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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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27.12.2019 1.825
 
Kapitel 27


„Selbstverständlich. Alles, was zur Sicherheit meiner Männer und Frauen beiträgt, akzeptiere ich und solange sie Brett helfen können, ist alles gut“, erwiderte der Chief und damit war es beschlossene Sache, dass Sylvie morgen noch einmal aufs Präsidium kommen würde.


Sylvie durfte das Büro verlassen und begab sich wieder zu den anderen in den Aufenthaltsraum. Sie wollte erst einmal kein Wort über das Gespräch verlieren. Es war ihr unangenehm. Sie hatte nicht mehr daran gedacht, was in den Briefen genau stand. Einerseits wollte sie diesen Fall endlich gelöst haben, um damit abzuschließen, aber zum anderen kamen dabei nur wieder neue Probleme auf sie zu.

Der Tag verging am Ende Gott sei Dank doch noch relativ schnell und keiner hatte Sylvie nach der Befragung gefragt, worüber sie sehr froh war. In dieser Nacht schlief sie auf der Wache sehr unruhig und wälzte sich mehr im Bett umher, als dass sie schlief. Die anderen bekamen dies zu ihrem Glück nicht mit. Viel zu viel ging ihr durch den Kopf. Eigentlich sollte sie die Schwangerschaft jetzt genießen, doch sie konnte einfach nicht. Immer wieder taten sich ihr neue Probleme auf.

Als die Nacht endlich geschafft war und auch die anderen aufgestanden war, da in dieser Nacht kein Einsatz gekommen war, freute Sylvie sich umso mehr, dieses Gebäude zu verlassen. Sie braucht nun einfach etwas Ruhe und keine Menschen um sich.
Sie wollte als erstes zu Gabby und Matt nach Hause, um sich etwas Anderes anzuziehen und sich ein wenig frisch zu machen. Anschließend wollte sie zu Hailey aufs Kommissariat, um dieses anstrengende Gespräch endlich hinter sich zu bringen. Sylvie wollte sie zumindest ein einziges Mal alles von der Seele reden und sie wusste, dass sie Hailey vertrauen konnte und diese Stillschweigen bewahren würde.


Die drei kamen nach dem Dienstende ziemlich schnell Zuhause an und jeder verschwand in sein Zimmer, um von den letzten 24 Stunden herunter zu kommen. Sylvie allerdings nahm sich nur frische Klamotten aus dem Schrank und verschwand im Badezimmer. Von nun an konnte sie anziehen, was sie wollte. Sie musste ihren wachsenden Babybauch nicht mehr verstecken.
Nachdem sie fertig geduscht hatte, machte sie sich auf den Weg zum Kommissariat. Zum ersten Mal seit dem Tod von Kelly fuhr sie wieder mit ihrem Auto. Entweder war sie immer zu Fuß unterwegs gewesen oder Matt und Gabby hatten sie mitgenommen.


„Hallo Sylvie, da bist du ja“, begrüßte Hailey sie mit einem Lächeln und staunte nicht schlecht, als sie Sylvie sah. „Das sieht ja schon ganz anders aus als gestern“, fügte sie hinzu und deutete auf den erkennbaren Babybauch. Während sie dies sagte, machten die beiden Frauen sich auf den Weg zu einem der abgelegeneren Räume.
„Jetzt muss ich ihn ja auch nicht mehr verstecken“, erwiderte Sylvie und war ein wenig stolz darauf, dass sie ihren Babybauch nun zeigen durfte.

Als die beiden den Raum erreichten, verwandelte sich Sylvies gute Laune augenblicklich in eine angespannte. Nun würde sie alles erzählen müssen, vor dem sie sich in den letzten zwei Wochen so sehr gescheut hatte. Die beiden setzten sich an den Tisch, Hailey setzte sich Sylvie aber nicht gegenüber, sondern setzte sich mit dem Stuhl neben sie, sodass zwischen ihnen nicht der Tisch war.


„Sylvie, wie geht es dir wirklich?“, fragte Hailey als erstes, bevor sie sich die ganze Geschichte erzählen ließ.
„Ach, ich weiß es nicht. Die letzten Wochen waren hart und ich habe mich immer wieder in diesem Versteckspiel verstrickt. Weißt du, ich bringe es einfach nicht übers Herz den anderen zu erzählen, wer der Vater meines Kindes ist. Momentan weiß ich gar nichts so genau. Eigentlich wollte ich die Schwangerschaft doch nur noch genießen und dann kam da erst diese Frau und dann dieser Einsatz“, erwiderte Sylvie mit weinerlicher und müder Stimme. Die letzten Tage hatten sichtbar an ihren Kräften gezehrt.
„Das tut mir alles so leid, aber ich glaube, dass es dir guttun wird, wenn du mir alles erzählst. Ich kann dann zum einen weiter ermitteln und zum anderen geht es dir dann vielleicht besser. Also magst du mir die ganze Geschichte erzählen?“, versuchte Hailey, Sylvie etwas Mut zu machen.

„Es fing alles damit an, dass ich damals an dem einen Abend so viel getrunken hatte, dass Kelly mich nach Hause bringen wollte und naja, er mich dann eben zu sich gebracht und da ist es dann passiert, aber das ist alles halb so wichtig. Keiner muss genau wissen, wie es geschehen ist. Als ich dann einige Wochen später erfahren habe, dass ich schwanger bin, habe ich mit ihm geredet und er hat gesagt, dass er sich mit um das Kind kümmern wird, wir aber nur Freunde bleiben werden. Das hatte mich zudem Zeitpunkt echt getroffen, weil ich mir nicht klar über meine Gefühle war, aber das hat sich mittlerweile gelegt. Ich habe nur immer gedacht: Ein Kind braucht Mutter und Vater, aber jetzt bin ich mir sicher, dass aus uns nie etwas geworden wäre“, begann Sylvie als das Erlebte zu erzählen. Anfangs kam es ihr noch seltsam vor, aber relativ schnell merkte sie, dass es sie befreite. Hailey hörte einfach nur zu und stellte keine einzige Frage oder machte sich über irgendetwas lustig.

„Nun ja, und dann kam da dieser Einsatz, bei dem Kelly ums Leben kam. Das hatte mich wirklich sehr aus der Bahn geworfen und einige Tage wusste ich nicht so recht, was ich denken oder machen sollte. Mittlerweile komme ich mit dem Tod zurecht, aber er bleibt halt einfach der Vater meines Kindes. Aber egal, als nächstes kam halt der erste Brief, den ich dir gestern schon gezeigt habe und wie bereits erwähnt, ich hielt es für einen schlechten Scherz. Ich wusste ganz genau, dass Kelly nie eine Frau gehabt hatte. Ich fand es zwar dennoch etwas komisch, dass diese Frau mich scheinbar beobachtet hatte, aber ich hatte es schnell wieder vergessen, bis sie dann eben aufgetaucht war und mir mündlich gedroht hatte, dass sie mich umbringen würde und dafür sorgen würde, dass ihr Kind nicht bei mir wohnen würde. Das fand ich dann schon etwas komisch und krank, aber ich habe mich einfach nicht getraut, mit jemandem zu reden, denn dann hätte ich allen von der Nacht zwischen Kelly und mir erzählen müssen. Du musst mir auch versprechen, dass du erstmal keinem etwas davon sagst. Das möchte ich selber machen, wenn ich soweit bin. Danach war halt ziemlich lange Ruhe und ich dachte eben, dass diese Frau es aufgegeben hatte, bis dann kurz vor dem Unfall der zweite Brief kam. Aber auch hier habe ich dummerweise warten wollen und ich glaube, das war der Fehler“, berichtete Sylvie weiter und Hailey hörte ihr gebahnt zu.

„Und ja, eigentlich endet das Ganze hier dann auch schon wieder fast, bis eben auf den Einsatz, bei welchem sie plötzlich auf einmal vor mir stand und mit der Waffe auf mich zielte. Ich sollte mich nach diesem Unfall noch ein wenig am Straßenrand ausruhen, ehe ich ins Krankenhaus sollte. Da erkannte ich plötzlich wieder diese Frau und dann sagte sie mir halt, dass sie mir ja gesagt hatte, dass wir uns wiedersehen werden. Danach hatte sie auch schon die Waffe auf mich gerichtet“, beendete Sylvie die Erzählung und atmete erleichtert auf. Sie hatte es endlich hinter sich gebracht und einer einzigen Person alles Erlebte erzählt.

„Das ist wirklich krass. Ich bin ein wenig sprachlos“, erwidert Hailey als erste Reaktion, „darf ich dir trotzdem noch ein paar Fragen stellen?“ Sylvie überlegte einen kurzen Moment nickte dann aber doch zögerlich.
„Hat Frau Beyer noch irgendetwas zu dir gesagt, bevor sie mit der Waffe auf dich gerichtet hat? Noch besser wäre es, wenn du dich genau daran erinnerst, was sie gesagt hat“, hakte Hailey nach.
„Sie hatte zu mir gesagt, dass ich sie mir gesagt hätte, ich würde noch mein Wunder erleben. Und jetzt, wo ich gerade so nachdenke. Sie hatte auch noch gesagt, dass sie gehofft hatte, dass ich mich bei dem Unfall deutlich besser schwerer verletzen würde oder wenigstens mein Kind verloren hätte und dass sie dann jetzt halt nachhelfen müsse“, sagte Sylvie und wiederholte damit fast den exakten Wortlaut der Frau.

„Danke, das hilft uns ungemein weiter. Ich danke dir wirklich sehr für deine Offenheit und hoffe, dass es dir ein wenig geholfen hat. Ohne, dass es jetzt wie ein Rausschmiss wirkt, aber ich würde nun direkt zur Befragung von Frau Beyer, damit sie so schnell wie möglich ins Gefängnis kommt. Ihre Handlung gehen auf keinen Fall so durch“, erklärte Hailey und zog Sylvie für einen kurzen Moment in ihre Arme.
Die beiden verabschiedeten sich voneinander und Sylvie verließ kurz darauf die Wache.


„Frau Bayer, wir wissen ganz genau, dass sie Frau Brett mehrfach bedroht haben. Wir haben ihre Schrift mit der in den Briefen verglichen, die sie Frau Brett geschickt haben. Außerdem haben wir mehrere Aussagen und von Ihrem Angriff müssen wir ja gar nicht erst reden. Den haben wir nämlich live gesehen“, führte Antonio die Befragung gemeinsam mit Hailey fort. Bisher hatte er wenig erfahren, aber sie hatte immerhin mehr gesprochen als zuvor.
„Sie wollten Sylvie Brett und ihr Kind umbringen. Wir haben es nun mehrfach bestätigt“, mischte Hailey sich ein.

„Ja, Sie haben Recht. Ich wollte diese Frau umbringen. Sie hat einfach mit meinem Mann geschlafen. Kelly gehörte mir und dass sie dann auch noch ein Kind von ihm erwartet, ist eine Schande. Ich konnte es einfach nicht zulassen, dass sie mein Wunschkind auf die Welt bringt. Lieber sollten beide sterben“, rückte Frau Beyer eiskalt mit einem Geständnis heraus.
„Und warum sind Sie so fest davon überzeugt, dass sie Kellys Frau sind? Es gibt niemanden, der von Ihnen weiß und außerdem war Kelly nicht verheiratet. Sie können also allerhöchstens eine Freundin von ihm gewesen sein“, zählte Antonio die Wahrheit auf.
„Er hat mich einfach verlassen, aber ich wusste genau, dass er zu mir zurückkehren wird und wir heiraten werden. Und wo wir gerade dabei sind: Ich wollte den Tod von Sylvie natürlich aussehen lassen, aber dieser bescheuerte Autofahrer war ja einfach zu dumm, um den Rettungswagen richtig umzufahren. Es hätte alles so schön enden können. Wenn ich Kelly schon nicht haben konnte, dann sollte diese dämliche Frau auch kein Kind von ihm bekommen.“

„Okay, das reicht uns schon. Dafür werden Sie auf jeden Fall ins Gefängnis kommen. Versuchter Totschlag, Drohungen und der Besitz einer Waffe, da kommt einiges auf Sie zu“, zählte Hailey alles zusammen und verließ den Raum, um Sylvie per Telefon über alles in Kenntnis zu setzen. Es würde sie mit Sicherheit erleichtern, dass Frau Beyer ausgesagt hatte und auf keinen Fall mehr etwas machen konnte.



Hallo,
hier ist bereits das nächste Kapitel und nun bewegen wir uns tatsächlich dem Ende zu, aber wer hätte schon mit diesem Geständnis der verrückten Frau gerechnet? Ich hoffe, dass euch dieses etwas längere Kapitel gefallen hat, ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß beim Schreiben.
Über Meinungen, egal ob positiv oder mit konstruktiver Kritik, würde ich mich sehr freuen.

Ich hoffe, dass ihr schöne Feiertage hattet!
Liebe Grüße,
EndlessDream01
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