Der Ring der 30 Geister

von Maja32
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Castiel Charlie Bradbury Crowley / Fergus MacLeod Dean Winchester OC (Own Character) Sam Winchester
02.11.2018
10.01.2019
28
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“Oh Gott, Dean! Fahr in eine Bar, lass dich volllaufen und such dir irgendeine Frau, die du flachlegen kannst. Es ist nicht zum Aushalten mit dir!”
Dean zuckte zusammen und ließ das Buch, dass er gerade aus dem Regal hatte ziehen wollen, zurückgleiten. Er sah seinen Bruder an, der es sich in einem der Stühle in der Bibliothek des Bunkers gemütlich gemacht hatte. Mit einem Buch. Ihm selbst kam es schwachsinnig vor, was er tat. Mittlerweile kannte er wohl jeden Klappentext der Buchrücken in seinem Umkreis auswendig. Ihm war langweilig, verdammt! Seit Wochen hatten die Brüder keinen spannenden Fall gefunden und während Sam die Zeit nutzte und einen dicken Schmöker nach dem nächsten verschlag, hatte Dean das Gefühl, die Wände hochgehen zu können. Im Fernsehen gab es nichts mehr, das ihn interessierte und so hatte er sich damit abgefunden, ebenfalls lesen zu müssen. Nun suchte er seit Stunden das passende Buch, aber nichts sprach ihn an. Und scheinbar nervte er Sam damit.
“Hast du mal überlegt, hier zu streichen? Wir könnten…”
“Nein, Dean! Wir werden jetzt nicht den Bunker neu dekorieren, nur weil dir langweilig ist. Der Bunker ist gut, genau so, wie er ist. Such dir bitte eine Frau, die dich auspowert. Das ist ja nicht auszuhalten. Und du hattest schon länger keinen Sex mehr, soweit ich weiß.”
“Na und? Du doch auch nicht!”
Sam runzelte die Stirn, ließ das Buch sinken, das er gerade las und Dean grinste. Endlich hatte er die Aufmerksamkeit seines Bruders von dem blöden Papier wegbekommen. Wurde auch Zeit.
“Nein, ich auch nicht. Ich habe aber offensichtlich auch nicht das gleiche Verlangen danach, wie du normalerweise. Bitte Dean, such dir irgendeine Beschäftigung. Es muss doch etwas geben, was dich ablenkt."
“Ja, ein Job.”
“Wir haben heute Morgen gerade gesucht und nichts gefunden.”
“Dann lass uns noch mal suchen!”
“Du weißt, wie man einen Laptop bedient, also tu dir keinen Zwang an.”
Sam verdrehte die Augen, als Dean das Gesicht verzog. Nein, das war dann natürlich auch wieder nicht nach seinem Geschmack.
“Du könntest auch einkaufen fahren. Unser Kühlschrank ist fast leer.”
“Kauf dir dein Kaninchenfutter mal schön selbst. Mich meckerst du immer nur an, weil dir der Salat zu matschig ist, oder was auch immer. Nein Sam, dafür bist du zuständig.”
“Dann kann ich dir auch nicht mehr helfen. In eine Bar willst du nicht, einkaufen willst du nicht, nach Fällen suchen auch nicht und ein Buch lesen schon gar nicht. Wenn dir das alles nicht gut genug ist, dann musst du selbst für deine Beschäftigung sorgen. Wäsche waschen wäre auch mal wieder dran. Da kannst du dich austoben.”

Dean wollte zu einer etwas schärferen Erwiderung ansetzen, wurde aber durch das Klingeln seines Handys unterbrochen. Endlich! Er drückte sich selbst die Daumen, dass da irgendwer anrief und einen Fall hatte. Sein Display zeigte einen Anruf von Jody. Hoffentlich wollte die nicht nur hören, wie es den Winchesters ging und ein bisschen plaudern. Er setzte sich Sam gegenüber an den Tisch, nahm das Gespräch an und stellte sofort auf Lautsprecher.
“Sheriff Mills! Was verschafft uns die Ehre?”
Jody lachte.
“Hallo Dean. Schön, mal wieder deine Stimme zu hören.”
“Das kann ich nur zurückgeben. Sam ist auch hier, ich hab dich schon auf Lautsprecher.”
Sam räusperte sich und beugte sich leicht vor.
“Hallo Jody! Willst du nur einfach hören, ob wir noch leben, oder hat dein Anruf einen Grund?”
“Ihr klingt, als würdet ihr hoffen, dass ich nicht nur einfach so anrufe, oder täusche ich mich?”
“Nein, tust du nicht. Dean geht mir auf die Nerven, weil ihm so langweilig ist. Er kann schon gar nicht mehr stillsitzen. Bei uns war in letzter Zeit einfach nicht viel los.”
“Dann habe ich vielleicht etwas für euch. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ihr euch da wirklich einschalten solltet.”

Dean setzte sich gerade hin und war sofort aufmerksam. Das hörte sich doch schon mal gut an. Hoffte er zumindest.
“Schieß los, Jody. Was hast du für uns?”
“Eine Kollegin aus einem anderen Bezirk rief mich neulich an. Aus einem ganz anderen Grund, aber das kann euch egal sein. Während des Telefonates erzählte sie dann von einem Fall in ihrem Bezirk. Ganz merkwürdige Geschichte. Eine junge Frau wurde in ihrer eigenen Wohnung unsittlich berührt und sie schwört, dass das ein Geist war. Dazu passt auch, dass es keinerlei Einbruchspuren gibt, keine Fingerabdrücke, nichts. Es wurden aber Kameras im Zimmer gefunden, die vorher nicht da waren.”
“Und es kann nicht einfach trotzdem ein Eindringling gewesen sein, oder ein Exfreund, der einen Schlüssel hatte?”
“Nein, das wurde bereits ausgeschlossen.”
“Klingt nach etwas, das wir uns ansehen sollten, oder Dean?”
Dean nickte. Das klang wirklich nach einem Fall. Jody allerdings räusperte sich.
“Da ist noch mehr, was ihr wissen solltet, Jungs.”
Das klang wiederum nicht besonders gut. Dean runzelte die Stirn. Das konnte doch nicht sein, oder? Gerade hatte er sich gefreut und nun klang Jody, als hätte die Sache einen ganz großen Haken.
“Diesmal könnt ihr nicht eure übliche Nummer abziehen. Dieser Fall ist nicht der einzige seiner Art, es gibt mehrere solcher Fälle, über diverse Bundesstaaten verstreut. Das FBI ist bereits an der Sache dran und hat auch den Fall meiner Kollegin übernommen. Ich bezweifle allerdings, dass die Feds Erfolg haben werden mit ihren Ermittlungen, wenn es sich wirklich um einen Geist handelt.”
Na ganz toll! Dean schüttelte den Kopf und auch Sam sah wenig begeistert aus. Ihre Jobs waren nie ungefährlich, aber wenn nun auch noch die Möglichkeit dazu kam, den Anzugträgern dumm vor die Füße zu stolpern… nicht unbedingt das, was sich die beiden Brüder vorstellten. Ihre letzten Zusammenstöße waren zwar schon eine Weile her, aber sie beide erinnerten sich noch allzu gut daran.
Dean stand auf und drehte eine langsame Runde um den Tisch, an dem Sam immer noch saß. Sam grinste. Man konnte seinen Bruder fast denken hören.
“Ich glaube… ich bin nicht scharf darauf, dem FBI in die Quere zu kommen. Gar nicht. Aber sie sind oft genug richtige Flachpfeifen und wenn sie nicht gerade Akte X spielen, dann haben sie keine Ahnung, worauf sie sich da einlassen. Eigentlich würde ich mich da trotzdem ganz weit fernhalten, um ehrlich zu sein. Aber wenn es bereits eine Serie ist, und noch mehr junge Frauen traumatisiert werden… die ja nun wirklich nichts dafür können, dass die Feds keinen Plan haben...”
Sam nickte, denn er verstand seinen Bruder sehr gut. Die gleichen Gedanken waren ihm auch schon durch den Kopf geschossen.
“Jody? Ich sehe das wie Dean. Ich bin nicht begeistert, aber noch weniger kann ich ruhig schlafen, wenn ich weiß, dass da draußen Menschen in Gefahr sind, denen wir helfen könnten. Kannst du uns ein paar Daten schicken? Ich denke, Dean und ich fahren einfach mal los und schauen, was wir vielleicht herausfinden können, ohne dem FBI auf die Füße zu treten.”
“Na gut, ihr werdet wissen, was ihr tut.”
Dean und Sam sahen sich gleichzeitig mit hochgezogenen Augenbrauen grinsend an. Als würden sie wirklich immer wissen, was sie taten. Jody irrte sich gewaltig, aber keiner der Brüder dachte auch nur im Traum daran, sie aufzuklären.
“Klar. Wir melden uns, sobald wir etwas herausgefunden haben!”
“Bis dann, Jungs. Seid vorsichtig. Aus den Fängen der Feds werde ich euch nicht befreien können, das sollte euch klar sein.”

Jody legte auf und Dean klatschte in die Hände.
“Super, endlich ein Job! Wollen wir uns gleich auf den Weg machen?”
“Dean! Komm runter. Wie ich vorhin sagte, wir haben bergeweise Dreckwäsche herumliegen und ich denke, wir sollten abwarten, bis wir mehr Infos von Jody geschickt bekommen haben. Erst dann macht es Sinn, loszufahren.”
Dean grinste.
“Na gut. Dann gehe ich mal in die Küche, es ist von gestern noch etwas Kuchen übrig. Du kannst ja dazu kommen, wenn du die Waschmaschine angeschmissen hast.”
Dean verließ die Bibliothek und ließ einen sprachlosen Sam zurück. Der schüttelte nur den Kopf. Das war so typisch sein Bruder!
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