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Silberphönix

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Luna Lovegood Neville Longbottom OC (Own Character)
01.11.2018
06.08.2021
26
36.313
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21.07.2021 1.263
 
Sie schauten Leskans Freunden nach, bis sie sich weit genug entfernt hatten. Widerwillig wandte sich Leskan um und starrte an dem schlaksigen Jungen vorbei auf den See.
„Also nochmal von vorn“, hob dieser an, „Mein Name ist…“
„Ich wie du heißt.“, blaffte ihn Leskan an.
„Oh gut, das ist schon mal ein Anfang!“
Ein verunsichertes Lachen entwich ihm, dann folgte erneut diese unbehagliche Stille und Draco strich sich übers Haar. Mit einem Seufzen ließ er sich unterhalb von Leskan ins Gras fallen und stützte sich mit den Ellenbogen ab, sodass sein Cousin hinter ihm saß, abgeschirmt von seinem Blickfeld. Wenn Leskan nicht weiter zuhören wollte, konnte er gehen. Draco würde ihn nicht aufhalten.
„Ich weiß nicht warum, aber niemand bis auf deine Eltern wusste je von deiner Existenz. Ich war der Erste unserer Familie, der es erfuhr. Das war bei der Tradition des sprechenden Hutes.“
Draco lauschte der einsetzenden Stille.
„Vielleicht war das die beste Option von allen. Bei uns aufzuwachsen wäre die Hölle gewesen. Oh, entschuldige bitte, ich wollte noch,“ Draco drehte sich um, „Mein Beileid für, naja, die fehlende Möglichkeit deine Eltern kennenzulernen.“
Er drehte sich um und schaute ihn direkt in seine grauen Augen.
Leskan funkelte ihn böse an.
„Ja, ich weiß. Ganz ehrlich: Das ist kein großer Verlust. Ich glaube nicht, dass sie großartige, liebevolle Menschen abgegeben hätte, die im Stande gewesen wäre Werte oder Zuneigung zu vermitteln, aber ich hätte die gern die Möglichkeit gegeben das selbst einzuschätzen.“
Er zupfte einen Grashalm ab und begann ihn in kleine Teile zu zerpflücken, den Blick erneut in die Ferne gerichtet: „Meine Familie weiß nichts von dir. Ich habe niemandem etwas gesagt.“
Leskan fand seine Sprache wieder. Mit belegter Stimme krächzte er: „Warum?
„Du wärst sofort mit Briefen bombardiert worden. So wie du mich von Anfang ab abgewimmelt hast, schienst du mir nicht sonderlich scharf auf Kontakte zu deiner zwielichtigen Familie zu sein. Sonderlich lange wird das aber nicht auf sich warten lassen, da muss ich dich vorwarnen. Sicher haben einige Schüler ihren Eltern über die Neuzugänge in Hogwarts berichtet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das überall durchsickert und dann haben wir beide ein Problem.“
Er strich die zerkleinerten Pflanzenteile von seinem Umhang und richtete sich seufzend auf.
„Wieso sollte das Probleme geben? Warum sollte ich irgendwen interessieren, wenn es doch bis jetzt sonst auch niemanden gekümmert hat?“
Ungläubig und mit einer erhobenen Augenbraue musterte Draco seinen Cousin.
„Aus sehr vielen Gründen. Erstens: Du bist der letzte Lestrage und nachdem die Familie Black einige ihrer Familienmitglieder aus ihrem Stammbaum entfernte, bist du nun der nächste Erbe. Das sind 2 Blutlinien, sehr Geschichtsträchtig und anerkannt und außerdem, „Draco stockte kurz und winkte ab, „vollendete Reinblüter. Völlig überholter Mist, ich weiß. Zweitens: Du bist verwandt mit mir, also mit der Familie Malfoy. Beide Familien kommen aus Frankreich und ich weiß nicht, wie das bei deinen Namensvettern ist, aber wir haben zu unseren Leuten guten Kontakt. Gut möglich, dass das auch auf dich zukommen wird. Du bist der letzte Nachfahre in Großbritannien.“
Leskan schien überfordert zu sein.
„Das interessiert mich doch alle nicht. Die Namen, von denen du gesprochen hast, die kenne ich, wenn überhaupt, nur aus dem Tagespropheten. Aber warum mache ich dir dadurch Probleme?“
„Weil ich meiner Familie, beziehungsweise unserer Familien nicht loyal gegenüber war. Ich hätte sofort alle informieren müssen. Jetzt werden sie über Dritte davon erfahren oder von Paparazzi überfallen und ich falle als Familienoberhaupt in Ungnade.“
Er schnaubte und schüttelte den Kopf: „Naja, nicht so wichtig. Das soll meine Sorge bleiben. Eigentlich will ich dich nur wissen lassen: Du hast eine Familie. Mehrere sogar, wenn du willst. Du musst nicht mehr in dieses Waisenhaus zurück, wenn du nicht willst. Meine Mutter würde sich sicher freuen, wenn du zu uns kommen möchtest. Mi casa es su casa.“
„Das war kein Französisch“, bemerkte Leskan nach einer Pause.
„C´est vrai“, nickte Draco, „gut erkannt.“
„Lass mich drüber nachdenken.“
„Gib mir Bescheid, wie du dich entschieden hast. Meine Mutter wird mir noch mehr als genug die Leviten lesen, wenn sie erfährt, dass ich ihr ein Kind unserer Sippe verschwiegen habe.“
Draco saß noch eine halbe Stunde länger am See, um Leskan einen Vorsprung zu Schloss zu gewähren, obwohl er noch genügend Arbeit vor sich hatte. Aber nichts läge ihm ferner, als sich Leskan aufzudrängen oder ihm dieses Gefühl zu vermitteln. Es war ihm gar nicht bewusst, wie sehr er gelitten haben musste, doch seine Vorstellung von Horror wurde in den letzten Monaten ohnehin auf ein ganz anderes Level gehoben.
Er schüttelte den Gedanken ab und kämpfte sich den Trampelpfad hoch auf den Waldweg. Er war so sehr damit beschäftigt seinen Gedanken zu entfliehen, dass er das Mädchen dort gar nicht wahrnahm. Beinahe wären sie zusammengestoßen, als er einen dicht bewachsenen Busch beiseite drückte und sich unsanft auf den Weg schob.
Wie ein Reh erstarrte im Lumoslicht erstarrte Luna, als Draco wie aus dem nichts vor ihr auftauchte. Nur knapp 2m vor ihr, blieb auch er abrupt stehen.
Innerlich fluchte er. Wie viel Pech kann man an nur einem Tag haben? Erst hatte er Hermine ein Gespräch aufgezwungen und dann Luna fast überrannt. 2 Frauen, die von seiner eigenen Familie, auf mittlerweile seinem Anwesen gefoltert wurden. Die Erkenntnis traf ihn unerwartet hart.
„Entschuldige, bitte“, murmelte er und wollte gesenkten Blickes an ihr vorbei stürmen. Gut möglich, dass auch Longbottom ganz in der Nähe war. Die beiden waren in letzter Zeit so oft zusammen unterwegs gewesen. Das wäre nun vermutlich der Super-Gau geworden.
„Nicht schlimm. Ich bin unterwegs zu den Thestralen. Möchtest du mitkommen?“, fragte sie ganz offen und unbefangen.
Draco blieb mitten in einer Bewegung stehen, nur seine Augen huschten auf dem Boden hin und her. Obwohl der Weg breit genug war, kam es ihm vor, als würde Luna ihm den Weg abschneiden. Nicht etwas körperlich, sondern mir dieser ganz eigenen entwaffnenden Freundlichkeit. Wie kam er hier nur wieder raus? Höflich ablehnen?
„Ich hab’s nicht so mit magischen Tierwesen.“, stammelte er.
„Oh, ich bin mir sicher, das ist denen egal. Die haben es auch nicht so mit Menschen. Aber sie sind sehr sanftmütig.“, versuchte Luna ihn zu beruhigen.
Verunsichert spähte er den Weg hinauf.
„Ich will dich eigentlich nicht stören, bestimmt hattest du anderes im Sinn als ausgerechnet mit mir, ich meine, du würdest sicher andere Gesellschaft vorziehen.“, versuchte er sich herauszuwinden.
„Du störst nicht, hier entlang“, scheuchte sie Draco weiter.
Er seufzte ergeben. Dann gab er eben noch ein wenig auf sie Acht, damit diese Thestrale sie nicht angriffen oder so. Er hatte keine Ahnung was das für Wesen sein sollten, aber sie waren ihm schon jetzt suspekt.
Stumm lief er neben Luna her, aber die Gesprächspause, die sich zwischen ihnen auftat, schien sie nicht im Mindesten zu stören. Ganz anders bei Draco. Er konnte den Gedanken nicht abschütteln, dass das Einzige was sie verband, die verfluchte Gefangenschaft in seinem Keller war. Er widerstand den Druck dies zu thematisieren nur mit größter Anstrengung, aber er wusste, dass es sich ihm immer wieder aufdrängen würde. Immer, wenn er sie sah. Aber hatte er das Recht sie darauf anzusprechen und diese Erinnerung wieder ans Tageslicht zu befördern? Sie waren ganz allein im immer dichter werdenden Wald. Was, wenn sie sich bedroht fühlen würde? Andererseits war sie gerade die Ruhe selbst. Warum hatte sie keine Angst vor ihm?
„Es tut mir leid.“
Erschrocken stellte er fest, dass ihm die Worte einfach entglitten waren.
Luna schaute ihn unverwandt ein paar Schritte lang an und suchte seinen Blick.
Er zuckte unter ihren hellen Augen zusammen.
Sanft entgegnete sie: „Was genau meinst du?“
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