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#8456w

von Saruna
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Elijah Kamski Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
01.11.2018
23.11.2018
6
18.395
5
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
12.11.2018 2.967
 
Datum
15.08.2040
Uhrzeit
00:49 Uhr


Die Luft war kühl, aber nicht zu kalt. Es war angenehm und auch ohne Jacke ertragbar, aber in einem alkoholisierten Zustand dürfte dies einem regelrecht egal sein, da die Empfindungen gestört wurden. So musste es dem wahrscheinlich betrunkenen Lieutenant gehen. Immerhin war er laut seiner eigener Aussage in eine Bar gegangen, doch selbst nach der fünften war er nicht aufspürbar. Jedes mal betrat ich hoffnungsvoll eine Bar und wurde sogleich auch wieder heraus gebeten, da man „meine Visage“ überall erkennen konnte. Damit war der Fernsehbericht von vor zwei Jahren gemeint, indem man sah, wie ich zusammen mit North, Simon, Josh und Markus auf einem Podest stand. Ich war verblüfft über das gute Gedächtnis meiner Mitmenschen und gleichzeitig wusste ich, dass mich die meisten eher erkannten, da dies nicht die erste Suchaktion war. Selbst in seinen Lieblingsbars hatte er sich nicht aufgehalten, was mich verzweifeln ließ. Ich stellte mir die unwahrscheinlichsten Szenarien vor, die eintreten könnten und wusste trotzdem, dass mein Gedächtnispalast mir einen Streich spielen möchte.
Ich durchsuchte meine Datenbank, um Informationen über Hank herauszufinden und entdeckte, dass er um 19:08 Uhr eine Zahlung in einem nahegelegenen Supermarkt betätigt hatte. Davor schien er beim Chicken Feed gewesen zu sein und später noch ein Glas Whiskey in einer Bar getrunken zu haben, die ich nicht aufgesucht hatte. Sie war in der Nähe des Parks, an dem Hank mich fast erschossen hätte, weil er an meiner Identität zweifelte.
CyberLife hatte die Datenbank zwar nicht für persönliche Zwecke eingebaut, aber sie haben schließlich auch nicht damit gerechnet, dass die Androiden vor fast zwei Jahren eine Revolution anzetteln würden.
Ich analysierte die zusammengetragenen Informationen und die Wahrscheinlichkeit, dass er sich an diesem Ort befinden würde, lag bei 99%.
Es war nicht weit von meinem Standort entfernt und doch kam mir der Weg so unendlich lang vor.
Woran lag das?
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich den Ort und tatsächlich:
Hank saß auf der Parkbank des Spielplatzes von heute morgen. Sein T-Shirt war durchtränkt von Schweiß und mein Scann zeigte mir an, dass seine Atmung flach und ruhig ging, woraus ich den Entschluss zog, dass er wohl eingeschlafen war. Selbst nach einer Annäherung wurde er nicht auf mich aufmerksam, was sehr für meine Vermutung sprach. Er hielt eine Bierflasche locker in seiner Hand und neben seinen Füßen stand ein Kasten mit weiteren Flaschen, die er zur Hälfte ausgetrunken hatte. Sein Kopf hing halb in der Luft und war teilweise an der Bank angelehnt.
Der Spielplatz wirkte trostlos und verlassen, da keine Kinder mehr hier waren, um den Ort eine Art von Lebensgefühl einzuhauchen. Die Schaukeln wurden von der Brise leicht geschaukelt und das Drehkreuz quietschte leise. Menschen mieden solche Orte in der Dunkelheit, da sie ein beliebter Schauplatz für illegale Aktivitäten und andere nächtliche Gruselaktionen waren. Der perfekte Ort, um einen Horrorfilm zu drehen wie Hank sagen würde.

„Lieutenant?“, sachte berührte ich ihn an der Schulter, um ihn nicht zu erschrecken und als er keine Regung zeigte, griff ich zu härteren Mittel.

„Lieutenant, aufwachen!“

KLATSCH

„W-was?! Is' Frühstück fertig??“, konfus setzte er sich auf und blickte um sich, aber vom gewünschten Frühstück fehlte jede Spur. Enttäuscht darüber ließ er sich zurück auf die Bank sinken und wollte gerade wieder einschlafen, aber ich wusste dies zu verhindern. Es erinnerte mich an die Nacht, als ich in das Haus des Älteren eingebrochen war, um ihn auszunüchtern. Danach hielt er mir eine Strafpredigt auf dem Weg zum Eden Club , da ich sein Küchenfenster demoliert hatte.

„Lieutenant, ich bin es, Connor!“, kaum hatte ich das gesagt, spannte er sich an und seine blauen Augen trafen auf meine braunen. Ich konnte so etwas wie Trauer, Wut und Schmerz in ihnen sehen, was für einen unangenehmen Druck in meinem Brustkorb sorgte.
Hatte sich das vergiftete Thirium einen Weg zu meinem Regulator angebahnt?
Er ließ den Kopf hängen und betrachtete die Bierflasche, die er vor Schreck fallen ließ und den Aufprall unbeschadet überstanden hatte. Der Grauhaarige hob sie auf und kniff ein Auge zu, um den Inhalt der Flasche zu studieren, doch es war schon längst kein Tropfen Alkohol darin vorhanden.
Seufzend stellte er sie zu den anderen Flaschen in den Kasten und nahm sich eine neue heraus.

„Nicht..“, flehend blickte ich ihn an, jedoch wich er meinem Blick aus.

„Sieht so aus, als ob ich zu nichts tauge, huh?“, verbittert verzog er das Gesicht zu einer schmerzerfüllten Fratze und konnte mir immer noch nicht in die Augen blicken.

„Der beste Lieutenant von Detroit bezeichnet sich als nutzlos? Wenn es jemand wäre, dann ich. Mein dysfunktionaler Thiriumpumpenregulator und der Fremdkörper behindern mich sowohl im Alltag als auch in der Arbeit. Ich konnte nicht einmal verhindern, dass mein Partner mich verlässt und seine Sorgen im Alkohol ertränkt.“, platzte es aus mir heraus. Ich hätte nicht gedacht, dass sich meine Stimme so unsicher anhören konnte und so...menschlich. Es schwang ein trauriger Unterton mit, der mir fremd war.
Umso größer war das Entsetzen, dass sich auf das Gesicht vom Lieutenant ausbreitete. Aber es schien so, als ob etwas anderes seine Aufmerksamkeit erregt hatte.

„Connor, sind das...Tränen?“

Wie bitte?

Ich führte meine Hand zu meiner optischen Einheit und bemerkte eine Störung. Meine Sicht verschwamm und das Licht der wenigen Laternen wirkte plötzlich viel heller. Eine warme Flüssigkeit bahnte sich ihren Weg nach unten und schien nicht aufhören zu wollen. Mit meinem Finger fing ich eine einzelne Träne auf und hielt sie hoch. Solch eine Reaktion habe ich noch nie bei mir beobachtet. Ich spürte wie meine Mundwinkel anfingen unkontrolliert zu zucken und ich bemerkte wie die Sonne meines Gedächtnispalasts von schwarzen Regenwolken verdeckt wurde.
Mein Anblick musste ziemlich erbärmlich für den Lieutenant sein, denn seine Miene verfinsterte sich. Doch dem war nicht so.

„Es ist alles gut.“, er zog mich in eine Umarmung und erst jetzt spürte ich wie groß meine Sehnsucht danach war ohne es zu wissen. Der Druck auf meinem Brustkorb löste sich in Luft aus und war verschwunden. Mein ganzer Körper bebte und ich konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken – mein Körper gehorchte mir nicht mehr.

„Du bist nicht nutzlos. Keiner ist perfekt.“, beruhigte Hank mich. Er streichelte tröstend meinen Rücken und es hatte eine angenehme Wirkung. Das Beben verebbte ein wenig und ich rang um meine Fassade.

„Nicht einmal Androiden?“

„Nicht einmal Androiden.“, schmunzelte Hank. Ich legte meinen Kopf vorsichtig auf seiner Schulter ab.

„Ich lebe erst seit genau zwei Jahren, aber das ist mir neu.“, gab ich zu. Die Tränen versiegten.

„Genau zwei Jahre? Heißt das..?“, ich nickte.

„Genau heute?“, erneut brachte ich nur ein Nicken zustande.

„Und du hast all die Jahre nichts gesagt? Das muss doch gefeiert werden!“, sagte Hank zunächst erschüttert. Plötzlich fing er an zu lachen.

„Ich kann es nicht glauben, dass du mir seit zwei Jahren verschwiegen hast, dass heute dein Geburtstag ist. Warum hast du nichts gesagt?“, wollte er wissen und seine Neugierde war aufrichtig.

„Du hast nie gefragt“, bedachtsam drückte er mich von sich und löste die Umarmung auf. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er wütend reagieren würde, doch es hatte sich ein trauriges Lächeln auf seinem Gesicht breit gemacht.

„Es tut mir leid.“, Hank schaute schuldbewusst weg. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals eine Entschuldigung von ihm hören würde. Andererseits war es mir nicht wichtig.

„Androiden werden nicht geboren, also ist es auch kein Geburtstag. Du musst dich nicht entschuldigen.“, rechtfertigte ich ihn. Erbost blickte er mir in die Augen und schnipste mir gegen die Stirn. Dabei fiel die Detroit Gears Cappy herunter und meine LED wurde offenbart.

„Labber keinen Scheiß! Das ist dein zweites Jahr auf dieser verschissenen Erde und das muss gefeiert werden. Wenn es nicht dein Geburtstag ist, was dann?“, ich wusste, dass es eine rhetorische Frage war, aber ich kam nicht drum herum sie zu beantworten. Währenddessen setzte ich die Cappy wieder auf.

„Der Tag meiner Aktivierung?“

„Zur Hölle mit Geburtstagen. Heute ist..eh..Aktivierungstag!“, nun musste ich lachen. Hank war zunächst verdutzt darüber, aber stimmte in mein Lachen mit ein. Es war so herzlich und aufrichtig, dass mir weitere Tränen kamen, jedoch handelte es sich dabei laut meiner Datenbank um Freudentränen. Die schwarzen Regenwolken lösten sich auf und die Sonne strahlte wie gewohnt durch meinen Gedächtnispalast.


Datum
15.08.2040
Uhrzeit
03:32 Uhr


In 28 Minuten würde Jimmy's Bar schließen, allerdings machte Hank keine Anstalten nach Hause zu gehen. Hank hatte darauf bestanden, dass ich mir auch einige Gläser genehmige, obwohl ich weder Geschmackssensoren besitze noch mich betrinken kann. Jimmy, der Besitzer der Bar , und andere Stammgäste stießen einen Toast aus und amüsierten sich prächtig. Die meisten haben sich nach 3 Uhr auf dem Nachhauseweg begeben, aber Hank verteidigte seinen Titel im Trinken wie ein Weltmeister in den olympischen Spielen. Einerseits erfreute es mich, dass ihn mein „Aktivierungstag“ in solch eine Feierlaune brachte, aber andererseits hatte ich meine Bedenken wegen des großen Alkoholkonsums, den er allein durch den Bierkasten zu verzeichnen hatte. Meine Systeme meldeten keine weiteren Fehler, bis jetzt hat es der Fremdkörper nur bei dem Gerinnsel belassen, was ziemlich erleichternd war. Doch Hank's Organe könnten ihm bald Probleme verursachen.

„Noch 'n Glassch!“, rief er Jimmy zu, der das ganze mit einem Grinsen abtat. Sonst hatte er Hank immer nur wegen unerfreulicheren Ereignissen in seiner Bar sitzen sehen, also war dies eine willkommene Abwechslung. Der Lieutenant lallte unverständliche Dinge und war so ausgelassen wie nie, dennoch verriet mir meine Datenbank, dass es früher oder später ein Tief geben wird, was Melancholie bei den Betroffenen auslöst. Am Anfang machte Alkohol gute Laune, aber später würde das ganze anders aussehen. Bevor es dazu kommen wird, wollte ich ihn aus der Bar bringen.
Jimmy hatte ihm heimlich Wasser untergejubelt, um ihn auszunüchtern, wofür ich sehr dankbar war und bisher hatte der Ältere nichts gemerkt.

„Warum bischt du nich' besoffen?“, lallte er und ich konnte nicht anders als belustigt eine Augenbraue hochzuziehen.

„Alkohol hat keine Wirkung auf mich, weil ich kein Nervensystem besitze, dass ich vergiften könnte. Mein Körper ist anders gebaut als der der Menschen.“, schmunzelte ich über die naive Seite des Grauhaarigen.

„Ich habe ein Taxi bestellt. Es wartet bereits auf uns.“, fügte ich hinzu und half ihm beim Aufstehen. Widerwillig ließ er es geschehen und ich bezahlte den Betrag von meinem Gehalt. Meine LED blinkte kurz gelb und die Zahlung wurde bestätigt. Jimmy nickte mir dankend zu und wünschte uns noch eine schöne Nacht. So gesehen war es fast morgens und wir konnten von Glück reden, dass wir von der Arbeit freigestellt wurden, sonst hätte Captain Fowler uns womöglich suspendiert, da wir sicherlich zu spät zur Arbeit erschienen wären. Auf dem Weg zum Taxi fing Hank an Geburtstagslieder aus seiner Kindheit zu trällern. Das autonome Taxi öffnete seine Türen automatisch und ich platzierte Hank auf den Rücksitz des Autos. Danach nahm ich Platz auf der gegenüberliegenden Seite – die Sitze waren zu einander gerichtet – und schnallte ihn und mich an. Mit einem leisen Surren fuhr das Taxi los und steuerte die vorgegebene Adresse an, die ich ihm noch vor seiner Ankunft mitteilte. Hank mochte die fahrerlosen Autos nicht, da er noch immer auf manuelle Technik schwor.
Plötzlich vernahm ich ein leises Schnarchen und musste feststellen, dass er erschöpfter war, als er es sich selbst zugestanden hatte. Wahrscheinlich würde er sich nicht mehr an die heutige Nacht erinnern, wenn er aufwachte.
Die Fahrt verlief ohne Komplikationen und nach wenigen Minuten erreichten wir das Haus.

„Wir sind da.“, ich tippte dem Lieutenant an die Schulter an und er wurde sofort wach. Erneut half ich ihm beim Aufstehen und mit kleinen Schritten näherten wir uns der Haustür. Auf der anderen Seite der Tür hörte ich ein müdes Bellen, was von Sumo kam, der die ganze Zeit auf uns gewartet hatte.
Mit einem Ruck öffnete ich die Tür und der Lieutenant taumelte in Richtung Badezimmer. Sumo hatte seinen Kopf auf seine Pfoten eingebettet und winselte leise vor sich hin.

„Ich glaub' ich muss kotzen.“

„Das wundert mich nicht. Bei der Dosis wäre es schädlich den Alkohol weiterhin bei sich zu behalten.“, informierte ich ihn, doch er hörte mir nicht zu. Es dauerte nicht lang und ein altbekanntes Geräusch erreichte meine Audioprozessoren. Kurz darauf ertönte das Rauschen von fließendem Wasser, welches von der Spülung kam. Mit lauten Schritten näherte er sich dem Waschbecken und wusch sich das Gesicht.

„Wo is' die Seife?“, fragte Hank und ich hielt den Atem an.

„Ist sie nicht an ihrem Platz?“, tat ich unwissend. Hank fluchte und suchte nicht weiter nach dem Seifenspender. Erleichtert darüber stoß ich die Luft aus und nahm den Lieutenant an die Hand.

„Es ist schon spät. Ruh dich aus.“, lenkte ich weiter vom verschwundenen Seifenspender ab und zog ihn ins Schlafzimmer. Er ließ sich auf das Bett fallen und befreite sich vom verschwitzten Shirt, das er achtlos zu Boden fallen ließ. Ich verließ den Raum und wusste, dass er alleine klarkommen würde, um mich in das Badezimmer zu begeben. Während er beschäftigt war, warf ich einen Blick in den Spiegel. Es war Zeit für einen weiteren Systemcheck. Mein Interface hatte mir diese Meldung schon seit 20 Uhr angezeigt, doch ich verdrängte sie immer wieder, weil die Sorge um Hank größer war als mein eigenes Wohlergehen. Ich war austauschbar, Hank nicht. Ich leitete den Systemcheck ein und die Ergebnisse ließen länger auf sich warten als beim letzten mal.

Kühlsysteme beschädigt – Verstopfung erkannt
Thiriumpumpe stark beschädigt – Verstopfung erkannt
Austausch erforderlich!
#8456w stark beschädigt – Austausch erforderlich!
Thiriumkonzentration liegt bei 89% - geringer Verlust
Energiestand niedrig – Standby empfohlen!

Einige der Meldungen schienen gleich geblieben zu sein, doch eine Veränderung war zu sehen. Statt der leichten Beschädigung vom letzten mal, registrierten meine Systeme eine stärkere Beschädigung. Außerdem hatte ich erneut Thirium verloren, aber ich spürte keinen Druck in meinem Brustkorb. Hatte es einen anderen Weg gefunden? Es gab immer noch keine Perforationen am Kunststoff, weshalb es unwahrscheinlich war. Mein Blick glitt zur Tür, die leicht angelehnt war und meine LED verfärbte sich durch mein angestrengtes Nachdenken gelb.

„Connooooor!“, summte der Lieutenant heiter. Überrascht darüber wurde sie blau.

„Wann komms' du zurüüück?“, er zog das letzte Wort absichtlich lang und ich betrat das Schlafzimmer und sofort kam mir ein Kissen entgegen geflogen. Unerwartet traf es mich und Hank fing an loszuprusten.

„Dein Gesicht!“, er hielt sich den Bauch und schien vor lauter Lachen Schmerzen zu haben.

„Das is' die Rache für heute morgen!“, grinste er diabolisch und klopfte zweimal auf den Platz neben sich. Ich folgte der Bitte und setzte mich zu ihm. Ich zog meine Stirn kraus, als er mich wehmütig anblickte. Da war wieder der Schmerz und die Trauer von vor drei Stunden, als ich ihn auf dem Spielplatz fand.

„Ich will nich' noch 'nen Sohn verlieren, Connor.“, wisperte er und seine Augen wirkten glasig.

„Aber du hattest doch nur einen-“

„Ich will dich nich' verlieren.“, unterbrach er mich. Ich war sprachlos.

Hatte er mich gerade als Sohn bezeichnet?

Ohne auf meine Reaktion zu warten zog er mich in eine Umarmung und fing leise an zu schluchzen.
Ich kannte Hank seit fast zwei Jahren, aber ich habe ihn noch nie weinen sehen. Diese verletzliche Seite von ihm zu sehen, erfüllte mich einerseits mit Glück, weil er sich mir öffnete und andererseits mit Trauer, weil ich ihn nicht leiden sehen wollte. In diesem Moment wurde mir bewusst, welch Leid ich verursachte und ich fühlte mich schuldig. Mein Brustkorb zog sich zusammen und es kam mir so vor, als würden meine Biokomponenten taub werden. Noch schlimmer, ich fühlte wie ich überhitzte. Das Gefühl breitete sich überall aus und mir entglitt die Kontrolle über meinen Körper.

„H-Hank... ich..fühle mich nicht so gut.“, presste ich hervor und augenblicklich ließ er los und blickte mir in die Augen. Meine Atmung ging flacher und mir wurde immer heißer. Es kam einen Schwindelgefühl gleich und erschrocken sprang ich auf, um das Gefühl abzuschütteln, aber stattdessen gaben meine Beine nach und ich schlug auf meinen Knien auf.

„Connor?!“, schrie der Lieutenant panisch und mit jedem Schlag der Thiriumpumpe, merkte ich wie es mir immer schlechter ging. Ich wollte mich irgendwo festhalten, doch meine Finger gehorchten mir nicht mehr und verkrampften sich in mein T-Shirt, bevor sie sich versteiften und nicht mehr loslassen wollten. Mehrere Meldungen blitzten vor meinem Interface auf und Hank versuchte sie von mir loszureißen.

VITALSYSTEME BESCHÄDIGT!
#8456w STARK BESCHÄDIGT!
THIRIUMKONZENTRATION LIEGT BEI 69% - GROßER VERLUST!
-00:03:59 ZEIT BIS ZUM SHUTDOWN!

Wenn die Konzentration unter 50% erreicht, wird der Shutdown eingeleitet.

„Hank..ich brauche..deine Hilfe..“, kam es schwach über meine Lippen. Alle Kräfte sind von mir gewichen und ich fiel zur Seite, doch Hank fing mich auf, bevor ich auf den harten Boden aufschlagen konnte.

„Du..musst..den Regulator..“, ich spürte wie mit jeder Sekunde das vergiftete Thirium immer mehr Gerinnsel ausbildete. Wahrscheinlich unterbrachen sie die Zirkulation, weshalb sich meine Biokomponenten versteiften. Entsetzt riss Hank seine Augen auf und blickte mich flehend an.
Ich wusste, dass er das nicht machen wollte, aber meine Hände gehorchten mir schon lange nicht mehr.

Du bist der..einzige, der es tun kann.

















Damit ist auch dieses Kapitel beendet. Ja, ich weiß. Ein mieser Cliffhanger, aber wir näheren uns dem Ende der Geschichte an. Ich denke es werden noch zwei Kapitel folgen und dann ist die FF auch schon beendet. Was denkt ihr, was als nächstes passiert und wie das Ende aussehen wird?
Hinterlasst mir ruhig eine Review mit eurer Theorie, eurem Lob oder eurer Kritik. Falls ihr Logikfehler findet, bitte Bescheid sagen. Ich bedanke mich wie immer an meine fleißige Reviewschreiberin JoKey, die mir immer so motivierende Worte hinterlässt. Danke dir. :3
Ansonsten wünsch ich euch noch eine schöne Woche und hoffe, dass ihr wieder mit dabei sein werdet, wenn das neue Kapitel hochgeladen wird. ^^

Eure Saruna! <3
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