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Tödliches Feuer

GeschichteAllgemein / P16
Gabriela Dawson Kelly Severide Matthew Casey Sylvie Brett
09.11.2018
29.12.2019
30
39.232
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
09.08.2019 1.187
 
Kapitel 15


‚Wenn diese Frau wirklich alles tut, um an mein Kind zu kommen, sollte ich vielleicht doch mit allen reden. Vielleicht sollte ich auch Antonio davon erzählen, damit er mir helfen konnte‘, dachte Sylvie sich auf dem Weg rein.

Sylvie machte sich wieder auf den Weg in die Wache. Während sie das Gebäude betrat, schwirrten ihr immer wieder die Worte dieser Frau im Kopf. Sie würde schon an das Kind ihres Mannes kommen.
Die junge Rettungssanitäterin war sich einfach nicht mehr sicher, was sie machen sollte. Diese Frau hatte eine gewisse Panik in ihr ausgelöst und doch hielt Sylvie das alles für einen Scherz und dummen Streich. Sie war zwischen ihren Gefühlen hin und her gerissen und wusste einfach nicht mehr, was sie denken sollte.

‚Warum muss das auch jetzt ausgerechnet alles auf einmal kommen? Und vor allem: warum muss es immer mein Leben treffen? Ich habe doch niemandem etwas getan‘, dachte sie sich und dann versuchte sie, diese Gedanken für die letzte verbliebene Stunde ihrer Schicht beiseite zu schieben. Sie wollte einfach nicht, dass irgendwer ihr irgendetwas anmerkte.

Während Sylvie den Aufenthaltsraum betrat, hatte sie das Gefühl, dass jeder sie anstarrte. Genauer gesagt, hatte sie das Gefühl, dass jeder ihr auf den Bauch starren würde. Sie schaute an sich runter, schaute dann die anderen an und fragte etwas lauter: „Sagt mal: hab ich irgendetwas an mir oder warum starrt ihr mich alle so komisch an?! Und ihr braucht mir auch alle gar nicht so auf den Bauch zu gucken, ich weiß selbst, dass ich in den letzten Monaten ein bisschen zugenommen habe.“

Eigentlich war sie überhaupt nicht die Person, die ihre Kollegen so anmotzte, aber sie konnte es nicht ausstehen, dass alle sie so fokussierten, als gebe es nichts anderes mehr. Sie merkte langsam deutlich, was die Schwangerschaftshormone mit ihr machten, denn sie war sich ziemlich sicher, dass die Stimmungsschwankungen daher kamen.

„Sylvie, was ist nur mit dir los?“, fragte Gabby verwirrt, obwohl sie genau wusste, warum Sylvie bei diesem Thema so sensibel reagierten. Genau deshalb fang sie sich für diese Frage auch einen bösen Blick von ihrer Freundin ein.
„Es ist verdammt nochmal alles gut mit mir. Warum macht ihr euch denn immer nur so einen Kopf?! Ja, ich weiß, dass mich der Tod von Kelly etwas mehr mitgenommen hat, als vielleicht von euch allen erwartet, aber es ist verdammt nochmal alles gut. Ich habe lediglich an die Mädchen im Krankenhaus gedacht“, erwiderte Sylvie sichtlich genervt von der Fürsorge ihrer Kollegen und Freunde.

Normalerweise liebte sie die Stimmung im Department und auch den Zusammenhalt aller, aber in diesem Moment gingen ihr einfach alle auf die Nerven. Innerlich tat es ihr auch unheimlich leid, dass sie ihre Freunde so anmotzte, aber sie konnte einfach nicht anders. Sie hatte derzeit wenig Kontrolle über ihre Hormone.
Nach dieser Ansage verschwand Sylvie nach hinten in den Ruhebereich. Sie konnte diese eine Stunde nun nicht mehr mit ihren Kollegen verbringen. Sylvie konnte ihnen nach dieser Ansage nicht noch die ganze Zeit in die Augen schauen.


Während Sylvie hinten in Ruhe über ihre Gefühle nachdachte, unterhielten die anderen sich im Aufenthaltsraum über sie.
„Gabby, weißt du nicht vielleicht, was mit Sylvie los ist? Sie ist seit eineinhalb Wochen wie ausgewechselt und irgendwie verstehe ich ihre Launen manchmal nicht. Irgendetwas muss doch mit ihr sein. Normalerweise ist sie doch gerne hier“, fragte Hermann verwundert, denn normalerweise verstand er sich ganz gut mit ihr.

„Nein, tut mir leid. Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Vielleicht hat es mit dieser Freundin und der Frau von eben zu tun. Mit dem Tod von Kelly kommt sie mittlerweile ganz gut klar. Und wundert ihr euch etwa, dass sie gerade so einen Ton drauf hatte? Was erwartet ihr denn, wenn ihr ihr alle auf den Bauch starrt, als wäre sie eine Außerirdische. Für Frauen ist das Gewicht und diese Zone halt sehr speziell oder Hermann hast du deiner Frau jemals gesagt, dass sie zu dick ist und zugenommen hat?“, entgegnete Gabby und schaute den Angesprochenen an. Auch wenn Gabby nicht verstand, wieso Sylvie es den Kollegen oder zumindest ihren Freunden nicht schon gesagt hatte, nahm sie ihre beste Freundin vor den anderen in den Schutz. Im Nachhinein bereute sie es auch, diese Frage gestellt zu haben, wo sie doch ganz genau weiß, was mit ihrer Freundin nicht stimmt.
„Hmm, nein, habe ich noch nicht. Ich hoffe trotzdem, dass wir bald die alte Sylvie zurück haben. Die missgelaunte Sylvie ist irgendwie ein bisschen speziell“, antwortet Hermann zögerlich und Gabby verstand ganz genau, was er meinte. Sylvies Launen waren wirklich anstrengend, für alle.


Nachdem die beiden noch kurz ein wenig darüber geredet hatten, begaben sich langsam alle in die Umkleide, um ihre Sachen einzupacken und anschließend nach Hause zu fahren. Als die Schicht zu Ende war, lief jeder gefühlt in eine andere Richtung, um nach Hause zu seinen Liebsten oder einfach zu seinem warmen, weichen Bett zu kommen.
Casey, Gabby und Sylvie machten sich auch auf den Weg nach Hause. Sylvie hatte beschlossen, mal wieder eine Nacht bei sich zu Hause zu schlafen, weshalb sie Casey bat, sie bei sich rauszulassen.

„Bist du dir sicher, dass du schon wieder alleine bei dir sein möchtest?“, fragte Gabby zweifelnd, da sie sich irgendwie nicht so sicher war, ob dies bereits die richtige Entscheidung war.
„Ja, erstens braucht ihr beide auch mal wieder Zeit zu zweit und ich möchte einfach gerne mal wieder alleine sein. Falls irgendetwas sein sollte, werde ich mich bei dir melden. Mach dir keine Sorgen, ich bin doch schon erwachsen“, antwortete Sylvie mit einem Lächeln. Sie brauchte die Zeit einfach mal. Seit Kellys Tod vor anderthalb Wochen war sie nicht mehr bei sich zuhause gewesen. Es wurde also mal wieder Zeit.
Sylvie verschwendete gar keinen Gedanken daran, dass diese verrückte Frau ihr Rache geschworen hatte und gesagt hatte, dass sie wiederkommen wird.

„Na gut, dann sehen wir uns morgen wieder. Sollen wir dich morgen früh wieder abholen und mit zur Arbeit nehmen?“, fragte Gabby und lächelte ihrer Freundin zu. Irgendwo hatte sie schon recht, sie musste langsam aber sicher wieder in ihr Leben zurückfinden, auch wenn Gabby ihr gerne noch etwas weiter beiseite gestanden hätte. Selbstverständlich verfolgte sie dabei auch das Ziel, herauszufinden, wer der Vater war. Sie sah aber ein, dass Sylvie einfach ihre Zeit brauchte. Dennoch teilte sie ihre Meinung nicht, den Kollegen und vor allem Boden noch nichts zu sagen.

'Es muss ja erst etwas passieren, bevor sie einsieht, wie wichtig es gewesen wäre, dass sie Boden etwas sagt‘, dachte Gabby sich und wenn sie gewusst hätte, wie richtig sie mit diesem Gedanken liegen konnte, wäre sie direkt zu Boden gegangen und hätte ihm alles rundum Sylvies Schwangerschaft erzählt.


Hallo,
dies war eher ein Zwischenkapitel, wie ihr sicherlich beim Lesen gemerkt hatte, aber die nächsten Geschehnisse passten nicht direkt auf das letzte Kapitel folgend, und zudem wollte ich nicht alles so schnell hinter einander weg schreiben. Ein bisschen Spannung soll ja auch noch bleiben.
Ich hoffe, dass es euch trotzdem gefallen hat. Über Meinungen, egal ob positiv oder mit konstruktiver Kritik, würde ich mich sehr freuen.
Liebe Grüße EndlessDream01
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