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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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24.12.2019 1.572
 
Kapitel 26

Doch in diesen Momenten wollte sie sich genau darüber keinen Kopf machen…


Es dauerte noch ein wenig, bis sich alle Kollegen wieder ihrer täglichen Arbeit widmeten, doch keiner fragte sie noch einmal irgendetwas bezüglich ihrer Schwangerschaft.
„Ich bin so unheimlich froh, dass du es Boden und den anderen endlich gesagt hast“, sagte Gabby und zog Sylvie in ihre Arme, „jetzt kannst du die Schwangerschaft endlich in vollen Zügen genießen.“

Sie selbst war auch froh, diese anstrengenden Gespräche endlich hinter sich gebracht zu haben. Sie war wirklich froh darüber, wie die Kollegen und auch Boden reagiert hatten. Sylvie hatte es sich definitiv schlimmer vorgestellt, aber noch war nicht alles überstanden. Ihr stand zum einen noch das Gespräch mit den Polizisten bezüglich des Einsatzes bevor und zum anderen war da auch noch Antonio, der noch immer nichts von ihrer Schwangerschaft wusste. Sie war sich ziemlich sicher, dass auch er ihr noch einmal eine Standpauke halten würde, dass sie ihr Leben riskiert hatte, aber sie wollte offen mit ihm über die Briefe der Verrückten reden.


„Stella, ich soll dir noch von Boden ausrichten, dass du solange auf dem Rettungswagen mit Gabby fahren sollst, bis Boden eine Vertretung für mich gefunden hat“, sagte Sylvie direkt im Anschluss zu ihrer Freundin.
„Klar, ich werde so lange eine würdige Vertretung für dich sein. Es ist auch besser so, wenn du hier auf der Wache bleibst. Ich würde es nicht verkraften, wenn dir und deinem Kind etwas zu stoßen würde. Kinder sind doch so unheimlich süß und ich verspreche dir, dass ich immer für dich und dein Kind da sein werde“, erwiderte Stella und zog Sylvie in eine kurze Umarmung, ehe der Alarmgong erneut ertönte. Eigentlich hatte Sylvie noch fest mit einem Gespräch mit dem Captain gerechnet, aber Gabby hatte Matt bestimmt davon abgehalten.


Der Vormittag verstrich kaum. Ständig war sie alleine auf der Wache und beschäftigte sich mit den Akten und alten Berichten, die archiviert und sortiert werden mussten, denn die anderen waren am Vormittag fast dauerhaft im Einsatz.
Als der Tag endlich in den Nachmittag überging, fragte Sylvie sich, wo denn Antonio mit seiner Kollegin bleiben würde. Sie hatte schon alles bereitgelegt und wollte dieses verdammte Gespräch, welches von zwei unausgesprochenen Taten begleitet wurde, hinter sich bringen.

„Sylvie, du sollst zu Boden ins Büro kommen. Die Kollegen vom Chicago PD sind da“, teilte ein Kollege der Wache ihr mit und Sylvie machte sich auf den Weg zum Büro vom Chief. Eigentlich hatte sie vorher noch einmal alleine mit Antonio sprechen wollen, damit es gleich im Büro keine Überraschungen gab.
„Brett, da sind Sie ja. Es geht um den Einsatz von vor zwei Tagen. Der Einsatz, wo Sie bedroht wurden und diesen Unfall hatten“, erklärte Boden offiziell, obwohl Sylvie dies bereits wusste.
„Ich weiß. Wäre es möglich, dass ich noch einmal mit Antonio sprechen könnte, bevor wir anfangen? Ich müsste noch etwas Kurzes mit ihm klären“, nahm Sylvie all ihren Mut zusammen.
„Ausnahmsweise“, erwiderte Boden, da er eine Vermutung hatte, was Sylvie noch mit ihm besprechen wollte.

Etwas verwirrt erhob Antonio sich und folgte Sylvie in den Besprechungsraum, in welchem die beiden sich auf zwei der ganzen Stühle setzten,
„Sylvie, was möchtest du denn mit mir alleine besprechen, was wir nicht in Anwesenheit deines Chefs und Hailey besprechen können? Du kennst beide doch“, fragte Antonio verwirrt nach.
„Ich möchte dir gerne etwas sagen, damit du es nicht gleich erst in dem Gespräch mitbekommst und es für uns beide dann nur unangenehm wird“, erwiderte Sylvie und wusste nicht so recht, wie sie anfangen sollte. Antonio und sie waren einst zusammen gewesen und waren sich noch immer näher, als manch anderer vom Polizeipräsidium.
„Worum geht es denn jetzt? Du wirkst irgendwie so unsicher.“
„Antonio, ich bin schwanger. Aber nicht gerade erst, sondern bereits Anfang des fünften Monats“, rückte Sylvie mit der Sprache heraus, doch in der Anwesenheit von Antonio fühlte sie sich überhaupt nicht befreit, nun darüber gesprochen zu haben. Bei ihm war es irgendwie Angst und sie hatte das Gefühl, sich durch diese Aussage von ihm zu entfernen.

Einen Moment lang schaute Antonio sie einfach nur an und sagte kein Wort, doch dann sagte er betrübt: „Meinen herzlichen Glückwunsch.“
Da er nicht mehr sagte, verstärkte sich Sylvies Eindruck, dass ihm dieses Geständnis ihrerseits schwerfiel. Sie hatte schon seit einiger Zeit das Gefühl gehabt, dass er noch immer an ihr hang und der Trennung damals etwas hinterhertrauerte.
„Danke, dass du es mir gesagt hast, aber wir sollten jetzt besser zurückgehen“, sagte er ein wenig abweisend. Irgendwie verstand sie seine Reaktion nicht so ganz, aber sie wusste auch nicht, was sie hätte ändern sollen.


Die beiden gingen zurück ins Büro von Boden, damit Sylvie zum einen die Befragung hinter sich bringen konnte und damit die Polizisten zum anderen endlich in dem Fall vorankamen, denn Frau Beyer schwieg nach wie vor.
„Frau Brett, dann erzählen Sie uns doch am besten erst einmal, was Sie alles mitbekommen haben. Anschließend werden wir Ihnen mit Sicherheit noch die eine oder andere Frage stellen“, fing Hailey das Gespräch an und zückte ihren Stift und Block.

„Ich kenne diese Frau nicht. Ich weiß auch nicht, was sie von mir wollte. Mit einem Mal nach dem Tod von Kelly trat sie in mein Leben. Erst bekam ich diesen einen Brief hier, aber da habe ich immer wieder gedacht, dass es ein schlechter Scherz oder ähnliches ist. Ich habe ihn einfach beiseitegelegt und gedacht, dass es sich damit erledigt hat“, begann Sylvie zu erzählen, da sie sich noch immer keinen Reim auf die gesamte Situation bilden konnte.
„Könnten wir diesen Brief bitte einmal sehen“, unterbrach Hailey die Erzählung und Sylvie zog den Brief aus dem Umschlag. Sie hatte beide Briefe vorhin erst einmal in ihren Sachen suchen müssen.

Die beiden Polizisten lasen sich den kurzen Brief aufmerksam durch und schauten Sylvie anschließend an.
„Das klingt ganz klar wie ein Drohbrief. Wieso haben Sie niemandem davon erzählt? Wir hätten bereits viel früher eingreifen können“, sprach Hailey weiter, denn in Antonios Kopf arbeitete es. Sie hatte also mit Kell geschlafen und das Kind war von ihm. Bevor Sylvie antwortete, blickte sie Antonio an und es fiel ihr sofort ein: in dem Brief stand, wer der Vater ihres Kindes sein könnte.
„Als erstes würde ich sie bitten, dass sie die Details bezüglich meiner Schwangerschaft, die in diesem Brief stehen für sich behalten. Ich möchte keine unnötigen Gerüchte in die Welt setzen und zudem ist es meine Privatsache, wer der Vater ist. Diese Frau hat sich einiges zusammengesponnen, was nicht so ganz stimmt“, stellte Sylvie klar und hoffte, damit wenigstens erst einmal etwas Puffer zu haben. „Ich habe niemandem etwas gesagt, weil ich halt eben dachte, dass es ein schlechter Scherz ist, denn es ist ja nicht die Wahrheit.“ Sie wusste, dass es schlecht war, sich mit Lügen rauszureden, aber noch wollte sie keinem etwas von dem Vater sagen.

„Naja, jedenfalls ist diese Frau dann sogar hier auf der Wache aufgetaucht und hat mir gedroht, aber ich habe ihr gesagt, dass mich in Ruhe lassen soll und dann ist sie ja auch gegangen“, erzählte Sylvie weiter, doch schnell merkte sie, dass sie mit der Wahrheit herausrücken musste, um die Geschichte klar erzählen zu können. „Dann kam jedenfalls einige Zeit lang nichts, bis kurz vor dem Unfall. Denn dort kam der zweite Brief von der Frau. Das letzte Mal habe ich sie dann bei dem Unfall gesehen, wo sie mit der Waffe auf mich gezielt hat“, beendete Sylvie ihre knappe Erzählung. In ihrem Kopf arbeitete es. Sie war sich sicher, dass die Polizisten ihr schlecht diese knappe und kurze Version abnehmen würde. Sie wollte aber weder vor Boden noch an diesem Ort alles preisgeben, weshalb sie sich entschied, Hailey zu fragen, ob sie mit ihr alleine sprechen konnte, damit sie ihr alles erzählen konnte. Ihr vertraute sie in dieser Situation am meisten.

„Hailey, können wir diese Befragung vielleicht alleine weiterführen? Ich würde so gerne alles haargenau erzählen, aber ich fühle mich hier nicht wohl und ich kann es dir besser alleine erzählen?“, fragte Sylvie vorsichtig nach. Auch wenn Boden bisher kein Wort gesagt hatte, so fühlte Sylvie sich in dieser Atmosphäre aufgewühlt.
„Klar, ich denke auch, dass das besser und vor allem zielführender ist. Ich halte es aber für besser, wenn wir das für heute erst einmal belassen und du morgen in aller Frische zu mir aufs Präsidium kommst“, erwiderte Hailey, ohne Rücksprache mit Antonio zu halten, denn sie hatte die Situation schnell erkannt.

„Chief, sind Sie damit einverstanden?“, fragte Hailey danach nochmal an Boden gewandt.
„Selbstverständlich. Alles, was zur Sicherheit meiner Männer und Frauen beiträgt, akzeptiere ich und solange sie Brett helfen können, ist alles gut“, erwiderte der Chief und damit war es beschlossene Sache, dass Sylvie morgen noch einmal aufs Präsidium kommen würde.



Hallo,
als allererstes wünsche ich euch allen wunderschöne und fröhiche Weihnachten. Dieses Kapitel ist ein kleines Weihnachtsgeschenk für euch. Diese Geschichte existiert nun schon über ein Jahr und sie wächst täglich weiter. Dafür danke ich euch sehr.
Leider hier auch die schlechte Nachricht: es wird nur noch drei Kapitel geben. Eins davon habe ich bereits fertig, der Inhalt der anderen zwei steht bereits, muss nochmal geschrieben werden.
Ich hoffe dennoch, dass euch dieses Kapitel gefallen hat und ihr mir vielleicht eine Meinung dazu hinterlasst.

Ich denke, dass ein Kapitel auf jeden Fall noch in diesem Jahr kommen wird. Beim Rest muss ich mal schauen, wenn ich es schaffe, kommen auch alle noch.
Liebe Grüße,
EndlessDream01
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