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Tales of Courage

Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
02.11.2018
23.12.2018
5
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E-Man

Tales of Courage #1

MineTown
Einer nach dem anderen setzten sich die Schülerinnen und Schüler an ihre Plätze an den jeweils zu dritt zusammen gestellten Tischen. Es war äußerst ungewöhnlich, dass ein so großer Kurs, bestehend zu 80% aus Mädchen das Fach Elektronik belegte.

Am Pult vor dem Smartboard saß bereits ihr Lehrer zurückgelehnt, mit seinen Füßen auf dem Tisch und seinen Armen vor der Brust verschränkt. Er wartete bis sich alle gesetzt hatten.

Peter: „Habt ihr Bock?“

Kurs: „Ja!“

Peter Johnson hatte kurze braune Haare und einen kurzen, gepflegten Bart.

Peter: „Überraschungstest.“, sagte er mit fröhlicher Stimme.

Der Kurs seufzte.

Peter: „Hey, ich mach nur Spaß. Ich hab doch selber keine Lust darauf. Für mich ist das wesentlich mehr Arbeit als für euch.“

Er vernahm ein erleichtertes Gemurmel.

Peter: „Außerdem ist es Freitag und ich hab keine Lust mehr, vor allem weil ich mir heute Abend anhören darf was ihr euren Eltern so über mich erzählt.“

Er lachte neckisch.

Peter: „Wessen Eltern kommen denn heute Abend?“

Einige Hände hoben sich.

Peter: „Alles klar, ich freue mich. Kommt irgendwer von euch mit? Bis auf ein paar wenige Mädchen nahmen die Schüler ihre Hände wieder herunter.

Peter: „So, da ich keinen Bock habe und wir sowie so sehr gut im Zeitplan sind, hab ich euch nen netten Film zum Thema mitgebracht.“

Er kramte in seiner braunen Ledertasche und holte eine DVD hervor.

Peter: „Inception.“

Die Freude des Kurses war offensichtlich, während Peter den Film vorbereitete und die Fenster verdunkelte.

Peter: „Ich würde jedoch in der Zwischenzeit gerne kurz mit Jessica Virce sprechen.“

Er sah ein braunhaariges Mädchen mit dunkelblauen Augen und heller Haut an. Sie war sichtlich etwas nervös, als sie aufstand und mit Peter in den kleinen Nebenraum ging. Peter schloss die Tür und setzte sich auf einen von zwei Stühlen. Jessica nahm auf dem anderen Platz.

Peter: „Wie geht es dir, Jessica?“

Jessica: „Gut, wie-wieso?“

Die 16-jährige war immer noch nervös, da sie nicht wusste, warum Mr. Johnson sie aus dem Unterricht geholt hatte.

Peter: „Wir sprechen im Lehrerzimmer ab und zu mal über unsere Schüler und es sind seit der letzten Gesamtkonferenz einige Kollegen auf mich zu gekommen und haben mich beschuldigt, ich würde meine Schüler zu gut bewerten, weil Elektronik und Humanbiologie bei mir und Sport die einzigen Fächer sind, in denen du nicht zwischen 3 und 4 stehst. Ich hab dich jetzt nochmal ein paar Wochen beobachtet und finde deine Einsen immer noch gerechtfertigt. Deshalb wollte ich dich einfach fragen, was in den anderen Fächern los ist.“

Jessica suchte eine Weile nach den richtigen Worten.

Peter: „Ich will mich dir nicht aufdrängen oder in deine Privatsphäre eindringen, ich will dir nur helfen.“

Jessica seufzte.

Jessica: „Die… die anderen Lehrer… bei den anderen verstehe ich den Stoff einfach nicht so gut, wie bei Ihnen.“

Peter lächelte amüsiert und zog wissend seine Augenbrauen hoch.

Peter: „Sie sind aber genau so gut ausgebildete Pädagogen wie ich und soweit ich das beurteilen kann alle gute Lehrer.“

Jessica sah ihm kurz in die Augen, wurde jedoch rot und sah auf ihre Oberschenkel.

Peter schmunzelte. Er hatte solche Situationen schon erlebt.

Peter: „Pass auf, wenn du Hilfe brauchst, oder einfach darüber reden willst, sprich mich an. Ich bin nicht umsonst Vertrauenslehrer.“

Jessica nickte schüchtern und folgte ihm zurück in die Klasse. Peter setzte sich auf einen freien Platz neben eine seiner Schülerinnen und sah den Rest des Films an, checkte jedoch zwischendurch seinen Instagram Account und sah sich ein paar Snaps an, die er von seinen Freunden und ehemaligen One-Night-Stands bekommen hatte.

Als die Stunde vorbei war ging er erst kurz ins Lehrerzimmer um seine Tasche abzustellen und danach auf den Schulhof, wo er Aufsicht hatte und aufpassen musste, dass sich keiner der Teenager wehtat. In dieser Viertelstunde passierte nicht sonderlich viel, abgesehen davon, dass er von einigen neuen Schülerinnen fasziniert oder schwärmerisch angestarrt wurde und sein Handy klingelte. Es war ein guter Freund von ihm namens Michael Timothy Varis.

Peter: „Hey, was gibt’s?“

MT: „Kommst du heute Abend wieder mit ins Northstar?“

Peter: „Ich weiß es noch nicht, vielleicht. Aber ich hab vorher noch Elternsprechtag.“

MT: „Ah, stimmt. Okay, komm einfach vorbei, wenn du noch kannst und willst.“

Peter: „Alles klar, mache ich. Viel Spaß schon mal.“

MT: „Danke, Hau rein.“



Nach der Pause hatte er Schulschluss und fuhr für zwei Stunden nach Hause. Vor ein paar Jahren hatte er auf dem Klo eine Idee bekommen: Elektrizität kann dem menschlichen Körper so viel verbessern! Er begann also zu forschen und hatte heute endlich sein Projekt fertig gestellt. Es war ein Paar Armmanschetten, die den Körper des Trägers unter Strom setzten. Dies brachte ihm viele Vorteile wie erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, Ausdauer, Stärke und Geschwindigkeit. Er legte sie zum ersten Mal an um sie richtig zu testen.

Er begann zu rennen und krachte in einen seiner Schränke. Dieser wackelte und aus einem der höheren Fächer fiel ihm ein Teller auf den Kopf. Er zerbrach, hinterließ jedoch kein Anzeichen einer Wunde.

Es klingelte an der Tür. Peter erschreckte sich und schoss ausversehen einen Blitz aus seiner Hand.

Peter: Was zur?

Er ging zur Tür und öffnete sie. Vor ihm stand seine Nachbarin Elsa Brown. Sie hatte helle Haut und hellblonde Haare.

Elsa: „Ist alles okay bei dir? Ich hab von nebenan so komische Geräusche gehört.“

Peter: „Alles gut, mir ist nur ein Teller runtergefallen.“

Elsa: „Okay. Gut, dass alles in Ordnung ist. Wir sollten mal wieder Kaffee trinken gehen.“

Sie warf ihm einen verführerischen Blick zu. Peter schmunzelte.

Peter: „Gerne. Nur heute passt es mir leider nicht.“

Elsa: „Okay. Ich bin dieses Wochenende leider nicht in der Stadt aber nächste Woche ginge bei mir.“

Peter: „Wie wäre Dienstag?“

Elsa: „Klingt gut.“

Sie lächelte und gab ihm zum Abschied einen Kuss auf die Wange.



Zurück in der Schule saß Peter in einem der vielen Klassenräume und wartete auf die nächsten Eltern. Die Tür öffnete sich und ein älterer Mann mit grauen Haaren an den Schläfen und schwarzen auf dem Kopf kam herein.

„Mister Johnson?“

Peter: „Korrekt.“

Er stand auf und schüttelte die Hand des Vaters.

Marshall: „Steve Marshall, meine Tochter Jemma hat bei ihnen Humanbiologie.“

Peter sah durch seine Unterlagen und fand seine Notizen zu ihr.

Peter: „Genau, Jemma Marshall. Hier. Jemma ist eine Schülerin, bei der ich viel Potential sehe und meine Kollegen sprechen auch äußerst hoch von ihr aber bei mir im Unterricht ist sie oftmals abgelenkt. Sie ist aber auch immer sehr gut vorbereitet.“

Marshall: „Abgelenkt? Das hat mir von den anderen Lehrern niemand gesagt.“

Peter: „Mir auch nicht, Mr. Marshall. Bei meinen Kollegen und Kolleginnen ist sie wohl immer hochmotiviert bei der Sache und es tut mir auch leid, ihr makelloses Zeugnis mit einer zwei zu zerstören aber ich erwarte auch, dass meine Schüler mir zuhören und ich sie nicht aus ihren Tagträumen wecken muss.“

Marshall: „Ich verstehe.“

Peter: „Wenn sie das will, kann ich ihr gerne noch eine kleine Zusatzaufgabe geben um noch auf eine Eins zu kommen, sie muss mir jedoch auch beweisen, dass sie auch im Unterricht wirklich anwesend ist.“

Marshall: „Ich danke Ihnen und ich werde es ihr ausrichten.“

Peter nickte.

Peter: „Das war von meiner Seite soweit erstmal alles.“

Marshall: „Danke sehr, machen sie es gut.“

Sie standen auf und verabschiedeten sich förmlich.



Kurz nachdem er den Raum verließ kam eine braunhaarige Mutter mit ihrer Tochter herein und Peter begrüßt beide mit Handschlag.

Peter: „Miss Virce und Miss Virce. Schön, dass sie kommen konnten.“

Monica: „Schön, dass sie sich die Zeit für uns nehmen.“

Peter: „Ich will ehrlich sein, ich mach das hier nicht freiwillig, aber es ist trotzdem immer interessant, die Eltern hinter den talentierten Schülern zu sehen. Sie sind dieses Jahr zum ersten Mal hier, nicht wahr?“

Monica: „Ja, wir wohnen erst seit diesem Jahr in MineTown.“

Peter: „Ah, verstehe. Lassen Sie mich raten, Sie kommen aus… Tropicarif?“

Monica: „Savanna.“

Peter: „Nah dran.“

Monica: „Also, ich bin ja mit und vor allem wegen meiner Tochter hier und bis jetzt haben wir leider wenig gutes gehört.“

Peter: „Bis jetzt.“

Er grinste und holte seine Notizen zu Jessica hervor, die bisher noch kein Wort gesagt hatte.

Peter: „Jessica Virce, 16 Jahre alt in meinen Elektronik- und Humanbiologie-Kursen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kollegen habe ich an der Leistung ihrer Tochter nichts auszusetzen. Sie beteiligt sich regelmäßig, schreibt perfekte Klausuren, ist immer sehr gut vorbereitet. Ich weiß nicht, wieso aber bei mir ist sie eine Musterschülerin.“

Monica: „Muss an ihrem guten Aussehen und Charme liegen.“, sagte sie scherzhaft.

Jessica wurde augenblicklich rot, was keinem der Anwesenden entging.

Jessica: „Mom!“

Monica: „Ist schon okay, ich war in deinem Alter total in meinen Sportlehrer verknallt. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen.“

Peter: „Viel länger kann es aber auch noch nicht her sein, oder?“

Monica: „Oh, Sie Charmeur.“

Jessica: „Können wir bitte über etwas anderes reden?“

Monica: „Ach, Jessy Schatz.“

Sie strich ihrer Tochter durch die Haare.

Monica: „Meine Erlaubnis hättest du.“

Peter sah sie äußerst überrascht an.

Jessica: „Was meinst du?“

Monica lachte.

Monica: „Erzähl ich dir, wenn du älter bist. Haben sie noch etwas, Herr Lehrer?“

Peter schüttelte den Kopf.

Monica: „Dann vielen Dank für Ihre Zeit.“

Peter: „Vielen Dank für Ihre Erlaubnis. Ich denke jedoch eher nicht, dass ich in nächster Zeit darauf zurückkommen werde.“

Sie verabschiedeten sich und Peter sah auf die Uhr.

Peter: Auf ins Northstar.

In der beliebten Bar angekommen suchte er sein Freunde und fand sie schnell. MT Varis, Jake Lynch und Jason Monroe saßen in einer Sitzecke mit vier jungen Frauen zusammen.

Als Jake ihn sah, grölte er etwas unverständliches.

Jason: „Da ist ja unser Lehrer.“

Eine der Frauen sah ihn verführerisch an.

„Ich hatte schon immer einen Lehrer-Fetisch.“

Peter: „Nur deshalb bin ich Lehrer geworden.“

Er setzte sich zwischen zwei der der Frauen und legte seine Arme um sie. Als Sophie Northstar, eine der beiden Besitzerinnen zu ihrem Tisch kam bestellte er ein Glas Cola-Whiskey für sich und zwei Cocktails für seine Sitznachbarinnen.



Am nächsten Morgen wachte er mit starken Kopfschmerzen auf. Als kleiner Löffel lag Miss Lehrer-Fetisch vor ihm. Er gähnte und drehte sich auf die andere Seite.

„Au!“

Er öffnete seine Augen wieder und stellte fest, dass er seinen Arm einer anderen jungen Frau ins Gesicht geschlagen hatte, die ihm bekannt vor kam.

Peter: „Tut mir leid,… Jean?“

Er war etwas schockiert. Er lag zwischen einer jungen Frau, die er vor gestern Abend noch nie gesehen hatte und Jean Cobb, einer Referendarin aus seiner Schule, die er an ihrem ersten Tag durch die Schule geführt.

Jean: „Ja?“

Peter: „Wir hatten… Wow. Das war echt nicht mein Plan.“

Jean: „Aber meiner.“

Sie lächelte ihn an und legte ihren Kopf auf seine Brust und schloss ihre Augen.
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