Sylvie wurde in den Rettungswagen geschoben. Mit der Zeit machte sich in ihr die Panik breit.

War sie wirklich schon bereit für die Geburt? Sie hatte ihre Schwangerschaft so lange verdrängt und sich noch gar nicht darauf vorbereitet. Ihr Herzschlag wurde immer schneller, weshalb der Monitor Alarm schlug.
„Sylvie, du brauchst wirklich keine Angst zu haben. Du kennst das doch und wir sind bei dir“, versuchte Gabby, ihre Freundin zu beruhigen.
„Gabby, kannst du bitte Antonio anrufen?“

Noch während Sylvie diese Bitte aussprach, erreichte der Rettungswagen das Krankenhaus und die Türen öffneten sich. Alles ging relativ schnell und nur wenige Minuten später befand Sylvie sich im Kreissaal.
„Hallo Sylvie. Was haben wir?“, fragte Nathalie an Gabby gewandt. Sie wollte ihre Patientin nicht unnötig stressen, indem sie Sylvie selbst fragte.
„Frühzeitiger Blasensprung mit Wehen in einem Abstand von etwa fünf Minuten. 37. Schwangerschaftswoche“, schilderte Gabby routiniert und verließ dann den Raum, während Sylvie nun noch einmal von Nathalie untersucht wurde.


„Antonio, du musst sofort ins Krankenhaus kommen“, sagte Gabby direkt ins Telefon, nachdem ihr Bruder am anderen Ende abgehoben hatte.
„Wieso? Ist etwas mit Sylvie und dem Kind?“, fragte Antonio sofort panisch nach und sprang bereits von seinem Stuhl auf, ohne zu wissen, worum es wirklich ging. Er griff nach seiner Jacke und lief Richtung Ausgang.
„Sylvie bekommt ihr Kind. Sie hat gesagt, dass ich dich anrufen soll“, erwiderte Gabby und wusste, dass sie ihrem Bruder damit eine Freude bereitete, denn noch immer hatten die beiden es nicht geschafft, einander die Liebe zu gestehen, obwohl es bereits offensichtlich war.
„Ich mache mich sofort auf den Weg“, rief Antonio ins Telefon und legte auf.

„Ich glaube, es ist besser, wenn ich fahre“, vernahm Antonio die Stimme von Hailey von hinten, „du bist gar nicht in der Lage, richtig zu fahren. Wann sagst du ihr denn bloß endlich, dass du sie liebst?“
„Ich will es ihr jetzt gleich sagen, wenn wir im Krankenhaus sind“, sagte Antonio fest überzeugt und bat Hailey, doch endlich mal schneller zu fahren.


Während die beiden auf dem Weg ins Krankenhaus waren, lag Sylvie noch immer im Kreissaal.
„Dein Muttermund ist noch nicht vollständig geöffnet. Ich denke, ein bisschen wird es noch dauern, bis dein Kind auf die Welt kommt“, sagte Nathalie nach abschließender Untersuchung. Trotz allem wollte sie auf alles vorbereitet sein und ließ eine Schwester bei Sylvie im Kreissaal warten.
„Ich werde sofort zur Stelle sein, falls es losgeht. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, du bist bei uns in den besten Händen“, versicherte die Kinderärztin ihr noch einmal, ehe sie den Raum verließ und zurück auf die Kinderstation ging.


„Sylvie, wie geht es dir?“, fragte Antonio noch während er in den Raum stürmte. Hailey hatte beschlossen, erst einmal draußen bei Gabby zu warten. Gabby hatte nach dem Telefonat mit Antonio auf der Wache angerufen und Bescheid gegeben, dass soweit alles gut war und Sylvie nun im Kreissaal war.
„Gut, das Kind möchte jetzt nun einmal auf die Welt, aber ich bin hier in den besten Händen, mache dir keine Sorgen“, erwiderte Sylvie entspannt. Sie wollte Antonio nun nicht mit ihrer Nervosität verrückt machen.

„Sylvie, ich muss dir etwas sagen“, fing Antonio leise und unsicher an. Augenblicklich senkte er seinen Blick in Richtung Boden, während er dies aussprach.
„Hey, was ist los?“, fragte Sylvie aufmuntern und griff nach seiner Hand. Sie ahnte nicht, was er ihr eigentlich sagen wollte, doch er nahm sich fest vor, es nun endlich zu tun.
„Sylvie, ich liebe dich und möchte den Rest meines Lebens gerne mit dir und deinem Kind verbringen. Mir ist es egal, von wem das Kind ist. Ich liebe dich!“ Während er dies sagte, verspürte Sylvie die nächste Wehe, doch sie hielt dem Schmerz stand. Die Atmosphäre war zu schön, um sie nun zu zerstören.
„Antonio, endlich. Ich habe mich nie getraut, dir dies zu sagen, weil ich Angst hatte wegen dem Kind. Du warst anfangs noch so abgeneigt und ich dachte, dass du das wegen dem Kind nicht kannst. Unsere Abende waren immer so schön und ich habe sie in vollen Zügen genossen. Ich liebe dich auch“, gestand Sylvie schwärmerisch und Antonios Lippen näherten sich ihren, doch die nächste Wehe holte Sylvie ein und sie begann aufzustöhnen und den Mund zu verziehen.

„Sylvie, was ist los?“, fragte Antonio sofort panisch und schaute seine Freundin erschrocken an.
„Die Wehen, sie werden immer heftiger und regelmäßiger“, erwiderte Sylvie und nun schaltete sich auch die Krankenschwester ein. „Ich werde Frau Manning holen. Ich glaube, dass Ihr Kind genau jetzt auf die Welt möchte.“


„Na Sylvie, da geht es jetzt wohl los“, schmunzelte Nathalie, nachdem sie Sylvie untersucht hatte, „der Muttermund ist komplett geöffnet. Bei der nächsten Wehe darfst du bereits pressen. Ich weiß, dass ging jetzt wirklich schnell, aber gemeinsam schaffen wir das. Du brauchst keine Angst zu haben. Außerdem hast du ja jetzt den starken Antonio an deiner Seite.“

Die nächste Wehe kam schneller als gewollt und wie aus Reflex griff Sylvie nach der Hand von Antonio. Sie schrie und zerquetschte seine Hand, während sie presste, aber all das war ihm wert, nur um bei seiner Sylvie zu sein. Gabby und Hailey warteten gebahnt auf dem Flur. Sie hörten Sylvie draußen schreien und waren sichtlich nervös, doch als sie endlich ein zartes Schreien hörten, wussten sie, dass es geschafft war.


„Herzlichen Glückwunsch, deine kleine Tochter ist auf der Welt“, gratulierte Nathalie und legte das, in ein Tuch gewickelte, Mädchen auf Sylvies Oberkörper. Augenblicklich waren die beiden hin und weg von dem kleinen Mädchen.
„Wie soll die Kleine denn heißen?“, fragte die Kinderärztin, um den Namen aufzuschreiben.
„Ich möchte, dass sie Kimberly heißt“, erwiderte Sylvie und schaute Antonio an, der zustimmend nickte. „Das ist ein wirklich schöner Name.“

„Miss Brett, draußen warten einige ihrer Kollegen auf Sie. Darf ich sie reinlassen?“, mischte die Krankenschwester sich freundlich ein.
„Ja, bitte.“

Die Tür ging auf und fast die gesamte 51 und Hailey betraten mit einem Lächeln im Gesicht den Kreissaal.
„Herzlichen Glückwunsch“, vernahm Sylvie aus sämtlichen Mündern und trotz der anstrengenden Geburt strahlte sie übers gesamte Gesicht.

Das Bild, das sich den Umstehenden bot, war wunderschön. Eine kleine Familie, bestehend aus Sylvie, Antonio und der kleinen Kimberly. Das Glück war eben doch noch auf Sylvies Seite gewesen und alle freuten sich herzlichst mit ihr. Alle hatten es gewusst, nur die beiden hatten sich nicht getraut.
Am Ende war eben doch noch alles gut gegangen und Sylvie hatte eine wundervolle Tochter bekommen, die sie gemeinsam mit ihrem neuen, ehemaligen Freund großziehen würde.



Hallo,
Nun ist es tatsächlich soweit: Das war das letzte Kapitel dieser Geschichte. So schwer es mir auch fiel, die letzten Kapitel zu schreiben, umso glücklicher bin ich, dass ich diese Geschichte tatsächlich komplett bis zum Ende geschrieben habe.
Während des Schreibens hat mich manchmal die Motivation so stark verlassen oder ich hatte absolut keine Zeit, dass manchmal einen ganzen Monat nichts kam und dann kam das Ende plötzlich so schnell. Es haben sich mir während des Schreibens dieser Geschichte immer wieder neue Ideen geboten, die ich mit eingebaut habe und ich kann sagen, dass ich am Ende eigentlich ganz zufrieden mit dieser Geschichte bin.
Sie ist auf jeden Fall viel länger geworden, als ich es mir jemals geplant habe.

Aber mein noch viel größerer Dank gilt euch da draußen, besonders meinen drei fleißigen Reviewern, die sich so regelmäßig gemeldet haben und mich immer wieder motiviert haben, wenn ich mal keine hatte. Ich danke euch für die 20 Favoriten, die über 6.000 Aufrufe und für die über 50 Reviews. Ich hätte nie mit dieser Resonanz gerechnet, besonders weil es meine erste Geschichte in diesem Fandom war.
DANKESCHÖN an euch alle!

Über eine abschließende Meinung eurerseits würde ich mich dennoch sehr freuen!
Vielleicht liest man sich ja irgendwann mal wieder! Wer weiß, vielleicht verschlägt es mich ja irgendwann nochmal in dieses Fandom. Ideen bieten sich da bestimmt immer mal wieder welche. Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Ich wünsche euch allen auf jeden Fall nur das Beste!
Liebe Grüße,
EndlessDream01
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