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Am Ende

OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Herr Gevatter Jirko Meister
02.11.2018
02.11.2018
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Disclaimer: meine Krabat Geschichte orientiert sich stark an dem Roman "Krabat" von Otfried Preußler. Alle Rechte an den vorkommenden Charakteren bleiben bei eben jenem Autor. Allein der Handlungsverlauf dieser Geschichte ist von mir erdacht. Bitte seht davon ab, diese Geschichte weiter zu veröffentlichen.
Die Rechte an den von mir zum Schluss der Geschichte verwendeten Lyrics des Songs „Am Ende“ liegen allein bei der Band ASP; der Song hat mich ebenfalls zum gleichnamigen Titel meiner Geschichte inspiriert.



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Die Mühle stand in Flammen! Dichter schwarzer Rauch türmte sich auf über der Mühle im Koselbruch, Funken stieben in die Höhe und erloschen in der Nacht. Gierig und rücksichtslos fraß sich das Feuer durch das Holz, zerbiss Tisch und Stuhl, Pritsche und Strohsack, leckte an den Balken, wütete unerbittlich und unersättlich, hinauf bis zum reetgedeckten Dach. Von der Mühle am schwarzen Wasser, so wussten die Müllerburschen, würde bis zum Morgengrauen nichts mehr übrig sein als heiße Asche und und schwarze Ruinen.
Überstürzt und voller Hast hatten sie ihr weniges Hab und Gut zusammen gerafft und waren fortgelaufen; einzig und allein die verwischten und eiligen Spuren im Schnee waren von ihnen geblieben. Die Müllerburschen und das Mädchen selbst hatten den Weg eingeschlagen nach Schwarzkollm, hatten der Mühle den Rücken zu gekehrt, ohne auch nur ein letztes Mal zurück zu schauen. Sobald sie den Koselbruch verlassen hatten, da spürten sie, wie etwas von ihnen abfiel; die schwere und dunkle Last vieler Jahre, die Trauer und das Bangen um die Mitgesellen und letztens auch um sich selbst. Düstere Formeln und Sprüche lösten sich auf in ihren Köpfen und wurden zu verschwommenen und verworrenen Erinnerungen, gleich denen eines Fiebertraums. Wer sich noch einmal genau an sie zu erinnern versuchte, dem wollte es nicht gelingen. Und wenn auch der konturenlose Schatten noch lange Zeit nicht weichen wollte, so hatte er doch keine Macht mehr über sie.

Das Feuer hatte die ganze Mühle an sich gerissen, nichts blieb vor ihm verschont. Gewaltig und gefährlich spiegelten sich die Flammen im Mühlbach bis es plötzlich krachte und das Mühlrad unter tanzenden Funken und Getöse ins Wasser stürzte. Eine gigantische Hitze erfüllte die Winternacht und nichts und niemand, kein Mensch und kein Tier, ward nun mehr gesehen im Koselbruch.
Doch die Mühle war nicht verlassen.

Regungslos abwartend und wissend, dass er besiegt war, verharrte der Schwarze Müller im hohen Lehnstuhl in der Meisterkammer, gefangen im Feuer, wohl wissend, dass es ihm sein Ende bereiten würde. Den Blick zu Boden gerichtet, die Hände in einer Geste der Entwaffnung mit den Handflächen nach oben auf dem massiven Pult, so saß er da und wartete.
Seine Macht war gebrochen in dem Moment, als das Mädchen ihren Burschen blind unter den anderen erkannt hatte und der Meister hatte sich nicht dagegen gewehrt. Der Koraktor gab klare Antwort, wie es sich zu verhalten hatte und der Müller hatte die Gesellen und das Mädchen ziehen lassen müssen. Er selbst war zurück geblieben in der schwarzen Kammer und ließ es geschehen.
„Ich bin allein“, dachte er „allein auf dieser Welt.“
Nichts war geblieben von dem mächtigen Hexer, dem Menschenschinder, dem Schwarzen Müller im Koselbruch, als ein Mann, der besiegt war und die Erkenntnis, dem Schnitter bald unausweichlich Auge um Auge entgegen zu treten, war einher gegangen mit einer unübersehbaren Veränderung des Mannes, der dort saß.
Grau war sein Haar und sein Gesicht wie mit Kalk bemalt, so war es jedes Jahr mit dem Müller im Koselbruch. Je älter das Jahr wurde, desto mehr schien auch die Zeit mit aller Macht auf den Müller zu wirken. Doch nun war es nicht mehr allein seine Gestalt, der die Zeit in die Knochen gefahren war. Gebeugt saß er im wuchtigen Hochlehner, der Blick starr, seine linke Augenhöhle umzüngelt vom gefährlichen Schein der brennenden Mühle, blind und gleichgültig und es war, als ginge den Müller das hier alles nichts mehr an, als wäre er schon fortgegangen, vor langer Zeit.
Eingesunken und fahl war er und er sah unendlich müde aus und so viel älter, als er vermutlich war, aber das wusste niemand, nicht einmal er selbst vermochte sich zu erinnern.

Das Feuer war mittlerweile bis zur schwarzen Kammer vorgedrungen. Hungrig fraß es sich durch das Holz. Schwarzer Rauch drängte durch Ritzen und die Tür und mit ihm dunkle Gedanken und die Erkenntnis, dass es keinen Ausweg gab.
Er hatte sich Zeit erkauft, der Müller am schwarzen Wasser, und er hatte den Schnitter fortreiten lassen dürfen, Jahr um Jahr, und war selbst auf der Mühle verblieben, verjüngt und unversehrt. Dieses Jahr würde er dem Gevatter mit leeren Händen entgegen treten.
Der Meister verharrte weiterhin ruhig, doch er bebte nun, seine Knöchel traten weiß hervor, als seine Hände vom Pult auf seinen Schoß gleiten ließ, wo sie sich zitternd ineinander verkrampften und er verspürte eine Furcht, wie er sie in seinem Leben bisher nur einmal verspürt hatte.
Nur einmal..
Nun, am Ende aller Dinge, fühlte er sich urplötzlich zurück versetzt, auf den Pferderücken, hoch in den Lüften, den Marschall von Sachsen hinter sich, die Flinte blind im Anschlag, gezielt auf den Angreifer. Auf den Adler des Sultans. Auf..

„Jirko!“
Er wusste, dass ihm seine Sinne einen Streich spielten, sein gesundes Auge tränte ob des dichten, schwarzen Rauchs, er wusste, dass ihm das Bewusstsein jeden Moment schwinden könnte, so schwer legten sich die dunklen Schwaden auf seine Lungen, doch vor seinen Augen löste sich eine Gestalt aus dem Rauch, schemenhaft und gesichtslos, doch der Müller brauchte kein Gesicht zu sehen, um zu verstehen, wer da vor ihm stand.
„Jirko.“
„Hallo, Freund.“ Ein Flüstern, ein Hauch, ein Sturm, der sich erhob und den Meister im Innersten zu verwüsten wusste.

Und mit welch einer Sehnsucht wünschte er sich plötzlich, dieses Hirngespinst sei echt! Er hob seine Rechte, langsam und zaudernd, aus Furcht, die Rauchgestalt zu schrecken und wieder allein zu sein. Er wagte kaum zu atmen, er hatte nicht gewusst, dass ihn nicht allein schwarzer Zauber und Magie, die seinen Leib und Geist durchtränkt hatten, am Leben hielten, sondern dass da noch etwas anderes war, etwas, das nun in seiner Brust heftig und schnell schlug und zu zerspringen drohte.
Erschüttert, fast entsetzt ob seiner Empfindungen ließ er die Hand zurück in seinen Schoß fallen und sank zurück in den Lehnstuhl.
„Wieso bist du hier?“ fragte der Meister, müde, fast unwirsch.
„Ich bin nur hier, weil du es so wolltest.“ Wieder ein Wispern, Rauch, der sich durch den Raum bewegte und im Flackern der Flammen Schatten tanzen ließ.

Und schlagartig fing der Müller an, zu lachen. Ein kaltes Gelächter, freudlos, meckernd, wie ein Ziegenbock, so saß er immer noch zusammengesunken im großen Stuhl, den Kopf mit geschlossenem Auge in den Nacken gelegt und es schüttelte ihn vor Lachen.
„Weil ich es so wollte? Weil ich wollte, dass mir in meiner letzten Stunde noch einmal gespottet wird? Um mir vor Augen zu führen, welch verbitterter und einsamer Tor ich bin?“
Und eine weitere Salve seines Gelächters dröhnte durch die Kammer.
„Was für eine Ochse müsste ich sein, um das zu wollen! Nein, ich wollte das nicht, Jirko!“
Er blickte den Schatten an, der hier und da kräuselnd, doch ansonsten reglos auf der anderen Seite des Pults verharrte und dem Meister nichts entgegnete als stummes Abwarten. Und mit einem Schlag verließ jeglicher Hohn die Züge des Schwarzen Müllers.
„Ich wollte das nicht..“
Und er sank wieder in sich zusammen, gebrochen und verletzt ob der schmerzhaften Erinnerung, kein schwarzer Zauberer, nur ein Mann, der sich selbst um alles beraubt hatte, mit mehr Narben auf der Seele, als äußerlich je hätten sein können.

Minuten vergingen, für eine Weile war nur das unerbittliche Prassen der brennenden Mühle zu hören.
„Dein Auge“, flüsterte der Schatten dann, „das war ich?“
„Schön treffsicher warst du dort, du alter Hund. So wie ich mit der Flinte. Der Marschall von Sachsen und ich, wir sind geradewegs über dem Türkenheer abgestürzt, hinein ins Feuer. Ich muss wohl einen Zauber beschworen haben, denn der Marschall überlebte den Sturz, ohne jeglichen Schaden genommen zu haben, nicht einen Kratzer konnte man an ihm feststellen. Ich jedoch erwachte einige Tage später im Krankenlager, meine linke Augenhöhle leer, wulstig und wund, wie ausgekratzt. So einige Knochen und Rippen hatte ich mir gebrochen, es war ein Wunder, dass ich den Fall lebend überstanden hatte. Als Kriegshelden feierten sie mich, doch war ich ihnen nicht geheuer mit meinen schwarzen Kräften. So überließen sie mir dieses Stück Land hier. Ich aber fand keine Ruhe. Ich bereiste ganze Kontinente, denn an dem Tag, an dem ich den Adler des Sultans erschoss, verlor ich alles, was für mich von Wert und Bedeutung war.“
Die Stimme des Meisters war leise geworden und unverkennbare Traurigkeit und Schmerz lagen in ihr, als er weitersprach.
„Ich habe dich gesucht, Jirko! In den brechenden Wellen des Ozeans, im Schatten dichter Irrgärten, auf der Weite des Feldes in dunkler Nacht. Im tiefsten Innern meiner in Scherben liegenden Seele habe ich gehorcht, um dich zu finden. Doch ich fand dich nicht, nicht nach Wochen, nicht nach Monaten, nicht nach Jahren. Schlussendlich war ich es, der gefunden wurde vom Gevatter. Er kam, um mich abzuholen, doch ich war nicht bereit zu gehen; ich konnte nicht gehen, dein Schicksal noch immer ungewiss. Und so bot ich dem Schnitter einen Pakt an, der mir Zeit verschaffen würde, dich zu finden und er lehnte ihn nicht ab.“
„Was für ein Pakt war das?“
„Mit der Abmachung des Pakts kehrte ich zurück zu dem Stück Land, das mir vor Jahren aus Furcht und zur einfachen Abfertigung gegeben worden war. Ich wurde der Müller am schwarzen Wasser mit zwölf Müllerburschen und einen von ihnen gab ich dem Gevatter zum Opfer, Jahr um Jahr, in jeder Altjahresnacht. Oft ritt ich tagelang fort von der Mühle, denn ich hatte die Suche nach dir noch nicht aufgegeben. Doch Jahre gingen ins Land und von dir keine Spur und ich merkte, dass es vielleicht einfacher war, dich tot zu glauben und die Schuld auf mich zu nehmen.“
Schweigen. Dann der Anflug eines traurigen Lächelns auf dem müden Gesicht des Müllers.
„Ist es nicht irrwitzig, Jirko? Erst brachte ich dich um und dann starben so viele Burschen an meiner statt, weil ich die Gewissheit nicht ertragen konnte, dich ermordet zu haben und ich hoffte, dich eines Tages wohlbehalten auf der Schwelle der Mühle stehen zu sehen.“
„Nun bin ich hier.“
„Rauch und Schatten bist du, mehr nicht und das ist mein Verschulden.“
„Mittlerweile wäre ich mit dem Gevatter mitgeritten, so oder so. Du bist alt, Müller im Koselbruch, auch wenn dir die Zeit durch deinen Pakt nicht viel anhaben kann. Doch heute Nacht bist du es, der dem Gevatter zum Opfer gebracht wird.“
Die Worte taten ihre Wirkung. Blinzelnd sah der Meister auf. Für einen Moment war ihm gewesen, als hätte er das alles schon hinter sich gelassen, die brennende Mühle, die Flammen, die Furcht. Für einen Moment war die Furcht dem Gram und dem unausgesprochenen Flehen nach Vergebung gewichen, doch nun war sie wieder da. Die Angst, mit der Schuld ins Grabe zu gehen, setzte sich schwer auf des Müllers Brust wie ein Alb in der Nacht.
„Jirko..“ Der Meister stockte, die Worte wollten ihm nicht in den Sinn kommen, stattdessen beugte er sich über und vergrub das Gesicht in seinen Händen und tränenlose Wellen des Schluchzens erschütterten seinen Leib.

Da rührte sich plötzlich die Rauchgestalt. Lautlos flüsterte sie über das schwere Pult hinweg und umhüllte Lehnstuhl und Meister. Hände, dunstig und nicht greifbar, legten sich sanft auf des Müllers Schultern, als wollten sie der sich dort in Jahrzehnten angehäuften Last den Raum nehmen und sie verscheuchen. Der Rauch umgab den Müller, legte sich auch auf Stirn und Wange, strich sachte über das blinde Auge und eine Träne löste sich aus dem anderen. Ein alter Freund war die Gestalt, die dem Meister bis auf den Grund seiner Seele zu schauen und dort die unausgesprochenen Worte zu hören vermochte.
„Es gibt nichts zu verzeihen.“ Wisperte der Schatten.
„Ich habe dich umgebracht, Jirko. Einst waren wir wie Brüder und dann habe ich dich umgebracht, weil ich zu töricht war, um zu erkennen, dass man in einem einzigen Augenblick alles verlieren kann. Es gibt nichts zu verzeihen, das heißt, es gibt nichts, was jemals verziehen werden könnte.“
Noch immer hatte der Meister das Gesicht in den Händen vergraben, er wagte nicht, aufzusehen, zu schwer lag die Schuld und der Schmerz auf seinen Schultern. Sanft strich der Rauch über seine Wange.
„Ich bin tot, Zaubererbruder. Und lass dir von mir sagen, der Tod hat nichts furchtsames an sich für den, der erkennt, dass es Zeit ist zu gehen. Ich bin dem Gevatter gefolgt als er mich in den Lüften auffing, der Knall deiner Flinte noch immer in meinen Ohren, der Goldknopf heiß und tödlich in meinem Fleisch. Ich sah dich fallen, die Ungläubigkeit in deinem Blick und ich wusste, dass du dir in dem Augenblick nicht anders zu helfen hattest gewusst. Nichts von alldem war gegen mich gerichtet, gegen deinen Zaubererbruder. Das weiß ich und deshalb konnte ich gehen. Einzig und allein Erlösung und Vergebung lagen für mich auf dem Pfad, den die Kutsche des Gevatters fuhr. Ob du dir selbst vergeben kannst, das liegt nicht an mir, doch ich habe dir vergeben, noch bevor ich mit dem Schnitter davon ging.“

Das Feuer der Mühle war mittlerweile in die Kammer gedrungen, fraß an Tisch und Lehnstuhl, vertilgte alles. Das Beben, das den Körper des Meisters durchfahren hatte, ebbte ab; er spürte, dass es an der Zeit war. Langsam hob er den Kopf und blickte der Rauchgestalt entgegen.
„Ob ich mir selbst vergeben kann..“ Murmelte er, mehr zu sich selbst.
Ungläubigkeit lag in seiner Stimme und stumme Sehnsucht, durchtränkt von der in vielen Jahren gegorenen Bitterkeit. Alte Sturheit und die Angst, sich von einem Hirngespinst täuschen zu lassen, kämpften mit dem Wunsch nach Vergebung, nach nicht enttäuschter Verletzlichkeit. Doch lag dies in Jirkos oder in seiner Hand..?
Und als er die Worte seines Freundes zuletzt begreifen konnte, da wurde die Ungläubigkeit auf seinen Zügen abgelöst von Erkennen, von Dankbarkeit und von tiefer Erlösung.
„Es ist gut, Jirko“, lächelte er und in seinen Zügen lag Befreiung; die Befreiung von Gram und Schmerz- und schlussendlich die Freiheit, nun gehen zu können.
„Es ist gut.“

Der Raum stand in Flammen und der Müller mittendrin. Die Rauchgestalt Jirko war für den Meister nicht mehr zu erkennen, so dicht umgaben ihn Flammen und schwarzer Qualm. Da meinte er, von draußen Pferde zu hören und eine Kutsche, die anhielt. Schwere Schritte in der brennenden Mühle, dann ein Schatten, der auf ihn zu kam, eine rote Hahnenfeder am Hut tragend.
„Es ist Zeit“, raunte der Schatten mit der Hahnenfeder, leise, aber unnachgiebig. Er trat noch einen Schritt näher heran „Nun, Schwarzer Müller im Koselbruch, ist es Zeit für dich, zu gehen!“
Und der Gevatter bot dem Meister seine Hand dar und dieser ergriff sie, voller Zuversicht, fast dankbar und ohne jegliche Furcht. Hand in Hand ließen sie sich von den Flammen einhüllen und verließen diese Welt.





So reitet der Gevatter
am Ende auch zu mir.
Geht, öffnet ihm die Gatter
und öffnet ihm die Tür!

Ich bin von Herzen müde,
das Ende ist erreicht.
Der Schnitter, wie im Liede,
macht alle, alle gleich.

So will ich von dem Bösen
und Schlechten, das mich trieb,
mich in der Hoffnung lösen,
dass man mir noch vergibt.

Drum werft den Höllenzwang nun
in einen See so tief!
Ich will den letzten Gang tun,
zu dem der Schnitter rief.

So wenig meiner Ziele
hab ich am Schluss erreicht.
Es gibt der Sklaven viele,
die Menschen sind nicht gleich.

Ihr guten, treuen Hände!
Leibeigenschaft und Fron,
die seien heute zu Ende
und Freiheit euer Lohn.

Doch bräucht' es ganze Scharen
von Zauberern, und Zeit
das Schöne zu bewahren
und die Gerechtigkeit.

Die Welt, sie muss sich wandeln,
bin ich auch nicht mehr da.
Soll'n Mächtigere handeln,
als ich es jemals war.

Hab für mein Brot gesungen,
so reich ich nun auch bin.
Einst war ich Betteljunge,
und so geh ich dahin.

Einst waren wir wie Brüder,
in Freundschaft tief vereint.
Ich sah die zwölf nie wieder
und scheide ganz allein.

Was einmal deine Beute,
bekommt man nie zurück.
Sie fehlt mir, selbst noch heute
im letzten Augenblick.

Nun will ich nicht mehr weinen,
komm, führ mich in dein Land!
Will mich mit ihr vereinen
in deiner sanften Hand…

ASP- Am Ende




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Anmerkungen zum Schluss:

Lange Zeit hab ich nichts mehr geschrieben und ich kann mir im Nachhinein nicht erklären, warum ich eins meiner liebsten Hobbys so vernachlässigt habe. Nun bin ich wieder dabei, zurück zu finden und dies hier ist die erste Geschichte seit sechs Jahren, die ich fertiggestellt habe. Ich habe gemerkt, dass ich ziemlich eingerostet bin und bin bei weitem nicht zufrieden mit diesem Ergebnis. Trotzdem wollte ich diese „fertige Baustelle“ gern veröffentlichen, um vielleicht ein paar Anregungen, Tipps und konstruktive Kritik zu erhalten (Shoutout an euch liebe lesende Menschen).

In meinem Text schreibe ich an einer Stelle „ Und lass dir von mir sagen, der Tod hat nichts furchtsames an sich für den, der erkennt, dass es Zeit ist zu gehen.“
Es liegt nicht in meiner Absicht, den Tod damit zu verharmlosen, oder Erfahrungen anderer Menschen mit dem Thema „Tod“, klein zu reden oder ihnen ihre Gültigkeit abzusprechen. Lediglich meine persönlichen, subjektiven Vorstellungen vom Tod haben hier mit reingespielt.
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