Krieg der Schatten

von ramui
GeschichteKrimi, Fantasy / P12
Frigga Laufey Loki Odin Sif Thor
04.11.2018
12.07.2019
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Ja es ist fies und irgendwie hinauszögernd, aber Odins Sicht scheint mir  hier wichtig.
Und wer genau liest findet einige Hinweise was bei Loki so passiert ist. Nächste Woche könnt ihr das dann lesen.



Odin


Nachdem er Thor verbannt hatte, war er wütend zurück Richtung Palast geritten. Loki war ihm stumm und reumütig gefolgt. Er hatte dem Jungen fürs erste unter Zimmerarrest gestellt. Um Heimdall und Thors Kameraden würde er sich später noch kümmern. Je näher er allerdings dem Palast kam, desto mehr verraucht seine Zorn und lies ihn erschöpft und voller Reue zurück. Er hatte sich von seiner Wut auf Thors Dummheit leiten lassen und ohne nachzudenken reagiert.
Thor hatte Strafe verdient für seine Taten aber ihn zu verbannen war nicht das richtige. Besonders nicht, da sie jetzt auf einen Krieg zusteuerten. Seine Verbannung würde zu Gerüchten innerhalb des Hofes und auch der anderen Reiche führen und als eines der Idole aller jüngeren und auch vieler älterer Soldaten, würde möglicherweise auch die Moral ihrer Armee unter seiner Strafe leiden.
Zudem hatte Thor sicher in bestem Glauben gehandelt. Er hätte ihn nicht fortschicken, sondern direkt zum Krisenrat mitnehmen sollen, nachdem sie den Tresor verließen. Als Thronfolger, baldiger König hätte er sogar dort sein müssen aber nach der Sache im Tresor war Thor so schnell davon gestürmt, war so wütend gewesen.
Er hatte gehofft Loki könnte seinen Bruder besänftigen aber das war wohl ein Irrtum. Wenigstens hatte sein Jüngster die Weisheit besessen, ihm eine Nachricht zukommen zu lassen. Wenn nur der Bote schneller zu ihm durchgekommen wäre, statt von den Wachen aufgehalten zu werden. Und wenn Heimdall nicht den Bifröst geöffnet hätte. Auch dies war ein Problem. Er würde seinen alten Freund definitiv deswegen bestrafen müssen, nur das wie... Gerade jetzt würden sie Heimdalls Fähigkeiten mehr den je brauchen. Was für ein Dilemma.
Nun denn, ein paar Tage in Armut und in einem so primitiven Land wie Midgard, konnten sicher nicht schaden, um Thors Temperament etwas zu zügeln. Ja, ein paar Tage und dann würde er Thor erlauben zurückzukehren, es sollte kein Problem darstellen sich für diesen Zeitraum eine passable Geschichte auszudenken, um das gemeine Volk zu beruhigen ohne das Gesicht zu verlieren.
Mit etwas Glück fand sich bis dahin auch eine Möglichkeit die Jotunen zu besänftigen. Was auch immer Thor getan hatte, sicher konnte es nicht so schlimm gewesen sein. Die Jotunen hegten seit ihrer Niederlage damals einen Groll gegen sie und es war nicht auszuschließen, das ihre Handlungen den Kampf provoziert hatten. Er würde Loki und die anderen verhören müssen, um genaueres zu erfahren.
Jetzt allerdings musste er sich zuerst Frigga stellen. Etwas, das ihn weit mehr ängstigt als die Aussicht auf einen neuen Krieg.

„Du kannst ihn nicht einfach ohne seine Kräfte, ohne Möglichkeit der Verteidigung und des Schutzes oder Finanzieller Mittel, in ein völlig anderes Reich verbannen! Was hast du dir gedacht Odin? Was soll er dadurch bitte lernen?“ Frigga tobte. Wie nicht anders zu erwarten nachdem sie von Thors Strafe erfuhr. Und sie hat Recht, er hatte es nicht durchdacht, sondern im Zorn gehandelt. Er wusste nicht einmal wo auf Midgard Thor gelandet war aber er war nicht völlig Schutzlos. Heimdall würde über ihn wachen und ihm Bescheid geben falls etwas Ernstes geschehen sollte. Und die Menschen waren nicht so gefährlich. Selbst ohne seine göttlichen Kräfte wäre ihnen Thor problemlos gewachsen.
„Ich weiß Frigga, ich habe in Wut gehandelt. Ich habe nicht wirklich nachgedacht.“ Es bringt nichts sich gegen ihre Anschuldigungen zu verteidigen, es würde sie nur noch wütender machen.
„Du musst ihn zurückholen und mit ihm reden. Von Mann zu Mann.“ Auch das ist wahr, doch vermutlich ist Thor derzeit nicht allzu gut auf ihn zu sprechen, es wäre fraglich ob er zu einem Gespräch bereit wäre. Er weiß auch nicht, ob er selbst bereit ist und wie er reagieren würde.
„Ja und das werde ich aber zuerst soll er Zeit haben nachzudenken und sich zu beruhigen.“ Frigga hält in ihrem aufgebrachten Tun inne und funkelt ihn mit verhärteten Zügen an.
„Wie lange.“ Ihre Stimme ist hart und schneidend und Odin beeilt sich mit seiner Antwort. Nichts ist so furchterregend wie der Zorn einer Frau. Vor allem dann nicht, wenn es die eigene ist.
„Nur ein paar Tage. Es wird ihm zeigen was er alles zu verlieren hat.“ Er kann es nicht leugnen, es ist auch ein wenig seine Schuld, er hatte den Jungen zu sehr verwöhnt. Möglicherweise nahm Thor die Dinge für zu selbstverständlich. Vielleicht fühlte er sich aber auch einfach nur übergangen und wollte zeigen, dass er auch selbst mit einer solchen Situation umzugehen wusste.
„Du hättest ihn gleich zu Anfang in die Besprechung miteinbeziehen sollen. Er dachte seine Heimat in Gefahr und dass du nichts dagegen unternehmen wolltest. Er hatte Angst und sah dies als einzige Möglichkeit Asgard zu schützen.“ Und wieder hatte Frigga einen Punkt.
„Ich weiß, ich hätte ihn nicht von der Sitzung ausschließen sollen. Hätte er gewusst wie wir diesen Vorfall behandeln, wäre er sicher nicht einfach losgestürmt.“ Oder vielleicht wäre er es doch. Thors reden im Observatorium und davor in Jotunheim. Diese Arroganz, dieser Hass und die Mordlust in seinen Augen. Dies war nicht der Junge den er erzogen hatte. Dies war nicht der König den er für Asgard wollte. Diese Kriegslüsternheit, dieses Verlangen nach Kampf und Tod. Es klang zu sehr nach Hela. Zu sehr nach seinem eigenem, alten Ich.
Wie hatte er diesen Zug bei Thor nur nie bemerken können? Seine Berater, zumindest einige davon, hatten recht gehabt. Thor war noch nicht bereit gewesen.

Eine Weile ist es still in ihren Räumen. Erschöpft lässt Odin sich in seinen Sessel fallen und schließt die Augen. Der Tag war lang und wird vermutlich noch länger werden. Neben ihm seufzt Frigga und setzt sich ebenfalls. Auch sie wirkt ausgelaugt und müde. Seit dem Vorfall bei der Krönung war sie auf den Beinen gewesen, um alle Gäste zu beruhigen und Chaos zu vermeiden. Auch war sie dafür zuständig gewesen, die internen Ermittlungen bei ihren ausländischen Würdenträgern durchzuführen und jeden einzelnen unauffällig zu kontrollieren.
„Was ist mit Loki?“ Odin fasst beruhigend ihre Hand und lindert ihre Besorgnis. Loki ging es gut, er war nicht verletzt worden noch scheint er etwas entdeckt zu haben, was ihn möglicherweise beunruhigen könnte. Er war verängstigt, verunsichert und er sorgte sich natürlich um seinen Bruder, war deswegen in Aufruhr aber das war nur zu verständlich.
Er hatte so klein und jung ausgesehen als sie zurückritten, als er ihn in seine Gemächer schickte. Wie damals als Kind, wenn er einen Alptraum hatte und zitternd, mit tränennassem Gesicht Schutz bei seiner Mutter suchte.
„Diese Sache heute. Es wird ihm seine zukünftige Aufgabe nicht leichter machen.“ Erneut seufzt Odin bei Friggas wahren Worten. Die Sache heute würde seine Pläne definitiv schwieriger gestalten. Loki war nun für Jotunheim kein unbeschriebenes Blatt mehr, sondern jemand, der sie angegriffen hatte. Kein guter erster Eindruck. Anderseits schätzen die Jotunen Stärke und Kampfgeist also könnten es genauso gut auch sein, das Loki sich damit unbeabsichtigt etwas Respekt bei ihnen verdient hatte. Die Zeit würde es zeigen.
Das andere ist, das auch Loki keinen guten ersten Eindruck bekam. Nicht das er je einen guten Eindruck über die Jotunen besaß aber es zu hören und es selbst zu erleben, sind völlig verschiedene Dinge. Er hat jetzt gesehen was sie anrichten können. Leibhaftig gesehen wie die Riesen kämpften und zu was sie fähig waren, statt es aus zweiter Hand erzählt zu bekommen. Er hatte ihnen im Kampf auf Leben und Tod gegenübergestanden. Möglicherweise wird er ihnen nun statt als standhafter, entschlossener König, als eingeschüchterter junger Mann gegenübertreten, mit den Bildern der heutigen Ereignisse im Hinterkopf.
Wie auch immer. Die Ereignisse haben den gesamten Zeitplan durcheinandergebracht, er wird alles etwas umorganisieren und den Plan beschleunigen müssen.

Im weiteren Verlauf des Abends wird der unterbrochene Verteidigungsrat zu einem Kriegsrat, bevor er ohne brauchbare Strategie endet. Es gibt noch immer keine neuen Erkenntnisse darüber, wie die Eisriesen hatten eindringen können. Man hatte alle auf Asgard befindlichen Schiffe durchsucht und alle in den letzten Tagen angedockten Frachter überprüft. Die Warnrunen um ihre Welt sind allesamt intakt und zeigen keinen Durchbruch, auch können die Soldaten keine fremden Schiffe ausfindig machen.
Ebenfalls finden sich keine Spuren am Trophäenraum. Abgesehen von den Wachen hatte niemand die Türen passiert und alle Zauber und Runen waren unbeschädigt, unverändert und aktiv. Es war und blieb ein Mysterium. Er lässt die Magier dennoch alle erneuern und verstärken.
Was alle wissen doch keiner laut ausspricht ist dies. Es gibt einen Verräter im Hause Odins. Heimdall bestätigte es aus seiner Überwachung von Thors Gruppe. Natürlich war Laufey nicht dumm genug einen Namen zu nennen.
Es musste jemand sein, der sich hier auskannte, wusste wann die Patrouillen kamen und der in der Lage war, die Zauber so geschickt zu umgehen, dass es unbemerkt blieb. Leider hatte niemand eine Idee wer es sein könnte und vorschnelle Verdächtigungen würden nur zu Misstrauen und Paranoia führen. Diese Sache würde noch lange Zeit für schlaflose Nächte sorgen.
Mit etwas Glück würde die Befragung der drei Krieger, Loki und Sif neue Erkenntnisse bringen. Heimdall konnte auf seine Art sehen und diese unterschied sich von der aller anderen. Womöglich hatten sein Sohn und Thors Freunde etwas bemerkt, etwas gesehen, das ihnen einen Anhaltspunkt liefert. Er wagt es zu bezweifeln aber dennoch muss er es überprüfen.

Der nächste Morgen begann so Chaotisch wie der Abend davor endete. Frigga war noch immer wütend. Sie verstand die Notwendigkeit einer Strafe, fand diese aber dennoch zu hart und ließ ihn ihren Unmut spüren.
Sie war schon früh am Morgen zu Loki gegangen und mit ihm trotz dessen Arrest zum Bifröst aufgebrochen, um sich nach Thors Wohlergehen zu erkundigen.
Er stritt nicht mit ihr und ließ sie machen. Was Lokis Strafe für seinen Teil an ihrer illegalen Grenzüberschreitung anging, so war er vermutlich schon mehr als genug gestraft. Er sah aus als hätte er die ganze Nacht kein Auge zugetan, dunkle Ringe in einem viel zu blassen Gesicht und er schaffte es kaum, ihm zwei Sekunden am Stück in die Augen zu sehen. Angespannt und mit zittrigen Händen saß er bei Tisch. Ängstlich bei jedem an ihn gerichteten Wort zusammenzuckend. Was immer in Jotunheim geschehen sein mochte, schien ihn zu verfolgen, ob er doch etwas bemerkte? Oder aber seine Angst rührt von einem anderen Punkt her und Odin schämt sich, dass dies er selbst ist, sein wütender Ausbruch, seine Verbannung von Thor. Fürchtet Loki seinen Zorn?
Nun, sollten Frigga und Heimdall seine Besorgnis zumindest im Bezug auf Thor ruhig zuerst etwas lindern, bevor er ihn befragte. Er würde sich derweil einzeln mit den anderen Mitgliedern von Thors Truppe unterhalten.

Fandral kam aus den Heilräumen zu ihm. Die Eislanze hatte seine Schulter glatt durchstochen und nur knapp die Lunge verfehlt. Er würde eine Narbe davontragen, sich davon abgesehen jedoch schnell erholen. Die Heiler gaben die Erlaubnis, dass er ihre Räume verlassen konnte, sofern er sich schonte. Volstagg hatte Erfrierungen am Arm erlitten, glücklicherweise waren sie mehr oder weniger oberflächlich geblieben. Die anderen beiden wahren so weit unverletzt, von Schrammen und Prellungen abgesehen.
Ihre Beschreibungen der Situation, sowohl auf Jotunheim als auch davor, decken sich im großen und ganzen.
Thor war wütend gewesen und verzweifelt in dem Wunsch etwas zu unternehmen, da er dachte, niemand sonst würde etwas tun. Oder nicht genug tun. Wie Odin sich dachte, hatte Thor in erster Linie aus Sorge um das Reich gehandelt, welches er in Gefahr sah. Er hatte es gut gemeint aber die falschen Mittel ergriffen und war weit übers Ziel hinausgeschossen. Hatte unüberlegt und planlos gehandelt und dadurch eine kleine Katastrophe verursacht.
Auch bestätigen sie einvernehmlich das Laufey von einem Verräter innerhalb Asgards sprach. Bei diesem Thema schien insbesondere Sif unruhig zu reagieren. Sicher hatten sie sich alle im Verlauf der letzten Stunden ihre Gedanken gemacht und womöglich den ein oder andern Verdacht, doch es gab nichts konkretes. Hogun meinte im Vertrauen, er hätte bevor sie loszogen gesehen, wie Loki mit einer der Wachen flüsterte. Hogun spricht es nicht aus aber es scheint, er würde Loki verdächtigen, etwas damit zu tun gehabt zu haben.
„Ich weiß von der Wache und du solltest meinem Sohn danken, denn nur seinetwegen seid ihr noch am Leben.“ Weißt er ihn scharf zurecht und sofort senkt Hogun beschämt und demütig den Blick.
Die Erklärungen wie es zu dem anschließenden Kampf kam sind dagegen wieder klarer. Sie waren im Begriff zu gehen, als einer der Jotunischen Krieger Thor beleidigte und provozierte. Als Thor sich zur Wehr setzte, nahm Laufey dies als Grund für den Angriff.
Auch dies hatte er sich in dieser oder ähnlicher Form schon gedacht. Laufey hätte vermutlich jeden noch so nichtigen Grund als Entschuldigung für eine Kriegserklärung genutzt. Thors zu diesem Zeitpunkt bereits aufgewühlten Gefühle hatten ihm in die Hände gespielt.
Es machte die Sache nicht besser, geschweige denn Thors Handeln weniger schwerwiegend aber zumindest war es nachvollziehbar. Dennoch, hätte Thor sich zurückgehalten, sein Temperament beherrscht... nun, vermutlich hätte Laufey einen andere Möglichkeit gefunden den Kampf zu beginnen.

Inzwischen sind auch Frigga und Loki wieder zum Palast zurückgekehrt und so lässt er seinen Jüngsten zu sich rufen, um dessen Version zu hören. Von allen ist es bei ihm noch am wahrscheinlichsten dass er etwas bemerkte. Loki war schon immer einer von der aufmerksamen Sorte.
Tatsächlich gibt seine Wiedergabe des Geschehens sehr viel mehr Details preis, als die der anderen. Doch leider neigt Loki wie so häufig zu Übertreibungen. Insbesondere was seine Rolle in dem Versuch, Thor aufzuhalten angeht und wie wenig die anderen in dieser Sache taten. Loki versucht, wie so oft, seine Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen. Eine Eigenschaft die sowohl gut wie auch schlecht ist. Schwer zu sagen woher dieser Charakterzug kam aber vermutlich fühlte er sich im Vergleich zu Thor unterlegen. Er war nie so stark oder beliebt wie sein älterer Bruder gewesen und hatte Thor von jeher bewundert, ja, geradezu vergöttert. Zudem hat er offensichtlich immer noch Angst bestraft zu werden und versuchte daher den befürchteten Ärger von sich abzuwenden. Er würde den Zimmerarrest unverzüglich wieder aufheben, Loki konnte nichts dafür, hatte sogar versucht es zu verhindern und nur dank ihm hatte er es überhaupt erfahren. Nicht auszudenken was hätte geschehen können, wäre er nicht sofort losgeritten um die Gruppe zurückzuholen.
Vorsichtig versucht er noch herauszufinden, ob irgendetwas anderes passiert war. Es war vermutlich eine unbegründete Angst seinerseits, unmöglich das Laufey oder einer der anderen Riesen die Illusion durchschaut hätten und Loki selbst sicher auch nicht. Der Junge hatte keinerlei Bindung an das Land oder die Leute und wäre er berührt worden, so hätte Loki sicher etwas gesagt oder einen Heiler aufgesucht. Dennoch muss er sichergehen.
Sein Sohn sieht verwirrt aus und beginnt angestrengt zu überlegen bevor er in fragendem Ton Nebensächlichkeiten wie das Fehlen von Stadtbewohnern und Bediensteten angibt und sein Verhalten beruhigt Odin. Nein, Loki hatte wirklich nichts von seinem wahren Erbe bemerkt. Und das vermeintliche fehlen von Zivilisten und Bediensteten in Utgard war nicht weiter ungewöhnlich, wenn man bedachte dass die Stadt unterirdisch lag.
Seufzend entlässt Odin ihn und kaum ist er wieder allein mit seinen Gedanken, kommen die Schuldgefühle zurück. Er hätte sich nicht von seiner Wut leiten und Thor anschreien und verbannen sollen aber er war so in Rage gewesen. Und Thors Worte waren so sehr wie Helas gewesen. Für einen kurzen aber entscheidenden Augenblick hatte ihn die Vergangenheit eingeholt und er hatte seine Tochter wieder vor Augen gehabt und als er wieder klar denken konnte, hatte er sein Urteil bereits gesprochen. Jetzt war Frigga wütend auf ihn, Thor mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls, Loki hatte Angst dass ihm das selbe wie seinem Bruder drohen könnte und er selbst schämte sich für seine Unbeherrschtheit.
Nur ein paar Tage, wie er Frigga sagte, damit sein und Thors Temperament etwas abkühlen konnten. Dann würde er ihn zurückholen und sie konnten in Ruhe über alles sprechen.

Thor ging es soweit gut, wie er später erfuhr. Er war in einer der wärmeren, wüstenähnlichen Gegenden Midgards gelandet, in der Nähe einer Stadt. Er war unverletzt und hatte besagte Siedlung vor kurzem erreicht. Mehr fragt er nicht von Heimdall. Details würden nur sein schlechtes Gewissen anheizen und ihn weiter an seiner Entscheidung zweifeln lassen. Er war Thors Vater aber in erster Linie König und ein König durfte nicht wankelmütig sein und musste zu seinen Entscheidungen stehen.
Den Rest des Tages beschäftigt er sich damit, die Herrscher und Fürsten der anderen Reiche zu beschwichtigen und zu verabschieden. Die offizielle Version lautet, das es zwar einen Versuchten Einbruch gab, dieser jedoch frühzeitig gestoppt werden konnte und Thors Krönung auf unbestimmte Zeit verschoben wird, bis diese Sache eindeutig aufgeklärt war. Dass die Diebe es bis zum Tresor schafften und woher sie kamen, blieb unter Verschluss. Leider konnte er nicht verhindern das Thors Handlungen unbemerkt blieben. Zu viele hatten ihn gesehen als er zum und über den Bifröst reiste. Ebenso sahen sie seine Freunde später schwer verwundet zurückkehren. Thor selbst jedoch nicht. Er lies verlauten das Thor auf seine Anweisung hin Nachforschungen anstellte.
Leider machten schnell Gerüchte die Runde, dass Thor nach Jotunheim gereist war, dass es die Jotunen waren die einbrachen und somit den Friedensvertrag brachen. Andere handeln davon, dass es Thor war, der den Riesen den Krieg erklärte. Beides ist wahr, doch auch wenn der Diebstahl beunruhigend und eine eindeutige Provokation war, so waren es Thors Taten die letztlich zum dem hier führten. Hätte der Junge sich beherrscht, oder wäre gar nicht erst, entgegen seiner Anordnungen, nach Jotunheim gereist, so hätte Laufey keinen Grund für seine Kriegserklärung gefunden. Asgard war Verteidiger, nicht Angreifer. Sollten die wahren Umstände zu Tage kommen, könnte dies Asgards Ruf und Stellung vor den anderen Welten empfindlich schwächen. Von Thors Ansehen ganz zu schweigen.
Viele fürchten einen neuen Krieg. Sie sind beunruhigt und unsicher. Die jüngeren, sterblichen Völker kennen den letzten großen Krieg nur aus Büchern und Geschichten, doch unter den Unsterblichen gibt es mehr als genug, die ihn und seine Schrecken, selbst erlebt haben. Und auch wenn die Jotunen geschwächt und abgeriegelt waren, blieb die Sorge sie könnten ihre Grenzen überwinden, wie sie es früher bereits taten. Diesmal jedoch in größere Zahl und Stärke.
Innerhalb der Reihen von Asgards Soldaten und Kriegern stößt die Kriegsdrohung zu seiner Bestürzung auf teils große Vorfreude. Die alten Kämpfer hegen zum einen noch immer tiefen Groll und Abscheu auf die Eisriesen, zum anderen sind ihre Erinnerungen verklärt von Ruhm und Ehre und die Jüngern sind, aufgestachelt von den Geschichten ruhmreicher Schlachten, wild sich selbst im Kampf zu beweisen und sich einen Namen zu machen.
Er wird so schnell wie möglich nach Wegen suchen müssen, mit Laufey in Verhandlung zu treten und gleichzeitig muss unverzüglich damit begonnen werden, alles für die Machtübernahme durch seinen Sohn Loki vorzubereiten. Mit etwas Glück konnten sie Laufey noch einige Jahre ruhigstellen aber je schneller sie Jotunheim unter ihre Kontrolle brachten, desto besser.

Während er erschöpft und mit sich ankündigenden Kopfschmerzen durch die Hallen zu seinen Gemächern wandert, überkommt ihn urplötzlich eine ungute Vorahnung. Nein, mehr als das. Es ist eine irrationale Angst, welche plötzlich durch ihn rast und ihn eine neue Richtung einschlagen lässt. Etwas von dem er nicht erklären kann woher es kommt und das ihn zum Tresorraum zieht. Er wünschte er hätte Gungier bei sich, um sich beruhigen zu können. Um zu wissen, ob eins der Stücke im Tresor berührt worden war. Eines im besonderen. Verstreute Teile ohne Zusammenhang scheinen plötzlich einen schrecklichen Sinn zu ergeben.
Jotunen im Palast. Thor und Loki in Jotunheim. Die Urne, der Krieg, ein Verräter...  Dies ist die alte Angst die ihn begleitet, seit er Loki als seinen Sohn aufnahm. Dass der Junge es irgendwann herausfinden und in seiner Panik etwas dummes tun könnte. Jetzt, in diesem Moment, hat er das Gefühl, das genau das geschieht und so läuft er hinab zum Trophäenraum.
Es gibt keinen Alarm. Alles ist ruhig, die Türen verschlossen, die Zauber und Runen aktiv. Aber wie er seit kurzem weiß, bedeutet dies nicht allzu viel.
Er atmet tief durch, dann stößt er die Türen auf und betritt die Kammer. Nichts.
Der Raum wurde gereinigt, die Toten entfernt und alles ist wieder in bester Ordnung. Alle Relikte stehen unangetastet an ihren Plätzen. Still und aufmerksam geht er die Treppe hinab in den unteren Bereich, wo sich die Urne befindet.
Das Gefühl der Gefahr in der Luft, verschwindet nicht aber er kann nichts entdecken dass es rechtfertigen würde. Niemand außer ihm ist hier, alles steht an seinem Platz, es gab kein Zeichen für ein eindringen und auch der Destroyer ist nicht aktiv geworden. Der Raum ist still, bis auf seinen Atem und das leise Knistern und Zischen der ewigen Flamme Muspelheims.
Das Licht der Urne flackert über die Wände und die Decke, täuscht Bewegung vor wo keine ist. Er fühlt sich von unsichtbaren Augen beobachtet.
Erneut atmet er scharf ein, beruhigt sich. Das Wissen, welches bis vor einem Moment klar in seinem Verstand war, verflüchtigte sich wieder. Ergab plötzlich keinen Sinn mehr. Es war nur ein dummes Gefühl, entstanden aus der Aufregung und Hektik der letzten zwei Tage. Es waren Stress und Paranoia ohne nachvollziehbaren Grund. Dennoch...
Festen Schrittes verlässt er die Kammer wieder, kehrt nach oben zurück und hält auf Lokis Räume zu. Er wirkt einen Illusionszauber, etwas, von dem nicht viele wissen das er es überhaupt kann. Nur wenige haben Kenntnis von seinen magischen Fähigkeiten, da er sie nur überaus selten einzusetzen pflegte. Unsichtbar betritt er die Räume seines Sohnes. Loki liegt auf seinem Bett, noch halb angezogen, und schläft tief und fest.
Erleichterung durchströmt ihn und endlich verschwindet das Gefühl der Gefahr. Er entspannt sich ein wenig, bevor er sich wieder strafft und sich auf den Weg zu seinen eigenen Gemächern und zu Frigga macht. Es wurde Zeit die Dinge in Bewegung zu bringen.




XXXX






Hat sich hier schon mal jemand gefragt a) woher wusste Odin das Loki da unten im Tresor war und b) wie kam er so schnell da runter? So wie man gesehen hat ist es ein sehr tief gelegener, stark abgegrenzter Raum, der nur durch eine lange, freischwebende Brücke erreicht werden kann.
Odin sah nicht so aus als ob er außer Puste wäre also musste er gewusst haben, das Loki dort unten sein würde, schon bevor dieser die Hände an der Urne hatte.
Das oder Loki hat extra so lange gewartet bis Odin reinkam.
Ich glaub auch nicht das diese großen Türen alles sind was da zur Sicherung des Tresors vorhanden ist. Wäre ja schön blöd wenn da jeder einfach so reingehen könnte. Bestimmt gibt’s da so was sie die Energiebarrieren in den Kerkern. Oder eine Art magischen Netzhautscanner um unbefugte draußen zu halten.
Und einen Alarm wenn einer betritt, was anfasst und vor allem wenn jemand was hochhebt.
Selbst der Direktor der Bank kann nicht einfach nach belieben in den Tresor rein und raus. Er muss das auch melden und wird von Kameras aufgezeichnet.
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