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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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05.12.2019 1.375
 
Kapitel 23


Aus diesem Besuch ging Sylvie sehr positiv gestärkt. Er hatte recht, sie wollte die letzten Monate ihrer Schwangerschaft sehr genießen.


Hermann hatte ihr ganz klar die Augen geöffnet. Da Sylvie Gabby und Matt nun nicht stören wollte, entschied sie sich, einfach nach Hause zu laufen und auf dem Weg noch einmal Antonio zu besuchen. Sie wollte ihm all die Neuigkeiten erzählen.
Sie schrieb Gabby eine Nachricht und machte sich dann auf den Weg zur Polizeiwache. Dort traf sie gleich am Eingang auf Antonio. Er war gerade von einem Einsatz wiedergekommen.

„Hi Sylvie, was machst du denn hier?“, fragte Antonio sie verwirrt über ihr Erscheinen.
„Ich wollte dir Neuigkeiten überbringen und mich einfach etwas mit dir unterhalten, wenn du Zeit hast“, erwiderte Sylvie und begleitete ihn auf dem Weg in sein Büro.
„Was gibt es denn für Neuigkeiten, die du mir unbedingt erzählen musst? Du klingst ja wirklich begeistert.“
„Ich habe eine Pflegefamilie für die beiden Mädchen gefunden. Die beiden besuchen die Mädchen auch gerade, um sie ein wenig kennenzulernen. Es hat mich nicht wirklich viel Überredungskunst gekostet, die beiden haben die Entscheidung von selbst getroffen“, berichtete Sylvie voller Freude.

„Und wer ist denn jetzt? Du scheinst das Paar ja sehr gut zu kennen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es dann auch kenne“, entgegnete Antonio.
„Es sind Gabby und Matt. Die beiden wollten ja schon lange ein Kind haben, aber eine Schwangerschaft ist für Gabby ja zu gefährlich und mit Louie hat es dann ja auch nicht geklappt, aber Matt hat es irgendwie geschafft, Gabby zu überreden. Morgen wollen sie dem Jugendamt Bescheid sagen und alle weiteren Schritte in die Wege leiten“, klärte Sylvie den Kommissar auf.
„Das überrascht mich jetzt tatsächlich etwas. Ich hatte seit damals fest damit gerechnet, dass Gabby sich gegen eine erneute Aufnahme von Kindern sträubt, aber ich denke, dass es denn beiden gut tun wird.“

„Ich denke auch und die beiden sind einfach gute Eltern“, schwärmte Sylvie und schwelgte in Gedanken. Alle anderen hatten ein perfektes Leben und sie war von einem Mann schwanger, der gestorben war, kam mit ihrer Situation nicht wirklich zurecht und dann war da ja auch noch diese Frau, die versucht hatte, sie umzubringen. In diesem Moment stellte Sylvie fest, dass sie all ihr Leid und ihre Schmerzen in den letzten Wochen komplett verdrängt und nur funktioniert hatte. Mit einem Mal fühlte sie sich hundeelend und war sich nicht mehr sicher, was das Richtige war.

„Aber hey, Sylvie, jetzt erzähle mir doch mal lieber, wie es dir geht. Das, was du da gestern alles mitmachen musstest, war ja wirklich schrecklich. Wie geht es dir denn damit?“, wechselte Antonio das Thema. Er wusste ganz genau, dass Sylvie damit zu kämpfen hatte und zudem mussten die Kollegen sie auch noch zu dem Fall befragen. Trotz alledem wollte er sich vorher erkundigen, wie es Sylvie ging und die Befragung nötigenfalls noch auf morgen verschieben. Es brachte keinem etwas, wenn die Zeugin bei der Befragung zusammenbrach.
„Mir geht es ganz gut. Der Schock saß gestern wirklich tief, aber es ist ja alles nochmal gut ausgegangen“, log Sylvie. Sie konnte Antonio einfach nicht die Wahrheit sagen. Er würde sich nur wieder zu viele Sorgen machen und außerdem wollte sie nicht gleich jedem von der Schwangerschaft und den Briefen und allem drum herumerzählen.

„Sylvie, geht es dir wirklich gut?“
„Mensch Antonio, ich war gestern noch im Krankenhaus und die haben mich komplett durchgecheckt. Es ist alles gut und mir geht es gut“, spielte sie ihre Lügengeschichte weiter.
„Körperlich mag es dir vielleicht gut gehen, aber wie geht es dir psychisch?“

Antonio ließ überhaupt keine Ruhe und ging Sylvie damit gehörig auf die Nerven, was sie ihm allerdings nicht zeigte und gut verbarg.
„Mir geht es wirklich gut. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wenn ich Hilfe brauche, werde ich mir schon welche suchen. Diese Frau ist doch jetzt in Gewahrsam und ich habe meine Ruhe vor ihr. Sie wird mir nichts mehr tun können, hast du gestern gesagt und auch Kim Burgess hatte mir das noch einmal versichert.
„Ich weiß, ich mache mir trotzdem Sorgen um dich. Seit Kellys Tod bist du so verändert und jetzt nach diesem Überfall gestern tust du so, als wäre nichts“, erwiderte Antonio besorgt. Es tat Sylvie schon fast leid, dass sie ihn anlog und ihn immer wieder zurückwies.

„Mache dir mal um mich keine Sorgen. Es ist alles gut.“ Die Nacht mit Kelly war eine einmalige gewesen, da war sie sich sicher. Der Schmerz kam nicht davon, dass sie in ihn verliebt war, sondern er kam davon, dass er nicht mehr da war und sie ein Kind von ihm erwartete. Sie hatte nie den Gedanken daran verschwendet, mit ihm eine Beziehung einzugehen. Sie wusste nur zu gut, dass Stella auf Kelly stand und zudem war sie in dieser einen besagten Nacht so betrunken, dass sie nicht einmal mehr bei Verstand war. Ihre kurzzeitigen Gefühle für Kelly waren nie ernste gewesen, da war sie sich mittlerweile wirklich sicher.
„Aber etwas sein sollte, sag bitte Bescheid. Ich komme auch spätabends vorbei, wenn du einfach nur reden möchtest“, sagte Antonio. Er wollte all dem einfach noch nicht so ganz glauben.
„Werde ich im Kopf behalten, aber jetzt möchte ich erstmal nach Hause, etwas essen und dann etwas schlafen. Ich muss morgen früh wieder zur Schicht und möchte von meinem freien Tag wenigstens noch etwas haben. Außerdem wird es schon bald dunkel“, erwiderte Sylvie ablenkend, um nicht weiter mit Antonio über ihr Leben reden zu müssen.

„Soll ich dich nach Hause bringen?“
„Brauchst du nicht. Ich gehe gerne noch etwas in den Sonnenuntergang spazieren“, entgegnete Sylvie und verabschiedete sich mit einer Umarmung von ihrem Ex-Freund.
„Ich werde morgen im Laufe des Tages nochmal mit einer Kollegin auf die Wache kommen, damit wir dich befragen und deine Aussage aufnehmen können“, rief er ihr noch hinterher, ehe sie durch die Tür seines Büros ging.

Auf dem Nachhauseweg dachte Sylvie viel über Antonios Verhalten nach. Sie war sich nicht so sicher, wie sie dieses deuten soll. Irgendwie hatte sich bei ihr immer wieder das Gefühl eingeschlichen, dass er den alten Zeiten noch ein hinterhertrauerte und die Zeit einfach zurückdrehen würde.

Während die nach Hause ging, legte sie ihre Hände immer wieder unbewusst auf ihren Bauch.
‚Seit du da bist, habe ich wirklich keinen Tag mehr Ruhe. Du hältst mich ja schon jetzt ordentlich auf Trab. Wie soll das denn dann erst werden, wenn du auf der Welt bist?‘, dachte Sylvie nach.  

Ebenso dachte sie daran, was passieren würde, wenn sie Boden und den Kollegen morgen von ihrer Schwangerschaft erzählen würde. Zum einen hatte sie Angst, dass Boden sauer werden könnte, aber noch viel mehr Angst hatte sie davor, wie sich ihr Körper verändern würde. Sie wusste, dass die anderen immer etwas gelogen hatten, wenn sie gesagt hatten, dass man bereits deutlich etwas sah. Sylvie wusste, dass ihr Bauch für den fünften Monat zu klein war. Aber sie wusste auch, dass dies ein typisches Symptom war, wenn Schwangere ihre Schwangerschaft verdrängten. Die zu erwartende Veränderung machte ihr Angst, denn wenn sie endlich zu ihrer Schwangerschaft stand, würde schnell für jeden anderen erkennbar sein, dass sie ein Kind erwartete.

Während all ihrer Gedanken hatte sie nicht einmal gemerkt, dass sie bereits beim Haus von Gabby und Matt angekommen war. Sie betrat es nach wie vor mit gemischten Gefühlen und war sich nicht sicher, wie lange sie den beiden noch zur Last fallen konnte. Sie vermisste Kelly zwar immer noch, aber der erste Ansturm ihrer schlimmen Trauer war vorbei, denn sie hatte sich damit abfinden müssen, dass ihr Kind ohne Vater aufwuchs. Dies hatte denb Hauptteil ihrer drastischen Trauer ausgemacht und dies war auch der Grund gewesen, wieso sie zu Gabby gezogen war.
Doch noch immer rang sie innerlich mit sich, was die beste Entscheidung für alle Beteiligten sein würde…


Hallo,
ich habe es einfach nicht länger ausgehalten. Ich musste dieses Kapitel einfach schreiben. Ab nächster Woche komme ich dann sehr wahrscheinlich auch wieder regelmäßiger zum Schreiben, da ist das Vorabi dann durch. Über Meinungen, egal ob positiv oder mit konstruktiver Kritik, freue ich mich immer sehr.
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und ein schönes Wochenende (ich habe bereits seit Dienstag Wochenende).
Liebe Grüße,
EndlessDream01
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