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Fix this

GeschichteDrama, Romanze / P16
Jack
07.11.2018
16.11.2018
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22. September 2004:
Jack beobachtete die vorbeiziehenden Wolken aus seinem Flugzeugfenster als sich Anna wieder neben ihn auf ihren Sitz setzte. Sanft nahm sie seine Hand und strich mit ihrem Daumen über seinen Handrücken. Jack lächelte gequält. Die letzten Tage hatten ihn sehr mitgenommen und er war froh dass Anna an seiner Seite war, immer noch.
Jack nahm den letzten Schluck seines Wodka-Sodas und stellte den Becher auf den Plastikklapptisch.
„Du solltest weniger trinken“, murmelte Anna und strich sich über das Gesicht. Sie war müde und ihr Kopf dröhnte.
Jack nickte: „Du hast Recht.“
Erstaunt sah Anna ihn an: „Tatsächlich? Keine Wiederworte?“
Jack küsste sie sanft: „Nein, keine Wiederworte.“
Das Flugzeug rüttelte etwas und die Anschnallzeichen leuchteten auf. Turbulenzen.
Anna bemerkte eine Frau welche auf der anderen Seite des Ganges saß. Sie hatte offenbar Angst.
Beruhigend fasste sie nach ihrem Arm: „Das ist ganz normal, haben Sie keine Angst.“
„Oh, ich weiß.“ Antwortete die Frau und sah sich unruhig nach hinten um. „Ich hab nur schon immer Flugangst gehabt. Mein Man sagt immer zu mir Flugzeuge sind zum Fliegen da.“
Anna lächelte.
„Ihr Mann muss ein kluger Kopf sein“, sagte Jack.
„Das sollten Sie ihm sagen wenn er von der Toilette wieder zurück ist.“, sagte die Frau und in ihre Worte hinein rüttelte es erneut stark im Flugzeug.
„Dann werden wir Ihnen bis dahin Gesellschaft leisten“, sagte Anna und nahm Jacks Hand, auch ihr wurde etwas unwohl bei den seltsamen Geräuschen die das Flugzeug nun machte.
„Keine Angst“, sagte Jack mehr zu Anna als zu der Frau auf dem Sitz gegenüber des Ganges und umfasste Annas Hand. „Das ist gleich vorbei.“
Kaum hatte Jack seinen Satz zu Ende gesprochen, verlor das Flugzeug rasend schnell an Höhe, die Sauerstoffmasken fielen aus der Decke. Sie stürzten ab.

Als Jack wieder zu sich kam lag er im Dschungel umgeben von Bambus versuchte er sich zu orientieren und zu erinnern was passiert war. Es kamen nur langsam Fetzen in seinen Sinn. …sein Vater...Sydney…Flugzeugabsturz…Anna. Jack zog sich mit aller Kraft auf die Beine, er war verletzt, sein Hemd rot vom Blut.  Hilflos sah er auf sein Mobiltelefon welches ihm nur „No Service“ anzeigte. Benommen fasste er sich an die Stirn: „Wo ist Anna?“ Er lief los, raus aus dem Bambus und erreichte einen Strand. Niemand war zu sehen also rannte Jack weiter. Plötzlich erschien vor ihm die Absturzstelle des Flugzeugs: Wrackteile lagen verteilt am Stand, Menschen liefen wild durcheinander und schrien um Hilfe. Wo war sie? Hektisch sah Jack sich um, keine Spur von Anna. Ein Triebwerk des Flugzeugs war noch aktiv und zog Trümmerteile in seinen Sog. Jack entdeckte einen Mann, der unter dem Fahrwerk des Flugzeugs eingeklemmt war. Er eilte zu ihm und versuchte ihn zu befreien. Das Wrackteil war zu schwer für Jack, schnell holte es sich zwei Männer zur Hilfe und gemeinsam befreiten sie den Mann. Jack begutachtete die Wunde des Mannes und band seine Krawatte um das verletzte Bein um die Blutung zu stoppen da hört er eine ihm bekannte Stimme. Jack sah auf um die Richtung der Stimme ausfindig zu machen. Da fand er sie in der Nähe des Wassers. Anna. Sie lag auf der Seite, krümmte sich vor Schmerzen und rief um Hilfe. Jack zog seine Krawatte fest, sprang auf und eilte zu ihr herüber.
„Jack!“, rief Anna als sie ihn auf sich zulaufen sah.
„Anna“; rief er zurück und fiel neben ihr auf die Knie in den Sand. „Was tut dir weh?“
„Mein Bauch“, gab Anna keuchend zur Antwort.
Jack schob ihr T- Shirt nach oben um zu sehen ob sie eine Verletzung hatte, es war nichts zu entdecken, kein Fremdkörper, kein Hämatom, nicht mal ein Kratzer.
„Ich kann nichts sehen, ich muss dich genauer untersuchen, aber erst müssen wir hier weg von den giftigen Dämpfen und dem Triebwerk.“, Jack schob seine Arme unter ihren Körper um sie wegzutragen.
Anna weinte: „Jack, es tut mir leid.“
„Baby, dir muss nichts leid tun, tun hast nichts getan.“, er küsste sie auf die Stirn.
Als er sie hochheben wollte protestierte sie laut: „Nein, Jack! Dort drüben, die Frau, sie hat neben uns gesessen, sie atmet nicht mehr!“ Jack sah hinüber und sah wie ein junger Mann versuchte den leblosen Körper wiederzubeleben. Wieder sah er sich um und fand einen etwas korpulenteren jungen Mann den er zu sich winkte: „Hey du, komm her!“
Als der junge Mann bei ihnen angekommen war sagte Jack: „Bring sie hier weg, weit weg von den giftigen Dämpfen und irgendwelcher herumfliegender Teile, ok?“
Der junge Mann stand sichtlich unter Schock, nickte aber und half Anna auf um mit ihr in Sicherheit zu gehen. Jack lief hinüber zu ihrer leblosen Sitznachbarin.
„Ich kann nicht laufen“, wimmerte Anna und sackte unter der Flugzeugtragfläche erneut zusammen. „Es tut so weh.“
Die Frau hustete, sie kam wieder zu sich.
„Alles gut, tief einatmen.“, sagte Jack zu ihr und sah sich nach Anna um.
Mit Entsetzen sah er, dass sie unter der Tragfläche zusammengebrochen war und die Tragfläche kurz davor war abzubrechen. Wieder sprang er auf und rannte zu ihr hinüber. Während er angelaufen kam schrie er: „Ihr müsst da weg!!“
Anna versuchte aufzustehen, aber die Schmerzen waren zu groß. Jack erreichte sie und schaffte es gerade noch rechtzeitig mit ihr und dem jungen Mann in Sicherheit zu laufen.
Jack legte Anna sanft in den Sand. Weinend hielt sie sich an seinem zerrissenen Jackett fest.
„Es tut mir so Leid“, wiederholte sie.
Jack verstand nicht: „Es muss dir nichts leid tun, das Flugzeug ist nicht wegen dir abgestützt.“
„Nein“, weinte Anna weiter.
Jack schob ihr Shirt wieder nach oben: „Ich muss deinen Bauch abtasten um zu sehen woher deine Schmerzen kommen.“
„Nein“, wieder wiederholte sich Anna und hielt Jacks Hände fest.
Erst jetzt bemerkte Jack, dass Annas Jeans voller Blut war.
„Du blutest“, Jack öffnete Annas Hose.
Wieder fasste sie nach seinen Händen: „Jack...“
„Was ist?“, sagte er sauer. „Warum willst du dich nicht von mir untersuchen lassen?!“
Anna weinte bitterlich. Jack nahm sie in den Arm.
„Ich kann dir nicht helfen wenn du mich dich nicht untersuchen lässt“, sagte er und strich ihr über die Haare.
„Ich bin schwanger“, bekam Anna mit zitternder Stimme heraus, sie bemerkte wie Jack kurz zuckte als sie den Satz beendet hatte.
„Was?“, ungläubig sah er sie an. „Warum hast du denn nicht gesagt?“
„Es war einfach nicht der richtige Zeitpunkt“, schluchzte Anna.
Wieder wanderten Jacks Hände in Richtung Annas Bauch. Besorgt tastete er ihn ab.
„Ich fürchte das Baby hat den Absturz nicht überlebt, Anna“, eine Welle der Gefühle überrannte Jack. Vor ein paar Tagen hatte er erfahren, dass sein Vater in Sydney verstorben war, sie waren hingeflogen um ihn zurück nach Los Angeles zu bringen. Nun stürzte genau dieses Flugzeug ab und er erfuhr dass er selbst Vater geworden wäre.
Anna griff nach seinem Jackettärmel: „Es tut mir leid Jack, ich hätte es dir sagen müssen, schon bevor wir nach Sydney geflogen sind.“
„Wie lange wusstest du es schon?“, Jack fühlte sich leer.
„Was tut das zur Sache?“, Anna fasste sich an den Kopf.
„Ich will es wissen, wie lange wusstest du schon dass du schwanger bist? Wann hast du gedacht dass du mir davon erzählen wirst?“, Jack wurde wütend.
Anna schüttelte den Kopf: „Eine Woche bevor wir geflogen sind. Ich wollte es dir wirklich sagen, Jack, aber du warst einfach nicht in der Verfassung für eine solche Nachricht.“
Jack stand auf: „Ich war nicht in der Verfassung dafür. Natürlich ist es meine Schuld. Entschuldige mich, aber ich möchte einen Moment alleine sein.“
Jack wanderte benommen zurück ins Gehölz.