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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
20.08.2019 1.107
 
Kapitel 16

'Es muss ja erst etwas passieren, bevor sie einsieht, wie wichtig es gewesen wäre, dass sie Boden etwas sagt‘, dachte Gabby sich und wenn sie gewusst hätte, wie richtig sie mit diesem Gedanken liegen konnte, wäre sie direkt zu Boden gegangen und hätte ihm alles rundum Sylvies Schwangerschaft erzählt.


Der Tag verging schnell und keiner der Kollegen machte noch irgendetwas Großes an diesem Tag. Die Nacht verlief ohne jegliche Komplikationen, sodass Sylvie am nächsten Morgen mit leichten Augenringen vor ihrer Haustür auf Gabby und Casey wartete. Sie war froh, mal wieder alleine gewesen zu sein, auch wenn sie die halbe Nacht nachgedacht und überlegt hatte, wie sie mit dieser ganzen Situation umgehen sollte. Ihre Gedanken hatten sie nicht so perfekt schlafen lassen, aber das wollte sie ihrer Freundin nicht gleich auf die Nase binden.

„Guten Morgen, Sylvie“, begrüßten Gabby und Casey sie, nachdem sie ins Auto eingestiegen war.
„Guten Morgen“, erwiderte sie und das Auto setzte sich wieder in Bewegung.
„Hattest du eine angenehme Nacht?“, fragte Gabby und musterte ihre Freundin.
„Ja, es tat sehr gut, mal wieder alleine zu sein, aber ich denke, dass ich heute Nacht doch wieder mit zu euch kommen werde“, antwortete die Angesprochene und kurz darauf erreichten sie auch schon die Wache, an welcher bereits die Kollegen eingetrudelt waren.

Der Vormittag verlief ruhig und keiner dachte groß an weitere Einsätze. Die Stimmung auf der Wache war allgemein sehr getrübt, denn am heutigen Nachmittag stand die Beerdigung ihres langjährigen Freundes und Kollegen Kelly an. Boden hatte es leider nicht geschafft, dass die Schichte getauscht werden konnten und so hatten sie beschlossen, am Nachmittag gemeinsam mit den Feuerwehrautos und jeweils einem Trauerflor an jedem Auto zum Friedhof zu fahren, um ein letztes Mal Abschied von Kelly zu nehmen. Sylvie hatte diesen Tag anfangs sehr verdrängt. Erst jetzt, wo sie alle gemeinsam darauf warteten, los zu fahren, machte sich dieser Gedanke wieder Platz in ihrem Kopf. Sie musste ein Kind großziehen, dessen Vater bei der Rettung eines Menschenlebens gestorben war.


Der Vormittag zog sich elend lang hin, doch dann kam der Nachmittag und alle begaben sich in die Umkleiden und Waschräume, um sich wenigstens ein bisschen schön zu machen. Da sie immer noch einsatzbereit sein mussten, zog sich jeder zwar etwas Schwarzes an, nahm aber seine Einsatzkleidung mit. Sylvie war sichtlich froh, dass sie noch ein weites, schwarzes Oberteil zuhause in ihrem Schrank gefunden hatte.
Nachdem sich alle ein wenig hergerichtet hatten, machten sie sich auf den Weg zum Friedhof. Kelly war nun schon seit einer Woche nicht mehr unter ihnen und noch immer wurde er schmerzlich von allen vermisst und jeder war sich sicher, dass er bei der Beisetzung die eine oder andere Träne vergießen würde.
Die Anfahrt verlief ruhig und ohne irgendwelche Komplikationen, sodass die versammelte Mannschaft den Friedhof nach zehn Minuten erreichte.


„Wir sind heute hier zusammengekommen, um ein letztes Mal Abschied von Kelly Severide zu nehmen. Kelly war ein Feuerwehrmann aus Berufung. Er liebte seinen Beruf über alles und riskierte täglich sein Leben. Leider verlor er es bei dem Versuch, einem Menschen das Leben zu retten. Wir danken Kelly für seine unermüdlichen Einsatz und die wundervolle Zeit mit ihm. Kelly war ein liebenswerter Mensch, der das Leben anderer immer über sein eigenes stellte“, begann der Bestatter mit seiner Rede und während er weitersprach, rollten bei den ersten bereits die Tränen über die Wangen. Nicht nur Sylvie hatte mit ihren Tränen kämpfen, auch Hermann und Casey trauerten noch immer um ihren Freund.

Nachdem die Rede beendet war, durfte jeder noch ein paar Blumen in Kellys Grab werfen und ihm noch ein paar Worte sagen. Eigentlich hatten alle noch deutlich mehr Zeit für diesen Trauerakt eingeplant, immerhin war Kelly ein langjähriger Freund und Kamerad, doch nachdem jeder eine Blume in sein Grab geworfen hatte, meldete sich die Leitstelle über Funk und unterbrach diese traurige Zeit.
„Es tut mir wirklich sehr leid, aber wir müssen unser Pflicht nachgehen. Ich verspreche Ihnen, dass Sie jederzeit die Möglichkeit haben werden, Kelly zu besuchen“, unterbrach Boden die Stille. Die Beisetzung im Grab war vorüber, doch eigentlich wollten alle noch ein wenig beisammen am Grab stehen und still Abschied nehmen.

„Wo müssen wir denn hin?“, fragte Casey, der sich seine Tränen schnell weggewischt hatte und sofort zum Auto gerannt war.
„Verdacht auf Feuer in einem Wohngebäude. Eine Person vermisst“, erwiderte Boden und diese Worte lösten in allen an diesem Tag ein Stechen ums Herzen aus. Genau bei so einem Einsatz war Kelly ums Leben gekommen. Alle, bis auf Kellys Ersatz, welcher nun den Posten von Kelly in der Rüstgruppe übernommen hatte, verspürten diesen gewissen Schmerz. Der neue Mann auf dem Rüstwagen zeigte keinerlei Emotionen, aber keiner nahm es ihm übel. Er hatte Kelly einfach nicht gekannt.

Alle zogen sich schnell um und sprangen auf die Autos, um ein weiteres Menschenleben zu retten. Es war einfach ihr Job, dieses Feuer zu bekämpfen, doch alle wussten ganz genau, dass Boden nun wieder vorsichtiger sein würde und sie sich an die Anweisungen seinerseits zu halten hatten.
Auf der Anfahrt musste jeder sich erst einmal umstellen, denn die meisten waren mit ihren Gedanken noch immer bei der Beerdigung. Warum musste dieser Einsatz auch ausgerechnet in dieser Situation kommen?


„Sylvie, bist du dir sicher, dass du einsatzbereit bist? Dich hat Kellys Tod doch sehr mitgenommen und eben sahst du nicht wirklich gut aus“, fragte Gabby auf der Anfahrt nach, da sie sich Sorgen um ihre Freundin machte, die eben noch viele Tränen vergossen hat und nun stillschweigend auf dem Beifahrersitz saß.
„Ja, es ist alles gut. Ich muss nun leider arbeiten, aber das ist mein Job“, erwiderte Sylvie und wandte sich von Gabby ab. Sie dachte noch immer an Kelly und sein Hinterlassenes für sie. Da kam ihr auch wieder diese Frau ins Gedächtnis, die unbedingt an ihr Kind wollte, nur weil es von Kelly war. Sylvie verstand diese ganze Situation überhaupt nicht, denn sie war sich ziemlich sicher, dass diese Frau sich das alles nur einbildete. ‚Die denkt wahrscheinlich, dass sie mit Kelly verheiratet war, nur weil sie ihn so sehr liebte. Denn, wenn sie mit Kelly verheiratet gewesen wäre, hätte sie eigentlich auf der Beerdigung sein müssen. Wahrscheinlich hatte diese Frau sich das alles nur in ihrem Kopf vorgestellt und es komplett durchgedacht, dass es für sie schon real wirkte‘, dachte Sylvie sich.

Sie erreichten den Einsatzort, doch dieses Mal sollte der Einsatz jedem und besonders Sylvie im Gedächtnis bleiben.



Hallo,
ab nun werden wohl wieder unregelmäßigere Updates kommen, da ich einfach nicht mehr zum täglich Schreiben komme.
Über Meinungen, egal ob positiv oder mit konstruktiver Kritik, würde ich mich dennoch sehr freuen.
Liebe Grüße,
EndlessDream01
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