„Weizner … Dr. Mara Weizner!“

von Lizzy91
GeschichteAllgemein / P16
Dr. Marc Lindner Dr. Matteo Moreau Dr. Theresa Koshka OC (Own Character)
05.11.2018
15.07.2019
114
134789
26
Alle Kapitel
262 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Hallo ihr lieben Menschen,
es geht weiter, ich bin gespannt wie ihr darüber denkt. Ich weiß, dass ihr euch etwas anderes vorgestellt habt, aber wir kommen der Sache näher. Versprochen.
Lasst mich wissen was ihr denkt, wie es euch geht und was die Welt so bei euch macht!^^
Viel Liebe
Lizzy!


Theresa saß neben Vivi und Julia auf der Couch im Bereitschaftsraum. Vivi war dabei sich auf eine OP mit Dr. Ruhland vorzubereiten, Julia studierte Fachzeitschriften auf der Suche nach einem guten Aufhänger für ihre Doktorarbeit und Theresa? Theresa hatte einige Patientenakten auf dem Schoss liegen, die sie eigentlich aktualisieren wollte, doch ihre Gedanken waren weit weg vom Bereitschaftsraum oder dem JTK im Allgemeinen. Ihre Gedanken waren bei dem blonden Onkologen.

Sie wusste mittlerweile, dass Marc bei seinem alten Freund und Mentor Dr. Hammerstein untergekommen war. Auf dem alten Bauernhof nahe dem Thüringer Wald konnte er zur Ruhe kommen und sich voll und ganz auf seine Therapie konzentrieren. Dr. Hammerstein hatte sie angerufen als Marc angekommen war. Er versicherte ihr, dass er und sein fachkundiger Kollege sich um ihn kümmern würden und sie sich keine Sorgen machen sollte.

Mit Marc hatte sie nur wenige Worte gewechselt. Er hatte sie gebeten ihm ein wenig Zeit und Freiraum zu lassen. Und so sehr es sie auch schmerzte, sie verstand es und war bereit dieses Los zu akzeptieren. Sie wusste welcher Herausforderung sich der Mann ihres Lebens im Augenblick stellen musste, und konnte seine Grenzen daher akzeptieren. Sie wünschte sich nur, dass auch Mara diese Akzeptanz erreichen könnte.

Doch woher hätte dieses Verständnis auch kommen sollen, wenn Marc ihr nicht erklärte was mit ihm los war. Es war zum Verzweifeln. Wie war sie, Theresa, eigentlich in diese ganze Sache hineingeraten? Wann und wie war sie von der ehrgeizigen, selbstfixierten, fast schon besessenen jungen Assistenzärztin zu diesem Menschen geworden, der sich um andere mehr sorgte als um sich selbst und die eigene Karriere. Und dann fiel ihr ein, dass diese Theresa eigentlich niemand neues war. Diese Theresa gab es schon immer, nur nicht im Klinikum, diese Theresa existierte schon immer, früher daheim, bei ihrer Oma, ihrer Familie. Und heute? Heute bestand ihre Familie aus zwei Menschen, deren eigene Dickköpfigkeit und Kommunikationsunfähigkeit sie immer weiter ins Verderben stürzten.

Genervt schnaubte Theresa, als sie ihre Gedanken zu ordnen versuchte. Scheinbar war diese Geste jedoch lauter als beabsichtigt und zog die Aufmerksamkeit der anderen beiden Ärztinnen auf sich. Julia runzelte die Stirn. „Alles okay bei dir Theresa? Du bist so still.“ Theresa versuchte sich nichts anmerken zu lassen, setze einen genervten Blick auf und verdrehte die Augen. „Was denn? Soll ich euch Frau Grubers Krankenakte laut vorlesen?“ blaffte sie Julia an. Doch ihre langjährige Freundin lies sich nicht so leicht abwimmeln. Auch wenn sie sich lange nicht mehr so nah standen wie einmal, Julia konnte sie immer noch lesen wie ein Buch, wenn sie es denn wollte. „Da ist doch was Theresa, spuck`s schon aus!“ Theresa wollte sich gerade eine, einigermaßen plausible, wenn auch fadenscheinige Ausrede einfallen lassen, als ein abgehetzter Elias den Raum betrat.

„Hey, habt ihr was von Mara gehört?“ wollte er aufgeregt wissen. Julia und Vivi sahen ihn verwirrt an und schüttelten den Kopf. „Hab sie heute noch nicht gesehen, warum?“ fragte Vivi als erste. Elias sah sie endgeistert an. „Ist das euer Ernst? Habt ihr es noch nicht mitbekommen?“ Julia und Vivi schüttelten den Kopf und spiegelten seinen besorgten Gesichtsausdruck. Theresa bemühte sich, sich ihren unwissenden Kollegen anzupassen. Dann begann Elias zu erzählen, der Angriff hatte mittlerweile seine Runde durch den Flurfunk gemacht. Scheinbar hatte aber keiner Bemerkt, dass Mara nicht die einzig Beteiligte war. Wie genau, dass verstand Theresa nicht. Sie vermutete, dass der Patient Herr Freital die Aussage verweigert hatte und Marc schnell genug vom Ort des Geschehens verschwunden war. Vielleicht hatte Prof. Patzelt, nach dem Gespräch mit Theresa, auch absichtlich eine abgespeckte Version in den Fluren verbreiten lassen. Jedenfalls war Theresa im ersten Moment mehr als froh, dass Marc aus der Schusslinie war. Doch ihre Freude währte nicht lange.



Mara hatte sich direkt nach dem Gespräch mit Prof. Patzelt auf den Weg zum Bereitschaftsraum gemacht. Dr. Ahrend hatte ihr mittgeteilt, dass seine Schützlinge gerade ihre Pause gemeinsam verbrachten. Das Wetter sprach gegen ein vergnügliches Treffen im Park oder auf der Dachterrasse, daher führte Maras Weg sie in den Bereitschaftsraum. Getrieben von dem Willen endlich Licht in alles Dunkle zu bringen riss sie die Tür auf und wurde von den entgeisterten Blicken ihrer jungen Kollegen begrüßt. Zwischen Vivi und Julia saß Theresa, Maras Blick fixierte sie sofort und sie wusste, dass die junge Russin wusste weshalb Mara hier war.

„Mensch Mara! Alles okay bei dir?“ Noch bevor Mara reagieren konnte wurde sie von Elias umarmt. Im ersten Moment perplex, erwiderte Mara die Geste in dem sie den um einiges größeren jungen Mann auf den Rück tätschelte. „Ich freu mich ja auch die zu sehen Bährchen, aber seit wann geht denn das Gerücht rum, dass ich auf Körperkontakt zwischen Kollegen stehe?“ Versuchte Mara zu scherzen. „Mann Mara, du musst hier nicht die Coole spielen. Wir haben gehört, was mit deinem Patienten passiert ist. Ist wirklich alles okay bei dir? Das sieht echt nicht gut aus. Hat sich das schon jemand angeschaut?“

Vivi und Julia waren zu ihr und Elias getreten und Vivi beäugte besorgt den Bluterguss, der sich um ihr Auge und auf der Schläfe gebildet hatte. Mara winkte ab. „Hab schon schlimmere Blessuren aus der Sporthalle mitgenommen.“ Keiner von ihnen schien ihr dies abzukaufen. Julia griff nach ihrem Kittelkragen und zog ihn etwas zu Seite, damit legte sie die Würgemale frei. „Gewürgt hat der Mistkerl dich auch noch?“ Sie wirkte schockiert. Mara schob ihre Hand mehr oder weniger sanft von sich und zog den Kragen wieder zurecht. Sie sah Theresa an, die den Blick senkte, als Julia die Vermutung äußerte, die Male kämen von dem übergriffigen Patienten.

In Maras Magengegend machte sich ein dumpfes Gefühl breit. Ihr war unwohl dabei ihre Freunde anzulügen, aber noch unwohler fühlte sie sich dabei über den eigentlichen Verursacher der Verletzungen nachzudenken. Und je länger sie da stand um so stärker wurde der Drang endlich Klarheit zu bekommen. „Leute, mir geht es gut. Ende der Diskussion! Und jetzt muss ich mit Theresa sprechen. Unter vier Augen!“

Während sie sprach straffte sie die Schultern, und verstaute die Hände, in typischer Manier, in den Kitteltaschen. Sie war wieder Dr. Weizner. Die autoritäre, die strenge, die zielorientierte Ärztin. Obwohl Julia, Vivi und Elias verwirrt die Stirn runzelten folgten sie den Anweisungen ihrer Freundin und Vorgesetzten. Einzig Elias drehte sich im Türrahmen nochmals um. „Mara, wenn du noch irgendwas brauchst …“ „Elias! Raus!“ Kam es von Mara, ohne dass sie ihn überhaupt ansah. Ihr Blick war auf Theresa gerichtet. Elias gehorchte und als Mara das Klicken der Tür im Türschloss hörte war sie sich sicher, sie und Theresa waren allein und konnten endlich frei über alles sprechen.
Review schreiben