Krieg der Schatten

von ramui
GeschichteKrimi, Fantasy / P12
Frigga Laufey Loki Odin Sif Thor
04.11.2018
01.01.2020
70
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Odin


Sein Vater hatte ihnen Geschichten erzählt. Über die Kriege die er führte. Schlachten die geschlagen wurden und Heldentaten die er begangen hatte.
Er hatte ihnen auch von seinen Kriegen gegen die Jotunen erzählt und darin waren sie kaum mehr als barbarische Wilde, die Halbnackt in den Kampf zogen, mit nichts bedeckt als Eis und Fetzen von Leder und grünem Stein.
Das sie keine richtigen Waffen führen würden, sondern auch diese aus Eis formten. Knüppel, Keulen und schartige Klingen.
Sein Vater Bor erzählte davon, wie sie in andere Länder, Länder die Asgard zustanden, eindrangen und dort nichts als eine leere, gefrorene Wüste hinterließen, nachdem sie sich alles genommen hatte, was sie finden konnten. Erzählte von seinen kämpfen und davon, wie er letztlich ihre Welt betrat und sie dort endgültig zu besiegen trachtete.
Er erzählte, davon, wie stark und gefährlich sie waren. Wie unerbittlich im Kampf und tödlich wenn sie einen nur berührten.
Wenn Odin ihn fragte, warum er sie nicht unterworfen hatte oder einfach auslöschte, dann wurde Bors Gesicht hart und angespannt.
Die einzige Antwort die er bekam, lautete, ihre Welt ist wertlos. Nichts als ein karger, unfruchtbarer Flecken Land. Es war die Mühe nicht wert.
Damals waren Odin und seine Brüder noch Kinder und diese Antworten genug um sie zu befriedigen. Als sie älter wurden änderte es sich und dann kam der Tag, als Odin selbst zum ersten mal einem der Eisriesen gegenüberstand.

Es kam immer wieder vor, das sie auftauchten. Kleine und große Truppenverbände, die plötzlich in einem Strahl blauer Energie erschienen. Um zu plündern und zu morden. Auch wenn manchmal etwas anders behauptet wurde.
Es spielte im Grunde keine Rolle. Bor hatte einst verfügt, das sie ihre Welt nicht verlassen durften und sie widersetzten sich seinem Befehl. Immer und immer wieder. Sie hatten keinen Respekt vor seines Vaters Wort.
Wann immer irgendwo eine Truppe von diesen Monstern auftauchte, wurde sogleich eine Einheit ausgesandt um sie zurückzuschlagen. Meistens gelang es, wenn auch mit Verlusten. Manchmal kehrten die Soldaten jedoch nicht zurück. Nicht einer.
Als Odin alt genug war, zog er mir ihnen. Er konnte es sich schon lebhaft vorstellen. Wie er und die anderen die Jotunen vertrieben. Der Stolz seines Vaters, wenn er davon hörte, wie er eigenhändig die Monster erschlagen hatte, die staunenden Augen seiner beiden Brüder, wie sie zu ihm aufsehen würden.
Als sie eintrafen, waren die Jotunen direkt vor ihnen. Riesig und blau und kalt. Es war das erste mal das er sie sah. Er gab dem Pferd die Sporen und stürmte vor, die anderen direkt hinter ihm, das Schwert zum tödlichen Schlag erhoben. Er hätte den ersten umgeritten und erschlagen und im Lauf noch den nächsten zu Fall gebracht. Er hätte, wenn der Jotune nicht ausgewichen wäre und seinerseits mit einer frostigen Klinge den Nacken des Pferds mit einem Schlag gebrochen hätte.
Der Rest des Kampfes war Blut und Schreie und reiner Überlebensinstinkt.
Als sie zurück nach Asgard kamen und er vor seinem Vater stand, sah dieser mit Stolz auf seinen Sohn und erklärte, das Odin nun ein wahrer Mann und Krieger sei. Odin selbst lächelte, während seine Hände noch immer zitterten.
Bor hatte gesagt, das die Jotunen stark und gefährlich waren aber er hatte bis zu diesem Moment nicht gewusst, wie sehr das zutraf.

Als Bor alt wurde und schließlich in der Schlacht starb und er den Thron bestieg, war er einer der mächtigsten Krieger des Reiches. Und er schwor, dass er jede Bedrohung im Keim ersticken, jeden Feind erschlagen und alle Welten unter sich vereinen würde. Es war ihm egal was es kostete und als Vili und Ve starben, vergoss er keine Träne über sie. Ihr Tod war Ehrenhaft im Kampf und ihre Opfer notwendig um seine Macht zu stärken.
Mit diesem seinem Schwur erzog er auch seine Tochter und sie wurde eine der tödlichsten Kämpferinnen Asgards. Unaufhaltsam und keinen Kampf fürchtend. Doch bald schon zeigte sich, dass sie nicht nur gegen den Feind grausam und skrupellos war.
Sie griff Freunde und Verbündete genauso an, wie sie Feinde anging. Jeder der auch nur ein Falsches Wort sagte, musste sie fürchten. Sie war Wahnsinnig in ihrem Blutdurst und ihre Truppen standen ihr in nichts nach. Ganze Völker wurden ausradiert, ganze Welten einfach vernichtet. Die Reiche schriehen auf in ihrem Schmerz und in ihrer Verzweiflung entfachte sich ein Krieg über das gesamte Universum hinweg.
Die Erkenntnis, dass seine Tochter zu einer gewissenlosen Bestie geworden war, war furchtbar, aber töten wollte er sie nicht, also verbannte er sie ins Zwischenreich und tilgte jedes Wort über sie aus der Geschichte.
Nach dieser Tat sah er das Reich in einem neuen Licht und was er sah, war scheußlich. Asgard selbst war reich und mächtig doch die anderen Reiche waren es kaum. An allen Ecken und Enden herrschte Krieg und Rebellion. Hass, Misstrauen und Furcht regierten.
Odin veränderte Asgars Platz im Universum, von einem Eroberungsreich, zu einem, das den Frieden sichern und bewahren würde. Asgard würde fortan als Beschützer dienen und die Ordnung aufrechterhalten. Frieden war der Weg die Welten zu einen, das erkannte er nun.
Dann, viele Jahrhunderte später, lernte er Frigga kennen und ihre Sanftmut und Liebe zogen ihn in seinen Bann. Sie war eine Perfekte Königin und vor allem war sie in der Lage, seine kriegerische Art zu bändigen. Noch viel später würde Thor geboren werden und Odin würde schwören, das er ihm das richtige Maß lehren würde. Ein Krieger, ja. Aber einer, der Grenzen kannte.

Als Odin Asgard zum Bewahrer von Recht und Ordnung ausrufen ließ, stellte er es sich leichter vor. Leider schienen nicht alle Völker und Gruppierungen mit Asgars Herrschaft einverstanden zu sein.
Früher hätte er einfach die Soldaten geschickt und ein Exempel an jedem einzelnen statuiert. Jetzt konnte er das nicht mehr tun.
Eine ganzes Dorf auslöschen, weil eine Handvoll gegen ihn rebellierte? Das war nicht die Art wie ein Friedensbewahrer zu handeln hatte.
Auf einer gewissen Ebene konnte Odin sie verstehen. Asgard hatte ihre Reiche mit Gewalt erobert und Tausende von Jahren unterdrückt. Ihr Hass war zu verständlich.
Aber er konnte die Herrschaft auch nicht einfach so wieder abgeben. Was dachten diese Leute, was passieren würde? Chaos, Panik, Bürgerkriege. Kämpfe wer die neue Machtposition nun füllen würde, da Asgard fort war. Und im Kielwasser dieser Machtkämpfe würden die Völker unter Hunger, Armut und Krankheit leiden.
Also schickte er Truppen und versuchte die Ordnung auf weniger drastische Weise wiederherzustellen. Mit mäßigem Erfolg.
Und auch seine eigenen Landsleute waren alles andere als angetan von diesem neuen Weg. Die Krieger wollten kämpfen. Sie wollten blutige Schlachten schlagen und Ruhm ernten. Gold und Juwelen an sich reißen und Frauen, die sich demütig vor ihre Füße warfen.
In der Anfangszeit gab es noch viele Kämpfe und so waren die Krieger beschäftigt aber je mehr Zeit verstrich, desto schlimmer wurde es mit ihnen.
Die Jotunen schlugen vermehrt in die Wunde der Rebellion und heizten den Widerstand an. Nutzten jeden Krisenherd aus, um sich selbst zu bereichern. Eine Bedrohung, die immer wieder auftauchte, bekämpft und zurückgedrängt werden musste. Ein schwelender Konflikt, der sich zu einem Brand ausbreitete.
Versuche der Verhandlung schlugen fehl. Die Jotunen waren unwillig sich Asgards Rechtssystem zu beugen. Zumindest jedoch hielten sie die Krieger beschäftigt.
Dann griffen sie Midgard an. Eine kleine, unbedeutende Welt am Rande des Reiches. Es war die Lösung all seiner Probleme.

Die Truppen zogen in den Krieg. Der Bifröst brachte sie punktgenau zur feindlichen Streitmacht der Jotunen. Einen Moment standen sich die Heere gegenüber. Stille herrschte, als sie sich gegenseitig beäugten.
Odin an der Spitze seiner Truppen starrte hinüber zum Anführer der Jotunen. Laufey. Es war schwer in der Dunkelheit der Nacht und im Rauch der Feuer etwas zu erkennen, aber Laufey ragte heraus.
Seine glühend roten Augen starrten zurück. In seinen Händen hielt er eine Schatulle blauen Lichts und reiner Energie. Die Quelle ihrer Macht.
Dann gingen die Heere aufeinander los. Die Einherjar, welchen so lange untersagt worden war, zu kämpfen, preschten vor. Dies war ihre Stunde des Ruhms. Sie würden als Helden zu ihren Familien zurückkehren oder als Helden nach Walhalla auffahren. Es würde Lieder über ihren Sieg geben und große Epen über die Schlacht.
Sie würden die Riesentöter genannt werden und man würde zu ihnen in Ehrfurcht aufsehen.
Wenn sie zurückkehrten. Denn bald mussten Odin und seine Generäle feststellen, dass sie die Jotunische Armee unterschätzt hatten.
All die Angriffe der Eisriesen, die sie bisher zurückgeschlagen hatten, wirkten wie Balgereien. Odin musste erkennen, dass dies hier nicht nur ein Truppenverband war, es war ein voll ausgebildetes Heer mit schweren Waffen und brüllenden Bestien, auf denen sie ritten.
Zum ersten mal hatte seine Armee es mit einem wahrhaftig ebenbürtigen Gegner zu tun. Zum ersten mal musste Odin sich die Frage stellen, was tun, wenn sie verlören.
Er drängte diesen Gedanken weit nach hinten. Asgards Armeen bestanden aus mehr als nur dieser Handvoll Krieger. Er schickte die Botschaft an Heimdall und bald schon hatten sie Verstärkung.

Die Tage zogen sich dahin und wurden zu Wochen und zu Monaten. Noch immer gab es Kämpfe aber langsam begann die Jotunen sich zurückzuziehen. Sie flüchteten in ihr eigenes Reich zurück und die Einherjar brüllten im Triumph.
Die Toten wurden ehrenvoll bestattet und ein Siegesfest ausgerichtet. Die Rebellionen in den Anderen Reichen waren weniger geworden, als sie sich durch die Nachricht eines Eroberungsfeldzug der Jotunen bedroht sahen. Sie mochten Asgards Herrschaft nicht aber die Angst davor, von diesen Bestien aus Eis und Schnee angegriffen zu werden, war ungleich größer. Zu Anfang gab es Widerstand. Nicht alle schienen den Jotunen negativ gegenüberzustehen, was seltsam anmutete, doch Odin hatte ihre Angst genährt und gleichzeitig ihre Sorgen damit beschwichtigt, das Asgards Truppen sie schützen würden.
Nun jubelte das Volk über ihren Sieg und Geschichten begannen die Runde zu machen.

„Worüber grübelst du Odin, warum feierst du nicht mit ihnen trinkst auf den Sieg?“ Seufzend rieb Odin sich die Augen und wand sich seiner Frau Frigga zu, die neben ihm saß. Um sie herum das Grölen der Einherjar.
„Der Sieg auf Midgard. Es war zu leicht.“ Er wusste nicht, woran es lag, wie er darauf kam aber es schwebte seit geraumer Zeit in seinem Hinterkopf.
„Weniger als die Hälfte der Krieger, die du nahmst, ist zurückgekehrt. Heimdall erzählte von gewaltigen Schlachtengetümmeln und unbarmherzigen Kämpfen.“ Natürlich verstand Frigga es nicht, keiner verstand diesen Zweifel in ihm. Nichtmal er selbst.
„Ja. Aber dennoch. Ich glaube nicht, dass das alles war, was die Eisriesen aufzubieten haben. Ich fürchte, dass es nur ein Test war und ihre wahre Macht nur darauf wartet zuzuschlagen.“ Eine Zeit lang war es still zwischen den beiden. Um sie herum tobte noch immer die Feier. Keiner achtete auf das Königspaar. Dann ergriff Frigga wieder das Wort.
„Du musst einen Abgesandten schicken, um mit ihrem König zu verhandeln. Bors Vertrag mit ihnen ist alt und wird nicht respektiert, du wirst einen neuen aushandeln müssen.“ Da war er wieder. Sein Vater Bor, der mächtige König. Der, der die Dunkelelfen besiegt und ausgelöscht hatte, der die Jotunen besiegt und verbannt hatte. Aber stimmte das? Odin erinnerte sich an die Geschichten darüber, aber er erinnerte sich auch an den harten Ausdruck in Bors Gesicht, wenn er nachfragte, warum er sie nicht unterworfen hatte.
„Durchaus aber... ihr König, Laufey. Er hat etwas vor.“ Dieser Blick voll von Berechnung. Voll von Wut und Verachtung. Laufey plante etwas, das war sicher.
„Dann verhindere es.“ Friggas Hand auf seiner holte in zurück in die Realität.
„Das werde ich meine Königin. Ich werde die Eisriesen zurück in ihre Schranken weisen oder vielleicht sogar schaffen, was meinem Vater versagt war und die Bedrohung endgültig aus diesem Universum tilgen.“
„Odin! Du klingst wie damals, du weißt, was das bedeuteten würde.“ Entsetzt und wütend hisste Frigga auf.
„Ich fürchte, ich habe keine andere Wahl. Du hast sie nicht gesehen, Du warst nicht dabei als wir gekämpft haben. Es sind Monster. Wer weiß schon, wie lange sie sich an einen neuen Vertrag halten würden. Was wenn sie irgendwann wieder angreifen und Thor nicht stark genug ist? Was, wenn sie nach Asgard kommen?“ Was wäre wenn....  Er hatte geschworen Frieden in alle Reiche zu bringen. Wenn das bedeutete das er eines, das sich nicht einfügen wollte, den Frieden störte und für immer und alle eine Gefahr darstellen würde, auslöschen musste, dann sei es so. Er würde das Übel an der Wurzel herausreißen und ins Feuer werfen. Zum Wohle aller anderen. Zum Wohle seines so unschuldigen Sohnes.
„Im Moment haben wir die Stärke aller Welten hinter uns vereint und Asgard ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Es wird das letzte mal sein, ich verspreche es.“




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Über Bor ist nicht viel bekannt. (Über Hela auch nicht wirklich aber mehr als über Bor)
Das einzige was man sicher weiß ist, das er Odins Vater war, das er die Dunkelelfen platt gemacht hat, zumindest glaubte man das, was sich dann ja als etwas übertrieben herausstelle, als die plötzlich wieder auftauchten und Stunk machten.
Und das es da eine riesige Statue von ihm gab, die Thor mit einem geklauten Raumschiff geköpft hat.
Was ich allerdings sagen kann ist, das der Typ ein Monster war. Odin erzählt Jane das die Dunkelelfen das Universum verdunkeln wollten. Ist Scheiße. Sein Vater Bor hat sie besiegt. Super. Wie hat ers getan? Er hatte alle umgebracht...
Und mit alle sind wirklich alle gemeint denn es gibt laut Odin keine Dunkelelfen mehr. Also nicht nur den Anführer und seine Soldaten. Nicht nur die Armee.
Alle. Zivilisten, Handwerker, Landarbeiter, Frauen und Kinder. Alle. Die ganze Spezies.
Bor ist ein Völkermörder und sowohl Odin als auch Thor scheinen das völlig in Ordnung zu finden und bewundern es auch noch.
Ich glaube nicht das Thor ihn persönlich gekannt hat. Hela vielleicht, aber Thor eher nicht.
Über Odins Brüder ist auch nicht viel bekannt, nur das es sie gegeben hat und sie sich in irgendeinem Krieg opferten um Odin zu retten, welcher dann ihre Kraft in sich aufnahm um stärker zu werden.
Arschlochfamilie.
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