Der Ursprung allen Übels

OneshotAllgemein / P12
Alan Jerome Harper Charles "Charlie" Francis Harper Evelyn Harper
07.11.2018
07.11.2018
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"Augen nach vorne Jungs und sprecht mich bloß nicht mehr an. Sprecht am besten gar nicht." Charlie feixte seinen 9-jährigen jüngeren Bruder zu. Zu viel  Alkohol hatte ihre Mutter oder auch liebevoll genannt "Miss Wodkatitten" nicht freundlicher gemacht, jede Wette sie würde direkt die Kopfschmerztabletten im Laden ansteuern und nicht darauf achten, was sie hinter ihren Rücken anstellen würden.

Alan nutzte die Situation natürlich nicht aus. Der war wie üblich gehorsam, lieb und überhaupt schrecklich langweilig. Und dazu noch diese albernen Chinohosen. Peeeeeeinlich, überhaupt mit ihm gesehen zu werden.

Während ihre Mutter wie üblich die Ladenangestellte zusammenfaltete und herum kommandierte, nutzte Charlie die Gelegenheit, den Barbies unter den Rock zu sehen. In der Schule hatte er über die weibliche Anatomie einige Fragen diesbezüglich gestellt und sich im Handumdrehen im Büro des Rektors wieder gefunden, der ihn in einiger Deutlichkeit klar gemacht hatte, dass er besser solche Fragen nicht wieder stellte. Dabei wollte Charlie unbedingt mehr wissen wollen.

Vielleicht fand er hier Antworten über die Anatomie einer Frau. Erwartungsvoll hob er den Rock hoch und war zutiefst enttäuscht. Das war ja Betrug.  Der Tag war eine einzige Enttäuschung.

Vielleicht könnte er wenigstens seinen Bruder zanken, das wäre ihm der hinterher folgende Ärger wert. Doch der starrte nur vor sich hin, wie der Ochse, der seinen Stall nicht finden konnte.

Dann fiel Charlies Auge auf bunte Knetmasse. Haben wollen, signalisierte sein Hirn.

Er äugte seine Mutter an, die sich an den Kopf packte und stöhnte. Nein, die bräuchte er erst gar nicht anzusprechen.

Aber sein Bruder mit den übergroßen Taschen in den Hosen. Na, wenn der nicht ausnahmsweise mal nützlich war. Ein Kamel in jeder Hinsicht.

„Hey Alan, schau mal da….“ Alans lammfromme Augen folgten Charlies Finger, während Charlies andere Hand die Knetmasse in seine Hosen gleiten ließ. „Was soll denn da sein?“ fragte er in den üblichen verständnislosen Ton und sah ihn auch genauso dumm an. Charlie stöhnte gespielt genervt auf „Zu spät… bevor Du schon reagierst. Jetzt komm, Mami will nach Hause, sie hat Kopfschmerzen.“

Noch verständnisloser blickte Alan ihn an. Seit wann war Charlie so rücksichtsvoll. Aber Alan dachte in dem Moment, dass jeder sich ändern konnte und vielleicht sogar würde Charlie ihn jetzt auch netter behandeln. Er hoffte es so.

Nichtsahnend lief Alan mit der geklauten Knetmasse auf den Ausgang zu. Hätte Evelyn nicht so schreckliche Kopfschmerzen gehabt, die direkt aus der Hölle zu stammen schienen, wäre ihr aufgefallen, wie seltsam folgsam Charlie ihnen folgte und so gar nichts anstellte. Aber sie war einfach nicht in Form heute. Alles lief perfekt.

Bis vor dem Laden sich der bullige Ladendetektiv auf Alan warf wie ein Verteidiger auf den führenden Quarterback „Einen Moment, junger Mann. Was haben wir denn da?“

Vor Alans entsetzten Gesicht hielt er gut sichtbar die Knetmasse hoch. „Aha, da haben wir wohl einen kleinen Langfinger.“ Schrecklich laut und viel zu laut für Evelyns Kopfschmerzen schrie der Detektiv seinen Verdacht in die Welt hinaus, vor lauter begierigen Zuhörern, die ganz genau wissen wollten, was der böse Alan angestellt hatte.

Charlie starrte auf den entstehenden Tumult samt immer lauter werdenden Geschrei, dessen Hauptinhalt aus „Böser Junge, böses Kind“ bestand und aus Zeigefingern, die anklagend auf Alan zeigten, der inzwischen grässlich heulte und sich an Evelyns Rock klammerte, was deren Laune auch nicht steigerte. „Maaaaaaami, jemand hat mir das in die Hose geschoben, Du musst mir glauben.“

Niemand glaubte Alan, der erbarmungslos von den bulligen, brüllenden Mann in ein Büro gezerrt wurde, während er vergeblich laut seine Unschuld beteuerte und weinte und Mami um Hilfe anflehte, die so tat, als würde sie ihn gar nicht kennen.

Charlie weinte auch. Allerdings nicht aus Mitleid, sondern weil er die Knetmasse jetzt doch nicht bekommen würde. Der verloren aussehende Charlie hatte schnell einen Fan. Eine junge, brünette Ladenangestellte himmelte den so süß dreinblickenden Charlie förmlich unbemerkt an und alles in ihr verlangte den armen Jungen zu trösten. Zu seinen Vorteil wirkte Charlie jünger als er war „Oooooh… ich weiß doch was los ist. Ich habe alles gesehen.“

Ein großer Kloß bildete sich in Charlies Hals und er schluckte vergeblich dagegen an „Wirklich?“ fragte er. Sie hatte seinen Diebstahl gesehen. Jetzt würde dieser Bulle von einen Kerl sich auf ihn stürzen und alles würde ihn fertig machen wollen. Seine tiefbraunen Augen wurden riesengroß, was die junge Frau vor ihn faszinierte. „Aber ja“ bekräftigte sie und zog ihn in die Arme, während ihre Finger über seinen wuscheligen Locken strichen „Du schämst Dich für Deinen Bruder und der Lärm hat Dir Angst gemacht, nicht wahr?“ Sie zog ihn in die Arme, was für ein lieber Junge das doch war. Sie musste ihn wirklich ganz dringend trösten.

Sicherheitshalber nickte Charlie in ihren Busen hinein, der sich so wunderbar weich anfühlte. Er hatte gar nicht gewusst, das der sich so weich anfühlen konnte. Umarmungen von seiner Mutter fühlten sich ganz anders an. Jetzt war Charlie vollkommen überrascht von dieser Erkenntnis.

Sie tippte auf seine Nase „ Da braucht jemand ganz dringend einen Orangenshake und einen Hotdog.“

Während Alan seine persönliche Hölle auf Erden erlebte, kaute Charlie an seinen Hotdog und trank verzückt an seinen Orangenshake, während er umsorgt und umhegt wurde. Die Erkenntnisse dieses Tages hauten ihn vollkommen um. Busen waren weich und sie fühlten sich so gut an.

Natürlich war er noch zu jung, um die kommenden Freuden zu verstehen, die ihn die Brüste einer Frau verschaffen würden, aber eine kleine Vorstellung hatte dieser kleine Moment ihn verschaffen.

Und er würde diesen Moment nie vergessen.