Das Leben geht weiter II

GeschichteRomanze, Familie / P16 Slash
Erin Lindsay Jay Halstead OC (Own Character)
06.11.2018
15.01.2019
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„Louis! Ich hab dir tausendmal gesagt, du sollst nicht immer die Fenster anmalen! Schon gar nicht mit Edding! Das kriegt man doch so schwer raus!“, schimpfte Jay und nahm seinen Sohn den Stift aus der Hand. „Fenster malen aber lustig, Daddy!“, meinte der Kleine und blickte seinen Vater mit seinen Welpenaugen an.

Oh ja, diesen Blick kannte Jay bereits. Und genau dieser Blick hatte ihn immer dazu gebracht, genau das zu tun, was sein Sohn wollte. Aber nicht dieses Mal. Dieses Mal musste er konsequent bleiben. Nur dieses eine Mal. „Nein Louis, wenn Mama davon erfährt, sind wir beide geliefert!“ „Wenn ich WAS erfahre?!“, erklang plötzlich die Stimme von Erin in der Tür.

„Nichts nichts!“, versuchte Jay vergeblich locker zu wirken. Jedoch gelang ihm das für ungefähr drei Sekunden, bevor Erin die voll bemalte Fensterscheibe sah. Ohne irgendein Wort zu sagen, ging sie in die Küche, kramte dort unter der Spüle etwas hervor und reichte es Jay. Als er sie verdutzt anguckte, musste sie grinsen. „Du guckst wie ein Schaf auf Crack! DAS ist Spiritus!“ Sie hielt ihm eine quietschpinke Sprühflasche hin. „Und DAS mein Schatz ist ein...!“ „Ich weiß was das ist! Nur die gute Frage ist, was soll ich damit?“ „Damit Partner wirst du jetzt das Gekrakel deines Sohnes von unseren Fenstern putzen!“, meinte Erin nur und drückte ihm beides in die Hand. Sie war schon fast am Gehen, als ihr noch etwas einfiel: „Ach und wenn du schon gerade beim Fenster putzen bist, dann kannst du auch gleich die restlichen Fenster mit sauber machen!“ Und damit verschwand sie grinsend im Bad und ließ einen ziemlich verdattert drein blickenden Jay zurück.

Es hatte sich viel getan in den letzten Jahren. Louis war vier Jahre alt, besuchte den Kindergarten nicht weit vom Haus entfernt, Erin und Jay waren in eine größere Parterrewohnung gezogen, zu der ein eigener kleiner Garten gehörte, Hank war Feuer und Flamme für seinen Enkelsohn, welcher ihn jedes zweite Wochenende besuchte, Antonio erwartete sein gemeinsames Kind mit Sylvie, Adam und Kim hatten sich mal wieder verlobt und kurz vor der Hochzeit doch wieder getrennt und waren jetzt wieder ein Paar, Kevin besuchte seine Geschwister regelmäßig in Kalifornien, Alvin dachte an seine einzige Tochter Michelle, von der er schon eine ganze Weile nichts mehr gehört hatte, Will und Nathalie hatten sich getrennt, weil sie zu ihrem Exmann zurück gekehrt war und Hailey war am Zweifeln, ob es nicht doch für sie sinnvoller wäre, in eine andere Einheit zu wechseln.

Alles in allem, war ziemlich viel passiert. Da traf es sich gut, dass Erin wieder in die Polizeiarbeit miteinsteigen wollte. Sie hatte bereits mit Voight geredet und er hatte ihr versichert, sie wieder in die Unit aufzunehmen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie dieses Mal auch wirklich bliebe. Erin hatte ihm hoch und heilig versprochen, dieses Mal nicht wieder abzuhauen. Sie wollte bleiben. Sie musste bleiben! Schon Louis zuliebe!

„Erin! Bist du ok? Sag doch was Liebling!“, riss Jays Stimme sie aus ihrem Traumland. Wie lange hatte sie jetzt unter der Dusche gestanden? „Ich bin in Ordnung! Alles ok bei mir!“, rief sie zurück und stellte das Wasser ab. Sie hatte gar nicht realisiert, dass sie wohl längere Zeit unter der Dusche gestanden haben musste. Schnell trocknete sie sich ab und machte die Haare.

Ein Blick in den Spiegel verriet ihr kaum noch etwas von der ersten turbulenten Zeit mit Louis. Lediglich eine kleine Narbe war noch zu sehen. Und ihr Geheimnis kannte nur sie selbst. Sie hatte es damals einfach nicht übers Herz gebracht, Jay die Wahrheit dahinter zu sagen. Nachdem er sie im Gerichtssaal vor aller Augen hinausgetragen hatte, hatte sie Angst, wie er auf ihr kleines Geheimnis reagieren könnte. Nie im Leben durfte er die Wahrheit erfahren. Er würde nur eine Dummheit machen und das wollte sie auf keinen Fall.

„Du warst aber lange unter der Dusche! Ist wirklich alles ok mit dir?“, fragte Jay, nachdem sich Erin zu ihm auf das Sofa gesetzt hatte. „Ja, ich hab nur die Zeit vergessen. Sag mal, wie lange war ich eigentlich im Badezimmer?“ „Du warst fast drei Stunden dort drinnen! Wenn du mir nicht geantwortet hättest, dann hätte ich die Tür eingetreten. Erin, ich mache mir wirklich Sorgen um dich!“, flüsterte er ihr ins Ohr.

Drei Stunden?! Sie war wirklich drei Stunden unter der Dusche gestanden und hatte es nicht bemerkt? Was hatte sie nur so lange getan? Sie wusste es selbst nicht mehr. Aber fest stand, dass sie noch immer an der Entführung damals zu nagen hatte.

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Teil 1: https://www.fanfiktion.de/s/5b58d74b0003b1733b3238fa/1/Das-Leben-geht-weiter
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