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Silberphönix

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Luna Lovegood Neville Longbottom OC (Own Character)
01.11.2018
06.08.2021
26
36.313
5
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
01.11.2018 1.701
 
---- Ein Wort vorweg ----
Ich lasse die Bedingungen möglichst real.
Das heißt leider auch, dass dies hier keine HG/DM o.ä. wird. Dazu gibts später vielleicht noch eine andere FF :)
Ich werde in dieser Geschichte hin und wieder zwischen OC´s und unseren bereits bekannten Figuren wechseln, wenn ihr Anmerkungen dazu habt und von einem der beiden etwas mehr lesen wollt, schreibt mir gerne ein Kommentar dazu. Mein Hauptfocus wird auf den OC´s liegen, die ihr Abenteuer bestreiten werden.
Diese FF hat keinen Plot.
Wünsche können berücksichtigt werden (wenn sich die Figuren nicht gerade verselbstständigen oder ganz arg gegen meine nächsten Handlungsstrukturen verstoßen).
Da ich mich Stilistisch ein wenig ausprobieren und austoben möchte, kann es sein, dass sie Erzählperspektiven manchmal wechseln. Ich versuche da aber ein wenig Struktur beizubehalten, damit es nicht allzu wild für euch wird.
Über Reviews, Empfehlungen und Co. freue ich mich immer, das sind ja bekanntlich die wahren Kekse für Autoren :)
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Neville ließ den Blick schweifen. Erleichterte Lehrer saßen neben Schülern, denen der Schrecken noch nicht aus den Gesichtern gewichen war. Auch Trauer war zu erkennen. Einige Ordensmitglieder waren unter den Opfern, darunter auch ein Weasley. Neville wandte sich ab und humpelte aus der großen Halle. Er wollte nicht wissen welche seiner Freunde nun auf ewig fehlen würden, zumindest noch nicht für diesen Moment.
Auf halbem Wege zum Innenhof begegnete er Filch, der leise fluchend einige Steine mit einem Besen zusammenzukehren versuchte. Ein aussichtsloses Unterfangen, fast der ganze Zugang zum Korridor lag in Trümmern.
„Mr. Longbottom!“, rief ihm eine gehetzte Prof. McGonagall aus einiger Entfernung Aufmerksamkeit suchend zu, „Haben Sie Mr. Potter, Miss Granger und Mr. Weasley gesehen?“ Sie wirkte ein wenig zerstreut, einige Strähnen hatten sich aus ihrem Dutt gelockert und flogen ihr ins Gesicht.
„Nein Professor, leider nicht.“, entgegnete er ihr.
Sie blickte sich suchend um: „Sollten Sie sie sehen, bringen Sie sie bitte ins Büro des Schulleiters. Wir sollten uns alle zusammen dringend unterhalten.“ Eiligen Schrittes verschwand sie in der großen Halle.
Eine Weile überblickte er den Innenhof. Ein paar Menschen saßen in der Sonne und inspizierten die Schäden. Auch Luna war hier. Sie hob grüßend die Hand als sie Neville entdeckte und er tat es ihr gleich. Nachdem sie schweigend in der großen Halle neben einander gesessen hatten, gingen sie ohne auch nur ein Wort miteinander gesprochen zu haben ihrer Wege und doch war es so, als hätten sie alles ausgesprochen, was ihnen auf dem Herzen lag. Aber er war im Moment der Wahrheit doch zu feige gewesen es auszusprechen. Später würde er es nachholen müssen, das wusste er.
Neville stieg auf ein paar Felsbrocken, die wohl ein Riese hier fallen gelassen haben musste und spähte in die Ferne. Der Zusammenstoß der Todesser mit der Verteidigungslinie des Schlosses hatte dem früher so schönen Innenhof nicht gutgetan. Er war kaum wiederzuerkennen. Auf der steinernen Brücke, einem der wenigen Zugänge zum Schloss, erkannte er seine drei Freunde gedankenverloren in seine Richtung schlendern. Er winkte ihnen zu und sprang unbeholfen von seinem Podest.
„Hey!“, grüßte er sie matt, als sie sich erreichten, „McGonagall will uns sprechen, ich glaube es geht um die Schule.“
„Uns alle?“, wollte Ron wissen.
„Ja, es schien ziemlich dringend“, nickte Neville und betrachtete ihn genauer, „Du willst sicher erstmal zu seiner Familie?“
Ron schüttelte den Kopf, „Das kann ich noch nicht.“
Neville verstand das. Er trauerte mit ihm, auch wenn er nicht wusste wen er genau betrauerte. Der Schmerz der Hinterbliebenen reichte ihm völlig.
Sie machten sich auf den Weg und plauderten eine Weile über Nichtigkeiten, bis sie vor dem Büro standen. Der Eingang wurde noch immer von der Phönixstatue bewacht, welcher Neville das Passwort verriet. Gemeinsam traten sie ein.
Drinnen erwarteten sie bereits einige Lehrer und Ordensmitglieder.
„Ah, Potter! Schön Sie zu sehen!“, empfing Slughorn Harry erfreut.
„Professor“, nickte dieser grüßend, unsicher was genau er zu erwarten hatte und wandte den Blick zu dem riesigen Schreibtisch des Schulleiters, hinter dem nun McGonagall zum Vorschein kam. Sie seufzte und wusste anscheinend nicht womit sie beginnen sollte.
„Wie sie wissen, verpflichtete sich Hogwarts seit jeher der Bildung junger Hexen und Zauberer. Nie hatten wir einen Grund die Tore der Schule zu verschließen. Doch angesichts der Zerstörung, dieses Ausmaßes…“, sie stoppte kurz und rang nach Worten.
„Werden wir unser Möglichstes tun die Schule so schnell wie möglich neu zu errichten?“, beendete Hermine den Gedankengang ohne eine Spur von Zweifel aufkommen zu lassen.
„Sie hat recht, Professor“, schloss Harry an ohne Gelegenheit für eine Erwiderung zu geben, „Wir können uns nicht unterkriegen lassen. Wenn Sie den anderen die richtigen Zauber lehren, dann“
„Ich weiß was Sie damit sagen wollen und ich wusste auch welche Position Sie hierin vertreten würden, Mr. Potter. Aber Teile des Schlosses sind bereits nicht mehr begehbar. Wir leben unter einer Decke, die wohlmöglich jederzeit einbrechen könnte. Dieser Gefahr können wir die Schüler nicht aussetzen.“, unterbrach ihn McGonagall.
„Professor, bitte!“, versuchte Neville zu beschwichtigen, „Ist es wirklich nötig wie Schule für längere Zeit zu schließen? Wir Schüler kennen diesen Ort so gut wie sie alle.“ Er machte eine einschließende Handbewegung, „Lassen Sie uns, wenn nötig, draußen Zelte aufschlagen. Solange es etwas in Hogwarts zu tun gibt, werden Sie die Schüler nicht so leicht zum Abreisen zwingen können.“
„Es geht nicht nur um den Willen der Schüler. Die Eltern und Schulräte werden dem nicht zustimmen, ihre Ambitionen in allen Ehren.“, entgegnete Slughorn sanft.
„Dann laden wir sie ein.“, erklärte Flitwick zu Überraschung aller, „Ich bin der Meinung von Mr. Potter. Wie sollen wir die nächsten Jahre Jahre verbringen? Ohne Ausbildung der künftigen Zauberer? Sollen wir sie in die Vereinigten Staaten schicken? Oder Frankreich? Es tut mir leid, aber die gegebenen Umstände zwingen uns neue Wege zu gehen. Es mag unorthodox erscheinen, aber wir sind auf jede Hilfe angewiesen, die wir kriegen können!“
„Aber Filius!“, widersprach ihm McGonagall, „Es sind Kinder“
„Kinder die einen Krieg miterlebt und genug durchgemacht haben, ich weiß. Aber wer sonst soll die Schule aufbauen? Wir allein? Dann würden wir schließen müssen. Das Ministerium? Die haben mit sich selbst zu kämpfen, außerdem haten wir schon einmal eine Ministeriumshexe als Lehrerkraft, so schnell bin ich nicht noch einmal erpicht darauf das Ministerium in übergreifender Kompetenz nach Hogwarts zu holen.“, argumentierte er stoisch weiter. Sehen Sie es als Herausforderung oder erweiterten Unterricht. Den Ausdehnungszauber wollte ich dieses Jahr ohnehin noch behandeln, wieso dann nicht auf Zelte um den Schülern Obdach zu gewähren?“
Fassungslos starrten ihn alle an. „Gibt es dazu Einwände, die Herren und Damen Professoren?“, fragte er provokant in die Runde.
Sprout kicherte vergnügt in sich hinein und schüttelte mit dem Kopf.
„Nun gut, dagegen lässt sich nicht mehr viel entgegnen.“, gab sich McGonagall geschlagen und hob resignierend die Hände. „Dann habe ich jetzt jede Menge Eulen zu verschicken. Informiert die Schüler bitte. Wer möchte kann noch heute abreisen, die Bleibenden wenden sich bitte an Professor Flitwick. Sie drei“, sie deutete auf Harry, Ron und Hermine, „bleiben bitte noch einen Augenblick.“
Als sich Neville zum gehen abwenden wollte, hielt in Sprout zurück: „Mr. Longbottom, ich brauche ihr helfende Hand. Kommen Sie mit!“

Zielstrebig schritt sie voraus und unterhielt sich über die Schulter mit dem einige Schritte hinter ihr folgendem Neville: „Sie verstehen sich gut auf Kräuterkunde, wie genau haben sie sich doch gleich ihre Zukunft vorgestellt? Ich hoffe doch, sie nutzen ihr Talent!“ Sie bog in einen entlegeneren Winkel ab.
„Um ehrlich zu sein, wollte ich mir erst etwas Solides suchen, im Ministerium vielleicht.“
„Unsinn!“, polterte die untersetzte Dame, „Was wollen sie denn da? Sie gehören in ein anständiges Gewächshaus!“ Sie blieben vor einem riesigen Geflecht stehen. Es füllte einen langen Flur auf und schwoll in dessen Mitte bis zur Decke an.
„Professor?“, fragte Neville vorsichtig, „Ist das eine Teufelsschlinge?“
„Korrekt, Mr. Longbottom! 10 Punkte für, naja, egal! Ich habe das Pflänzchen hier ausgesetzt und gehofft, dass es ein paar Todesser aufhalten würde. Es ist ein wenig groß geworden. Offenbar hat es sich gut ernährt. Sie sind einer meiner besten Schüler und ich weiß nicht, was alles zum Vorschein kommt, wenn wir den Korridor geräumt haben, deshalb wollte ich nur Sie um ihre Mithilfe bitten. Es scheint mir keine gute Idee Minerva wissen zu lassen, was ich vor ihrem Klassenzimmer losgelassen habe!“, erklärte sich Sprout.
„Da bin ich ganz ihrer Meinung!“, pflichtete Neville bei, während er sich die Ärmel seines Umhangs höher krempelte, den Blick auf die tödliche Pflanze geheftet.
Ein paar Minuten später hatten sie sie Pflanze auf ein erträgliches Maß gestutzt. Sprout sammelte die Reste auf. „Haben sie mal daran gedacht Lehrer für Kräuterkunde zu werden? Ich möchte gern noch ein paar Bildungsreisen unternehmen, solange ich noch gut in Schuss bin und möchte meine Schüler in guten Händen wissen.“
Neville starrte sie sie begeistert an und begann zu lächeln: „Sie können sich auf mich verlassen!“
Augenzwinkernd verabschiedete sie sich und schlug den Weg in Richtung der Gewächshäuser ein.

Um einiges beschwingter als vorher kam er in der großen Halle an. Hier herrschte geschäftiges Treiben. Trelawney war mit der Seelsorge beschäftigt und hielt ein Mädchen tröstend im Arm. Einige Schüler hatten sich nach draußen begeben und standen in Grüppchen um Professor Flitwick, der ihnen einige Bewegungen vorführte. Aber Neville hatte keine Zeit, er suchte jemanden. Aufmerksam durchstreifte er das Portal und die umliegenden Gänge.
„Meinen Sie so?“, bemerkte er eine sanfte, leise Stimme. Unter tausenden würde er sie wiedererkennen.
„Nein, nein!“, schimpfte eine raue Stimme, „Das war viel breiter!“
Neville folgte den Geräuschen und entdeckte Luna und Filch in einem entlegeneren Gang. Er war viel aufgeräumter als vorher.
Aufwendig und mit ausladenden Gesten beschrieb Filch die eingestürzten Säulen in ihrem ursprünglichen Zustand. Konzentriert hörte Luna ihm zu und schwang ihren Zauberstab.
„Ist es so besser?“, erkundigte sie sich, ohne Neville bemerkt zu haben.
„Ja, viel besser!“, lobte Filch, nun deutlich weniger genervt.
Er räusperte sich und beide fuhren herum. „Kann ich vielleicht helfen?“, fragte er vorsichtig und schenkte Luna ein vielsagendes Lächeln.
„Na wenn´s denn sein muss!“, raunzte Filch und wendete sich wieder dem Haufen Schutt zu, erneut in wichtige Beschreibungen der Säulen und Wände vertieft.
Luna schenkte ihm ein weiteres Lächeln. Es kam ihm vor, als wisse sie erneut alles, als könne sie in seinen Kopf schauen. Ganz so, als wäre es nie nötig gewesen, das Offensichtliche auszusprechen.
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