Krieg der Schatten

von ramui
GeschichteKrimi, Fantasy / P12
Frigga Laufey Loki Odin Sif Thor
04.11.2018
13.11.2019
61
201554
13
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Laufey


Der Krieg dauerte schon zu lange.
Ein Krieg, der eigentlich überhaupt nicht hätte stattfinden sollen aber der trotz allem unvermeidlich gewesen war. Ein furchtbarer Plan, der aufging.
Am Anfang war es nur ein Eroberungsfeldzug gewesen. Eine schwache Welt, außerhalb des goldenen Reiches, auf die noch keiner Anspruch erhoben hatte aber die dennoch direkt auf einem der Ästen Yggdrasils lag und somit leicht zu erreichen war. Sie hatte weder einen sonderlichen Strategischen Vorteil, noch befanden sich wertvolle Rohstoffe dort. Die Galaxie zu der sie den Weg ebnete, war Chaotisch und Wild, ebenso wie die Bewohner des Planten, welche unterentwickelt und Primitiv waren. Weit verstreut und ohne eindeutige Führung oder Regierung. Einzelne Gruppen die sich gegenseitig bekämpften anstatt zusammen zu agieren.
Und dennoch war sein Volk nun im Krieg und wurde immer weiter zurückgedrängt.
Weil die Asen eingegriffen hatten. Weil Odin, der Heuchler, eingegriffen hatte. Wie erwartet.
Odin der behauptet, es wäre unrecht was die Jotunen hier taten. Das es unrecht wäre, diese Welt zu beanspruchen.
Heuchler.
Odin selbst an der Seite seines Vaters Bor, Odin selbst mit seinen Brüdern und später alleine als König mit seinem eigenen Heer, Odin selbst mit seiner Tochter, hatten so viele Welten mehr beansprucht. So viel reichere und wertvollere Welten. Ganze Galaxien wurden von ihnen erobert. Sie hatten unzählige hoch entwickelte Kulturen zerstört oder im Namen Asgards akquiriert. Oh, er wussten es. Odin hatte gute Arbeit geleistet die Wahrheit aus der Geschichte zu tilgen und jede Erinnerung an diese Zeiten zu löschen aber Jotunheims Gedächtnis reichte tief und war stark. Es wussten was Odin getan hatte.
Aber nun, wo Jotunheim sich das selbe Recht nahm, damit das Volk überlebte, damit es weiter schreiten konnte, statt langsam unterzugehen. Nachdem die Bevölkerung den Punkt der Stagnation erreicht hatte, und danach schrie der Isolation die ihnen aufgezwungen wurde zu entkommen, nun war es Unrecht.

Es war eine Farce. Ein Trick der Asen ihre Macht zum einen zu demonstrieren, zum anderen zu erhalten.
Die eroberten Reiche Asgards begehrten auf. Rebellierten gegen das Joch der Asenherrschaft. Die jüngeren Generationen der Vanir, Alben und Zwerge sahen es nicht ein, warum sie hohe Tribute an Asgard abgeben sollten, die doch im Gegenzug nichts für sie taten außer zu Herrschen.
Odin könnte sie alle niederstrecken. Asgards Heere waren gewaltig genug. Und genau das war der Grund, warum er es nicht konnte.
Asgard war ein Kriegerreich. Es gab dort kaum Landwirtschaft oder sonderlich viele Handwerker. Die Asen waren sich im großen und ganzen zu fein dafür, sich als Bauern oder Viehzüchter zu betätigen. Sowas war nicht Ehrenhaft und Glorreich genug. Keine Möglichkeit Ruhm zu ernten.
Ein Problem das sich über Jahrtausende aufgebaut hatte, immer größer wurde und einer Lösung bedurfte.
Denn Krieger mussten ernährt werden und ihre Familien forderten Wohlstand.
Und die anderen Völker, vor allem die Sterblichen, hatten viel fruchtbares Land, das sie bewirtschafteten. Die Vanir und Alben waren herausragende Handwerker und die Zwerge unübertroffen in ihrer Schmiedekunst.
Doch jetzt rebellierten die Völker gegen Odins Herrschaft und er konnte sie nicht einfach niederwerfen, denn wer würde dann die Ernte einholen? Wer würde neu aussähen?
Odin musste die Kontrolle zurückerlangen und was war besser dafür geeignet, als ein furchterregender, unbarmherziger Feind, der die schwachen Völker unter ihrer Herrschaft bedrohte? Ein Ablenkungskrieg. Ein Feind, der die Vanir, Alben, Zwerge und all die anderen in Furcht versetzte sodass sie bei Asgard um Schutz bitten würden.
Und wenn er gewonnen hätte, hätte er ein Feindbild das er für lange Zeiten einsetzten konnte um sie gefügig zu halten.
Eine Taktik die schon einmal für die Asen funktioniert hatte. Und der Grund, warum Jotunheim wie auch Muspelheim, seit Äonen mit Asgard im Streit lang.

Wenn ihr euch von uns abwendet, werden wir euch nicht mehr schützen. Denkt ihr, ihr könntet euch gegen sie erwehren wenn sie kommen? Wenn sie das Land erstarren lassen und eure Kinder töten, wer wird euch dann verteidigen? Wenn der Frost über das Land weht und unendliches, ewiges Eis eure Heimat verschlingt, wer wird sie aufhalten?
Bleibt uns treu und wir schützen euch. So wie wir euch auch schon vor den Feuerdämonen und davor vor den Dunkelelfen geschützt haben.


Oh ja. Sein Volk war ein perfektes Feinbild. Sie waren groß, größer als die anderen Völker. Rote Augen, die im richtigen Winkel zu glühen zu schienen und Raubtierpupillen. Mit dicker, lederartiger, in verschiedenen Blautönen gehaltener Haut. Wilde Muster fast wie Runen überzogen ihre Körper und gewaltige Hörner bogen sich über die Stirn hinweg.
Sein Volk war so andersartig als die Völker unter Asgards Herrschaft. Welche alle in Wärme und Licht geboren waren. Welche so viel fragiler schienen und kleiner und schwächlicher waren.
Die Jotunen waren für Odin ein perfektes Feinbild. Und nun hatten sie eine ach so hilflose Welt angegriffenen. Völlig grundlos. Und natürlich stürmten Odins Truppen heroisch zur Verteidigung eben jenen Reiches herbei, um die bösen Monster zu besiegen und alle zu retten.
Und sobald das erledigt war, würden er und seine Truppen zurückkehren und sich feiern lassen. Und vergessen wären die Rebellion und das Aufbegehren.  Und die Asen wären weiterhin als die mächtigen Herren der Welten bekannt.
Man würde neue Lieder über ihre Taten singen, wie sie heroisch kämpften und die Wahrheit würde vergessen werden. Die Wahrheit, die soviel unrühmlicher war.
Laufey wusste dies. Es war nicht schwer zu erraten, was Odin vorhatte. Aber es würde nicht so funktionieren, wie Odin sich das vorstellte.

„Mein König, wir können die Stellung nicht länger halten.“ Laufeys Augen verengten sich leicht, dann nickte er. Diese Schlacht konnten sie nicht gewinnen. Midgard war nicht ihr Territorium, die Bedingungen zu ihrem Nachteil. Nicht sehr, aber dennoch ein Nachteil. Sie hatten auch keinen Bifröst wie die Asen. Anders als diese konnten sie nicht innerhalb von Sekunden die Verwundete abtransportieren und die Verstärkung herbeirufen. Noch konnten sie die Truppen über längere Zeit ausreichend mit Nahrung versorgen.
Die Urne war mächtig genug Portale zu öffnen aber nicht in solchem Ausmaß und in dieser Häufigkeit. Ihre Energie musste regenerieren. Und zudem wurde sie auch für andere Zwecke benötigt.
„Wir ziehen uns zurück, Midgard ist für uns verloren.“ Monate des Kampfes hatten an den Krieger Spuren hinterlassen. Selbst an ihm. Welle um Welle waren Asgards Krieger herangestürmt und viele seiner Männer waren gefallen.
Jedoch hatte jeder von ihnen zuvor wenigsten Zwei oder Drei der Asen erledigt. Sie waren vielleicht weniger aber dafür waren sie stärker. Laufey lächelte. Sie hatten Midgard zwar nicht beanspruchen können aber immerhin wusste Asgard nun, dass sie noch immer eine Macht waren, mit der man rechnen musste.




XXXX






Eine Frage die sich mir irgendwann spät abends stellte. Wie kann Asgard überhaupt seine Leute ernähren? Denn ehrlich, wenn man sich die Filme ansieht und die Comics, dann ist Asgard eigentlich nur eine ziemlich große Insel, mit einer ziemlich protzigen Stadt drauf, die in einer überlaufenden Suppenschüssel im Weltall schwebt.
Da gibt’s keine großen Kornfelder oder überhaupt irgendwelche Felder. Von Weideland mal abgesehen. Und auch wenn das ziemlich viel Wasser ist, bezweifle ich, das da größere Fischschwärme drin sind. Besonders nicht wenn sie ständig Gefahr laufen über die Kante zu rutschen. Es gibt Wälder und daher vermutlich Wild aber es scheint größtenteils Gebirge zu sein.
Und das Wild braucht auch Zeit um Nachwuchs zu zeugen, daher kann man nicht unbegrenzt viel abjagen. Trotzdem gibt’s da ständig irgendwelche gebratenen Viecher und riesige Biergelage. Und das nicht zu knapp, wenn man Volstaggs Liste an Sachen, die er innerhalb eines Abends gegessen hat, glauben mag.
Entweder wird da mächtig importiert oder sie haben Star Trek mäßige Replikatoren.
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