Hearts on Fire

von HazelEye
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
08.11.2018
15.10.2019
54
102067
37
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Hallo, da bin ich schon wieder. :)

Ganz anderes Thema. Diesmal nicht ganz so fluffig-romantisch...für den Anfang zumindest. ;) Ich hoffe, Euch gefällt's trotzdem, viel Spaß und liebe Grüße, Eure HazelEye

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Das Bräustüberl war gut gefüllt und es herrschte ausgelassene Stimmung im Gastraum. Wie jeden ersten Freitag im Monat hatten sich die Jungs der Freiwilligen Feuerwehr von Bichlheim und Umgebung hier versammelt, um nach einer Übung noch gemeinsam feuchtfröhlich den Abend ausklingen zu lassen. Sie hatten die Hälfte der Tische zusammengeschoben und das Bier floss bereits reichlich. Boris Saalfeld und Tobias Ehrlinger saßen sich mitten im Getümmel direkt gegenüber und amüsierten sich mit ihren Feuerwehrkollegen. Die Gespräche am Tisch drehten sich um die gerade absolvierte Übung, das nächste Spiel der Nationalmannschaft bei der Fußball-WM, das bald anstehende Sommerfest der Feuerwehr und natürlich, wie sollte es anders sein…um Frauen. An diesem Thema beteiligten sich Tobias und Boris eher zurückhaltend, was aber angesichts der überdurchschnittlichen Lautstärke sowie des fortgeschrittenen Alkoholkonsums um sie herum nicht weiter auffiel.

Gelegentlich trafen sich ihre Blicke und verweilten dabei einen Moment länger auf ihrem Gegenüber als unter Kollegen normalerweise üblich. Doch niemand um sie herum nahm davon Notiz, denn niemand der Anwesenden wäre vermutlich auf die Idee gekommen, dass die beiden tatsächlich mehr als nur Kollegen oder allerhöchstens gute Freunde waren. Wirklich niemand?

***

Nach einer Weile erhob Tobias sich plötzlich und deutete kurz in die Runde, dass er mal dringend wohin müsse. Boris nickte unmerklich und griff zu seinem Glas, um das restliche Bier in einem Zug zu leeren. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf seinen Sitznachbarn, der sich gerade angeregt mit seinem Gegenüber über die geplante Renovierung der Feuerwache unterhielt und klinkte sich in das Gespräch ein. Er fühlte sich wohl hier zwischen den Feuerwehrjungs, auch wenn er die meisten von ihnen bisher nur sehr flüchtig kannte. Das lag zum Einen daran, dass er noch nicht allzu lange dabei war und sowieso eher der introvertierte Typ, der zwar im Berufsleben durchaus souverän und offen auf Menschen zugehen konnte, sich privat aber doch eher zurückhielt, wenn es um neue Bekanntschaften oder gar Freundschaften ging. Zum Anderen gab es da eben diese eine Sache, die nur wenige über ihn wussten und die er hier in diesem Kreis erst recht nicht an die große Glocke hängen wollte. Dennoch genoss er die lockere Atmosphäre und unverkrampfte Stimmung der Runde. Solange er sein Privatleben hier nicht in allen Einzelheiten ausbreiten musste, war alles okay. Das schien auch niemand zu erwarten, die Aussage, dass er ledig sei, es aber jemanden gäbe, genügte den neuen Kollegen anscheinend fürs Erste. Nach mehr Infos oder gar einem Bildbeweis hatte sich bisher keiner der Jungs getraut zu fragen und Boris hoffte, das würde auch so bleiben.

***

Als Tobias vom Klo zurückkam, machte er noch einen Abstecher zur Bar, um Nachschub für seine trockene Kehle zu besorgen. Kurz überlegte er, ob er auf alkoholfrei umsteigen sollte, doch dann entschied er sich dagegen. Schließlich hatte er morgen frei, die Notfallbereitschaft hatten einige der Kollegen übernommen und er fühlte sich gerade gut drauf und irgendwie auch in Feierlaune. Was wohl nicht ausschließlich an der netten Runde inmitten seiner Kumpels hier lag, soviel war klar. Doch den wahren Grund seiner innerlichen Euphorie kannten nur er und noch eine einzige weitere Person hier im Bräustüberl. Oder doch nicht?

„Na Tobi, alles klar?“ holte ihn plötzlich eine Stimme von der Seite aus seinen Gedanken. „Hey, ja klar…alles schick! Und selbst?“ fragte Tobi lächelnd zurück, während er auf sein Bier wartete. Es war Hannes, einer der Feuerwehrkollegen, den Tobias schon seit seiner Anfangszeit bei den Freiwilligen kannte und mit dem ihn ein lockeres und freundliches, aber nicht besonders enges Verhältnis verband. Hannes war ein paar Jahre älter als Tobias, sie waren früher auf die gleiche Schule in Krauting gegangen, aber ansonsten hatten sie bisher eigentlich nur wenige Berührungspunkte außerhalb ihres Engagements bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Netter Abend heute, hm?“ setzte Hannes den Smalltalk fort und bestellte sich eine Cola. „Joah, die Jungs sind gut drauf und die Übung heute war echt cool.“ nickte Tobias zustimmend und schaute rüber zu den Tischen, auf denen einige der Jungs inzwischen ein paar Skatkarten ausgebreitet hatten. Sein Blick blieb bei Boris hängen, der in ein offensichtlich sehr interessantes Gespräch mit seinem Sitznachbarn vertieft war. Genau in diesem Moment schaute auch Boris hoch und ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment. Ein leichtes Lächeln huschte über Tobias‘ Gesicht, bevor er sich wieder zur Bar umdrehte und sich seinem Gesprächspartner zuwandte. „Du sag mal, Tobi…darf ich Dich mal was fragen?“ Hannes klang ein wenig unsicher und seine Hände spielten mit einem Bierdeckel, der vor ihm auf der Theke lag. Tobi schaute Hannes überrascht an, zögerte kurz und antwortete schließlich. „Ja klar, was willst Du wissen?“ Hannes machte eine kurze Pause, bevor er sich direkt zu Tobias drehte und ein Stück vorlehnte, damit er nicht so laut sprechen musste. „Woher kennst Du Boris eigentlich?“ Er nickte mit dem Kopf Richtung Tisch, als müsse er Tobias auf die Sprünge helfen, wen er meinte.

***

Boris versuchte angestrengt, dem Gespräch mit seinem Nachbarn zu folgen, aber die Lautstärke um ihn herum und der ausgeprägte bayrische Dialekt des Kollegen verlangten ihm Einiges ab. Am anderen Tischende hatten die Jungs ein Kartenspiel ausgepackt und die Bedienung brachte gerade die nächste Runde Bier und ein paar herzhafte Snacks, auf die sich die hungrigen Feuerwehrjungs gleich gierig stürzten. Aus irgendeinem Grund spürte Boris plötzlich das Verlangen, aufzuschauen. Er gab dem Drang nach, hob seinen Kopf und blickte geradewegs in Tobias‘ Augen. Für den Bruchteil einer Sekunde stand die Welt um ihn herum plötzlich still und er hielt unwillkürlich den Atem an.

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