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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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28.12.2019 1.987
 
Kapitel 28

Es würde sie mit Sicherheit erleichtern, dass Frau Beyer ausgesagt hatte und auf keinen Fall mehr etwas machen konnte.


Mittlerweile war einige Zeit vergangen und Sylvie hatte es tatsächlich geschafft, langsam wieder ins Leben zurück zu finden. Sie hatte Hailey vor zwei Monate die komplette Wahrheit erzählt und es hatte sie enorm befreit. Zwar hatte sie seitdem noch keinem anderen davon erzählt, wer der Vater ihres Kindes war, aber in Hailey hatte sie seit diesem Gespräch eine sehr gute Freundin gefunden.

Nach der Befragung hatte sie noch einige Tage gebraucht, um über das Erlebte hinwegzukommen, aber noch am selben Tag hatte Hailey ihr am Telefon erzählt, dass Frau Beyer gestanden hatte und zugegeben hatte, all diese Unfälle zu organisiert zu haben. Erst hatte sie dazu beigetragen, dass die 51 zu dem Hausbrand fährt, dann hatte sie mit einem Freund den Unfall inszeniert und anschließend war sie so weit gegangen und wollte Sylvie erschießen. Anfangs klang das in Sylvies Ohren alles noch sehr verrückt, aber schnell hatte sich herausgestellt, dass Frau Beyer krankhaft eifersüchtig ist.
Nachdem sie den ersten Stress verarbeitet hatte, hatte sie endlich angefangen, ihre Schwangerschaft zu genießen. Sie war endlich wieder aufgeschlossener und machte kein Geheimnis daraus, dass sie ein Kind erwartete. Einzig und allein ein Geheimnis trug sie noch mit sich herum, aber das wollte sie auch so.


„Hallo Sylvie, da bist du ja endlich mal wieder“, begrüßte Hermann sie lachend. Er war relativ schnell wieder gesund gewesen. Hermann begründete das lachend immer wieder damit, dass sein Körper schon so viel ausgehalten hatte. Sylvie war ihm dennoch immer noch unendlich dankbar, dass er ihr das Leben gerettet hatte.
„So lange war ich nun auch nicht weg“, erwiderte Sylvie fröhlich. Sie hatte in der letzten Woche von Boden Urlaub bekommen. Sie hatte darum gebeten, da sie über ein paar Dinge nachdenken wollte und ohnehin an der Büroarbeit an Langeweile starb.

Die beiden betraten das Gebäude und trafen dort auf die anderen Kollegen. Gemeinsam gingen sie alle in die Umkleide und Sylvie spürte, wie jeder sie mal wieder anschaute.
„Was guckt ihr eigentlich alle immer so, wen ich komme?“, fragte Sylvie witzelnd, denn sie verstand all die neugierigen Blicke nicht.
„Sylvie, du wirst immer runder. Du bekommst ja nicht einmal deine Jacke zu“, scherzte Joe.
„Komisch, ich bin ja auch schwanger und mein Kind wächst. Das ist im siebten Monat nicht unüblich. Außerdem ist der Bauch doch schön“, erwiderte Sylvie und streichelte über ihren bereits ziemlich runden Bauch. Obwohl so von vorne rein eine relativ schlanke Figur hatte, war ihr Bauch verhältnismäßig groß, aber sie genoss es in vollen Zügen. Ihr Bauchumfang betrug in der 26. Schwangerschaftswoche bereits 90cm und er würde noch weiterwachsen, doch mittlerweile genoss sie es.

Ohne den neugierigen Blicken weiter Beachtung zu schenken, zog Sylvie sich weiter um. Um nicht jede Woche neue Kleidung bestellen zu müssen, zog sie immer ein schwarzes Top unter, denn die Kleidung passte schon länger nicht mehr über ihren stetig wachsenden Bauch.
Nachdem das morgendliche Staunen der Kollegen vorbei war, begab sie jeder an seine Arbeit und Sylvie setzte sich wieder an den Tisch, um die Büro- und Aktenarbeit zu machen. Sitzen fand sie mittlerweile deutlich angenehmer als Stehen, denn der Bauch zog immer wieder etwas nach unten.


Sylvie war so in ihre Arbeit vertieft, dass sie gar nicht merkte, dass Antonio und Hailey den Aufenthaltsraum betraten, in welchem Sylvie immer die Arbeit machte.
„Hallo Sylvie“, sagte Antonio kühl. Noch immer hatten die beiden sich nicht ausgesprochen und die Atmosphäre zwischen beiden war kühl. Diese kühle Ansprache löste in Sylvie wieder ein unwohles Gefühl aus. Sie hatte Antonio gern und wusste, dass sie ihn mit dem Inhalt des Briefes verletzt hatte.
Hailey hingegen umarmte Sylvie zur Begrüßung. „Der wird ja immer größer. Er steht dir wirklich gut.“

„Sylvie, wir sind hier, weil wir mit dir über Frau Beyer sprechen wollen“, wechselte Antonio direkt das Thema und in Sylvie verstärkte sich der Wunsch, endlich mit ihm offen zu reden. Sie ertrug die aktuelle Situation einfach nicht mehr.
„Was gibt es denn noch dazu zu sagen? Ich dachte, dass sie komplett gestanden hat und dem Haftrichter vorgeführt wird“, erwiderte Sylvie verwirrt und verstand nicht so ganz, was Antonio ihr damit sagen wollte. Sie hatte mit dieser Frau für alle mal abgeschlossen und hatte gehofft, nie wieder etwas von ihr zuhören.
„Die Verfahren und Untersuchungen gegen Frau Beyer sind eingestellt wurden. Gestern wurde sie dem Haftrichter vorgeführt und mit deiner Aussage und auch unseren konnte festgestellt werden, dass Frau Beyer sich die vermeintliche Ehe mit Kelly Severide eingebildet hat und es zwischen den beiden nie mehr als ein OneNightStand gab. Der Richter hat Frau Beyer aufgrund der vielen schwerwiegenden Taten entschieden, dass sie lebenslang in eine geschlossene Psychiatrie kommen wird. Sie ist bereits dort. All ihre Taten tat sie ohne Hemmungen und unter dem starken Einfluss ihrer krankhaften Eifersucht. Der Richter war sich sicher, dass sie diese Hilfe und Sicherheit in der Psychiatrie braucht“, erklärte Hailey sehr detailliert und Sylvie atmete auf. Sie konnte ihr nichts mehr tun. „Sylvie, du bist in Sicherheit. Du und auch dein Kind werdet ihr nie wieder begegnen“, fügte Hailey noch hinzu und erkannte augenblicklich die Erleichterung, die sich in Sylvie breitmachte.

Alle Anwesenden freuten sich so unheimlich für Sylvie und niemand war traurig darum, dass diese Frau ihr Leben von nun an in einer geschlossenen Anstalt verbringen musste.
„Das war es auch schon. Wir müssen dann auch wieder“, unterbrach Antonio die Freude eiskalt. Er zeigte keine Emotionen äußerlich, was Sylvie immer weiter wehtat, weshalb sie all ihren Mut zusammennahm und sich erhob. „Ich muss euch etwas sagen. Besser gesagt: ich möchte euch endlich etwas sagen, worauf ich sehr wahrscheinlich alle schon lange wartet und worüber der eine oder andere von euch auch schon spekuliert haben“, bat Sylvie im gesamten Raum um Ruhe und Hailey nickte ihr aufmunternd zu. Sie hatte sofort verstanden, was Sylvie vorhatte und sie unterstützte sie voll und ganz darin. Sylvie hatte einzig und allein die Hoffnung, dass sie Antonio damit endlich besänftigen konnte. Die Sanitäterin spürte ihr Herz, dass immer schneller schlug, doch sie wollte es nun endlich sagen.

Alle Augen der Anwesenden richteten sich gebahnt auf und dieses Mal war es das erste Mal, dass Sylvie es auch wollte. Sie erhob sich und legte ihre Hände auf die große Kugel.
„Ihr fragt euch alle schon lange, wer der Vater von meinem Kind ist. Ihr alle seid euch sicher, dass er mich hier nie besucht habt und ja, ihr habt recht, denn ich war mit dem Vater meines Kindes nie zusammen. Es war leider Gottes ein Fehler in einer einzigen Nacht, in der ich betrunken war. Ich möchte euch nun trotzdem sagen, wer der Vater meines Kindes ist. Ihr alle hier kennt ihn und dennoch hätte es keiner von euch gedacht“, begann Sylvie das schwierige Thema und wusste nicht so recht, wie sie es aussprechen sollte. „Der Vater meines Kindes lebt leider nicht mehr, weshalb ich euch bitte, diesen Mann trotzdem in guter Erinnerung zu behalten. Er war in der besagten Nacht zwar nicht so doll betrunken wie ich, aber er hat mich nicht verführt. Es war ein Versehen beiderseits und verurteilt ihn dafür bitte nicht. Der eine oder andere denkt es sich jetzt wahrscheinlich schon, aber ja: Kelly Severide ist der Vater meines Kindes. Ich wünschte, es wäre alles nie so weit gekommen, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr rückgängig machen und damit muss ich leben.“

Alle hörten ihr gebahnt zu und keiner sprach ein Wort. Nicht einmal ein Flüstern konnte man vernehmen, was Sylvie Angst einjagte.
„Was zwischen euch passiert ist, kann uns egal sein, aber im Sinne von Kelly werden wir alle immer für dich und das Kind da sein. Er hätte es genauso gewollt. Er war ein guter Mann und wird es auch immer bleiben. Keiner von uns glaubt, dass er dich verführt hat. Wir glauben dir, dass es ein einmaliges Versehen war, aber war viel wichtiger ist: Wir werden immer für euch beide da sein“, zerbrach Hermann die Stille und erhob sich, um Sylvie in den Arm zu nehmen. Hermann hatte im Namen aller gesprochen und relativ schnell stimmten ihm alle zu. Sie würden immer für Sylvie da sein.

Sylvie hingegen nahm die Unterstützung der anderen zwar dankend an, beobachtete Antonio aber genauer. Er stand noch immer auf der gleichen Stelle und schaute sie an. Ihre Blicke trafen sich und dann hörte Sylvie wie Hailey zu Antonio sagte: „Komm, jetzt gib dir endlich einen Ruck. Es war ein Versehen und jeder andere sieht, dass du sie noch immer liebst. Sie wird dir nichts Böses tun.“
Nach diesen Worten erhob Antonio sich, ging auf Sylvie zu und fragte schüchtern: „Wollen wir heute Abend vielleicht etwas essen gehen?“ Sylvie nickte und war überglücklich, die Stimmung zwischen beiden endlich besänftigt zu haben.

„So, das war es auch schon. Jetzt könnt ihr alle aufhören, mich zu umarmen und euch wieder an die Arbeit machen“, sagte Sylvie lachend, nachdem sie bei der ganzen Nähe fast Platzangst bekommen hätte.
Die Versammlung im Raum löste sich langsam auf und jeder begab sich wieder an die Arbeit, nur Sylvie nahm noch einmal ihren Mut zusammen und ging zu Gabby. „Gabby, ich werde morgen früh nach der Schicht meine Sachen bei euch zusammenpacken und wieder in meine eigenen vier Wände ziehen. Ich brauche das jetzt einfach wieder und außerdem kommen Mia und Lara ja auch bald zu euch und da ist es besser, wenn ich nicht mehr da bin.“

Gabby war wenig überrascht über diese Aussage. Sie hatte es in den letzten Tagen vermehrt gemerkt und mittlerweile war sie sich sicher, dass Sylvie nun wieder alleine zurechtkommen würde. Außerdem hatte sie die Nähe zwischen ihrer Freundin und ihrem Bruder gespürt und war sich sicher, dass die beiden wieder zusammenkommen würden.
„Weißt du Sylvie, das habe ich mir mittlerweile auch gedacht. Ich denke, du bist soweit und außerdem dauert das mit dir und Antonio mit Sicherheit auch nicht mehr lange“, erwiderte Gabby neckend und kassierte dafür von Sylvie ein „Ey“ und einen bösen Blick.
Nun war alles geklärt und Sylvie konnte endlich in das letzte Drittel ihrer Schwangerschaft starten, ohne dass sie irgendwelche Geheimnisse verstecken musste.


Am Abend traf Sylvie sich mit Antonio in einem Restaurant. Boden war mittlerweile so weit gegangen, dass Sylvie nur noch tagsüber arbeitete. Sie brauchte in der Nacht nicht an irgendwelchen Akten arbeiten. Der Abend zwischen den beiden wurde wunderschön und sie unterhielten sich endlich mal wieder richtig wie gute Freunde, aber zu mehr kam es auch nicht.

„Es tut mir wirklich leid, dass ich dich in den letzten Wochen immer so kühl beachtet habe. Es tat mir einfach in der Seele weh, zu wissen, dass du ein Kind von Kelly erwartest oder besser gesagt: viel mehr tat es mir weh, zu wissen, dass du mit ihm geschlafen hast. Es hätte alles bedeuten können. Ich konnte das einfach irgendwie nicht“, sagte Antonio zum Abschied und zog Sylvie in eine feste Umarmung.
Er hatte sich von diesem Abend mehr versprochen, aber er hatte sich auch nicht getraut, ihr zu sagen, dass er sie liebte. Es fiel ihm erkennbar schwer, offen mit Sylvie über seine Gefühle zu reden und daran war auch die Schwangerschaft nicht ganz schuld. Sylvie hingegen hatte diesen Abend in vollen Zügen genossen und war froh gewesen, endlich wieder eine angenehme Atmosphäre zwischen ihr und Antonio zu haben.

Die kommende Zeit sollte auf jeden Fall spannend weitergehen und für Sylvie endlich wieder ein glückliches Leben bereithalten.



Hallo,
ihr habt richtig gesehen: Es war bereits das nächste Kapitel. Mich juckt es gerade so in den Händen, diese Geschichte fertig zu bekommen, dass ich zwischendurch schon etwas Angst habe, dass es zu schnell geht. Aber eigentlich bin ich mit diesem Kapitel sehr zufrieden.
Ich hoffe auch, dass es euch gefallen hat.
Über Meinungen, egal ob positiv oder mit konstruktiver Kritik, würde ich ich dennoch sehr freuen.
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

Liebe Grüße,
EndlessDream01
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