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„Weizner … Dr. Mara Weizner!“

von Lizzy91
GeschichteAllgemein / P16
Dr. Marc Lindner Dr. Matteo Moreau Dr. Theresa Koshka OC (Own Character)
05.11.2018
24.11.2020
126
152.171
34
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
21.11.2020 1.552
 
Klopf Klopf ... ist da noch wer?
Halli Hallo,
erinnert ihr euch noch an mich? Ja ich weiß ist eeeeeewig her. Mea culpa. Aber ihr wisst ja, 2019 hat sich bei mir verabschiedet wie sich 2020 angekündigt hat und obwohl ich in meinem Leben noch nie soviel Zeit zuhause, am Computer und vor der Tastatur verbracht habe waren weder Zeit noch Inspiration da um hier wieder einzusteigen.
Ich hatte ja gesagt, dass ich nicht weiß ob es weiter geht und wenn ja wann. Aber in den letzten Wochen hat es in den Fingern gejuckt. Mich hat die Muse geküsst und ich habe weiter geschrieben. Ganz ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, ob sich überhaupt noch jemand für Mara interessiert und jetzt da Themarc ja scheinbar Realität wird oder geworden ist oder was auch immer die letzte Folge zu bedeuten hatte, weiß ich auch nicht ob die Nachfrage nach einer Story in der die beiden in Zukunft einen kleineren Part, aber dafür alles in allem sehr harmonischen, Part einnehmen werden überhaupt da ist. Aber der Name der Geschichte sagt es schon. Es ist Maras Geschichte und die möchte ich in einer neuen Phase erzählen. Lange habe ich mir Gedanken gemacht ob das nötig ist, ihre Großbaustelle Vater-Tochter-Beziehung wurde ja quasi zu einem erfolgreichen Ende gebracht. Macht es dann überhaupt noch Sinn weiter zu erzählen? Ich bin zu dem Entschluss gekommen ja, denn auch wenn Marc sicher eine der wichtigsten Beziehungen in ihrem Leben darstellt ist er nicht der einzige Mensch der in ihrem Leben eine entscheidende Rolle spielt. Mit dem sie etwas verbindet und auf diese anderen Beziehungen und auch auf die Beziehung Maras mit sich selbst möchte ich nachfolgend eingehen. Sie ist auf einem langen, eigentlich nie wirklich endenden, Weg sich selbst und ihren Platz in dieser Welt zu finden und dabei möchte ich sie begleiten. Und ich würde mich freuen, wenn ihr das auch tut.
Ich hoffe das Lesen macht euch so viel Freude wie mir das Schreiben und wir hören viel voneinander hier in den Reviews, in den Mails, auf Facebook oder per Brieftaube (wobei lieber nicht, meine Hündin mag keine Tauben, dass könnte böse für das Tierchen enden, und das wollen wir ja nicht9
Viel Spaß ich freue mich auf euer Feedback und eure Gedanken. Einen wunderschönen Abend für euch alle!
Viel Liebe
Lizzy!




Für jeden anderen war es ein normaler Montagmorgen. Doch für die junge Fachärztin war es fast wie ein Neubeginn. Ein Neubeginn der in etwas altvertrautes führen sollte. Nach der Aussprache mit Marc hatte sie den Rat ihrer Chefärztin angenommen und sich eine vierzehntägige Auszeit genommen. Sie hatte in dieser Zeit nicht viel gemacht; war zum Judotraining gegangen, hatte sich mit Marc und Theresa oder mit den anderen Assistenzärzten getroffen oder einfach auf der Couch gelegen und sich über die Arztserien im Vorabendprogramm lustig gemacht. In den ersten paar Tagen war sie skeptisch. Sie wusste nichts mit sich anzufangen und war sich unsicher, ob sie sich selbst ohne ihre Arbeit überhaupt ertragen konnte. Aber erstaunlicherweise gelang es ihr ganz gut. Es war eine ruhige Zeit. Sie schlief wieder durch. Die Träume, die sie sonst immer heimsuchten - von dem Unfall, ihrer Reha, ihrem Adoptivvater und ihrer leiblichen Mutter - hatten sich genauso eine Auszeit genommen wie sie selbst. Mara hätte nie gedacht, dass ihr vierzehn Tage Ruhe so guttun konnten. Doch sie wurde eines Besseren belehrt, und erstmals in ihrem Leben hatte sie nichts dagegen unrecht zu haben. Schwungvoll lief sie vom Parkplatz in Richtung Haupteingang des JTK. Davor angekommen richtete sie ihren Taschenriemen und atmete tief durch. Sie freute sich, auf den Trubel, das Adrenalin, die Abwechslung, die Herausforderung. Eigentlich freute sie sich auf alles. Auf alles bis auf …

„Weizner! Zurück von ihrem Meditations-, Selbstfindungs-, Erholungsquatsch?“ Mara schloss kurz die Augen in der Hoffnung, dass sie sich beim Öffnen wieder auf ihrer Couch befand und, dass dies ein schlechter Traum gewesen wäre. Doch ihre Hoffnung verstarb jäh. „Dr. Moreau. Sie glauben gar nicht wie sehr ich Sie NICHT vermisst habe.“ Mara keifte zurück. Auch etwas, was sie in den letzten zwei Wochen verdrängen konnte. Ihr angespanntes Verhältnis zu ihrem Vorgesetzten. Bis heute konnte sie sich nicht erklären, was in den Oberarzt gefahren war während ihrer letzten Unterhaltung. So seltsam es klang, aber er fehlte ihr. Natürlich auf einer rein professionellen, vielleicht auch freundschaftlichen, Ebene. „Ja, das kann ich so nur zurück geben Weizner. Aber wissen Sie wer sie vermisst hat? Meine Patientenakten, Verlaufsberichte und Arztbriefe. Die stapeln sich schon am Counter.“ Genervt verdrehte Mara die Augen. „Tja Herr Kollege, dann beeilen Sie sich mal besser, nicht dass sich die Akten noch fürchten so alleine. Ich hab` NA Dienst. Dr. Sherbaz musste spontan zu ihrer Tochter nach London. Ich übernehme ihren Dienst die ganze Woche.“ Mit diesen Worten straffte sie die Schultern und marschierte in Richtung Klinikum. Moreau blieb stehen und sah ihr nach. Sein Blick verriet nicht viel. Und dennoch spürte Mara ihn auf sich, bis sich die automatischen Türen hinter ihr schlossen.

„Home sweet home.“ Begrüßte Mara ihre jungen Kollegen Julia, Vivi und Elias am Stationscounter. „Hey. Schön, dass du wieder da bist!“ Kam es enthusiastisch von Elias. Vivi und Julia kamen um den Counter und umarmten Mara kurz, aber herzlich zur Begrüßung. „Ach wie ich das vermisst habe. Dieser Duft nach schlechtem Krankenhausessen, lausigem Kaffee, Desinfektionsmittel und dem Angstschweiß der Assistenzärzte.“ Auch das hatte Mara vermisst, ihre jungen Kollegen und deren Reaktionen, wenn sie sie aufzog. „Ha, das hättest du wohl gerne. Du hast uns hier zwei Wochen allein mit Moreau gelassen. Uns schockiert hier nichts mehr.“ Vivi hatte einen herausfordernden Blick aufgesetzt.  Mara griff nach ihrem Tablet und setzte ein wissendes Lächeln auf. „Wenn du das sagst.“ Murmelte sie dabei. Sie überflog noch einmal kurz die Informationen, die vor ihr lagen, bevor sie die Hülle des Tablets umschlug und die anderen erwartungsvoll ansah. „Na gut, dann wollen wir mal. Ich soll euch allen von Dr. Ahrend ausrichten, dass er es heute nicht zur Morgenbesprechung und Einteilung schafft. Er hat alle Hände voll auf der Gyn zutun. Zwillingsgeburt, natürlich. Mutter verweigert Schmerzmittel.“ Schmerzverzogen schnitt Vivi eine Grimasse. „Jap.“ Kommentierte Mara.

„Aber keine Angst, er hat mir mich genausten instruiert. Und vor allem hat er mich gebeten euch mal ein bisschen aus euren Komfortzonen herauszuholen.“ Ein Stöhnen ging um. „Ich weiß, ich weiß. Ihr habt nur noch ein Jahr bis zur Facharztprüfung und ihr seid mit euren Fachgebieten alle sehr glücklich und ausgelastet. Aber wir sind ein Lehrkrankenhaus und ihr seid Chirurgen, und auch wenn eine Fachexpertise wichtig und gut ist, ihr müsst auch in anderen Fachbereichen zumindest fit genug sein, um personelle Engpässe und Krisensituationen überbrücken zu können.“ Mara sah nach ihrer kleinen Rede in, nicht gerade glückliche, aber verständnisvolle Gesichter. „Und aus diesem Grund erfolgt die Einteilung wie folgt: Ben ist im Urlaub. Der Glückliche. Elias, ist bei Dr. Ruhland auf der Neuro. Julia, doppelter Klappenersatz mit Prof. Patzelt heute Nachmittag. Bereite dich vor, ich hab keine Zeit für Klagen. Vivi, Labordienst mit Lindner. Und Theresa …“ In diesem Moment sah die junge Fachärztin auf und runzelte die Stirn. Ein Detail war ihr bisher entgangen.

„Wo ist Theresa?“ Elias wurde bei dieser Frage rot um die Ohrenspitzen und Vivi und Julia warfen sich wissende Blicke zu. Mara war verwirrt. „Hallo? Hab ich was verpasst?“ Julia lehnte sich auf den Counter und richtete sich direkt und diskret an Mara. „Naja, in den letzten zwei Wochen, wenn Theresa nicht aufzufinden war – was nebenbei öfter der Fall war – war sie meistens mit einem bestimmten Oberarzt der Onkologie zusammen. Wenn du verstehst was ich meine.“ Wissend hob Mara eine Augenbraue. „Alles klar.“ Sie lehnte sich näher zu Julia, womit ihr Gespräch noch verschwörerischer wirkte. „Und wo finde ich besagten Oberarzt gerade?“ „Dr. Lindner hatte Nachbereitschaft.“ Kam es von Elias, der den Dienstplan checkte. Mara nickte im dankend zu und schnappte sich dann zwei Tablets. „Danke. Ihr wisst alle Bescheid, wenn irgendwas ist, piept mich an, ich habe NA Dienst. Ab heute Nachmittag ist auch Dr. Ahrend wieder erreichbar. Bis dahin versucht bitte so wenig Chaos wie möglich anzurichten. Und bitte bitte, geht Moreau aus dem Weg. Ein Intermezzo mit der Hausdiva steht heute so gar nicht auf meiner Must-Have Liste. Bis dann.“ Mit diesen Worten machte sich die Chirurgin auf in Richtung Bereitschaftsraum.

Die Assistenzärzte blieben am Counter zurück und suchten sich die nötigen Unterlagen für ihren Arbeitstag. „Mara sah richtig erholt aus. Findet ihr nicht?“ Elias schob seine Brille zurecht und sortierte seine Akten. „Stimmt. Ausgeglichen, entspannt und mit sich im Reinen.“ Kommentierte Vivi. „Abwarten, dass ändert sich spätestens, wenn sie Moreau das erste Mal über den Weg läuft. So wie der die letzten Wochen drauf ist, zerreißen sich die zwei in Null Komma nix gegenseitig in der Luft. Was ist eigentlich los mit dem? Der ist ein noch größeres Ekel seitdem Mara so seltsam wegen Lindner drauf war.“ Julia wandte sich an ihre jüngere Kollegin, in der Hoffnung auf Antworten. Diese hob abwehrend die Hände. „Hey, frag mich lieber nach dem Ursprung des Universums, da finde ich eher eine Antwort drauf, als darauf, was in meinem Bruder vorgeht. Das letzte Mal war der so schräg drauf, als Sami zurück nach Algerien gegangen ist.“ Sinnierte sie etwas. Julia und Elias zuckten mit den Schultern und machten sich dann, wie Vivi auch, an ihr Tagwerk.
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