Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

#8456w

von Saruna
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Elijah Kamski Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
01.11.2018
23.11.2018
6
18.395
5
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
08.11.2018 3.324
 
Datum
14.08.2040
Uhrzeit
07:00 Uhr


Beende Standby...
Abgeschlossen

Ich wurde um Punkt 7 Uhr von meinem System geweckt. Das erste, was ich beim Aufwachen bemerkte, war der schwere Körper des Lieutenants, der sich in der Nacht unbewusst an mich geklammert hatte. Meine Überprüfung ergab, dass meine Thiriumkonzentration immer noch bei 80% lag und jegliches Gefühl der Erschöpfung verschwunden war, was mich erleichtert aufatmen ließ. Mir hat es nicht gefallen dem Schwächeanfall zu erliegen und das Schlimmste war, dass Hank es kaum ertragen hatte mich so zu sehen. Die Bilder von gestern drängten sich vor meine optischen Einheit und nur mit Mühe gelang es mir sie zu vertreiben. Das Badezimmer musste in einem üblen Zustand sein, wenn ich an das schwarze Thirium dachte und ich setzte es mir auf meine Aufgabenliste es noch zu reinigen, bevor Hank aufwachte. Er war erst gegen Mitternacht eingeschlafen, da er immer spät zu Bett ging.
Leise und behutsam befreite ich mich vom Klammergriff und erntete ein genervtes Stöhnen des schläfrigen Lieutenants ein, aber er ließ sich davon nicht beirren und schlief weiter. Wahrscheinlich realisierte er gar nicht, dass ich das Bett verlassen habe, denn er griff im Halbschlaf nach dem Kopfkissen und klammerte sich nun daran. Mein Beileid, wisperte ich dem Kissen zu, obwohl ich wusste, dass es mich nicht verstehen konnte. Ich schnappte mir ein T-Shirt von meiner Seite des Schrankes und zog es mir über. Es war weiß und hatte einen schwarzen Pfotenabdruck aufgedruckt.
Auf leisen Sohlen machte ich mich auf den Weg in die Küche, um Sumo zu füttern und ihn anschließend in den Garten zu entlassen. Der alte Hund brachte nicht mehr die Energie von früher auf und ließ sich auf Spaziergängen sehr viel Zeit. Umgerechnet in Menschenjahre, musste er so alt wie Hank sein. Danach begab ich mich ins Badezimmer und betrachtete mein Werk von gestern: Das Waschbecken sah ziemlich mitgenommen aus und an den Rändern befanden sich getrocknete schwarze Tropfen, der Fußboden hatte das meiste abbekommen und mein T-Shirt lag immer noch achtlos in der Gegend herum. Ich ging zielstrebig zum Schrank unter dem Waschbecken und holte einen Lappen sowie andere Putzutensilien hervor, da ich mir unsicher war, wie wirksam die einzelnen Putzmittel waren. Mein Scann ergab, dass es sich bei den Utensilien um Glasreiniger und fettlösende Mittel handelte, die besonders stark gegen Schmutz halfen. Der Spiegel wurde von den gestrigen Eskapaden zwar nicht getroffen, aber es schadete nicht eine gründliche Reinigung durchzuführen. Zuerst fing ich mit dem Spiegel an und arbeitete mich weiter an das Waschbecken, wobei das getrocknete Thirium keine großen Schwierigkeiten verursachte. Mit einem Wisch verflüchtigte es sich für das sichtbare Auge, aber meine optische Einheit konnte natürlich immer noch Rückstände erkennen. Denselben Prozess machte ich mit dem Boden und er glänzte wie neu.
Gerade wollte ich den Lappen auswaschen, als ich mit meinem Scann einen kleinen Tropfen am Seifenspender erfasste, den ich zum Putzen zur Seite gestellt hatte. Es sah sehr verlockend aus die Probe zu analysieren und Combs Befunde zu überprüfen.

Was ist, wenn er die Ergebnisse verfälscht hat?

Schnell schüttelte ich meinen Kopf, um die lästigen Gedanken loszuwerden, aber meine Neugierde verlangte von mir das Gegenteil. Die Proben wurden sowieso in meiner Auffanggrube durch eine synthetische Amylase, die der menschlichen sehr ähnlich war, aber trotzdem für jegliche Proben gedacht waren, aufgelöst. Um sicher zu gehen, nahm ich ein wenig Speichel und führte sie zum Tropfen - darauf bedacht nicht alles aufzulösen. Nach wenigen Sekunden scannte ich die Probe, aber es tat sich nichts. Da fiel mir ein, dass einige Zeit verstreichen musste, bis sich ein Ergebnis protokollieren lässt. Allerdings konnte ich meinen Versuch nicht unbeaufsichtigt lassen und sah mich gezwungen den Seifenspender mitgehen zu lassen. Ich nahm ein Taschentuch und bedeckte ihn damit, da die Gefahr bestand, dass der Hausstaub meine Ergebnisse verfälschte. Kurz blickte ich um mich und überlegte, welches Versteck sich am besten eignen würde, doch das Badezimmer bot kein gutes Versteck.
Auf einmal fiel mir ein, dass Hank niemals auf die Idee kommen würde unter dem Sofa zu suchen, also ließ ich meinen Blick im Wohnzimmer umherschweifen und berechnete die Wahrscheinlichkeit. Die Sicherheit dieses Versteckes lag bei 72% und ich versicherte mich, dass Hank noch schlief. Zufrieden mit meinem Versteck, hielt ich es für das Beste, das Frühstück anzurichten. Meine Suche im Internet war mit Erfolg gekrönt und das heutige Frühstück würde sich aus Eiern und Speck zusammensetzen. Im Kühlschrank fand ich außerdem eine ungeöffnete Packung Orangensaft, die ich in ein leeres Glas einfüllte. Nun stand das Frühstück auf dem Tisch und mein Interface zeigte mir an, dass es bereits 8 Uhr war – die perfekte Zeit, um aufzustehen.
Ich betrat erneut das Schlafzimmer und musste mich für eine Herangehensweise entscheiden.
Die Wahl wurde schnell getroffen und die Vorhänge wurden mit einem Ruck beiseite geschoben, während ich die Decke blitzschnell wegzog. Der Ältere kniff seine Augen zusammen und stöhnte zum zweiten mal genervt auf, da die Sonnenstrahlen durch die Fenster hindurch schienen.

„Guten Morgen Lieutenant, heute haben wir noch viel vor.“, begrüßte ich ihn motiviert, aber leider hatte es seine Wirkung verfehlt, denn der Grauhaarige warf mit einem Kopfkissen nach mir, dem ich gekonnt auswich.

„Ich habe zwar keine Geschmackssensoren, aber meiner Datenbank zu urteilen, schmeckt kaltes Essen nicht so vorzüglich wie warmes. Andererseits kann ich auch alleine ins Geschäft gehen, falls das dein Wunsch ist.“, ich grinste und legte meinen Kopf schief. Hank streckte sich herzlich und stand murrend auf.

„Ich steh ja schon auf. Hetz mich doch nicht so...“, kam es von ihm und schlurfend bewegte er sich ins Badezimmer. Anhand seiner darauffolgenden Reaktion, erkannte ich, dass er überrascht war.
Er öffnete seinen Mund, drehte sich zu mir um und nuschelte ein kleines Danke schön. Beschämt drehte er sich weg und schloss die Tür hinter sich. Es erfreute mich, aber ich ließ es mir nicht anmerken.
Als Hank fertig und angekleidet war, begab er sich zum Esstisch und freute sich sichtlich über das angerichtete Essen. Es war jetzt 9 Uhr und Hank erkundigte sich nach meinen Befinden.

„Geht es dir besser? Ist es okay für deinen Körper den Haushalt zu schmeißen“

„Ich fühle mich ausgeruht und es scheint sich nicht verschlimmert zu haben. Meine Thiriumkonzentration liegt immer noch bei 80%, aber der Thiriumverlust war gering. Außerdem macht mir die Arbeit nichts aus.“, erklärte ich ihm. Er nickte kurz und schob sich einen Streifen Speck in den Mund.

„Ich habe bereits eine Route zum naheliegendsten Geschäft berechnet. Zu Fuß müssten wir in 20 Minuten da sein und bei dieser Gelegenheit können wir Sumo gleich mitnehmen.“, ergriff ich das Wort nach einer Weile.

„Wo ist er überhaupt?“, er sah sich um und ich verwies ihn auf die Hintertür. Keine zehn Minuten später beendete Hank sein Frühstück und wusch das Geschirr ab, während ich Sumo zurück ins Haus holte und anleinte. Zusammen verließen wir das Haus und machten uns auf den Weg zum Geschäft. Der Spaziergang war auch für Sumo sehr zufriedenstellend und Hank genoss die frische Sommerbrise, die uns entgegen wehte. Momentan waren es 25°C, aber später würde die Temperatur noch steigen – sehr zum Missfallen des Lieutenants. Wir begegneten vielen Menschen und Androiden – gleichermaßen – und aus purer Gewohnheit analysierte ich jedes einzelne Gesicht, obwohl ich den meisten schon begegnet war. Unter anderem führte uns der Weg an einem Spielplatz vorbei und ich beobachtete die fröhlich quietschenden Kinder und merkte gar nicht, dass ich aus Versehen stehen blieb, als ich ein Mädchen sah, dass Alice sehr ähnlich war. Aber sie war menschlich, also wusste ich, dass es sich dabei um jemand anderes handelte. Der Lieutenant bemerkte natürlich, dass ich stehen blieb und wartete einen Moment, bevor er weiterging. Leise, aber verständlich für meine Audioprozessoren, hörte ich die Eltern der Kinder flüstern.

„Sieh mal, der Android hat noch seine LED.“, tuschelte die Frau

„Findest du nicht auch, dass er ziemlich verdächtig ist?“, wisperte der Mann zur Frau.

„Ja, gibt es unter den Androiden etwa auch...Kinderschänder?“, sie sprach das Wort so abstoßend aus wie es ihr nur möglich war. Die Eltern riefen ihre Kinder zurück und hielten sie nah an sich, um sie vor potentiellen Gefahren zu schützen. Seltsam war, dass ich eine Gefühlsregung in mir spürte, die ich als Empörung betiteln würde.

War ich empört?

„Connor, kommst du endlich?“, Sumo bellte, als wenn er ebenfalls nach mir rief. Mit eiligen Schritten holte ich Hank ein, aber ich verlangsamte meinen Gang nicht. Er hatte nichts davon mitbekommen, da er sich zu dem Zeitpunkt zu weit weg befand und vielleicht war das auch besser so.

„Warte auf mich, ich bin nicht so schnell wie du!“, und auch Sumo fing an etwas zu hecheln. Ich blieb abrupt stehen und entschuldigte mich für mein Verhalten. Misstrauisch beäugte er mich, entschloss sich jedoch dazu, nichts zu sagen. Je näher wir dem Geschäft kamen, desto mehr Androiden trafen wir. Die meisten hatten ihre LED entfernt, doch ich konnte mich nie dazu durchringen sie einfach wegzuwerfen, denn sie war ein Teil von mir.
Endlich kamen wir an und mussten sogleich feststellen, dass der Laden keine Hunde erlaubte, weshalb wir Sumo draußen an einer Art Hundehaltestelle festbanden. Als wir hinein traten, merkten wir augenblicklich, dass das Geschäft anscheinend von Androiden geleitet wurde und sich auch nur Androiden darin aufhielten. Hank schien sich unwohl zu fühlen, da alle Blicke auf ihn gerichtet waren. Ich warf ihm einen ermutigenden Seitenblick zu, bevor wir weiter hinein gingen und sofort von einem Androiden angesprochen wurden. Die Kunden drehten sich wieder um und beschäftigten sich mit anderen Dingen.

„Hallo, mein Name ist Nick. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“, begrüßte uns der Verkäufer freundlich.

„Ich würde gerne zwei Liter Thirium für die RK-Reihe bestellen.“, sagte ich und reichte meinen Arm hin, um die Bestellung aufzugeben und den Kauf zu bestätigen. Er griff nach meinem Arm und unsere synthetische Haut ging zurück, bis nur noch die echte zu sehen war. Meine LED flackerte kurz gelb und ich erhielt die Bestätigung, dass der Kauf abgeschlossen wurde. Ich verdiente zwar nicht so viel wie ein Mensch, aber das war auch nicht nötig, da ich kaum etwas benötigte und nichts zu mir nahm. Wir lösten uns voneinander und meine synthetische Haut legte sich über den weißen Arm.
Fasziniert beobachtete Hank dieses Schauspiel, das sich ihm bot und räusperte sich, um wieder an Fassung zu gewinnen.

„Folgen Sie mir.“, der Android bedeutete uns ihm zu folgen und wir gehorchten. Er führte uns zur Ladentheke und holte aus dem Lager vier Beutel mit blauem Blut hervor. Jeder Beutel beinhaltete genau 500ml, so wie es bei menschlichen Blut der Fall war, wenn es zu einer Bluttransfusion kam. Er packte alles sorgfältig in einen nachhaltigen Karton ein, damit die Ware nicht beschädigt wurde und überreichte ihn mir. Mit einem freundlichen Lächeln verabschiedeten wir uns und verließen das Geschäft. Der Rückweg erschien mir schneller als der Hinweg, aber dieses mal waren die Kinder auf dem Spielplatz verschwunden. Hank und ich kauften noch andere Kleinigkeiten ein, die wir für den Haushalt benötigten. Unter anderem neue Putzutensilien und ein paar Leckerlis für Sumo, da er so brav auf uns gewartet hatte.
Der Lieutenant schloss die Haustür auf und ich stellte den Karton auf den Esstisch ab. Erstaunt über die helle blaue Flüssigkeit, die in den Plastikbeuteln hin und her schwappte, betrachtete Hank sie in seiner Hand. Er hatte einen Beutel herausgenommen und wohl nie so wirklich die Gelegenheit gehabt das Blut in seiner reinsten Form zu sehen. Thirium bekam der Ältere sonst nur zu Gesicht, wenn es an den Leichen der verstorbenen Androiden klebte und sich noch nicht verflüchtigt hatte.


„Und was machst du jetzt mit dem Scheiß? Trinkst du es?“, spottete der Grauhaarige.

„Korrekt.“, ungläubig starrte er mir in die Augen und es war ziemlich amüsant seine Reaktion zu analysieren.

„Bäh! Landet das nicht in deinem Magen mit den ganzen Proben, die du jeden Tag auf der Arbeit in deinen Mund nimmst? Widerlich!“, er verzog sein Gesicht zu einer Fratze und musste gegen die aufkommende Übelkeit bekämpfen, die unbegründet war.

„Nein, sie landet in meiner Auffanggrube. Ich besitze keinen Magen.“, ich nahm den Beutel aus seiner Hand und schraubte den Verschluss auf.

„Oh nein, du willst mich doch verarschen. Das kannst du schön woanders machen! “, weinerlich beschwerte sich Hank darüber, dass sein Tag „im Arsch wäre“.

„Tut mir leid, einen anderen Zugang gibt es nicht. Außerdem brauche ich nur einen Beutel, das genügt vollkommen.“

„Warum hast du dann gleich einen ganzen Vorrat gekauft?“, Hank zog seine Stirn in Falten und seine Mundwinkel zuckten nach unten, als es ihm dämmerte. Er musste die Antwort nicht einmal hören, denn er kannte sie bereits. Er wusste, dass ich wahrscheinlich erneut zusammenbrechen werde und das vergiftete Thirium sich hinter meiner Pumpe anlagern wird.

„Jetzt starr keine Löcher in die Luft und trink.“, kommandierte Hank mich herum. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und ich trank den Beutel in einem Zug aus. Entgegen meiner Erwartung hatte der Lieutenant seine Augen nicht von mir genommen, stattdessen sah es so aus, als ob er prüfen wollte, ob ich auch wirklich den ganzen Beutel ausgetrunken hatte.

„Sie ist leer, keine Sorge.“

„Das will ich doch hoffen, sonst reiß ich dir den Kopf ab.“, drohte er halbherzig und mir war sofort bewusst, dass diese Bedrohung nicht ernst gemeint war.
Schlagartig breitete sich ein Stechen in meinem Oberkörper aus, der wahrscheinlich von meiner Auffanggrube ausging. Meine Hand zitterte, als ich sie zur betroffenen Stelle führte und ich verkrampfte mich augenblicklich, wobei ich mich an der Sofalehne festkrallte. Das Stechen zwang mich auf die Knie und dem Lieutenant entging das nicht.

„Hast du Schmerzen?“, wollte er herausfinden, aber alles, was ich zustande brach, war ein Nicken. Wie konnte das sein? Androiden spürten keine Schmerzen. Hank bedeutete mir aufzustehen und half mir hoch, als wenn er wüsste, was mit mir passierte. Dann zog er mich aufs Sofa, wo ich schließlich Platz nahm.

„Hör zu mein Junge, atme tief durch.“, sprach er auf mich ein und machte es vor. Meine Systeme arbeiteten auf Hochtouren und kamen einer Überhitzung gleich, doch es trat keine Kühlung ein, obwohl mein eingebauter Kühler schon längst hätte reagieren müssen. Trotzdem ahmte ich den Lieutenant nach und tatsächlich ging es mir besser. Langsam ließ das Stechen nach und es kehrte eine schöne Kälte in meine Brust ein. Ich führte eine kurze Überprüfung durch und die Ergebnisse waren im Bruchteil einer Sekunde vor meinem Interface zu sehen.

Kühlsysteme leicht beschädigt – Verstopfung erkannt
Thiriumpumpe beschädigt – Verstopfung erkannt
Austausch erforderlich!
#8456w beschädigt – Austausch erforderlich!
Thiriumkonzentration liegt bei 95% - geringer Verlust

Ich biss mir auf die Lippe, als ich realisierte wie groß die Konsequenzen des Fremdkörpers waren. Mehrere Biokomponenten waren beschädigt und wahrscheinlich nahm meine Thiriumkonzentration so schnell ab, da der Verlust größer als die Einnahme war.

„Herrgott nochmal, CyberLife ist auch zu nichts zu gebrauchen! Nicht einmal einen Androiden können sie reparieren!“, knurrte Hank gefährlich. Der Anflug von Sorge, der sich auf seinem Gesicht breit gemacht hatte, war nun gewichen und stattdessen hatte Wut den Platz eingenommen.
Ich wollte eigentlich etwas erwidern, aber ungeahnt meldete sich ein eingehender Anruf bei mir.
Es war Combs!

„Guten Tag Mr. Combs, wie kann ich Ihnen helfen?“, begrüßte ich den jungen Mechaniker. Der Ältere dachte anfänglich ich würde mit einer Person im Raum reden, bemerkte jedoch sofort, dass es ein Telefonat war. Ich stand automatisch vom Sofa auf, um eine gerade Position einzunehmen, obwohl er mich nicht sehen konnte.

„Ihnen auch einen guten Tag Connor. Tut mir leid für die späte Meldung, aber ich habe endlich Ihren Bericht erhalten, den sie mir um Mitternacht gesendet haben.“, und ich erinnerte mich sofort daran den Bericht abgeschickt zu haben, nachdem Hank eingeschlafen war.

„Das ist kein Problem. Es scheint meine Biokomponenten zu verstopfen und auch die Einnahme von gesundem Thirium kann dies nicht wettmachen. Gibt es Neuigkeiten?“

„Leider noch nicht. Ich könnte die Verstopfung versuchen zu beheben, aber ohne einen neuen Thiriumpumpenregulator würde es nicht viel ausmachen.“, berichtete Combs und meine Vermutung wurde bestätigt.

„Meine Analysen ergeben, dass die Biokomponenten ihre Funktionen noch eine Woche aufrecht erhalten können. Wie lange dauert es, bis zur Fertigstellung des neuen Thiriumpumpenregulators?“

„Ungefähr einen Tag. Ich melde mich wieder bei Ihnen, wenn es fertig ist.“, er verabschiedete sich von mir und die Stimme aus meinem Kopf verschwand. Ungläubig wandte Hank sich von mir ab und lief zur Tür hinaus, wodurch Sumo seine Ohren aufstellte und sein Herrchen beobachtete.

„Wohin gehst du?“, wollte ich wissen, aber er schien mich zu ignorieren, was mich stutzig machte.

„Lieutenant?“, diesmal mit einem sachlichen höflicheren Unterton, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.
„Einen Trinken, was denn sonst. Ohne das Zeug erträgt man den Scheiß nicht.“, schnaubte Hank verbittert.

„Aber es ist erst 10:15 Uhr.“, stellte ich verwirrt fest. Um diese Uhrzeit hatten alle Bars geschlossen.

„Mir egal. Ich finde schon was.“, das war das letzte, was ich vom Lieutenant hörte, bevor er die Tür mit einem lauten Knall hinter sich zu zog. Ein Winseln ertönte von Sumo.

„Ja ich weiß, er wird schon wieder hierher finden.“, doch die Wahrscheinlichkeit betrug gerade einmal 55%, weshalb ich mich seufzend aufs Sofa fallen ließ.



Datum
15.08.2040
Uhrzeit
00:02 Uhr


Vom Hausbesitzer fehlte immer noch jede Spur und ich musste alleine mit Sumo spazieren gehen. Auf dem Spaziergang traf ich erneut auf einige Menschen, die hinter meinen Rücken tuschelten, aber ich ignorierte es. Eine Unruhe machte sich in meinen Biokomponenten breit, die sich nicht legen würde, bis ich den Älteren in Sicherheit wiegen konnte. Man könnte fast sagen, es wäre Angst. Ja, ich hatte Angst. Angst, dass Hank in eine Schlägerei hineingeraten könnte oder er wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus lag. Es gab so viele Möglichkeiten, aber sie alle waren düster und...traurig. Ich hatte mich größtenteils um den Haushalt gekümmert, um mich von seiner Abwesenheit abzulenken, aber es hatte nichts gebracht. Stattdessen analysierte ich jedes Detail des Hauses, ging den Wetterbericht mindestens zehn mal durch und überprüfte den Lebensmittelvorrat, um fehlende Lebensmittel auf die Einkaufsliste zu setzen, aber es war alles da, was benötigt wurde. Ich lief in das Schlafzimmer von Hank und suchte nach Anhaltspunkten über seinen Aufenthaltsort. Auf dem Revier konnte er nicht sein, da er sich frei nahm. Es hieß er ginge in eine Bar, aber welche? Ich beschloss ihn anzurufen. Es piepte dreimal und dann ging der Anrufbeantworter heran. Danach versuchte ich sein Handy zu orten, jedoch schien das Signal gestört zu werden.
Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn an jedem möglichen Ort zu suchen, an dem er sich aufhalten könnte. Seine Lieblingsbar war Jimmy's Bar, doch der Zutritt war den Androiden verwehrt geblieben. Angestrengt überlegte ich, wie ich die Bar trotzdem betreten könnte. Meine LED flackerte kurz gelb und klärte sich dann auf, als mir eine Tarnung in den Sinn kam. Hastig suchte ich am Garderobenständer danach und wurde fündig: Eine Cap von den Detroit Gears, die ich mir sogleich auf den Kopf setzte. Ich überprüfte im Badezimmer, ob die LED verdeckt wurde und sie schien nicht erkennbar zu sein.

Hoffentlich geht es dir gut Hank.


Heute habe ich meine letzte Klausur für dieses Semester geschrieben. Da ich lernen musste, hatte ich nicht viel Zeit zum Schreiben gehabt, aber hier ist das neue Kapitel. Hoffentlich sind mir keine Logikfehler unterlaufen oder andere Rechtschreibfehler etc.
Vielleicht haben einige bemerkt, dass ich heute eine Veränderung an den ersten beiden Kapitel vorgenommen habe und das hat einen einfachen Grund: Mir ist ein gravierender Fehler unterlaufen, den ich erst beim Schreiben des dritten Kapitels bemerkt habe. Die defekte Biokomponente von Connor ist nicht die Thiriumpumpe, sondern sein Thiriumpumpenregulator.
Das ist das kleine zylinderförmige Modul, das Connor beim Verhör des Abweichlers im Stratford Tower kurzzeitig verliert. Ich habe zuerst gedacht es wäre ein und dasselbe. Ich entschuldige mich dafür und hoffe, dass es euch keine Umstände bereitet noch einmal umzudenken. Ich freue mich riesig über die neuen Favorisierungen und möchte einen besonderen Dank an JoKey aussprechen, wegen der lieben Reviews. <3
An die anderen Leser: Ich beiße nicht. Hinterlasst ruhig eine Review. ;)

Bis zum Wiederlesen!

Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast