Krieg der Schatten

von ramui
GeschichteKrimi, Fantasy / P12
Frigga Laufey Loki Odin Sif Thor
04.11.2018
16.08.2019
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Loki


Unbewusst kratzt er sich wieder an Schenkel und Hüfte. Er tat es immer. Durch den Stoff hindurch oft auch unter dem Stoff. Die roten Striemen verblassen schnell. Es gab Zeiten, da kratzte er sich solange an den Armen oder im Nacken, dass es blutet. Es tut nicht weh und es heilt schnell. Er bemerkt es nicht einmal. Es ist etwas völlig normales. Ein Tick den er schon immer hatte.
Es fühlt sich gut an sich zu kratzen. Seinen Eltern haben ihn deswegen oft gerügt. Thor fällt es gar nicht auf.
Heute bemerkt Loki es. Achselzuckend lässt er seine Hand zur Seite fallen und ließt wieder weiter. Es ist ein neues Kinderbuch das seine Mutter ihm geschenkt hat. Abenteuergeschichten von einem Krieger und einem Drachen. Es ist spannend.
Es gibt sogar Bilder. Der Krieger hat ein großes weißes Pferd. Wie Sleipnir, nur mit weniger Beinen. Und er trägt eine goldene Rüstung die glänzt. Es ist ein wertvolles Buch, den die Bilder bewegen sich auf magische Weise und die golden Farbe der Rüstung ist aus echtem Gold.
Der Drache gefällt ihm besser als der Krieger. Er ist grün und schuppig und seine Hörner sehen toll aus. Der Drache kann Feuer speien und fliegen und er ist viel größer als der Krieger. Natürlich wird er trotzdem verlieren, immerhin ist es ein Drache und die verlieren immer.
Thor sitzt neben ihm, er liest langsamer und Loki wartet bis er fertig ist, bevor er umblättert. Sie haben beide Stubenarrest, weil Thor mal wieder dumm war und Loki auch, weil er mitgemacht hatte. Dabei wollte er eigentlich gar nicht aber Thor hat ihn ausgelacht und gesagt das er ein Angsthase wäre und das konnte er nicht auf sich sitzen lassen. Am Ende war es doch ganz witzig gewesen.
Natürlich hatten sowohl Mutter als auch Vater danach mit ihnen geschimpft und ihnen einen Vortrag über gutes Benehmen gegeben. Er hatte einfach genickt und sich entschuldigt. Thor auch.
Sobald der Arrest vorbei war, würden sie es nochmal machen. Aber ohne eine Vase kaputtzumachen.

Vater war verreist, zu irgendeinem öden Treffen und Mutter war mitgegangen, und die Kindermädchen waren langweilig. Deshalb hatten er und Thor beschlossen heute was anderes zu machen.
Sie spielten in der großen Halle dass sie König wären. Naja. Im Moment durfte er den König spielen und Thor war sein General. Thor hatte sein Holzschwert dabei und sich eine Tischdecke umgebunden. Eigentlich wollte er ja den Vorhang benutzen weil der Gelb war, sowie die Umhänge der Einherjar aber Loki hatten ihn davon abhalten können. Mutter wäre bestimmt wütend geworden wenn sie die Vorhänge abgerissen hätten.
Loki hatte sich einen Helm besorgt. Er war zu groß und rutschte ihm dauernd ins Gesicht aber es war ein echter Helm von einer der Palastwachen und deshalb war ihm das egal. Und er durfte auf Vaters Thron sitzen, weil er der König war. Natürlich hatte er auch ein Schwert, genau wie Thor. Es war nämlich gerade Krieg und General Thor musste jetzt Bericht erstatten.
Thor berichtete, das ganz viele Eisriesen angreifen würden aber er hatte sie alle besiegt und alle waren gerettet. Und während er es erzählte zeigte er auch gleich wie er sie besiegt hatte indem er mit seinem Schwert in die Luft schlug und dabei ganz laut brüllte.
Loki versuchte ganz fest nicht zu lachen. Könige lachten nicht über sowas, sie mussten ganz ernste Gesichter ziehen und dann so Sachen wie „sehr gut“ oder „ausgezeichnete Arbeit“ sagen.
Als General Thor fertig mit berichten war, stand König Loki auf. Besser gesagt, er stellte sich auf den Thron, weil er nicht herunterklettern wollte. Dann hob er das Schwert, schob den Helm aus dem Gesicht und sagte, das General Thor, weil er so tapfer und mutig war, zum Obergeneral befördert würde und das sie eine große Feier machen würden mit so viel zu essen, bis man platzte.
Thor tat so, als wäre die Halle voller Leute die klatschten und jubelten und er drehte sich mit nach oben gestreckten Armen im Kreis.
Sie waren so sehr in ihr Spiel vertieft, dass sie die Palastwachen gar nicht bemerkten, die in die Halle gekommen waren. Der Anführer trug keinen Helm und als er die beiden Prinzen sah, schüttelte er nur stöhnend den Kopf und kniff sich in den Nasenrücken.  Loki und Thor grinsten.
Nachdem Loki freundlich aber bestimmt von Kommandant Stenson darauf hingewiesen wurde, dass es sich nicht gehörte den Helm des Kommandanten der Palastwache zu stehlen, und Loki darauf hinwies, das er ihn nur geborgt und ganz bestimmt wieder zurückgebracht hätte, wurden sie aus der Halle gescheucht.
Als die Türe sich hinter ihnen schloss, ruckte Thors Kopf abrupt herum und er fragte mit großen Augen, ob Loki wirklich Stensons Helm geklaut hatte.  Thor war schwer beeindruckt und Loki versprach, das nächste mal auch für ihn einen Helm mitzubringen. Auf die Aussage, dass er aber versprochen hätte, nicht mehr den Helm des Kommandanten zu klaun, erwiderte Loki nur, das niemand was von den anderen Wächtern gesagt hätte.
Thor würde noch tagelang lachen, wenn er sich dran erinnerte.

„Mir ist langweilig Loki.“ Sie hatten schon wieder Stubenarrest. Diesmal war Loki schuld. Er hatte herausgefunden wohin die Wäschefrau immer ging und zusammen mit Thor die Wäscherei erkundet. An sich nichts schlimmes, immerhin waren sie Prinzen und Vater hatte gesagt, das sie überall im Palast hin dürften. Außer in die Waffen- oder die Schatzkammer. Beides sehr verlockenden Ziele aber leider hatten sie noch keinen Weg gefunden reinzukommen.
Dummerweise hatte Thor dann die Idee gehabt fangen zu spielen. Es war keine so gute Idee gewesen zwischen all den Frauen, der Wäsche, den gewaltigen Wassertrögen und Glättwalzen herumzulaufen. Am Ende stand die halbe Wäscherei unter Wasser.
„Wir könnten noch eine Runde Königszabel spielen.“ Thor stöhnte gespielt laut auf und ließ den Kopf zurück aufs Bett fallen.
„Nein, das ist auch langweilig. Und du gewinnst eh immer. Du schummelst heimlich.“ Wütend funkelte Loki Thor an. Thor war ein ganz schlechter Verlierer, zumindest wenn es um Brettspiele oder Verstecken ging. Er schaffte es einfach nie ruhig zu bleiben.
„Tu ich gar nicht, du bist bloß zu blöd.“ Und damit klatschte Loki seinem Bruder eins der Kissen ins Gesicht. Ein eindeutiger Angriff der nach Rache schrie und dafür sorgte, das keine Zwei Sekunden später eine gewaltige Kissenschlacht tobte.
Später, nachdem die Diener die ganzen Federn beseitigt und die Scherben der Vasen aufgesammelt hatten, würde Mutter ihnen seufzend einen Vortrag darüber halten, nicht die Einrichtung zu zerstören.
Das gute war, das sie nach dieser Sache endlich wieder raus durften.

Bald darauf wurden sie beide für das Training angemeldet. Vater meinte dass sie soweit wären und es bei ihrer Energie eine Zumutung sei, sie noch länger davon fernzuhalten.
Dort waren sie nicht mehr die einzigen Kinder. Und sie wurden auch nicht anders behandelt als die anderen Kinder. Hier gab es keine Privatlehrer, die einem ständig über die Schulter schauten und niemand sagte, dass sie nicht mit den andern spielen durften, weil sie von anderem Stand wären. Hier waren alle gleich. Sie machten viele Ausflüge und lernten wie man zusammen ein Lager aufbaute und Fährten lass. Nach solchen Tagen würden er und Thor immer viel zu erzählen haben und ihre Eltern würden gespannt zuhören und beeindruckt sein.
Manchmal hatte Loki das Gefühl, das sie viel mehr Thor zuhörten als ihm aber dann sah Vater ihn an und fragte, ob er das wirklich getan hätte, was immer es war und das Gefühl verging.

Loki atmete schwer. Es war zu warm, viel zu warm. Er wünschte er wäre tot.
Thor schien es überhaupt nichts auszumachen. Er war mit den anderen Kindern draußen auf den Übungshöfen und übte den Faustkampf. Keinem der anderen Kinder schien die Hitze irgendwas auszumachen und auch den Erwachsenen nicht. Nur ihm.
In den großen Hallen des Palastes, wo die Sonne nicht so direkt hineinschien und die Mauern die Hitze dämmten, war es nicht so schlimm. Er fühlte sich müde und lustlos und quälte sich mühsam durch den Tag und ihren Schulunterricht aber er konnte es schaffen. Er wollte es schaffen denn wenn er es nicht tat, würde Mutter ihn so mitleidig ansehen und er schämte sich für diesen Blick und Vater würde nur seufzend den Kopf schütteln und enttäuscht sein.
Aber draußen... Draußen war es unerträglich.
Es war Sommer in Asgard. Loki hasste den Sommer.
In Asgard war es immer warm, einen Winter in dem Sinne gab es nicht. Es gab die Zeit ihm Jahr, wenn die Winde etwas stürmischer waren und es häufiger regnete als sonst. Aber das war auch schon alles. Aber es gab auch die Zeit, wo es scheinbar überhaupt nicht zu regnen schien. Wenn die Sonne tagelang ununterbrochen strahlte und die Luft aufheizte. Alle die er kannte hielten es für die beste Zeit im Jahr.
Loki verkroch sich in diesen Monaten immer tagelang in ihrem Zimmer und zog alle Vorhänge zu. Sie hatten ein eigenes Bad und oft genug fand Mutter ihn wie er halb über den Rand des mit kaltem Wasser gefülltem Beckens hing und döste. Sie schien immer sehr besorgt über die Wassertemperatur zu sein und einmal hörte Loki sie von Eismagie flüstern.
Thor machte sich immer über ihn lustig wenn er sich wieder so schlaff fühlte. Oft genug versuchte er ihn zum aufstehen zu überreden indem er ihn nervte. Er sprang auf dem Bett herum wo Loki lag, riss die Vorhänge auf und rief was für ein toller Tag es doch sei. Er würde an Lokis Armen zerren bis er nachgab und endlich mit nach draußen kam. Und während die anderen lachten und herumrannte, würde Loki irgendwo in einer schattigen Ecke sitzen. Fast im Delirium.
Die andern Kinder lachten ihn aus und sagten er wäre bloß faul oder schwächlich. Er bekam es kaum mit.  
Irgendwann hatte Meister Leif es bemerkt und ihn in die Heilräume gebracht. Eir hatte sich um ihn gekümmert und später zurück in sein und Thors Zimmer bringen lassen. Danach wurde er an Tagen wie diesen vom praktischen Unterricht entschuldigt. Es war eine Quelle von Witzen und Sticheleien über und gegen ihn und das hasste er auch.
Warum musste sein blöder Körper auch so schwach sein!

Mutter hatte ihn heute mit zum Magierzirkel genommen. Thor durfte nicht mit, weshalb sein Bruder ziemlich wütend gewesen war. Loki hatte ihm versprochen ihm alles ganz genau zu erzählen wenn sie wieder da waren aber Thor war immer noch ein bisschen beleidigt gewesen.
Er war aufgeregt als sie ankamen. Mutter hatte ihm viel von den Magiern erzählt. Bisher kannte er nur diejenigen die Heiler waren und auch ein paar Gaukler, die bei Festen für Unterhaltung und Spaß sorgten. Sie machten Feuerwerk und ließen Tiere und Pflanzen aus Luft durch die Hallen springen, während sie ihre Geschichten erzählten. Mutter sagte, das nenne man Illusion.
Er fand es wunderschön und wünschte sich er könnte das auch. Vielleicht könnte er es lernen. Er würde es so gerne lernen.
Der Oberste Magier hieß Alfgrim. Loki kannte ihn von früher. Er war oft ihm Palast gewesen und hatte ihn jedes mal so seltsam angesehen. Loki hatte ein bisschen Angst vor ihm, was er natürlich niemals zeigen würde. Er glaubte auch das Alfgrim irgendetwas mit ihm gemacht hatte aber er konnte sich nicht erinnern.
Der Zirkel war nicht so wie Loki ihn sich vorgestellt hatte. Er hatte irgendwie etwas mehr... magisches erwartet aber das Gebäude sah eigentlich ganz normal aus. Gebäudemäßig halt. Und Meister Alfgrims Arbeitszimmer sah fast genauso aus wie das von Vater. Wenngleich sehr viel ordentlicher, mit mehr Büchern und weniger Waffen an den Wänden.
Mutter sagte ihm, das sie sich mit Alfgrim unterhalten müsse und er doch solange hier draußen im Hof warten solle. Es gab einen Brunnen mit Tieren drin, die Wasser spuckten und viele seltsame Statuen. Er kletterte auf eine um über die Mauer zu sehen. In dem Hof daneben trainierten Magier.
Er wusste nicht wie lange er ihnen zusah, irgendwann rief seine Mutter nach ihm und führte ihn zurück in das Arbeitszimmer. Er musste sich ganz still hinstellen und Meister Alfrgrim ließ goldenen Rauch aus seinen Händen aufsteigen, der um ihn herumwirbelte. Es fühle sich an wie wenn man mit einer Feder gestreichelt wurde. Dann runzelte Alfgrim die Stirn und wandte sich Mutter zu.
„Ihr hattet Recht, er ist tatsächlich ein geborener Magier. Die Bindungen stauen es.“ Mutter nickte und Alfgrim nickte ebenfalls und sagte dass er sich darum kümmern würde.
„Das meiste werde ich ihm selbst beibringen können, doch eure Unterstützung wird helfen.“ Loki verstand nicht worüber sie redeten, bis seine Mutter sagte, das er bald anfangen würde Magie zu lernen.
Es war der beste Tag überhaupt und Thor würde so was von neidisch sein.

Thor war wirklich ein bisschen neidisch. Aber bald schon war er wieder voll und ganz in der Geschichte von Halrin und Ledosch aufgegangen. Dem unbesiegbaren Krieger und seinem Freund dem Magier, die durch die Welten reisten und Abenteuer erlebten.
Er und Loki würden genauso sein.
Als es Abend wurde und es Zeit zum schlafen war, kam nur eine Art von Gute Nacht Geschichte in Frage. Und Frigga las sie lachend vor, bis ihre Jungs endlich eingeschlafen waren.




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In einigen Geschichten ist Loki komplett in einen Asen verwandelt worden, ein totaler und vollkommener Gestaltwechsel. Wenn das aber so ist, dann dürfte er nicht so Kälteresistent sein, wie es in den Filmen und Comics dargestellt wird.
Auch ist es so das wenn er in den Filmen andere Gestalt annimmt, dann ist diese Umwandlung total. Mit allem drum und dran. Nur wenn man ein 1,90 großer dürrer Bursche ist, der schätzungsweise nicht mehr als sagen wir 80 Kilo wiegt, plus etwa 5 Kilo Rüstung, wie kann er sich dann in einen 100 Kilo schweren Typen mit einer 15 Kilo schweren Rüstung verwandeln. Woher kommt das zusätzliche Material?
Und wenn er sich in jemand kleineren verwandelt wie zu Beispiel Selvig, wohin geht das überflüssige Gewicht?
Auch eine Sache, die ich mich bei Mystik aus den X-Men oft gefragt habe, wie geht das mit den Klamotten? Sie ist nackt, also ist die Kleidung von ihrem Körper erschaffen, ergo, Teil ihres Körpers.  Es müsste wie Haut an ihr festgewachsen sein um von ihr erschaffen zu werden.
In Lokis Fall kann man natürlich sagen, das er seine Klamotten separat verwandelt.
Ist das ganze aber nur eine Illusion, würde das vieles erklären. Es gibt  keine tatsächliche Veränderung, es ist bloß ein falsches Bild das man sieht, wie eine Maske die jemand aufsetzt aber darunter ist man immer noch ein ganz normaler Mensch. Oder Jotune.
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