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#8456w

von Saruna
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
Elijah Kamski Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
01.11.2018
23.11.2018
6
18.395
5
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Dieses Kapitel
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01.11.2018 3.021
 
Datum
12.08.2040
Uhrzeit
11:23 Uhr



Wir schreiben das Jahr 2040. Zwei Jahre nach der friedlichen Revolution. Es war der 12. August und ein angenehmer Tag, obwohl es eigentlich eine sehr heiße Jahreszeit war. Inzwischen hat sich die Lage in Detroit stabilisiert und sowohl Menschen als auch Androiden leben in Koexistenz miteinander.

„Connor!“

Nun… zumindest fast alle. Tatsächlich hatten sich die Androiden einen Platz an der Seite der Menschen schaffen können und durften weitestgehend selbst über sich entscheiden. Dennoch sind Androiden nicht gänzlich unabhängig geworden, schließlich waren sie letzten Endes Maschinen, die gewartet und weiterhin mit Thirium versorgt werden mussten. Hank würde mich für diesen Gedanken rügen und darauf beharren, dass ich ein Lebewesen wie er bin. Aber kann eine künstliche Intelligenz als solches bezeichnet werden?

„CONNOR MACH HI-", Hank unterbrach sich selbst und seine Gesichtszüge verrieten mir, dass er besorgt war.

„Ist alles okay?“, fragte Hank behutsam und deutete auf meine LED. Sie blinkte in einem kleinen Intervall abwechselnd gelb und blau, bis das ruhige Blau nur noch zu sehen war.

„Alles bei bester Ordnung, Lieutenant.“, versicherte ich ihm. Er schien nicht überzeugt zu sein, aber beschloss nicht nachzuhaken.

„Wenn wir erst einmal fertig mit der Wartung sind, gehen wir zum Chicken Feed, sonst geh' ich noch vor die Hunde!“

Gestern erhielt ich eine Nachricht von CyberLife, welche mir mitteilte, dass ich zum Checkup eingeladen bin. Zugegeben war dies vielleicht schon länger fällig gewesen, aber ich hatte bisher keine Schwierigkeiten gehabt und meine eigenen Überprüfungen schienen keine Befunde nachweisen zu können. Die Biokomponenten waren alle intakt und alle Programme fehlerfrei. Ich folgte Hank hinaus zum Auto und verabschiedete mich von Sumo, der friedlich an seinem Stammplatz im Wohnzimmer schlief und sich nicht die Mühe machte hochzusehen, als wir hinter uns die Tür abschlossen. Für mich war es bereits wie ein natürlicher Prozess: Ich setzte mich auf den Beifahrersitz hin und Hank nahm Platz am Steuer, wobei er ziemlich stolz auf sein altes nicht-autonomes Fahrzeug war. Normalerweise würden wir uns jetzt auf den Weg zum Revier machen, aber heute standen andere Pläne auf dem heutigen Programm. Hank fuhr los und es herrschte zunächst Stille, die aber gleich sofort durch den Grauhaarigen unterbrochen wurde.

„Also… äh… diese Wartung… wie läuft die nochmal ab?“

„Meines Wissens nach werden meine Biokomponenten und Programme inspiziert, um mögliche Schäden auszuschließen.“, erklärte ich ihm.

„Hm… verstehe. Aber danach lassen sie dich gehen, oder?“. Hank schien sichtlich unwohl und auch ich hatte ein ungutes Gefühl, was damit zusammenhängt, dass unser letzter Besuch im CyberLife Tower hätte tödlich ausgehen können, wenn ich die Fragen falsch beantwortet hätte. Diese Erinnerung ist uns beide zum Leidwesen des Lieutenant noch im Gedächtnis geblieben. Allerdings herrschen nun andere Bedingungen, da sie von der Produktion der Androiden auf ein anderes Themengebiet gewechselt haben: die Reparatur und Instandhaltung der nun freien Androiden. Sie sind die wichtigsten Versorger ganz Detroits, wenn es um Thirium und Ersatzteile meiner Art ging.

„Connor? Noch anwesend?“, hakte er nach. Ich nickte und musste bemerken, dass ich seit meiner Abweichung des Öfteren meinen eigenen Gedanken nachhing, was eher untypisch für mich war.

„Wenn diese Schweine es wagen an dir rumzuspielen, hauen wir sofort ab! Klar?“. Ich nickte erneut und wollte mir gar nicht erst vorstellen, was sie alles versuchen könnten. Stattdessen konzentrierte ich mich auf die Umgebung, um diesen Gedanken in den hinteren Teilen meines Gedächtnispalasts zu verdrängen – mit Erfolg. Die Fahrt dauerte nicht lang und man konnte bereits den großen Turm sehen, der sich vor uns erstreckte. Nachdem wir die Kontrolle der Wachmänner bestanden, fuhren wir weiter und parkten nahe des Eingangs. Hank und ich stiegen aus und er beäugte die Umgebung misstrauisch. Als wir durch die automatische Tür hindurch traten, begegneten wir einer Angestellten, die uns anscheinend bereits erwartete. Meine optische Einheit erkannte trotz Fehlens der LED sofort, dass es sich bei der Frau um eine Androidin handelte, die wohl ihre Stellung nach der Revolution behalten hatte.

„Willkommen bei CyberLife. Sie werden im 20. Stock erwartet. Wenn Sie mir bitte folgen würden.“. Sie wandte sich von uns ab und ging in einem normalen Schritttempo zum Fahrstuhl. Wir folgten ihr und stiegen sogleich auch ein, wobei mir Hank's Blick verriet, dass er langsam Verdacht schöpfte bei der Frau könnte es sich um eine Androidin handeln. Es dauerte nicht lang und wir hatten die Etage erreicht. Die Türen öffneten sich sofort und gab einen Einblick auf die Etage, die mir nur allzu bekannt war. Der Raum war gefüllt mit Maschinen , Apparaturen und jeglichen Werkzeugen, die für alles mögliche benötigt wurden, jedoch war da eine Sache, die die größte Aufmerksamkeit auf sich zog: Elijah Kamski. Der Schöpfer aller Androiden und mittlerweile neu ernannte CEO hatte sein Augenmerk sofort auf uns gelegt, als wir den Raum betreten hatten und ein freudiger Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht bemerkbar.

„Lieutenant Anderson, Connor. Wie schön Sie hier beide zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass Sie meiner Einladung folgen und sich hierher begeben.“

Missbilligend schnalzte Hank mit seiner Zunge. Wenn es nach ihm ginge, hätte er gleich wieder kehrt gemacht. Kamski schien sich davon nicht beeindrucken zu lassen und fuhr fort.

„Sie sind mit dem Prozess vertraut, nicht wahr?“, sagte Kamski und wandte sich an mich.

„Das ist korrekt.“

„Dann würde ich Sie jetzt bitten Ihre Kleidung in das dafür vorgesehene Fach abzulegen. Gleich wird jemand kommen und sich um Sie kümmern. Falls mich die Herrschaften brauchen, ich bin in meinem Büro.“. Kamski zeigte auf das Fach und machte sich auf den Weg zum Fahrstuhl. Er verabschiedete sich von uns und das letzte, was wir von ihm zu Gesicht bekamen, war sein mysteriöses Lächeln, welches sich auf seine Lippen schlich.

„Der Typ ist mir nicht geheuer, lass uns lieber schnell abhauen bevor-", Hank unterbrach sich zum zweiten mal an diesem Tage, als er sah, dass ich bereits dabei war mein weißes Hemd aufzuknüpfen. Meiner Jacke hatte ich mich bereits entledigt. Hank seufzte und wusste, dass es bereits zu spät war, um jetzt noch zurückzugehen, denn ein Mann im weißen Kittel und einem Tablet in seiner Hand kam durch die Tür am anderen Ende des Raumes hinein. Er war genauso groß wie Hank, wirkte sehr jung für seinen Beruf und seine blonden Haare waren nach hinten gegelt. Aus seinen grünen Augen war abzulesen, dass er aufgeregt war. Mittlerweile hatte ich mich auch meiner Hose entledigt und stand nun in Boxershorts vor ihm. Der Mann wirkte zunächst verwirrt und blickte auf sein Tablet, als wenn er Bestätigung suchte. Sein Kopf schnellte hoch und seine Miene erhellte sich.

„Sie sind ein RK-Modell. Es ist mir eine Ehre Sie untersuchen zu dürfen.“, platzte es aus dem Mann heraus und er machte sich keine Mühe seine Freude zu verbergen. Er hielt mir die Hand hin, die ich zögerlich entgegen nahm.

„ Mein Name ist Russell Combs und ich werde heute das Checkup durchführen. Beginnen wir erst einmal mit der Untersuchung der Biokomponenten. Legen Sie sich bitte hin.“. Combs stellte sich neben den weißen Operationstisch, der am Kopfende eine Art Greifarm hatte und wartete geduldig, bis ich mich hingelegt hatte. Hank trat sofort an meine Seite und schien gleichzeitig beschämt über meine Nacktheit als auch besorgt um mein Wohlergehen zu sein. Der Lieutenant hatte mich zuvor immer nur mit Kleidung gesehen, deshalb war dies ein ungewohnter Anblick. Ich starrte die weiße Decke an und wurde vom Licht geblendet, das dem sterilen weißen Raum erleuchtete. Meine Audioprozessoren vernahmen ein Geräusch zu meiner linken Seite, das von Combs ausging. Er nahm einen Stift aus Metall, der keine Mine besaß, aus seinem Werkzeugkasten, der auf einem kleinen Tisch neben mir stand.

„Was ist das denn für ein Teil?”, meldete sich Hank an meiner rechten Seite. Er war nervös, da er diesen Prozess nicht kannte.

„Damit kann ich die Aktivität seiner Biokomponenten überprüfen.”, erklärte er Hank, der sich mit dieser Antwort zunächst zufrieden gab. Plötzlich ging meine synthetische Haut am Brustkorb zurück und legte die echte Haut aus Plastik frei. Der Stift fuhr über meinen gesamten Oberkörper und gab ein Leuchten von sich, welches die Oberfläche transparent erscheinen ließ. Somit hatte man auch einen Einblick auf mein Innenleben, unter anderem den Thiriumpumpenregulator und Hank erschrak. Auch Combs stockte. Ich runzelte meine Stirn und räusperte mich, um auf mich aufmerksam zu machen.

„Ist alles in Ordnung, Mr. Combs?”, ich drehte meinen Kopf abwechselnd zu Hank und zu eben besagtem Herrn. Ich war unfähig selber einen Blick auf meinen Thiriumpumpenregulator zu werfen, da ich sonst die Untersuchung gestört hätte und das Licht vielleicht auf meinen Gedächtnispalast gefallen wäre. Auf einmal lief Combs zu seinem Werkzeugkasten, um eine Lupe und einen Spiegel herauszunehmen und betrachtete erneut meinen Thiriumpumpenregulator unter verbesserter Auflösung.

„Interessant. Äußerst merkwürdig.“, murmelte er zu sich.

„Was ist los mit ihm? Das ist doch nicht normal!“, herrschte Hank den Mann an und schein außer sich vor Besorgnis zu sein. Danach nahm Combs den Spiegel in die Hand und hielt ihn so in der Luft, dass ich ebenfalls einen Blick auf meinen Oberkörper hatte. Hinten am Spiegel befand sich ein Ring an dem er ihn mithilfe eines Haken am Greifarm des Tisches befestigte. Nun erschrak auch ich und meine Gesichtszüge entgleisten mir im selben Moment als meine LED anfing rot zu blinken. Gerade konnte ich noch den Drang mich aufzurichten unterdrücken. Mein Thiriumpumpenregulator war pechschwarz und das sollte sie auf keinen Fall sein. Combs wischte auf seinem Tablet umher und hörte auf, als er das richtige gefunden hatte:

„Ich nehme an Sie checken ihre Systeme regelmäßig, nicht wahr? Ihr Thiriumpumpenregulator scheint mit etwas in Kontakt gekommen zu sein, was dazu geführt hat, dass es eine Art Entzündung herbeiruft.“

„Aber wie konnte der Fremdkörper unbemerkt bleiben?“, rief ich ihm zu.

„Ich denke die Ursache lässt sich vielleicht durch eine Ablesung des Speichers klären. Außerdem müssten wir weitere Untersuchungen anstellen, um auszuschließen, dass das Thirium davon betroffen ist.“, fasste er zusammen. Hank wirkte nachdenklich, bis er eine Idee hatte, womit es zusammen hängen könnte.

„Aber natürlich! Ich glaube ich weiß wann das passiert ist! Mein Junge, erinnerst du dich daran als wir im Stratford Tower waren. Das war 2038 gewesen. Ein Android hat dir doch deine Pumpe rausgerissen!“, sprudelte es aus Hank heraus. Combs war überrascht und fing an laut nachzudenken:

„Der Thiriumpumpenregulator wurde gewaltsam entfernt… konnten Sie sie problemlos einsetzen?“

Ich griff auf meinen Speicher zu und suchte nach dem Vorfall im Stratford Tower und wurde sofort fündig. Tatsächlich wurde mir für kurze Zeit auf meinem Interface angezeigt, dass die Biokomponente #8456w fehlte und meine Vitalsysteme beschädigt worden sind. Könnte es etwa damit zusammenhängen? Ich teilte Combs mit, was mein Speicher mir darüber verraten konnte. Er nickte bedauerlich.

„Ich verstehe. Wahrscheinlich ergaben die Überprüfungen seitdem keine Ergebnisse, weil der Fremdkörper vorerst keinen Schaden angerichtet hat. Bis jetzt. Wann war Ihr letzter Systemcheck erfolgt?“, fragte mich Combs und wandte sich seinem Tablet zu. Er schien nach etwas Bestimmten zu suchen, aber ein Scan war mir aus dieser Position nicht möglich.

„Vor ungefähr zwei Wochen.“, nuschelte ich. Ehrlich gesagt war ich beschämt über die Tatsache, dass ich in letzter Zeit nicht dazu kam meiner Routine zu folgen.

„Vor zwei Wochen!? Ich dachte du machst den Scheiß fast täglich??“, schimpfte Hank mich aus.

„Zu meiner Verteidigung, ich war durch die Arbeit beim DPD sehr ausgelastet und hatte keine Zeit.“, versuchte ich mich zu rechtfertigen. Trotzdem verstand ich nicht, warum der Fremdkörper erst so spät solch gravierende Folgen hatte. Schließlich sind schon zwei Jahre seit dem Vorfall vergangen.

„Ich glaube das Problem lässt sich leicht beheben. Ich würde vorschlagen, dass wir den Fremdkörper entfernen und das Thirium auswechseln, um einen weiteren Befall auszuschließen. Das einzige Problem, das wir haben, ist der Thiriumpumpenregulator an sich. Da es sich bei Connor um einen Prototyp handelt,“, Combs sprach zu Hank, „wird es schwer eine neue zu beschaffen. Laut unserem Lager besitzen wir die Komponente #8456w zur Zeit nicht.“

Hank stockte der Atem und er verzog sein Gesicht zu einer finsteren Miene, so als ob man ihm gesagt hätte, dass ich bald sterben würde, wenn man nicht schleunigst etwas unternehmen würde. Der Blondhaarige drehte sich um und zog eine dünne Nadel hervor, dessen Ende an einen Spaten erinnerte.

„Ich werde den Thiriumpumperegulator kurz entfernen müssen, um eine Probe zu entnehmen. Wir müssen herausfinden um was es sich hier handelt. Allerdings kann das ziemlich unangenehm werden.“. Hank, der sich immer noch zu meiner rechten Seite befand, nahm meine Hand in seine und warf mir einen fürsorglichen Blick zu.

„Ich bleib an deiner Seite, egal was passiert.“

„Sind Sie bereit?“. Ich schluckte und versuchte dieses Unbehagen von mir abzuschütteln, um dann mit neu gewonnener Entschlossenheit zu nicken. Ich fixierte einen Punkt an der Decke und blickte stur geradeaus. Ich spürte wie er seine Finger geschickt um das Modul legte, kurz leichten Druck ausübte und… sie war draußen. Sofort meldete sich mein Interface und schlug Alarm.



VITALSYSTEME BESCHÄDIGT!
#8456w FEHLT!
-00:01:45 ZEIT BIS ZUM SHUTDOWN


Die Geräusche in meiner Umgebung ertönten gedämpft, da der schrille Alarm in meinem Gedächtnispalast alles übertönte. Unbewusst drückte ich die Hand des Lieutenants, weshalb er nun seine zweite Hand auf meine ablegte und mich flehend anschaute. Der Blick sagte wohl aus, dass ich das schaffen werde und auf keinen Fall aufgeben soll. Würde ich mich gerade nicht so fühlen, als wenn mir jemand das Herz herausgerissen hätte, würde ich wohl amüsant darüber lachen können, denn man hat mir nur kurzzeitig mein lebenswichtigstes Modul entfernt. In meinem Augenwinkel erkannte ich wie Combs mit dem Spaten etwas von der schwarzen Substanz entfernte und sie direkt auf eine Petrischale fallen ließ. Entgegen meiner Erwartung war die schwarze Substanz dickflüssig und in diesem Moment spürte ich eine warme Flüssigkeit auf meinem Brustkorb, die aus dem Loch austrat, wo sich eigentlich das Modul befinden müsste. Reflexartig griff ich mit meiner linken Hand dorthin und hörte Hank im Hintergrund schreien:

“NIMM DAS AUF KEINEN FALL IN DEN MUND, CONNOR!”

Combs linste hinüber und sah meine pechschwarzen Finger. Sein Blick wanderte nach unten und er schien überrascht über die Quelle der schwarzen Substanz. Mein Countdown erreichte 30 Sekunden und Panik stieg in mir auf.

“N-nur noch 30 Sekunden...”, presste ich zwischen meinen Zähnen hervor, woraufhin Hank wütend den Jüngeren anfuhr, er solle sich gefälligst beeilen. Gesagt, getan. Er setzte das wahrscheinlich beschädigte Modul vorerst wieder ein und ich stoß die angehaltene Luft, die ich nicht zum Überleben benötigte, aus. Diesmal gab ich dem Drang mich aufzusetzen nach und wollte hochschnellen, jedoch drückte Hank mich nach unten. Meine Atmung ging schnell und ich spürte ein Stechen in meiner Brust.

“Ich werde die Probe analysieren und anfordern einen neuen Thiriumpumpenregulator anfertigen zu lassen. Die alte ist noch intakt, aber lange wird sie es wohl nicht mitmachen.”, warnte er mich. Durch den Spiegel erkannte ich, dass meine Augen glasig wurden und die LED ununterbrochen in einem tiefen Rot kreiste.

“Sie hätten ihn fast umgebracht!”, brüllte Hank und packte Combs am Kragen seines Kittels und zog ihn fast über den Tisch. Der Blondhaarige war sichtlich überfordert.

“Lieutenant, lassen Sie ihn los. Er hat nur versucht zu helfen.”, krächzte ich. Ich legte einen Arm an seinen Ärmel und versuchte schwach ihn von Combs wegzuziehen, aber der Lieutenant ließ nicht locker.

“Bitte...”, flüsterte ich. Zu mehr war ich nicht in stande. Hank ließ augenblicklich los und nahm einen Schritt zurück, um wieder Abstand zu nehmen und wandte sich von mir ab. Combs räusperte sich und ignorierte seinen emotionalen Ausbruch. Ich drehte meinen Kopf zu meiner linken Seite und blickte in die grünen Augen des jungen Mechanikers, der wiederum auf meinen Oberkörper blickte und der schwarzen Substanz. Er hatte genauso wenig wie ich damit gerechnet, dass es ein so großes Ausmaß annehmen würde.

“Leider konnte ich den Fremdkörper in dieser kurzen Zeitspanne nicht ausfindig machen, aber sobald wir mehr wissen wende ich mich an Sie.”. Mit diesen Worten schenkte er mir ein aufmunterndes Lächeln und ich merkte wie sich mein Zustand langsam stabilisierte und meine LED den altbekannten Blauton zeigte. Hank ging einen Schritt vorwärts und atmete erleichtert aus, woraufhin er sich umdrehte und wieder an meine Seite stellte. Er vermied den Augenkontakt mit mir und Combs und schien peinlich berührt zu sein. Mir war nur unklar weshalb.

“Wir haben im Nebenraum eine Dusche, die eigentlich für Angestellte gedacht ist, aber ich würde Sie ungern in diesem Zustand nach Hause schicken.”. Ich nickte dankend und Combs beendete die Wartung nachdem er noch einen Blick auf meine Programme und Codes warf, die allerdings in Ordnung waren und keiner weiteren Behandlung bedurften. Das Angebot von vorhin nahm ich natürlich an und ich machte mich in Richtung der Sanitätsräume auf, um die schwarze Substanz von meiner echten Haut loszuwerden. In der Zwischenzeit entschuldigte sich der Lieutanent beim jungen Mechaniker und ich stieg in die Dusche. Eine Welle der Erschöpfung überkam mich und die Verlockung in den Standby-Modus zu wechseln war groß, doch ich musste dem standhalten. Es war bereits seltsam genug, dass Androiden dieses Gefühl empfinden konnten. Die Dusche war wie zu erwarten hoch technologisiert und musste mit einem eingebauten Tablet in der Wand bedient werden. Meine LED blinkte kurz gelb auf, als Zeichen, dass ich eine Verbindung hergestellt hatte und sie sprang sofort an. Die schwarze Substanz war anscheinend sehr wasserlöslich, obwohl sie dickflüssig war. Plötzlich schob sich ein Gedanke in meinen Gedächtnispalast.

Kann ich die Probe analysieren?



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Hallo liebe Leser und Leserinnen,

Es ist in der Tat meine offiziell zweite Fanfiction. Die erste ist allerdings nicht mehr aufzufinden, da ich sie sofort nach der Veröffentlichung gelöscht habe. Eigentlich war es schon immer mein Wunsch eine eigene FF zu veröffentlichen und sie als Übung für eigene Werke zu benutzen, aber man weiß ja nie. Einige kennen mich vielleicht durch die Reviews, die ich fast unter jede Geschichte poste. Wie ihr sehen könnt, bin ich ein großer Anfänger und ich freue mich über jedes Lob und vor allem über jede Menge Kritik und Tipps, um daraus zu lernen und mich zu verbessern. Falls ihr Logikfehler, Rechtschreibfehler o.ä. findet, könnt ihr mir das gerne mitteilen. Je nachdem, wie dieses Kapitel ankommen wird, werde ich weiterschreiben oder auch nicht. Ich freue mich schon auf eure Reviews!

Eure Saruna!



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