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Silberphönix

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Luna Lovegood Neville Longbottom OC (Own Character)
01.11.2018
06.08.2021
26
36.313
5
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23.07.2021 1.187
 
Sie saßen alle in ihrem Bett. Viliana umklammerte ihre Knie mit den Armen.
„Bereit?“, fragte Celeste und wartete das Nicken ihrer Zimmergenossinnen ab.
„Nox!“
„Es nervt voll, dass du die ganze Zeit einfach überall das Licht ausmachen musst, seit du den Spruch vorhin gelernt hast!“, beschwerte sich Audrey und klappte geräuschvoll ihr Buch zu, „Gute Nacht!“
Celeste kicherte leise, was von dem Rascheln der Bettdecken verschluckt wurde.
Bald waren alle eingeschlafen, nur Elisabeth war noch wach. Sie hatte die erste Nachtschicht.
Als ihr 2 Stunden später ein immer wieder einsetzender Sekundenschlaf zu schaffen machte, weckte sie Piper und setzte sie flüsternd ins Bild: „Bis jetzt ist alles ruhig. Viliana zuckt sich nicht und alles ist normal. Ich geh schlafen. Gute Nacht!“
Piper nickte und rieb sich die Augen. Was sollte sie nun tun?
Leise tappte sie ans Fenster und betrachtete die Mondbeschienene Landschaft unter ihr. Es bot sich ihr ein fantastischer Ausblick. Weite Wälder, von Bergen gesäumt, der See lag still und friedlich und aus Hagrids Hütte drang Licht sowie ein zarter Streifen Rauch aus dem Kamin.
Leider konnte sie den Anblick nicht sonderlich lange genießen, denn schon kurz darauf furh Viliana aus dem Schlaf hoch.
Still schlug sie die Decke zurück, schwang die Beine aus dem Bett und zog sich ihre Pantoffeln über.
Schockiert betrachtete Piper sie, mit vor Überraschung heruntergeklappter Kinnlade.
Zugegeben, Schlafwandeln war eine plausible Erklärung für Vilianas nächtlichen fehlen, aber Piper hatte doch die Hoffnung gehabt, dass sie in der Bibliothek eingeschlafen war oder im Gemeinschaftsraum. Das war auch der Grund, weshalb sie sich keine weiteren Gedanken machte, was in diesem Fall weiter zu tun war.
Als Viliana sich daran machte den Schlafsaal zu verlassen, begriff Piper, dass sie nun handeln musste.
Sollte sie sie wecken?
Besser nicht, hatte sich nicht mal gehört, dass die Schlafwandelnden sich dann nicht furchtbar erschrecken könnten? Also lieber laufen lassen. Aber dann musste sie sie begleiten!
Umständlich schälte sie sich aus ihrem Schneidersitz und hüpfte von der Fensterbank.
Sollte sie jemanden anderes wecken?
Ach, warum denn? Sie wollten doch alle nur friedlich schlafen. Außerdem, was sollte es bringen? Konnte sie etwa nicht allein auf ein schlafendes, harmloses Mädchen aufpassen? Wieso sollte sie Hilfe brauchen, das war doch nur eine Lappalie.
Piper griff nach ihrem Morgenmantel und fluchte, als sie ein Kribbeln in die Knie zwang. Ihre Beine waren eingeschlafen und fühlten sich nutzlos taub an.
Sie schaute auf und Viliana war weg. Die Tür war soeben ins Schloss gefallen.
Piper fluchte weiter und versuchte tänzelnd zu ihrer Freundin aufzuholen. Die war bereits an der Treppe auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum, als sie den Gang zu den Schlafsälen erreichte.
Verdammt, wie konnte ein schlafendes Mädchen nur so schnell sein?
Die Wendeltreppe nach unten erwies sich als ernstzunehmender Gegner, doch unten angekommen war auch das letzte Körperteil von ihr nun vollends wach, nicht zuletzt durch den Stress, den sie sich in den letzten Minuten selbst eingeredet hatte.
Aufgeregt schlich sie um Viliana herum.
Was tun, was tun?!
Am besten, sie versuchte sie wieder in den Schlafsaal zu geleiten, bevor sie ins Treppenhaus gelangte. Nachts durften die Schüler nicht durch die Gänge laufen, das wurde ihnen bereits am ersten Tag deutlich gemacht. Wer sich erwischen ließ, riskierte Punkteabzug für sein Haus.
Vorsichtig zupfte sie an Vilianas Ärmel, doch sie ignorierte sie.
Auch war der Versuch sie an den Schultern zu halten und sie ein wenig lenken zu wollen nicht von Erfolg gekrönt.
Als sich Viliana nicht mehr nur ihrem Griff entwand, sondern sich förmlich aus Pipers Hand riss, gab sie schließlich auf und folgte ihr nach draußen.
Sie schalt sich innerlich dafür niemanden geweckt zu haben, denn nun war sie dazu verdammt allein mit ihr durch die Schule zu laufen. Sie konnte Viliana schlecht allein lassen, um einen Lehrer zu holen, da sie ihr sonst verloren gehen würde. Außerdem, wo sollte sie denn einen Lehrer auftreiben? Wo waren sie in der Nacht? Wechselten die sich ab und streiften durch die Gänge? Das konnte sie sich kaum vorstellen. Ein wenig schöpfte sie Hoffnung niemandem auf ihrem nächtlichen Streifzug zu begegnen, als ihr Mr. Filch, der Hausmeister einfiel. Ein Schaudern befiel sie, als sie sich ausmalte, wie er um jede einzelne der Ecken auf sie lauern könnte, um sie abzupassen und auf frischer Tat zu ertappen. Der Typ war einfach zu gruselig.
Warum hatte Viliana nicht heute Nachmittag Prof. Flitwick von ihrer Vermutung erzählt?
Bis aufs Äußerste angespannt folgte Piper ihrer Freundin immer tiefer ins Schoss. Es war zu dunkel, um sich richtig orientieren zu können, alles kam ihr fremd vor. Als sie meinte einen Gang wiederzuerkennen, blieb sie für einen Moment stehen, um sich umzuschauen. Waren sie im Kerker? War das nicht der Weg zum Klassenraum für Zaubertränke? Gerade wollte sie wieder zu Viliana aufschließen, als ihr etwas auffiel. In der Dunkelheit zeichnete sich deutlich ein lila Nebelstreif ab. Bei genauerer Betrachtung schien er von ihrer Freundin zu kommen. Warum konnte sie das erst jetzt sehen? Wo kam der so plötzlich her?
Mit vergrößertem Abstand folgte sie ihr und bewunderte das sanfte Leuchten und Glitzern, dass sich immer mehr und mehr auf dem Boden ausbreitete, als sie ein weiteres Paar Schuhe bemerkte, dass sich in ihr Blickfeld geschoben hatte.
Erschrocken quickte Piper kurz auf und hielt sich die Hand vor den Mund, um ein weiteres Geräusch zu unterdrücken. Jetzt wurden sie wohl doch erwischt!
Leskan stand vor ihr und starrte in die Leere.
Unschlüssig stand Piper vor ihm und betrachtete ihn argwöhnisch.
„Hallo?“, fragte sie zaghaft, doch er antwortete nicht.
Abschätzend warf sie einen Blick auf Viliana, die unweit von ihnen stehen geblieben war, dann hob sie eine Hand und fuhr damit vor Leskans Augen auf und ab.
„Merkwürdig“ murmelte sie und lief wieder zu Viliana. Sie stand ebenso bewegungslos da und starrte dumpf vor sich hin.
Ein aus der Ferne lauter werdenden Geräusch ließ sie zusammenfahren. Es gab keine Möglichkeit sich zu verstecken, also erwartete sie klammen Herzens was ihr blühen würde. Es war ohnehin unvermeidlich gewesen.
Keuchend bog Malfoy um die Ecke, spähte den Gang herunter, wirbelte dann zu ihnen herum und fuhr zusammen.
„Was zum…“, zischte er laut hinter zusammengepressten Zähnen, „Was macht ihr alle hier? Was soll das werden? Wisst ihr eigentlich wie spät es ist? Ihr solltet längst im Bett sein! Mann, ihr habt mich fast zu Tode erschreckt, was soll dieser Auflauf mitten in der Nacht?!“
Unsicher blickte sich Piper um. Es hatte ihr im wahrsten Sinne die Sprache verschlagen. Er hatte sie genauso erscheckt!
Der Slytherin-Vertrauensschüler lief zu seinem Cousin und legte ihm die Hand zwischen die Schulterblätter, versuchte ihn wieder zurück in die Richtung zu buxieren, aus der er gekommen war: „Marsch ins Bett mit dir!“
Leskan drehte sich unwirsch weg und blieb an seinem Platz.
„Was soll der Mist? Komm schon!“, versuchte er es erneut.
„Er hört dich nicht.“, erklärte Piper leise, „er schlafwandelt, so wie Viliana!“
Draco kniff die Augenbrauen zusammen, als hätte er Schwierigkeiten Pipers Worte zu begreifen, drehte sich schließlich wieder zu Leskan um und schnippte mit den Fingern vor seinem Gesicht.
„Ach du Schande.“, stöhnte er als er sich von der Wahrheit Pipers Worte überzeugt hatte.
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