Krieg der Schatten

von ramui
GeschichteKrimi, Fantasy / P12
Frigga Laufey Loki Odin Sif Thor
04.11.2018
01.01.2020
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Odin


Er wusste nicht was er erwartet hatte.
Als er das Kind fand, sah er darin eine Möglichkeit des dauerhaften Friedens. Die Chance, das Volk der Eisriesen zu bändigen und in sein Reich einzugliedern.
Vermutlich hatte er mehr Probleme mit dem Kind, mit Loki, erwartet. Lange Zeit hatte er immer die Befürchtung, die Sorge im Hinterkopf, das seine wahre Natur durchbrechen könnte. Er wusste nur wenig über die Jotunen, noch weniger von den Eigenarten ihrer Kinder aber Loki war kaum anders als ein Asisches Kind. Und er hatte begonnen ihn tatsächlich als seinen Sohn zu betrachten.
Natürlich gab es einige Schwierigkeiten aber nichts dramatisches. Loki sah aus wie ein Ase, redete wie ein Ase und benahm sich wie ein Ase. Er war Hitzeempfindlicher, mied die Sonne und hatte eine Vorliebe für blutiges Fleisch aber das stellte keine allzu großen Schwierigkeiten dar.
Einzig die Sache mit den Schuhen hatte für Stirnrunzeln gesorgt aber nach einigen strengen Gesprächen und einem Vortrag über angemessenes Benehmen, war auch das geklärt.
Davon abgesehen verhielt er sich tadellos.
Loki war ein Erfolg auf ganzer Linie. Sein Sohn konnte stolz auf sich sein. Wenn die Zeit eines Tages gekommen wäre, dass er den Thron von Jotunheim bestieg, würde eine neue Ära in ihrem eisigen Reich anbrechen und die grausamen alten Lehren würden durch die ehrenvollen und noblen ersetzt werden, die Loki unter seiner behütenden Hand gelernt hatte.
Unter der Führung seines Sohnes würden die Jotunen endlich zu zivilisierten Leuten werden.
Nicht das die Jotunen in irgendeiner weise Primitiv waren. Oh nein, das ganz sicher nicht. Sie mochten Monströs, Barbarisch und Blutrünstig sein aber dumm oder unterentwickelt waren sie nicht und das war vermutlich das gefährlichste an ihnen.
Ihre Technologie und Baukunst waren hochentwickelt und Asgard ebenbürtig in ihrer Stärke, wie er schmerzhaft feststellen musste.
Laufeys taktisches Geschick stand dem seinem in nichts nach. Der Ausfall aus der Stadt, nach dem er und seine Truppe den Palast gestürmt hatten.... Laufey hatte mit dieser Möglichkeit gerechnet und einen Weg gefunden, wie er selbst aus Hel heraus die Truppen Asgards noch hätte vernichten können. Und mit der Vernichtung von Asgards Truppen hätte er alle neun Reiche ins Chaos gestürzt. Widerwillig musste Odin ihm Respekt für diesen Schachzug zollen.
Gleichzeitig waren sie kaum mehr als Wilde, die halbnackt herumliefen. Sie trugen weder Rüstungen noch ordentliche Waffen. Nur Eis bedeckte ihre Körper zum Schutz und zum Kämpfen.
Sie ehrten die Toten nicht. Nicht die ihrer Feinde und auch nicht ihre eigenen. Sie schienen sie nicht mal zu betrauern, sondern fraßen die Leichen wie Tiere.
Sie gaben Blutopfer an irgendwelche obskuren Götter. Auch ihre eigenen Kinder.
Laufey selbst war bereit gewesen seinen Erstgeborenen zu morden, um einen Sieg zu erringen und sprach es ohne Reue in Odins Gesicht. Aber das Kind lebte noch und wenn es soweit war, würde Loki Laufey ersetzten und diese furchtbaren Praktiken abschaffen.

Thor und Loki waren beinahe unzertrennlich. Wo der eine war, war der andere nicht weit. Thor kam ganz nach ihm. Stark, Selbstbewusst und ohne Furcht. Er war wie ein Sturm. Wild und aufbrausend. Bereit jede noch so verrückte Herausforderung anzunehmen und sich furchtlos jedem Kampf stellend.
Loki war wie ein Schatten. Leise und nachdenklich. Er schlich geradezu durch den Palast und erschreckte regelmäßig die Dienerschaft wenn er plötzlich hinter irgendeiner Tür hervorsprang.
Odin selbst hatte schon den ein oder anderen beinahe Herzinfarkt bekommen, als der Junge scheinbar aus dem Nichts hinter einer Vase oder Säule hervorgesprungen kam.
Thor wurde von all seinen Lehrern in praktischen Fächern und dem Faustkampf im besonderen, in höchsten Tönen gelobt. Jeder sagte, dass er eines Tages einer der besten Krieger Asgards werden würde. Auch wurde er von jeder Gruppe sogleich als Anführer angenommen und machte sich schnell Freunde. Er hatte Charisma und das nicht zu knapp. Allerdings tat er sich mit den theoretischen Fächern oft schwer, weil er einfach nie stillsitzen konnte.
Loki war praktisch das Gegenteil. Er tat sich schwer mit dem Kampfunterricht, was zum großen Teil an seiner schmächtigen Statur lag. Die anderen Jungs waren alle weit kräftiger gebaut aber Loki war schnell und wendig. Er lies seine Gegner ins leere laufen und wartet ab, bis sie erschöpft waren und sich eine gute Gelegenheit bot.
Eine schlaue Taktik um einen scheinbaren Nachteil auszugleichen.
Der theoretische Unterricht lag dem Jungen weit mehr. Er saugte das Wissen auf wie ein Schwamm und Thor, der manchmal Probleme hatte einen bestimmten Sachverhalt zu verstehen oder eine Rechenaufgabe zu lösen, bat ihn häufig, ihm das ganze noch einmal zu erklären. Manchmal, wenn Odin dem Unterricht still beiwohnte, um die Fortschritte seiner Jungen zu sehen, war er überrascht wie einfach und verständlich Loki etwas erklären konnte. Er hatte eine Begabung was das Reden anging und schaffte es mit den Fantasievollsten Beispielen, die komplexesten Dinge auf den Nenner zu bringen.
Er half Thor immer wenn dieser etwas nicht verstand und oft genug und zum Ärger ihrer Lehrer, lies er seinen Bruder auch heimlich abschreiben. Odin sollte das missbilligen, immerhin musste Thor diese Dinge auch alleine können wenn er irgendwann König sein sollte aber anderseits unterstützte er dieses hilfsbereite Verhalten.

Heute war Odin nicht König. Heute war er nur Vater und seine Söhne waren überglücklich. Es kam zu selten vor dass sie einen ganzen Tag mit ihrem Vater verbringen konnten. Das Königreich ging immer vor. Aber heute nicht. Zumindest nicht offiziell.
Er machte einen Ausflug in die Stadt mit den beide Jungs. Es war das erste mal dass sie dort waren, es wurde Zeit, dass sie mehr von Asgard sahen. Bisher waren der Palast und die ihn umgebenden Gärten und Arenen ihre Welt gewesen. Selten waren sie in den wohlhabenderen Vierteln mit Frigga unterwegs gewesen. Und natürlich die Gruppenexkursionen in die Berge und Wälder hinter der Stadt, wo sie mit ihrem Lehrer Leif Magnuson lernten, in der Natur zu überleben, zu jagen und zu fischen und wie man mit anderen zusammenarbeitete und kämpfte.
Jetzt waren sie zum ersten mal in der Stadt, wo hunderte von Asen auf einem Fleck waren und der Lärm der Gespräche sie umtoste. Odin wanderte mit ihnen durch die großen Markthallen, wo hunderte verschiedener Gemüse und Fleischsorten, aus allen Teilen des Reiches verkauft wurden. Die Menge teilte sich in Ehrfurcht vor ihm und seinen beiden Söhnen.
Schnell verloren die zwei ihre Angst und rannte voraus um sich alles was auch nur ansatzweise interessant aussah anzusehen. Bisher kannten sie Essen nur als fertige Mahlzeit, die von den Dienern an den Tisch gebracht wurde oder als Karnickel, das sie ohne weitere Zubereitung einfach über das Feuer hängten. Hier gab es Obst und Gemüse in allen Formen und Farben. Ganze Ochsen und gigantische Bilgenschweine, fünfmal so groß wie Thor. Zu sehen wie gewaltig das Tier war, von dem sie erst gestern gegessen hatten, würde ihnen ein ganz neues Verständnis dafür verschaffen.
Sie gingen weiter zu den Stoffhändlern und Schmuckverkäufern. Den Waffen- und Rüstungsschmieden und den Händlern für billigen Tand. Überall gab es Dinge zu bestaunen und während Thor und Loki beschäftigt waren, schritt Odin ehrfurchtgebietend durch die Menge, zeigte sein Gefallen zu dem geschäftigem Treiben und nickte den Bürgern wohlwollend zu.
„Werden die Sachen alle mit dem Bifröst hergebracht Vater?“ Odin stockte und runzelte die Stirn. Dann fing er sich wieder und lächelte Loki an als er ihm mit einem Nein antwortete.
„So viele Waren über den Biefröst zu transportieren wäre ein viel zu großer Aufwand, wir lassen sie mit den Raumschiffen einfliegen. Große Frachter, die fast jeden Tag von überall her kommen.“ Auf Thors Wunsch hin, die Frachter anzusehen, muss Odin schmunzeln und vertröstet ihn auf einen anderen Tag.

Magie. Loki hatte angeborene magische Fähigkeiten wie Frigga ihm heute mitgeteilt hatte. So etwas war selten und würde einige Dinge erklären. Und andere Dinge würden sich damit kaschieren lassen. Außerdem bedeutete es, das Loki eher ein Gelehrter oder ein Verteidiger, als ein Krieger werden würde, was definitiv ein Vorteil war. In jedem Fall waren es großartige Neuigkeiten.
Magier waren Heiler und Unterstützer, keine Frontkämpfer. Sie verstärkten die Fähigkeiten der anderen in ihrer Umgebung und waren im Falle eines Rückzugs für die Verteidigung und Deckung zuständig. Loki würde seinen Bruder also in Zukunft nicht nur mit Wissen unterstützen, sondern auch mit Magie. Es war wahrlich eine ideale Konstellation wie er selbst sie nicht besser hätte planen können.
Ah, aber sie würden die Bannrunen überprüfen und verschleiern müssen, damit Loki sie später nicht bemerkte oder versehentlich löste. Wegen der Illusion an sich musste man sich wohl keine Sorgen machen. Die Magie war über die Jahrzehnte so stark in seinen Körper eingesickert, dass sie ein fester Bestandteil seines Selbst geworden war. Wie eine unsichtbare Tätowierung.
Als sie später am Abend alle zusammenkamen um zu Abend zu essen, war Lokis Magie das einzige Gesprächsthema. Der Junge war Feuer und Flamme und malte sich schon jetzt in den bunteste Farben aus was er alles tun würde.
Lachend holte Frigga ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ganz so einfach wie er sich das vorstellte war es nun auch wieder nicht und Odin pflichtete ihr bei.
Zuerst musste Loki die Grundlagen lernen. Lernen wie er seine Magie überhaupt anrief und kontrollierte. Odin musste lachen als er den schmollenden Gesichtsausdruck sah. Als Loki schnaubend die Arme verschränkte und feierlich ankündigte, dass er der größte und mächtigste Magier überhaupt werden würde, lächelte Odin nur unergründlich und gab dem Jungen Recht.
Loki würde noch früh genug erfahren, wie anspruchsvoll Magie sein konnte.
Als Loki anfing über Illusionen zu sprechen, darüber, wie er genau wie die Geschichtenerzähler und Gaukler Trugbilder schaffen würde, die wie echt aussahen, sagte Odin nichts.
Kurz sahen er und Frigga sich stumm an. Die Wahrscheinlichkeit das Loki je in der Lage sein würde, diese Art von Magie zu wirken, die Magie der Asen, war gering. Und wenn dann nur unter größten Anstrengungen und nach jahrhundertelangem Training.

Die Zeit verging. Thor gewann seinen ersten Wettkampf im Ringen. Er schaffte es, sich sogar gegen die Älteren und bereits im Teenageralter befindlichen Jungen zu behaupten, die alle einen Kopf größer waren als er. Es war eine beachtliche Leistung.
Zur Feier seines ersten anerkannten Sieges lies Odin ein Fest veranstalten und schenkte Thor sein erstes richtiges Übungsschwert, was bedeutete, das er jetzt mit echten Waffen trainieren durfte.
Loki meisterte in der Zeit seine Lehre im Anrufen der Magie im Rekordtempo und verblüffte damit sowohl Frigga als auch alle anderen Magier des Zirkels. Der Junge war nicht nur ein Magier von Geburt, er hatte wohl auch noch ein ungemein großes Talent. Frigga war begeistert und so stolz wie eine Mutter nur sein konnte. Er war natürlich auch stolz auf den Jungen, keine Frage aber ehrlich gesagt war Magie nie ganz das seine gewesen. Er hatte einiges erlernt da es nützlich, zum Teil überlebenswichtig war. Aber darüber hinaus...
Als Kriegsherr war es immer gut zu wissen, wann ein Fluch auf einem Gegenstand lag, wann das Essen vergiftet wurde oder sich jemand im Schatten heranschlich. Auch magische Schilde konnten einem das Leben retten und mit den richtigen Bannrunen war es leicht einen Gefangenen sicher zu halten und zum reden zu bringen. Und er hatte die dunklen Pfade der Magie beschritten, welche verboten waren, da sie Lebensenergie verzehrten, sei es die eigene oder die eines Blutopfers.
Sie hatten Macht versprochen erwiesen sich jedoch als zu unkontrollierbar und gefährlich. Fast wäre er von ihnen zerrissen worden. Damals hatte er keinerlei Bedauern darüber verspürt, als er seine Brüder opferte um sein eigenes Leben zu retten. Sein erster Schlaf war kurz darauf über ihn gekommen und ließ ihn alles was geschehen war, wie aus weiter Ferne betrachten.
Heute bedauerte er es. Er bedauerte vieles aber er musste nach vorne sehen.
An der Magie als solche hatte er jedoch nie Interesse gehabt. Und er tat sich heute wie damals schwer damit. Loki war so stolz auf sein Können und erzählte ihm ständig was er heute gelernt hatte. Zeigte ihm wie er seine Magie hervorrief und sie als grünlichen Nebel aus seinen Händen wallen lies. Odin versuchte angemessen beeindruckt zu sein aber in Wahrheit fand er es nicht sonderlich beeindruckend. Es waren nur Nebel und Funken. Er hatte einfach kein Interesse für die Magie, er war ein Krieger, so wie es alle aus seiner Familie vor ihm gewesen waren. Loki schien es zum Glück in seiner Euphorie nicht zu bemerken.

Es wurde Zeit seine Söhne darauf vorzubereiten, dass sie eines Tages herrschen würden. Sie würden bald das Kindesalter verlassen und zu jungen Männern werden.
Sie hatten all ihr Grundwissen gelernt, wussten um die Geschichte und wie die Welt funktionierte. Sie konnten sich verteidigen und sich im schlimmsten Fall alleine durchschlagen, wenn etwas passieren sollte.
Nun würden sie die Politik lernen und was es hieß, ein Reich zu führen. Taktik und Diplomatie. Verhandlungsführung, Gesetzgebung und auch Rechtsprechung. Kriegsführung sowohl im praktischen als auch im theoretischen.
Sie würden auch über die Regierungen der anderen Welten, sowie ihren Beziehungen zu Asgard unterrichtet werden und die entsprechenden Welten besuchen und die dortigen Herrscher kennenlernen, sofern sie mit dieser Welt in Frieden waren.
Odin selbst übernahm einen Großteil dieser Aufgaben. Die Hauslehrer kümmerten sich vor allem um die Geschichtlichen Details. Er nahm Thor und Loki häufig zu den offene Anhörungen mit und zu Verhandlungen mit In- und Ausländischen Würdenträgern.
Er erzählte ihnen von den anderen Völkern. Über ihre Besonderheiten, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen.
Er lehrte sie die Stärken und Schwächen einzuschätzen und zu verstehen, wie man dies nutzte.
Und er zeigte ihnen zum ersten mal den Inhalt der Trophäenkammer.
Relikte und Kostbarkeiten aus allen Ecken des Universums. Sicher verwahrt und geschützt vor Missbrauch. Viele der Gegenstände waren von immensem Wert und nicht wenige waren hochgefährlich. Zu gefährlich um sie in unbedachte Hände zu geben. Hier in Asgrads Schatzkammer waren sie geschützt. Nichts und Niemand war in der Lage hier einzubrechen.
Er zeigte ihnen die ewige Flamme Muspelheims und erzählte ihnen die Geschichte dazu. Nicht die wahre Geschichte. Nicht die, in der er mit Hela in dieses Reich eingefallen war aber sie ist nahe genug an der Wahrheit.
Das Auge des Hexenmeisters, mit dem der Verstand eines jeden kontrolliert werden konnte.
Die Stimmgabel, was ein irreführender Name war, da sie überhaupt nicht wie eine aussah, mit der man einen Dimensionsriss erschaffen konnte. Er warnte Thor und Loki eindringlich davor, denn auf der anderen Seite lauerte etwas grauenerregendes.
Er zeigte ihnen die Tafel des Lebens, beschädigt und unlesbar, den Advaranaut, die Tarnkappe und vieles mehr. Auch die Waffen, die hier gehalten werden. Zu gefährlich in den Händen ihrer früheren Besitzer oder in Erwartung eines neuen Mannes, der sie mit Bedacht schwingt.
Seine Söhne hören gebannt zu und starren die Objekte staunend an. Jedoch wird Lokis Blick immer wieder von einem Gegenstand angezogen.

„Aus einer Welt von Dunkelheit und Kälte kamen die Eisriesen. Sie drohten die Menschenwelt in eine neue Eiszeit zu stürzen, doch mussten sich die Menschen dem nicht alleine stellen. Unsere Armeen trieben die Eisriesen wieder zurück in ihre Welt.“ Stumm lauschten Thor und Loki, während Odin ihnen von der gewaltigen Schlacht erzählte. Hinter ihm, auf einem Sockel, stand die Urne und tauchte alles in flackerndes, kaltes, blaues Licht und Schatten.
„Der Preis war hoch, doch am Ende fiel ihr König und die Quelle ihrer Macht wurde ihnen genommen. Mit Ende des letzten Krieges zogen wir uns aus den anderen Welten zurück. Zurück in unsere immerwährendes Reich. Asgard.“ Als er geendet hatte, beobachtet Odin seine Söhne genau. Lokis Blick war nicht ein einziges mal von der Urne gewichen, doch es war unmöglich zu sagen was er dachte. Sein Ausdruck war für diesen Moment unleserlich. Thors Blick war leichter zu deuten. Faszination und Tatendrang rangen in ihm. Odin konnte sich lebhaft vorstellen, woran sein Sohn gerade dachte. Vermutlich stellte er sich gerade alles überaus plastisch vor und träumte davon, selbst dabei gewesen zu sein.
„Leben die Eisriesen denn noch Vater?“ Lokis zaghafte, fast schüchterne Frage zieht Odins Aufmerksamkeit wieder zu seinem Jüngsten, doch bevor er antworten kann spricht Thor. Selbstbewusst verspricht er alle Monster samt und sonders zu erschlagen, genau wie sein Vater. Für einen Augenblick ist Odin sprachlos und auch ein wenig erschrocken. Diese Art zu denken erinnerte ihn zu sehr an Hela. Andererseits ist Thor noch sehr jung und wie alle Kinder mit den Kriegsgeschichten der Alten aufgewachsen. Vielleicht hätte er eher eingreifen sollen aber es blieb noch mehr als genug Zeit.
„Ein König wird nie den Krieg suchen aber... er wird immer bereit für ihn sein.“ Weder Thor noch Loki scheinen die Bedeutung dieser Worte in ihrer Gänze verstanden zu haben, denn beide proklamieren sofort, dass sie nur allzu bereit sind aber sie würden es lernen. Für heute lässt Odin sie gewähren.
Als sie die Kammer verlassen, sieht Loki zurück zu der Urne und flüstert so leise, das Odin es fast überhört aber nur fast.
„So schön...“




XXXX






Die berühmte, sagenumwobene Schatzkammer von Asgard. Soweit bekannt hat Odin während seiner Eroberungszüge so ziemlich alles was ihm mächtig genug erschien, mit allen Mitteln in die Finger zu bekommen versucht und dort reingepackt.
Ein Ding ist mir da besonders ins Auge gestochen. Die Tafel des Lebens und der Zeit.
Auf ihr soll wohl eine Formel für einen Trank stehen, der dem Benutzer ermöglicht sich zu verjüngen, zu heilen und sein gesamtes evolutionäres Potential auszuschöpfen.
Hm. mal sehen. Asen leben über 5000 Jahre. Heilen superschnell, sind extrem stark und zäh und nur schwer totzukriegen. Die haben eindeutig ihr volles Potential ausgeschöpft.
Ist ein bisschen wie das Supersoldatenserum von Captain America. Der hat fast die selben Eigenschaften, wobei das mit dem Altern natürlich noch ungeklärt ist.
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