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„Weizner … Dr. Mara Weizner!“

von Lizzy91
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dr. Marc Lindner Dr. Matteo Moreau Dr. Theresa Koshka OC (Own Character)
05.11.2018
16.08.2022
230
289.278
53
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Dieses Kapitel
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05.08.2022 914
 
Geduldig hielt Marc seiner kleinen Enkelin den Finger hin. Er würde ihr die Freude nicht nehmen, es nicht wagen sie zu wecken. Er sah ihr beim Schlafen zu und das Lächeln verebbte nicht auf seinem Gesicht. „Was soll ich denn davon halten, wenn mein Ehemann mit einem anderen Mädchen Händchen hält?“ Marc drehte sich leicht, sah Theresa im Türrahmen stehen und lächelte sie an, sie kam zu ihm, stellte sich hinter ihn, legte ihm eine Hand auf die Schulter und schaute auf das Neugeborene. „Es tut mir leid Theresa, aber ich muss dir gestehen, ich bin verliebt.“ Seine Frau lachte. „Kein Problem, ich kann es verstehen. Schau, sie hat Maras Nase.“

Marc nickte. „Das fiel mir auch als erstes auf. Wie geht es Mara?“ „Sie schläft, Moreau ist jetzt bei ihr. Und wie geht es dir?“ Marc zuckte leicht mit den Schultern. „Ich bin vollkommen erledigt, aber auch unheimlich glücklich. Das Ganze hat mir Angst gemacht. Ich will sie nicht verlieren, nicht Mara und auch die Kleine nicht.“ Aufmunternd strich sie ihm über die Schulter. Sie verstand ihn, ihr ging es ähnlich. „Den beiden geht es gut, ab hier wird es besser.“ Marc seufzte.

„Ich hoffe es sehr. Theresa, ich mache mir Sorgen. Mara ist stark, aber die letzten Monate haben uns gezeigt, sie ist nicht unverwundbar. Die Situation mit Moreau, der Stress der Geburt. Jetzt kommt noch die Sorge um die Kleine und die erste Zeit als junge Mutter dazu. Ich habe Angst, dass sie wieder vor unseren Augen abrutscht, ich weiß nicht, ob sie das nochmal schaffen kann, ob ich das noch mal schaffe.“ Auch sie seufzte. Wie gut sie nachvollziehen konnte, wo diese Gedanken herkamen. „Wir müssen einfach noch besser auf sie achten, dass schaffen wir schon. Wir müssen es schaffen, wir alle haben eine ganz neue Verantwortung.“

Theresa nickte in Richtung des kleinen Menschen. Marc nickte. In diesem Moment regte sich etwas bei dem Kind. Marc und Theresa schauten gespannt zu. Das Baby streckte sich, gähnte herzhaft und drehte den Kopf in ihre Richtung, dann öffnete es die Augen und schaute auf den Finger, den es in der Hand hielt. Marc lachte stumm. „Hallo. Wer ist denn da wach geworden.“ Begrüßte er sie und das Kind schien auf seine ruhige Stimme zu reagieren. Theresa trat einen Schritt vor, beugte sich etwas, um die Kleine besser zu sehen.   „Hey, wenn überhaupt, dann war es die neugierige Tante.“ Theresa lachte, das kleine Mädchen bekam davon nicht viel mit, schien zu sehr damit beschäftigt sich in seiner Umgebung zu orientieren. „Wie fühlt es sich eigentlich an? Opa geworden zu sein?“ Marc grinste.

„Verdammt gut. Es fühlt sich wie eine zweite Chance an. All das hatte ich mit Mara nie. Jetzt kann ich trotzdem irgendwie erleben.“ Schlagartig wurde Theresas Blick finster. „Bereust du es, dass wir uns gegen eigene Kinder entschieden haben?“ Überrascht sah er seine Frau an, dann schüttelte er den Kopf. „Nein, ich kann deine Gründe verstehen, ich habe selbst mehr als genug Gründe auf Lager, die dagegensprechen. Aber das bedeutet nicht, dass ich die Zeit mit meiner Enkelin nicht genießen kann. Wie ist es bei dir? Wie fühlt sich das alles für dich an?“ Theresa dachte kurz nach. „Ich freue mich für Mara und auch für dich. Ich freue mich auch darauf die Kleine aufwachsen zu sehen, dich mit ihr spielen zu sehen, selbst mit ihr zu interagieren, aber trotzdem ändert es nichts daran, dass ich mir nicht vorstellen kann, selbst mal ein Kind zu bekommen.“

Erleichtert schaute sich das Paar an. Sie zogen am gleichen Strang, eine gute Voraussetzung für das, was noch kommen würde. „Und sind wir mal ehrlich, wir haben doch den Jackpot gezogen. Wir können die Kleine Verwöhnen und bespaßen und sie anschließend für den anstrengenden Teil wieder an die Eltern abgeben.“ Scherzte Marc. Theresa war sich zwar nicht sicher, ob ihr Mann die Kleine wirklich immer so bereitwillig wieder hergeben würde, doch sie stimmte in sein Lachen ein. „Naja so wie es aussieht, wird sie dich nicht so schnell wieder hergeben.“

Mittlerweile hatte das Baby die Augen wieder geschlossen, doch Marcs Finger hielt sie in einem eisernen Griff. „Ach, damit kann ich ganz gut leben. Ich genieße es, solange es geht, wenn Moreau wieder kommt, wird der wieder ein Monopol erheben. Du hättest ihn vorhin sehen sollen. Die Kleine hat ihn jetzt schon um den kleinen Finger gewickelt.“ Theresa saß mittlerweile in dem Sessel in dem vorhin noch Matteo gesessen hatte. „Nicht nur ihn, wenn man das so sieht. Ich weiß nicht, ob ich mir das wirklich vorstellen kann, dass bald jemand durch die Gänge rennt und Moreau Papa nennt.“ Eine schöne Vorstellung wie Marc fand, das JTK und die JTK Familie würden eine große Rolle im Leben dieses kleinen Mädchens spielen, er mochte den Gedanken, dass sie hier geboren wurde und hier zum Teil aufwachsen würde, es machte das JTK noch mehr zu dem Zuhause, nachdem er sein Leben lang gesucht hatte.

„Ich hoffe sehr, dass Mara und Moreau ihre Differenzen noch beilegen können. Die Kleine verdient es mit Mama und Papa aufzuwachsen, die drei verdienen es eine gemeinsame Zukunft zu haben.“ Theresa nickte, sie spürte langsam wie die Müdigkeit sie zu übermannen drohte, der Tag forderte seinen Tribut. „Das schaffen sie schon, er ist jetzt bei ihr, das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Auch Marc war müde, doch er konnte seinen Blick nicht von seiner Enkelin abwenden, entschloss sich geduldig sitzen zu bleiben, bis sie ihn aus ihrem Griff entließ.
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