Die etwas andere Kraftklub Fanfiktion

GeschichteAbenteuer, Thriller / P18
Felix Brummer / Kummer Karl Schumann Max Marschk Steffen Israel / Tidde Till Brummer / Kummer
03.11.2018
03.11.2018
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Einmal vorweg: Der Anfang und das Setting der Geschichte werden den ein oder anderen an eine Serie erinnern, das wird sich schnell legen und ist von mir beabsichtigt. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen! Über Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen, liebste Grüße!

Es war mal wieder einer dieser Tage, an denen Till trotz schlechtem Wetter und mehrfachem versuchten Zurückhalten seines Bruders, raus zum Klettern ging. Die Situation bei ihm zu Hause machte ihn zur Zeit einfach nur fertig: Ständiger Stress mit Lisa, seiner Freundin seit drei Jahren, ständiger Stress mit dem neuem Kraftklubalbum, ständig wollte irgendwer irgendwas von ihm. Genau wie heute, als Lisa ihn unbedingt zur dreihundertsten Wohnungsbesichtigung mitschleppen wollte. In eine Wohnung, die sie sich sowieso nicht leisten konnten. Till verstand nicht, warum sie sich so beeilen wollte zusammenzuziehen. Immerhin hatte sie eine schöne Wohnung, die nicht weit entfernt war und in die er sie häufig besuchen kam. Außerdem mochte er es mit seinem Bruder zusammenzuwohnen. Als sich die Kummer-Schumann WG aufgelöst hatte, weil Karl endlich mal allein wohnen wollte, hatten die Kummer Brüder beschlossen sich zusammen eine Wohnung zu suchen. Und das war jetzt gerade mal ein halbes Jahr her. Till wollte nicht schon wieder umziehen. Er hasste Veränderungen und er wollte, dass alles so blieb, wie es war.
Deshalb stand er jetzt also hier draußen im Regen, weil es eben Kletterdienstag war. Er war ein erfahrener Kletterer und schon häufiger bei schlechtem Wetter draußen gewesen. Klar, es war so ein wenig rutschiger, aber er würde schon aufpassen. Was sollte ihm schon passieren? Während er sich den Hang ansah, den er erklimmen wollte, hörte er die vorwurfsvolle Stimme von Lisa in seinem Kopf. „Du warst schon wieder bei Regen draußen? Und wenn was passiert wäre?“ Grimmig machte Till den ersten Schritt. Was sollte ihm schon passieren? Glaubte sie etwas nicht an ihn? Sollten sich Partner nicht unterstützen, anstatt sich bei jeder Kleinigkeit zu streiten? Schnell bewegte er sich weiter nach oben, während der Regen auf ihn niederprasselte. Doch das merkte Till kaum noch, er war viel zu abgelenkt von seinen Gedanken. Außerdem war er durch die Fahrt hierher mit dem Fahrrad sowieso schon klatschnass gewesen. „Till ich mag es nicht, wenn du so lange weg bist, ohne dich alle drei Sekunden bei mir zu melden.“ Äffte Till seine Freundin in seinem Kopf nach und merkte im selben Moment, wie sehr er gerade übertrieb. Sie liebte ihn, er liebte sie. Eigentlich sollte er sich keine Gedanken darüber machen, dass sie häufig stritten, immerhin war so der Versöhnungssex umso besser.
Als Till realisierte, wie hoch er war und wie wenig Kraft er noch hatte, wurde ihm ein bisschen schwindelig. Die Wut, mit der er umso schneller geklettert war, hatte ordentlich an seinen Kräften gezerrt. Er sah nach oben, die nächste Kante, auf der er sich vielleicht ausruhen konnte, war nur ein paar Meter entfernt. Schwer atmend schüttelte er die negativen Gedanken aus seinem Kopf und konzentrierte sich nur noch auf die rettende Kante. Kurz bevor er sie erreichte, rutschte er kurz weg. „Verdammt.“ Dachte Till. Sein Herz machte einen kurzen Aussetzer, aber immerhin hatte er sich gesichert. Als er kurz dachte wieder festen Halt zu haben, gab der Stein unter seinem Fuß plötzlich nach und er rutschte weg. So gut es ging versuchte Till sich an der Wand festzuhalten, doch er rutschte immer weiter und dann als plötzlich gar kein Halt mehr war, fiel er. Das letzte, was er hören konnte, war das Geräusch eines reißenden Seiles…

6 Wochen später

Schmerz. Nur Schmerz, das war alles, was Till gerade wahrnahm. Um ihn herum war alles schwarz, während es sich anfühlte, als würde jemand mit einem Presslufthammer auf seinen Kopf eindreschen. Verwirrt öffnete er langsam die Augen. Das helle Licht machte es ihm schwer direkt zu erkennen, wo er war, doch ein paar Sekunden später stellte er fest, dass er wohl in einem Krankenhaus war. Immer noch blinzelnd versuchte er sich aufzurichten und stelle fest, dass sein Kopf nicht das einzige war, was ihm Schmerzen bereitete. Er vernahm einen Stich in der Rippengegend und ein deutliches ziehen im Fußgelenk. Kopf, Rippen und Fuß waren bandagiert oder mit Verband verarztet. Genervt entfernte er den Verband um seinen Kopf. Endlich konnte er seine Umgebung klar erkennen. Er war angeschlossen an eine Maschine, die aber anscheinend ausgestellt worden war und an der Wand hing eine Uhr, die 13:21 Uhr anzeigte. Außer ihm befand sich nur ein anderes leeres Bett im Raum. Auf seinem Nachttisch standen lange verwelkte Blumen, ein paar zusammengeknüllte Taschentücher, Zeitschriften. Etwas verwirrt suchte Till nach dem Rufknopf für die Schwestern und drückte ihn drei Mal hintereinander. Er konnte sich noch daran erinnern klettern gewesen zu sein. War er gefallen? Als nach kurzem warten keine Schwester kam, klingelte er noch zwei Mal, doch niemand schien sich für ihn zu interessieren. Die verwelkten Blütenblätter, die den ganzen Nachttisch bedeckten, machten ihn stutzig. Wie wenig mussten sich die Schwestern für ihn interessieren, wenn sie nicht einmal den Dreck weg machten? Genervt versuchte er langsam aufzustehen. Als sein linker Fuß den Boden berührte, unterdrückte er ein schmerzvolles Stöhnen, trotzdem zwang er sich aufzustehen und schaffte es. Außer einem OP-Hemd hatte er nichts an.  Langsam tapste er Richtung Tür und drückte die Klinke runter. Komisch, irgendwie ging die Tür nicht richtig auf. Nach festem rütteln, gab sie dann doch nach und im nächsten Moment stand Till im Krankenhausflur. Das Krankenbett, dass ihm wohl den Weg in den Flur versperrt hatte, schob er zur Seite und sah sich um. Es war merkwürdig dunkel, das Licht aus. Nur durch ein paar geöffnete Türen fiel etwas Licht hinein.
Und dann fiel Till etwas anderes auf: Es war still, verdammt still. Niemand lief auf den Fluren herum. Vorsichtig, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, machte er sich auf den Weg in eine Richtung, um in die anderen Räume zu sehen. „Hallo?“ flüsterte er heiser. Er traute sich nicht lauter zu sein. Vorsichtig lugte er um die Ecke und sah, dass der Raum neben ihm ebenfalls leer war. Je weiter er den Flur entlang ging, desto größer wurde seine Angst. Hier war niemand. Er war ganz allein. Am Ende des Flurs, schien etwas Dreck auf dem Boden zu sein. Je näher er der großen Tür kam, umso schneller schlug sein Herz. Das auf dem Boden, das war kein Dreck. Es war Blut. Viel Blut. Und plötzlich hörte er ein Geräusch hinter der großen Tür. Immer langsamer näherte er sich ihr und erkannte, dass sie mit einem großen Schloss verriegelt war. „Nicht öffnen!“ stand mit großen roten Buchstaben darauf. Sobald er die zwei Worte lesen konnte, rüttelte es an der Tür und Till hatte das Gefühl, er würde sofort an einem Herzinfarkt sterben. Instinktiv drehte er sich um und rannte so schnell es mit seinem Fuß ging in die andere Richtung. Schon nach ein paar Metern merkte er, dass er kaum Kraft hatte, doch das Adrenalin half ihm. Er erreichte das andere Ende des Flurs, sprintete die Treppen herunter, denn der Fahrstuhl schien ihm in diesem Moment zu gefährlich und als er unten war, erreichte er die Räume zur Rezeption.
Alles war verwüstet, überall lagen Zettel, Trümmerteile und…. Waren das Patronenhülsen? Till hatte so etwas höchstens mal in einem Film gesehen. Viele Fenster waren eingeschlagen und natürlich war auch hier keine Menschenseele. „Was ist hier nur passiert?“ War das einzige, woran Till gerade denken konnte, während er weiter zum Ausgang lief und der faulige Geruch, der gerade noch nur leicht wahrnehmbar war, immer stärker wurde. Als er zur Eingangstür raus war, sah er es. Und er roch es. Um ihn herum lagen Leichen. Mit weißen Laken bedeckt und die Fliegen sammelten sich auf ihnen. Von dem Geruch, der Till gerade in die Nase stieg, hätte er beinahe direkt gekotzt, doch er konnte nicht, er musste hier weg und zwar schnell. Je weiter er sich dem Krankenhaus entfernte, desto mehr Leichen sah er. Er schätzte die Anzahl auf mindestens 200. Dann plötzlich erreichte er eine ganze Reihe von leerstehenden Panzern. Schnell rannte er dorthin, mit Hoffnung jemanden zu finden, den er fragen konnte, was zur Hölle hier los sei, aber alle waren verlassen. Er betrachtete Mauern, aus Sandsäcken gebaut und… überall Blutspritzer. Mittlerweile merkte er das hämmern in seiner Brust gar nicht mehr, er wollte nur hier weg. Er musste Felix finden und Lisa und Max, Steffen, Karl, alle seine Freunde. Wo waren alle nur hin?
Die Stadt sah aus, als stände sie seit Ewigkeiten leer. Überall standen Autos auf den Straßen, aber niemand war drin. Die Häuser sahen aus, als wären sie einsturzgefährdet. Einige waren mit Holzplanken zugenagelt, einige hatten weder Türen noch Fenster. Als Till ein Fahrrad, das noch einigermaßen benutzbar aussah, entdeckte, schwang er sich rauf und machte sich so schnell er mit seinen Verletzungen konnte, auf den Weg zu Felix und seiner Wohnung.
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